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201403.06




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Bayern
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Hallo Zusammen,

kurz zu mir: Ich hatte im August letztes Jahr meine erste PA. Bin seit November bei einer Psychologin und von meinem Gefühl her, auf dem Weg der Besserung. Ich hatte seit Februar - toitoitoi - keine PA mehr, seit ungefähr Ende März kein tägliches Unwohlsein mehr und seitdem nur noch phasenweise einzelne schlechtere Tage mit Unwohlsein, die ich aber meist gut unter Kontrolle bekomme.

Da es mir in der Hauptsache gut geht, frage ich mich dann nach den schlechteren Tagen immer, ob ich es je ganz los werde und ob die Angsterkrankung automatisch aussagt, dass ich anfälliger für andere psychische Erkrankungen bin.

Ist das denn so? Weiß das wer? Ich habe so Angst vor dieser Spirale Angst/Depressionen etc. Gibt es hier Jemanden der schon seit längerem mit der Angst lebt und dem "sonst" nichts fehlt?

Vielen Dank schon mal für eure Hilfe.
Sanna

Auf das Thema antworten


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  03.06.2014 14:24  
Ich leide seit 30 Jahren unter Ängsten, längere Phasen mit guten Zeiten. Zur Zeit wieder schlechter aufgrund der WJ.

Aber das ist sicher bei jedem anders, sollte dich nicht verunsichern. Du bist ja in Behandlung und es gibt heute vieles was man dagegen unternehmen kann. Als es bei mir anfing, waren es nicht so viele Angebote und Hilfen. Versuche dein Leben zu geniessen. Viel Ablenkung, Sport usw.

Alles Gute

L.g. Waage





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Bayern
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  03.06.2014 16:01  
Vielen dank für deine Antwort!

Meine Psychotherapeutin meinte auch, das Wichtigste sei, die Angst anzunehmen und zu lernen mit ihr umzugehen. Das ist für mich völlig nachvollziehbar. Irgendwie bin ich ein sehr ängstlicher Typ und eben sehr geprägt durch traumatisierende Erlebnisse mit Krankheit und Tod, da bin ich dann wohl eben anfälliger als andere.

Wie dir jetzt mit den WJ haben auch bei mir die Hormone oder Stress viel damit zu tun. Aber ich kann recht gut damit umgehen.

Was mich jetzt aber noch besorgt und nachdenklich stimmt ist, ob man mit einer Angsterkrankung automatisch anfälliger für andere psychische Krankheiten ist?



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NRW
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  03.06.2014 16:43  
Ich habe das auch schon seit sehr vielen Jahren, glaube persönlich nicht das ich es mal ganz los werde.

Allerdings habe ich gelernt damit besser zu leben und die Symptomatik ist längst nicht mehr so stark.

Das ist sicher auch bei jedem anders. Ich denke nicht das jemand der eine Angststörung hat auch gleich anfälliger für andere psychische Erkrankungen ist.

Wobei die Depression gerne mit der Angst vergesellschaftet ist.

Ich kenne aber bisher niemanden der ausser Angst und gegebenenfalls Depressionen unter anderen Störungen leidet wie Psychosen oder ähnlichem..


LG



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  03.06.2014 17:25  
Ich habe eine ganze Weile geglaubt, dass ich die krankhafte Form der Angst hinter mir gelassen habe, bis ich Mitte letzten Jahres eines Besseren belehrt wurde. Es ist wohl so, dass diese Disposition immer da sein wird. Es kann lange Phasen geben, so wie ich es kenne, in denen man lediglich die natürlichen Ängste verspürt, aber durch bestimmte Situation (Lebensumstände), die zu einer seelischen Instabilität führen, werden Menschen, die eine Angststörung entwickelt haben, wohl immer mal wieder mit eben dieser Form der Angst reagieren. So ist zumindest meine Erfahrung. Vielleicht ist es aber auch so, dass wenn man einmal die Grundproblematik gefunden hat und daran effektiv arbeitet, wie auch immer das aussieht, dass man diese Störung komplett hinter sich lassen kann. Vielleicht liegt der Schlüssel auch im Annehmen und Loslassen. Ich bin an der Stelle noch nicht so ganz klar.





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Bayern
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  07.06.2014 20:59  
Ich danke euch für eure Antworten.

Mir wurde das von meiner PT auch so erklärt: Also, dass man lernen muss, damit umzugehen, damit zu leben, es zu akzeptieren und anzunehmen. Das hat mir auch schon sehr geholfen.

Ich denke auch, dass einen eine besondere Situation wieder zurück wirft. Beispielsweise könnte ich mir vorstellen, dass eine Krankheit (von mir oder meinen Lieben) für mich ein sehr heikler Punkt sind. Aber ich will es natürlich auch nicht herauf beschwören.

Es ist gut, wenn man ein Gefühl für sich entwickelt, das hat mir die PT auch schon beigebracht. Ich bin bspw. sehr empfindlich an den letzten Zyklustagen, wenn ich Stress habe (sowohl positiv, als auch negativ) und wenn ich mich zwischenmenschlich in die Ecke drängen lasse, was wohl auch das Hauptproblem meiner Ängste ist (dass ich mich zu wenig achte/Menschen Grenzen überschreiten lasse etc.).

Aber wenn es mich dann doch mal wieder erwischt, fange ich eben an zu grübeln, ob da noch Schlimmeres kommen kann. DAVOR habe ich nämlich wirklich Angst! :(

Ich wünsche euch alles Gute!



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NRW
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  08.06.2014 09:11  
@Paddlmädchen : gut für sich zu sorgen, sich selber wahr zu nehmen und auf sich einzugehen ist sehr wichtig.
Höre in Dich rein und wenn sich etwas unangenehm anfühlt, dann gehe einen Schritt zurück und nehme es ernst.

Sich abgrenzen und achtsam sein ist die halbe Miete.

Ich habe heute nur noch selten Panikattacken, aber wenn es dann doch noch mal passiert kann ich drauf wetten das ich nicht gut aufgepasst habe. Die Grübelei danach kenne ich zu gut, auch wenn ich weiß das es "nur" eine PA war, habe ich dann tagelang Kopfkino und horche in mich rein ob nicht doch was ist.

Von daher lieber dafür sorgen das nichts kommt :D

LG



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schweiz
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  08.06.2014 09:38  
hallo Paddlmädchen
ich hatte vor 19 jahren ganz schlimme panikattacken.täglich u.mehrmals.hatte angst nach draussen zu gehen u.wenn dan mit viel angst im nacken.
habe auch lange gewartet bis ich etwas unternommen hatte.aber dan kam tag x u.habe mich aufgerappelt u.einen PJ angerufen. habe ein AD bekommen u.anfangs zweimal wochentlich in therapie gegangen.das ganze dauerte ca.3 jahre.bin dan bis okt.2013 angstfrei geblieben.jetz hat mich die angst wieder eingeholt.aber hab es gespührt,dass etwas kommt u.diesmal nicht so lange gewartet u.mir wieder hilfe geholt.wollte selbst ein AD nehmen,da ich wusste,dass es mich bei der thera u.im alltag unterstützt.jetz geht es mir wieder zimmlich gut.habe aber noch immer mal etwas unruhe,aber hindert mich nicht,trotzdem mein leben trotzdem zu leben.arbeite auch wieder ganz feste an mir..
grüsse dich
manuela



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  08.06.2014 12:10  
Ich kenne mich mit der ganzen Thematik noch nicht wirklich aus und habe vermutlich einen sehr naiven Blick auf das Ganze, zumal ich noch nie in Therapie war oder so. Aber ich denke, dass es im Grunde genommen zwei Dispositionen gibt: entweder ist Angst angeboren (also im Sinne einer genetische Disposition) oder sie ist angelernt (bestimmte Situationen/Vorfälle haben diese Angst ausgelöst). Wenn ich recht überlege, dann gibt es vermutlich noch ne 3. Variante: leichte genetische Disposition + schlimme Vorfälle/Situationen, die die Angst dann schlussendlich ausgelöst haben.

Ich denke, dass man die angeborene Disposition tendenziell schwerer loswird - vielleicht kann man sie gar nicht loswerden, aber ich bin mir absolut sicher, dass man lernen kann, mit ihr umzugehen und dadurch ein angenehmes Leben zu führen. Angst, die wir uns angelernt haben, ist meiner Meinung nach "leichter" wieder loszuwerden. Therapie kann da sicher helfen, sich die Angst abzutrainieren.

Es kann sein, dass ich da zu optimistisch bin, aber ich denke, wir können es alle schaffen, unsere Ängste zu überwinden. Das braucht halt einen Haufen Geduld (die Ängste haben wir uns schließlich jahrelang hochgezüchtet und müssen erst wieder verlernt werden) und den Willen, konsequent and sich zu arbeiten.

Danke4xDanke


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  08.06.2014 12:17  
Ja, ich glaube das trifft es ziemlich gut. Sehr gut auf den Punkt gebracht, Rheia. By the way... willkommen im Forum! :wink:


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