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Hallo ich bin neu hier und da ich seit Stunden weinend dasitze muss ich es mir einfach von der Seele schreiben, alleine der Gedanke verschafft mir schon etwas Linderung. Sorry für den etwas langen Text.

Es kam vor einiger Zeit ans Tageslicht, dass ich regelmäßig (in größeren Mengen "nur" seltener) giftigen Dämpfen ausgesetzt wurde. Diese Gifte greifen das neurologische System an. Ähnlich zB einer Bleivergiftung. Die klassischen Symptome sind zum Beispiel kribbeln in den Armen und Beinen, Herzrasen, Kopfschmerzen, extreme Reaktionen auf andere Umweltgifte (wie zB Holzlack, Parfum), zB Reaktionen auf Stärke in Bettwäsche, Herzrasen, Schwäche in den Beinen, Gangunsicherheit, Schwindel, manchmal auch in den Armen. Atembeschwerden wie Asthma oder Husten. Verlängerte Dauer bei Nasennebenhöhlen Entzündungen, generell verlängerte Erkältungen. Und ich meine richtig lange. Und so weiter. Bei niemandem sind die Beschwerden genau gleich, aber ähnlich. Man kann alle Beschwerden haben, muss aber nicht. Es gibt viele viele Fälle. Ich möchte sonst nicht weiter darauf eingehen und auch keine spezifischen Fragen dazu beantworten (Bitte. Danke dafür.)

Nun bin ich seit meiner Kindheit schon hypochondrisch. Ich erinnere mich daran, sogar als Kind in der Notfallaufnahme gewesen zu sein mit undefinierbarer Übelkeit und Erbrechen. Oder dass der Notarzt in die Hotelanlage kommen musste, weil ich (wie ich jetzt erst weiß) eine Panikattacke hatte. Als Kind ?! Ich dachte ich muss sterben. Ich wollte schon immer neben einem Krankenhaus wohnen, falls etwas mit mir ist oder später einen Arzt heiraten, damit der mich immer untersuchen kann.

Naja. Zurück zu meiner Geschichte. Ich kenne meinen Körper inzwischen sehr sehr gut. Ich weiß meistens, DASS ich eine Panikattacke bekomme und bin schon soweit, dass mich dieser Gedanke es zu wissen, beruhigt. Ich kann sozusagen meine Atmung und meinen Herzschlag "kontrollieren" in diesen Situationen.

Im November letzten Jahres bin ich einer besonders großen Dosis Gift ausgesetzt worden. Ich hatte es bemerkt, da mir direkt in der Situation extrem übel war und ich fühlte mich wie benebelt. Es stellte sich heraus, dass es tatsächlich so war. Nun verarbeitet jeder so ein neurologisches Gift anders. Einer steckt es sehr gut weg und merkt nach ein paar Tagen gar nichts mehr. Ein anderer trägt lebenslange Schäden davon, welche nur im Extremfall unter bestimmten Voraussetzungen auch zum Tode führen können. So bereits geschehen. Die Symptome können sofort oder bis zu ca drei Wochen nachher auftreten.

Zwei Wochen nach dem Ereignis hatte ich eine sehr sehr starke Bronchitis, die ca. 6-7 Wochen nicht ausheilte. Es blieb stetig schlecht. Ich machte mir erst nicht viele Gedanken, eine nervige hartnäckige Erkältung halt. Der Hausarzt stellte fest, dass mein Immunsystems sehr geschwächt war. Damit war es für mich erklärt.
Als es nach einem Monat nicht besser wurde, setzte meine Angst ein und ich ließ meine Blutwerte beim Arzt kontrollieren. Nein, nicht er wollte sie kontrollieren. Er sagte, ich müsse es halt aussitzen. ICH wollte den Test. Alle normalen Blutwerte in Ordnung. Das beruhigte mich erst einmal.
Als es nach nochmal zwei Wochen immer noch nicht besser wurde, fragte mich mein Partner, ob es denn eventuell an dem Giftgase-einatmen liegen könnte. Auch er war verwundert, dass diese Erkältung nicht besser wurde.

Ab da ging es los.

Er hatte etwas losgetreten, von dessen Ausmaß er natürlich keine Ahnung hatte. Jeder entspannte Mensch hätte wahrscheinlich entspannt reagiert und hätte gesagt: was soll da schon passiert sein ?!
Nicht so bei mir. Eine Panikattacke folgte auf die nächste, ich las mich mehr und mehr in die Materie rein, so viele Symptome passten plötzlich. Die Bronchitis, die Abgeschlagenheit, das Herzrasen usw usw. Jetzt denkt ein normaler Mensch beim lesen dieser Sätze natürlich: logisch. Der Infekt hat den Körper geschwächt und das sind die Folgen des Infekts. Nicht jedoch ich. Ich war mir zu 100% sicher dass all dies von der Vergiftung kam, die offensichtlich immernoch in meinem Körper steckte und dessen er nicht imstande war, es abzubauen. Bis heute denke ich, dass es sehr gut möglich ist.

So geht das seitdem. Inzwischen sind fast vier Monate vergangen..
Meine Beine fühlen sich anders als sonst. Schwerer. Ich habe seitdem schmerzen in den Hüften und den Oberschenkeln. Ich merke bestimmt 4-5 mal am Tag, dass meine Schultern angezogen sind, fast bis zum Ohr. Beim Stehen der Hintern zusammengekniffen ist. Der Rücken durchgedrückt ist. Dauernd. Ich weiß nicht mehr genau, wie man normal steht, wenn ihr wisst was ich meine. Und ich vermute, dass ich selbst im Schlaf nicht entspannt bin. Denn wenn ich aufwache, habe ich Muskelkater (vermute ich) in den Füßen. Oder woanders. Jedesmal eine neue Überraschung. Ich fühle mich wie eine 80 jährige Frau. Und jetzt kommt die Krux an meiner Geschichte. (Zumindest für mich): Was alles kann dauerhafte Anspannung bewirken ? Die Symptome einer Angststörung entsprechen leider fast den Symptomen dieser Vergiftung. Das macht mich fertig.

Ich kann für mich selber nicht mehr rational entscheiden, was kommt von der Anspannung und was kommt vom Gift ? Ich weiß es nicht. Obwohl ich dachte, das ich mich durchschaut habe und meine Psyche mich nicht mehr hereinlegen kann. Versucht habe ich etliche Male diese progressive Muskelentspannung. Aber ich verstehe den Sinn davon nicht. Ich bin dann einige Zeit direkt danach entspannt, bis es wieder von vorne losgeht.
So. Jetzt ist es raus und mir geht's einigermaßen besser. Mal sehen ob diese Nacht Schlaf bringt. Ich drücke mir die Daumen.

26.04.2016 20:04 • 27.04.2016 #1


2 Antworten ↓


Ohne zu sagen, was das für ein ominöses Giftgas sein sein soll, wird dir auch keiner erklären können, was du hast. Aber da du auf dieses Giftgas nicht eingehen willst, nehme ich an, es handelt sich um irgendeine verschwörungstheoretische Klamotte wie Chemtrails oder sowas... Und gegen Langzeitauswirkungen von Chemtrails gibts ne gute Behandlung: Psychiater

27.04.2016 15:54 • x 1 #2


Nein, es handelt sich nicht um Chemtrails. Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht was das ist. Es handelt sich dabei um eingeatmete Dämpfe die bei meiner Arbeit entstehen. Aber darum geht es auch gar nicht. Mir ist schon klar dass hier keine Spezialisten der toxikologie sind, die mir helfen können. Es geht mir um den Umgang mit meiner Angst und wie man es schafft, die Anspannungen los zu werden um nicht jeden Tag ein neues Symptom zu haben. Aber danke für deinen konstuktiven Beitrag.

Unabhängig davon möchte ich erwähnen, wie sehr ich mich gestern gefreut habe, dieses Forum zu finden. Alleine der Gedanke zu wissen, dass es sooo viele Leute gibt, die tagtäglich das gleiche Gedankenkarussel haben wie ich beruhigt mich immens. Ich bin echt dankbar.

27.04.2016 20:04 • #3




Dr. Matthias Nagel