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jerome93

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Hallöle ,
Ich habe mich jetzt endlich auch mal hier im Forum angemeldet und möchte mein
Leid mit Gleichgesinnten teilen. Vielleicht kann ich euch mit meiner Geschichte helfen
oder ihr mir mit produktiven Feedback

Zu mir, Ich bin 19 Jahre (m) und komme aus dem Süden Deutschlands. Zurzeit wiederhole
ich zum zweiten mal die 11 Klasse auf einem Gymnasium.
Es ist nicht so das die Schule zu schwer ist, nein im Gegenteil ich bin eher unterfordert.
Allerdings sind die Fehltage zu hoch und wenn ich dann mal in der Schule bin
kann ich mich auf nichts konzentrieren bzw bin nur mit mir beschäftigt, demnach gehen
meine Leistungen im Unterricht gegen Null. Meine Wohnverhältnisse sind auch
eher bescheiden, mein Freundeskreis ist weit von mir entfernt, weshalb ich eigentlich
nur am Wochenende die Möglichkeit habe, mich mit diesen zutreffen.

Nun zu meiner Krankheit ...
Ich leide seit ca. 1 Jahr an einer Herzphobie bzw Herzneurose.
Aktuell mache ich keinen Sport und sitze nur Zuhause, auf den
Herzinfarkt wartend rum. Gehe auch kaum noch raus und alles was ich
versuche zu machen ist extrem schwer und anstrengend. Aber erstmal zum
Anfang. Bei mir hat im Januar letzten Jahres alles angefangen. Aus einem
harmlosen Bluterguss entwickelte sich die erste Panikattacke. Mein Herz wurde schneller
und mein Körper fing an Adrenalin auszuschütten. Total überfordert mit der Situation lief ich
verwirrt durch unser Haus und suchte Hilfe bei meinem Vater, welcher mit mir nach kurzer Zeit
mit mir zum Arzt fuhr. Diese kurze Zeit war für mich natürlich eine halbe Ewigkeit und meine
Angst stieg weiter und ich dachte jeden Moment, das ich gleich Ohnmächtig werde.
Mein Herz raste und es fühlte sich an, als wenn es gleich aus meiner Brust springt. Nachdem
Besuch beim Arzt hatte er mir gesagt Ich solle am Montag vorbeikommen um ein
EKG zu schreiben ( es war Samstag ). Etwas beruhigt, aber trotzdem mit Angst, Herzrasen und
gefühlten Ohnmachtsanfällen nach Hause. Ich versuchte mich zu beruhigen, allerdings vergebens.
Alles wurde schlimmer und schlimmer, denn ich steigerte mich weiter hinein und kämpfte bis zum nächsten Tag
mit der Angst und war völlig überfordert mit der Situation. Sonntag Mittag war es dann so weit das ich dieses Herzrasen
und Ohnmachtsgefühle nicht mehr aushielt. Ich rief zum erstem mal den Krankenwagen und wurde ins Krankenhaus
eingeliefert. Dort kam ich auch das erste mal wieder zur Ruhe, als die Ärzte mich an das EKG anschließten.
Nach ein paar Tagen wurde mir gesagt ich sei Gesund und könnte nach Hause . ( EKG, 24std EKG, Echo, Belastungs EKG )
Das interessante war, als mir das EKG abgenommen wurde, ging alles von vorne los . Herzrasen und die
Geliebten Ohnmachtsgefühle. Klingt sehr nach Einbildung, aber in der Situation
konnte ich damit nichts anfangen, also begann alles nach dem Entlassen
von vorne. So kam es zu vielen Angstanfällen die nach kurzer Zeit wieder darin endeten, das ich den
Krankenwagen alarmierte. Beim zweiten Krankenhausaufenthalt sagten die Ärzte wieder es ist alles soweit
in Ordnung, allerdings könnte eine Durchblutungsstörung vorliegen. Ich solle doch eine
Myokatzyntegraphie ( oder wie man das auch schreibt ) um zu sehen ob alles ok ist.
Auf Grund eines gefundenen inkompletten Rechtsschenkelblocks wurde dann ein Termin ausgemacht.
Jedoch sollte ich dann noch 4 Tage für nichts im Krankenhaus bleiben und das wollte ich nicht.
Also ließ ich mich entlassen fuhr zu meinem Hausarzt der mich nochmal in eine sehr gute Klinik
überwieß. Er schrieb noch ein Belastungs und Ruhe Ekg und ließ mich gehen. Ich war nach alle dem
total verstört und voller Angst, also lies die nächste PA nicht lange auf sich warten. Ich fuhr mit zu einem
Freund und nach kurzer Zeit ging alles aufs extremste weiter und ich sagte wir müssen ins Krankenhaus
ich sterbe. Also führen wir Richtung Krankenhaus, jedoch war durch Stolperer etc zu am Ende das wir
auf den Bundesstraße den Krankenwagen riefen und dann wurde ich mit ein paar Beruhigungsmitteln
in die Notfallsstation aufgenommen. Nach einer Nacht wurde ich entlassen und erlitt einen psychischen
Zusammenbruch mit heftigem Hyperventilieren. Um meinen Rechtsschenkelblock zu überprüfen,
bekam ich in zwei Monaten ein Termin für ein Stress Echo. Welches ohne Befund war.
Als ich Zuhause ankam konnte ich garnichts mehr . Meine Herzneurose war geboren und außer liegen
und durchgehender Angst war nichts mehr mit mir anzufangen. Ein geplanter Urlaub wurde abgesagt und
nach ein paar Tage in denen ich nur vor mich hin vegetiert habe wurde
ich Notfallmäßig in eine psychatrische Klinik eingewiesen. Leider musste ich zuerst auf
die geschlossene, weil ich ein Notfall war .... Das war sehr erschreckend .
So das war jetzt ganz schön viel. Hoffe es gibt einige die sich
meinem Text durchgelesen haben. Es fehlt noch ein Stück welches ich
Im laufe des Tages Posten werde.

Ich wünsche euch allen ein schönes und vorallem angstfreies Ostern
Gruß

31.03.2013 13:11 • 06.08.2014 #1


25 Antworten ↓


novemberrain


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Hallo Jerome,

herzlich Willkommen bei uns.
Du wirst sehen, dass Du nicht alleine bist.
Gib mal das Wort Herzneurose ein, da finden sich einige Beiträge.

Bist Du derzeit in Therapie?
Nimmst Du noch Medikamente?

Mein Rat wäre:
Lebe Dein Leben, als hättest Du dieses Problem nicht.
Organisch bist Du gesund! Du hast nichts am Herzen ! Sag Dir das immer und immer wieder.

Deine Angst ist eine Kopfsache.
Das Problem liegt also nicht am Herzen, sondern oberhalb der Halskrause
Steigere Dich nicht so in die Symptome rein- Du achtest zu sehr darauf, was wiederrum die Symptome stärker werden lässt und somit auch die Angst. Der typische Angstkreislauf.

Fange wieder mit Sport an, und sei es nur mit Joggen auf der Stelle vorm TV (solltest Du Angst haben dafür das Haus zu verlassen). Aber bewege Dich- damit merkst Du, dass Dein Körper nicht krank ist.
Deine Körperwahrnehmung ist durch diese schreckliche Geschichte total verzerrt- rück sie wieder gerade- DAS KANNST NUR DU !

Viel Glück

31.03.2013 13:22 • #2


jerome93


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Ja ich steh ja auch nicht mehr am Anfang und hatte auch Therapie.
War auch schon so weit das ich Sport gemacht habe und wieder
Alles gut lief. Aber hatte dann weil ich nicht auf mich geachtet habe
einen Rückfall der extrem und mit neuen Symptomen wie zb Puls von
über 200 war . Ich wollte nur nicht alle mit einem noch viel größeren
Text überfordern. Auch ärgert es mich mit einem plötzlichen extrem ziehenden
Schmerz der wenige Sekunden anhält. Deshalb habe ich erstmal ein Cut gemacht. Ich
Persönlich finde das lesen sehr anstrengend ... aber danke
Für das herzliche Wilkommen

31.03.2013 13:28 • #3


novemberrain


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31.03.2013 13:33 • #4


jerome93


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Danke, diesen Artikel habe ich schon mehrmals gefunden.
Allerdings bin ich nicht mehr am Anfang und kann mit meiner
Angst gut umgehen, auch wenn ich öfters einbreche.
Ich suche nicht direkt nach Hilfe was ich machen kann
sondern wollte meine Geschichte einmal erzählen.
Und euch auch meine Wege erklären damit umzugehen.
Allerdings wenn man sich nur das durchließt bis wo ich
geschrieben habe, kann man ja nur rauslesen das ich
akut Hilfe Brauch und überfordert bin. Ich schreibe
später den Rest

31.03.2013 13:38 • #5


RainerSkeptiker

RainerSkeptiker


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Nun gut,
ich bin seit Jahrzehnten Angstneurotiker, prüfe meinen Puls, habe Probleme mit meiner Psyche und vielen Tabletten,
Vor 3 Tagen ist meine dreiundfünfzig Jahre junge Frau, ohne Vorerkrankung, ohne Beschwerden, einfach so am plötzlichen Herztod gestorben.
Wir sind alle Spinner und paranoid. Die Ängste, welche durch diese psychischen Krankheiten ausgelöst werden sind schlimm. Aber schlimmer ist das Elend des Daseins. Wenn plötzlich alles aus ist! Da schlägt die Brutalität des realen Lebens härter zu als bei labilen Marotten.
Der Tod ist existent und kann jederzeit eintreten. Das ändern schöne Worte nicht, keine Medikamente und erst recht keine Psychologen!
R.H.

01.04.2013 02:56 • #6


pumuckl


Das tut mir sehr leid für dich. Ich hoffe, dass du mit diesem Verlust irgendwie fertig werden kannst!

01.04.2013 18:30 • #7


TinaLina


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Lieber jerome93,

ich kann gut nachempfinden, wie es Dir geht. Ich lese das alles und es kommt mir vor wie eine kleine "Zeitreise" in meine eigene Vergangenheit.

Ich wäre sehr gespannt, den Rest noch zu lesen, den Du angekündigt hattest. Und zu erfahren, wie es Dir inzwischen so ergangen ist bzw. wie es Dir geht.

Lieben Gruß von einer Herzphobikerin,
TinaLina

02.04.2013 18:26 • #8


Bernstein19


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Hallo:)
ich habe mich auch gerade erst angemeldet und bin eben auf deinen Beitrag gestoßen...

Es tut so gut zu lesen dass ich nicht die einzige bin der es so geht

Darf ich dich fragen wie das in der Therapie so gelaufen ist? ( Merke gerade selbst das die Frage etwas doof ist )
Bin nur etwas neugierig weil ich morgen eine Therapie beginne und nicht wirklich daran glaube das mir das helfen kann wenn jemand auf mich einredet...^^ Würde mich freuen wenn du mir vielleicht ein wenig von deinen Erfahrungen erzählen könntest

Lg

02.04.2013 20:18 • #9


jerome93


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Habe dir mal eine Nachricht gesendet .
Gruß

06.04.2013 16:46 • #10


Nella


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Hallo,
ich gehöre auch zu den Menschen mit einer Herzphobie. Zur zeit plagen mich wieder extrem heftige herzstolperer die mich erneut in das angstloch zurück fallen lassen. Zur der Therapie kann ich aus meiner Erfahrung nur so viel sagen, dass es völlig umsonst ist. Dieses ewige bla bla..., woher kommst du genau jerome? Ich bin auch aus dem
Süden Deutschlands
Lg nella

08.04.2013 06:15 • #11


jerome93


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Hallo Nella
Mich plagen zurzeit Schnerzen hinterm Brustbein und Dauer Herzrasen durch Stress ...
Fühle mich danach immer so krank und kaputt ...
Herzstolperer nehme ich garnicht mehr so wahr also die beunruhigen mich nicht
mehr . Findest Therapie umsonst ? Ich finde Therapie wichtig und hilfreich.
Vielleicht hattest du Pech und bist an den Falschen geraten
Versuch mal wenn du gerade voller Angst bist oder kurz vor oder in einer PA
dich einfach hinzulegen und auszuhalten. Versuchen an nichts denken einfach
nur zu fühlen. Ich weiß klingt unvorstellbar aber es hilft soviel ...

08.04.2013 18:05 • #12


Nella


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So richtige PA hab ich nicht. Aber einfach nur Angst. Schwer zu beschreiben. Auf jeden fall zehrt das ganz schön an mir.

08.04.2013 20:07 • #13


jerome93


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Ja ich weiß was du meinst. Ich hab auch kaum noch panikattacken. Sonder einfach
Durchgehend Angst ... Ja das raubt mir auch jegliche kraft

08.04.2013 22:19 • #14


Nella


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Echt schrecklich. Vor allem weil das die Lebensqualität sehr einschränkt. Ich mag ja kaum noch weg, an Urlaub ist gar nicht zu denken. Ich hab dir mal ne private Nachricht geschrieben.

09.04.2013 06:24 • #15


Nella


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Wollte kurz mal ne Aktualisierung geben. Hatte von gestern auf heute ein Langezeit EKG dran. Und wie sollte es natürlich auch anderst sein waren keine stolperer zu spüren. Zum Mäuse Melken echt!

11.04.2013 09:50 • #16


Angsthaesin


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Hallo ihr!
Bin auch so eine Herzphobikerin ! Und das mit dem EKG kenne ich nur zu gut - auch wenn ich meine, dass irgendwas "Merkwürdiges" zu sehen sein muss, ist nichts da...aber andererseits ist das ja auch ganz gut! Weil besser, man bildet sich sowas ein, als dass man es dann tatsächlich hat!
Gerade habe ich wieder mal wahnsinnige Angst vor einer Herzmuskelentzündung...

11.04.2013 10:53 • #17


Nella


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Ja man hört aber gerade auch vir Horror Geschichten dass junge und gesunde Menschen einfach tut umfallen aufgrund einer unerkannten Herzmuskel Entzündung. Wie soll man da ruhig bleiben. Wenn keine stolperer drauf sind dann wird es auch nix schlimmes sein oder?

11.04.2013 11:19 • #18


Angsthaesin


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Ja, aber das sind dann ja meistens Leistungssportler oder Menschen, die sich während einer Erkrankung nicht geschont haben...sagt zumindest mein Kardiologe...
Nee, weil wenn du was Schlimmes hättest, wäre das ja auf dem EKG zu sehen gewesen...Wurdest du noch anders untersucht (z.B. mit einem Herzultraschall)?

11.04.2013 12:11 • #19


Nella


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Ja im Februar wurde ein herzultraschall und herzecho gemacht. Alles soweit unauffällig. Und im Juli kommt noch ein Belastungs EKG dazu.

11.04.2013 13:07 • #20




Prof. Dr. Heuser-Collier

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