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Hi,
ich bin hier neu. Ich habe schon seit eltichen Jahren eine wiederkehrende Hypochondrie, die sich aber immer in Grenzen hielt. Diesbezüglich stehe ich auch schon auf der Warteliste eines Psychotherapeuten, dessen Wartezeit sich aber aufgrund von Corona deutlich verlängern wird. Letztes Jahr war ich drei mal bei ihm.

Nun zu meinem Problem: Ich bin Student der Humanmedizin und sehr weit fortgeschritten schon. In 2 Jahren möchte ich Arzt werden. Ein Problem, was viele meiner Kommilitonen haben, ist die Hypochondrie, weil man eben so oft mit Krankheiten konfrontiert wird. Allerdings hat mich in der Unterricht der Psychiatrie letztes Jahr so dermaßen abgeschreckt, dass ich mit einem kleinem Trauma davon gekommen bin.

Seitdem habe ich immer wieder Phasen, in denen ich mir einbilde Stimmen zu hören bzw. habe ich Angst, dass ich welche hören könnte. Abends, wenn ich sehr müde bin, habe ich manchmal merkwürdige Phänomäne: Jeder kennt das doch, wenn man liest, hat man diese eigene innere Stimme im Kopf. Man hört sie aber nicht, wie als, wenn man sich auf der Straße mit jemanden unterhält. Und wenn ich abends sehr müde bin, habe ich manchmal kurz eine Stimme in meinem Kopf, die ein zwei Wörter sagt. Ich befinde mich in solchen Situationen in einer Art Halbschlaf. Ich habe mein medizinisches Wissen genutzt und fand hypnogoge Halluzinationen, die angeblich normal sind, vor allem, wenn man sehr müde ist.

Dennoch kriege ich Angst davor. An einen Therapeuten komme ich nicht ran. Wenn ich mit Leuten was mache, habe ich diese wiederkehrenden Ängste und Gedanken nicht. Daher telefoniere ich zur Zeit auch sehr viel. Diese Gedanken habe ich nur, wenn ich alleine bin.

Muss ich mir Sorgen machen? Ich habe zwar medizinisches Wissen, aber keine Erfahrung mit solchen Krankheiten und ganz ehrlich, möchte ich damit auch so wenig wie möglich zu tun haben, denn es gibt meiner Meinung nach nichts schlimmeres als eine Psychose oder Schizophrenie. Ich würde dann lieber eine Krebserkrankung wählen, wenn ich die Wahl hätte.

Aber eins interessiert mich noch: Wie hören halluzinierende Menschen Stimmen? Ganz normal, so wie jede andere auch, oder wie kann man sich das vorstellen?

Ich habe wahnsinnige Angst an einer Schizophrenie zu erkranken.

Ein Anfallsleiden ist bei mir auch bekannt (Migräne oder Epilepsie). Kurze Anfälle mit Depersonalisation und Derealisation, die für wenige Sekunden anhalten.

LG TraktorFan18

05.05.2020 11:57 • 08.05.2020 #1


21 Antworten ↓


Hallo, denke du kannst ganz ruhig bleiben.

Wenn ich richtig müde bin höre ich auch manchmal Stimmen. Denke das ist normal.
Bei mir ist das dann während ich am einschlafen bin und praktisch den Leuten oder der Situation in meinem Kopf Geräusche gebe.

Allerdings habe ich das wirklich nur wenn ich extrem müde bin. Und ich empfinde dies immer als beruhigend.

Alles ist gut Herr Doktor

05.05.2020 12:02 • #2



Angst vor Stimmen im Kopf

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Das eigentliche Problem ist diese ständige Angst, Stimmen dann doch irgendwann im Alltag zu hören.

05.05.2020 20:49 • #3


Verstehe ich aber warum sollte das passieren ?!

Du könntest auch Angst davor haben, dass ein Flugzeug vom Himmel genau auf Dein Haus fällt. Denn das "könnte" passieren.

Was ich damit sagen möchte. Wenn Du gesund bist ist das sehr ... sehr sehr unwahhrscheinlich. Eher fliegt das Flugzeug auf Dein Haus

05.05.2020 20:54 • #4


Angor
Zitat von TraktorFan18:
Ich befinde mich in solchen Situationen in einer Art Halbschlaf. Ich habe mein medizinisches Wissen genutzt und fand hypnogoge Halluzinationen, die angeblich normal sind, vor allem, wenn man sehr müde ist.

Diese hypnogenen Halluzinationen treten auf, wenn man vom Wach in den Schlafzustand fällt.
Es ist nichts, was einem Angst machen müsste, es ist wirklich ganz normal.

Ich habe diese akustischen und virtuellen Halluzinationen ständig vorm Einschlafen, und ich habe noch nie tagsüber im wachen Zustand Stimmen gehört.

Wenn ich richtig müde bin, dann warte ich schon auf diese Hallus, ich finde diese Bilder und Töne im Kopf angenehm und mag dieses rübergleiten in den Schlaf.

LG Angor

05.05.2020 23:36 • x 5 #5


Icefalki
Hat alles mit Angst zu tun. Bist eben hypochondrisch gegenüber psychischen Erkrankungen, die physischen kannst du besser verstehen.

Kannst beruhigt sein, war auch mein Problem, damals. Ich sah "Gesichter", hörte Stimmen und bin beinahe ausgeflippt. War auch mein größtes Problem, als weggesperrtes Etwas in der Gummizelle zu landen.

Letztendlich sind unsere Ängste vielleicht als Beispiel anzusehen, was unsere Hintergrundsproblematik ist. Auf mich übersetzt war es dieses Gefühl, sich ohnmächtig und hilflos dem Leben ausgeliefert zu fühlen, was man aber überhaupt nicht wahrnimmt, oder wahrnehmen will. Und je mehr Stress man hat, desto eher schreit die Seele und es kommt zu den unmöglichsten Vorstellungen bzw. Horrorvisionen.

Da Angst eigentlich nur dazu dient, das Leben zu erhalten, darf man sich ruhig fragen, was insgesamt so bedrohlich empfunden wird. Ist wie Schwindel als Symtom, die Ursachen für Schwindel sind so vielfältig, wie Angst, die sich auch mit vielen Symtomen äussern kann.

Keine Angst, wirst nicht verrückt. Gehört mit zum Thema Angsterkrankung und im medizinischen Bereich wimmelt es eh von kleinen Hypochondern. Bist also nicht der einzige.

Geh mehr in die Tiefe, beschäftige dich damit, warum "Durchgeknallt" so schlimm wäre. Und komm mir nicht mit, kann als Arzt nimmer arbeiten, sondern geh mehr in den Bereich, der mit Schwäche oder Verletztheit , Erziehung, mangelndes Selbstvertrauen und Hilflosigkeit zu tun hat. Ist zwar unangenehm, aber bringt dich weiter.

Jeder, ich schreibe mal "Neurotiker" , ich weiss, benennt man heute nimmer so, hat immer noch den Bezug zur Realität, insofern besteht auch keine Gefahr. Ist nur Angst vor irgendetwas, sehr quälend aber zu therapieren.

Denk mal nach, was ganz tief in dir schlummert und akzeptiere dein Neuröschen, denn, nobody is perfect.

PS
Jetzt habe ich auch noch Etwas dazugelernt, denn genau dieses Phänomen hatte ich ja auch, allerdings keinen Namen dafür. Und auch nur damals, als bei mir alles aus dem Ruder gelaufen war. Das ging zwar wieder weg, aber mit der Angst habe ich noch ewig gelebt.

05.05.2020 23:47 • x 1 #6


christian17
Diese Stimmen hab ich auch manchmal, wenn ich halb am schlafen bin.
Ab und zu hab ich auch ein Zucken kurz vorm einschlafen.
Das ist normal und nichts schlimmes. Mir hat das noch nie Angst gemacht.

06.05.2020 00:08 • x 2 #7


Shyiox
Ich habe das auch sehr oft. Vor allem wenn ich richtig müde schläft mein Köper schon, aber mein Geist ist noch da. Eine Art Schlafparalyse. Habe schon die schrägsten Sachen gehört und gesehen, aber mittlerweile lasse ich es passieren und schlafe dann auch vollständig ein. Besser als Kino ist es allemal!

06.05.2020 00:12 • x 1 #8


Angor
Zitat von Shyiox:
Besser als Kino ist es allemal!

Ich nenne das immer Fernsehen im Kopf

06.05.2020 00:15 • x 1 #9


Shyiox
@Angor
Stimmt, besser geht es nicht. Vor allem nicht realer. Das ein oder andere mal war aber teilweise schon echt krass.

06.05.2020 00:26 • x 1 #10


Angor
Zitat von Shyiox:
@Angor Stimmt, besser geht es nicht. Vor allem nicht realer. Das ein oder andere mal war aber teilweise schon echt krass.

Ja da geht es richtig ab, was für ein Chaos, ab und zu wären mir ruhigere Bilder lieber, aber aussuchen kann man sich das ja nicht.

06.05.2020 00:28 • x 1 #11


Shyiox
@Angor
Ne das stimmt! Aber eigentlich total was harmloses und hat ja eigentlich auch eine Art Schutzfunktion.

06.05.2020 00:30 • x 1 #12


Angor
Ich hab schon mal luzides Träumen versucht, aber irgendwie klappt es nicht.
Ich stelle mir vor, ich wäre ein Adler und fliege über schöne Landschaften, Berge, Seen , Flüsse, und zack, kommt wieder das Durcheinander, aber ok, stören tuts mich ja nicht und Angst macht es mir auch nicht.

06.05.2020 00:31 • x 1 #13


Shyiox
@Angor
Obwohl die Schlafparalyse dafür der perfekte Einstieg wäre! Klappt bei mir leider auch nicht. Hatte schon mal Angst weil ich bei mir gehört habe wie jemand die Treppen hochgeht und Hilfe ruft (hat sich angehört wie mein Partner) - war schon sehr gruselig.

Man sagt ja nicht umsonst: Willkommen im lebendigsten aller Albträume, der Schlafparalyse.

06.05.2020 00:38 • x 1 #14


Angor
Wach sein in der Schlafparalyse ist nicht grad prickelnd, hatte ich früher öfter, und es hat mir auch ein bischen Angst gemacht. Das Gefühl da zu liegen, sich nicht bewegen zu können, an die Decke zu starren, diese Decke auch zu sehen obwohl die Augen zu waren, und dann so komische Schatten rumflitzen zu sehen, das topt jeden Grusellfilm.
Aber selbst das ist nichts Schlimmes.

06.05.2020 00:41 • x 1 #15


Shyiox
@Angor
Hatte das mal bei meiner Mutter. Habe was auf dem Tablet geschaut aber obwohl meine Augen geschlossen waren habe ich mich gesehen von oben wie ich Tablet gucke. War schon irgendwie .. krass.

Also sterben kann man daran nicht. Ist höchstens unangenehm manchmal, aber wenigstens nichts schlimmes.

06.05.2020 00:42 • x 1 #16


Angor
Eigentlich erstaunlich, was es so alles gibt, und das passiert alles nur im Kopf, wo wir doch eigentlich nur schlafen wollen.

06.05.2020 00:46 • x 1 #17


Shyiox
@Angor
Eigentlich ehrlich so, aber das denke ich mir auch wenn ich wach bin - sonst wäre ich nicht hier.

Hoffentlich konnten wir @TraktorFan18 etwas beruhigen.

06.05.2020 00:49 • x 1 #18


Angor
Zitat von Shyiox:
@Angor Eigentlich ehrlich so, aber das denke ich mir auch wenn ich wach bin - sonst wäre ich nicht hier. Hoffentlich konnten wir @TraktorFan18 etwas beruhigen.

Ja das hoffe ich auch

06.05.2020 00:50 • x 1 #19


christian17
Als meine Ängste richtig schlimm waren, hatte ich manchmal Schlafparalyse.
Ich lag im Bett und hab auch komische Schatten gesehen oder Jemand will mich von hinten packen und weg ziehen.
Das waren schon heftige Albträume.

06.05.2020 01:39 • x 1 #20



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