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37

C

Chillangel
Gast

Sammelthema
Hallo,

ich frage mich, wie geht es anderen hier mit DIESER Angst, oder kennt die keiner?

Ich nehme gezwungenermaßen ein starkes Psychomedikament ein, um schlafen zu können, da ich seit Monaten keine Nacht auf mehr als 2 Stunden Schlaf kam. Schlaftabletten und Benzos waren nur eine kurze Lösung, da sie abhängig machen bei länger dauernder Einnahme, also erhielt ich Trimipramin, das dann auch in relativ hoher Dosierung wirkt. Ich brauche aber 150 mg - die absolute Höchstmenge zum Schlafen.

Wenn ich auf den Beipackzettel schaue und ihn durchlese, wird mir schlecht. Von Blutfehlbildungen bis hin zu noch nicht ausgeräumten Verdacht, Brustkrebs zu fördern, ist alles dabei, eine laaaaange Liste ...

Ein paar harmlosere Nebenwirkungen - Mundtrockenheit, verstopfte Nase ... - stelle ich schon bei mir fest, aber echt Sorgen mache ich mir um die nächste Blutwertkontrolle, habe richtig Angst davor. Die "moderneren" AD haben weniger Nebenwirkungen als die "alten" TZA, aber die wirken bei mir nur kurz, dann gewöhnt sich der Organismus daran, und ich liege wieder nachts wach, wenn ich die Dosis nicht ständig heraufsetzen will.

Ich finde das scheußlich - also mit großem Widerwillen die AD zu schlucken. Was aber sonst? Absetzen und wieder schlaflos liegen? Oder als Notlösung wieder zurück auf Benzos und Schlafmittel für 2-3 Nächte in der Woche und im übrigen durchhalten und durchleiden? (Mit deren Nebenwirkungen kam ich gut klar.)

Grüße vom CA

14.10.2019 #1


55 Antworten ↓
C

Chillangel
Gast

Hallo und frohe Weihnnachten!

Ich führe hier mal mein Thema weiter, obwohl das, worum es geht, nicht ganz dem entspricht, was die Überschrift anzeigt. Ich möchte hier mit der Aufzeichnung beginnen, wenn ich ganz langsam das Trimipramin, das ich jetzt schon ein halbes Jahr in der Dosis von 150 mg lediglich zum Schlafen einnehme, reduziere und ab absetze.

Anfangs hat das Mittel ja gut gewirkt, ich wurde angenehm müde davon, und es fühlte sich an wie natürliche Müdigkeit, ich schlief dann damit auch ein und durch. Allerdings hatte ich von Anfang an recht heftige Nebenwirkungen wie extreme Trockenheit sämtlicher Schleimhäute, zuschwellende Nase, Gedächtnisstörungen - und das Gewicht schlug Purzelbäume, die ich aber mit viel Kontrolle im Zaum halten konnte. Bis diesen Monat, es gibt halt im Dezember mehr Anlässe zu essen, und zack - sind es nun plötzlich schon 3 kg mehr. Horror. Ich habe vor ein paar Jahren 10 kg abgenommen, hatte die ganze Zeit meine Traumgröße und ich will auf keinen Fall dahin zurück, wo ich mal war. Das noch Schlimmere sind aber eigentlich die scheußlichen Gedächtnisprobleme, von denen ich vor der Einnahme nichts wusste und für die ich noch längst nicht alt genug bin.

Außerdem wirkt das Trimipramin auch nicht mehr ohne "Beigabe" von den Benzos, von denen ich selig war, weggekommen zu sein. Es macht für mich also wenig Sinn, es in der Forum noch weiterzuschlucken, Ich nehme ja fast nur noch die Nachteile wahr.

Also reduziere ich ab genau heute. Einen Ausschleichplan habe ich mir schon überlegt: Für 2-4 Wochen senke ich die Dosis um 12,5 mg. Dann habe ich vor, weitere 12,5 mg wieder über 2-4 Wochen abzusetzen usw., und so möchte ich das Mittel dann in einigen Monaten ganz ausgeschlichen haben. Benzos (wozu ich auch die Z.s zähle) gestatte ich mir zum Schlafen nur noch 2 wöchentlich, damit ich nicht wieder voll davon abhängig werde. In der übrigen Zeit - das ist mir klar - wird mir wieder Schlaflosigkeit ins Haus stehen.

Dem fühle ich mich jetzt aber besser gewappnet, schließlich gehe ich schon über ein Jahr zum Therapeuten.

Ich werde diesen Faden nutzen, um tagebuchartig von meinen Absetz- und sonstigen Erfahrungen zu berichten.

Allen Lesern alles Gute.
Chillangel (CA)

25.12.2018 22:04 • x 1 #38


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A


Angst vor Psycho-Medikamenten

x 3


Kmart

Kmart
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Zitat von Chillangel:
Wenn ich auf den Beipackzettel schaue und ihn durchlese, wird mir schlecht. Von Blutfehlbildungen bis hin ...



Ja, hast du schon mal Nebenwirkungen von Aspirin gelesen? Oder von sonst irgendwelchen freiverkäuflichen Medikamenten? Da ist von plötzlichem Herztod bis spontanen Leber- und Nierenversagen (=sofortiger Tod) auch alles dabei.


Die Skepsis gegenüber Psychomedikamenten kommt vor allem von einer wellenartig auftretenden Panikmache irgendwelcher Spinner. Kann man alle 5-6 Jahre beobachten. Ich weiß noch Anfang des neuen Jahrtausends haben es auch Leute versucht...danach war Ruhe, weil man die "Kritiker" und ach so schlauen Esoteriker, die sich ja total um ihre Patienten menschlich kümmern, als Lügner und Profitgeier enttarnt hat. Die haben ihre Patienten ausgenommen wie Weihnachtsgänse, ihnen irgendeinen Rotz verkauft samt Bücher, und nebenbei die böse Schulmedizin und Pharmalobby verteufelt. Dabei spielen sie gekonnt mit der Angst von Patienten und haben üble Maschen, um Studien so zu interpretieren wie sie gerade wollen und dabei wichtige Details weglassen.

Vor ein paar Jahren derselbe Fall. Jetzt flacht die Hysterie wieder etwas ab. Wer mal den Vogel abschießen will, begibt sich in das adfd Forum. Auf den ersten Blick ein seriöses Forum, bei genauerem Hinblicken treiben da genau die zwielichten Gestalten ihr Unwesen, die gerne mit erfundenen Horrorgeschichten aufwarten und bei genauerem Hinsehen selber gar keine psychische Krankheit haben.

13.10.2018 21:13 • x 1 #33


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petrus57
Das Risiko einer dieser eher schlimmen Nebenwirkungen zu bekommen ist in etwa wohl genauso hoch als wenn du beim Überqueren einer Straße von einem Auto erfasst wirst. Da relativeren sich die Nebenwirkungen schnell.

x 4 #2


Schlaflose
Zitat von Chillangel:
Wenn ich auf den Beipackzettel schaue und ihn durchlese, wird mir schlecht. Von Blutfehlbildungen bis hin zu noch nicht ausgeräumten Verdacht, Brustkrebs zu fördern, ist alles dabei, eine laaaaange Liste ...

Ein paar harmlosere Nebenwirkungen - Mundtrockenheit, verstopfte Nase ... - stelle ich schon bei mir fest, aber echt Sorgen mache ich mir um die nächste Blutwertkontrolle, habe richtig Angst davor. Die "moderneren" AD haben weniger Nebenwirkungen als die "alten" TZA, aber die wirken bei mir nur kurz, dann gewöhnt sich der Organismus daran, und ich liege wieder nachts wach, wenn ich die Dosis nicht ständig heraufsetzen will.


Ich nehme seit 20 Jahren schlafanstoßende ADs der alten Generation und bin noch quietschfidel.

x 2 #3


C
@petrus @Schlaflose

Ja, so ist das mit dem Denken, die Angst, auf die man starrt, kann sich von einer Mücke in einen Elefanten verwandeln ...

Ihr habt schon Recht. So ähnlich wie Du, Petrus, sieht es übrigens auch mein verschreibender Arzt.

Aber diese Waschzettel sind schon furchteinflößend. Besser gar nicht lesen? Dann wird man noch im Himmel wach und weiß gar nicht, wieso ... Wink Mr. Green

Ernsthaft: Wirklich beruhigend von Dir, Schlaflose. Und auch, dass es nach der langen Zeit noch wirkt. Welches Medi nimmst Du denn, wenn ich fragen darf?

x 1 #4


Schlaflose
Von 1999-2008 nahm ich Amitriptylin, seitdem Doxepin.

#5


C
Danke. Und wurde Dein Blut in der Zeit getestet bzw. lässt Du regelmäßig Blutbilder machen?

#6


Rastaman
Ich kann leider nichts gutes zu den Psychomedikamenten sagen. Entweder sie wirken nicht richtig oder ich bekomme die volle Packung Nebenwirkungen(besonders im Bauch) ab. Geholfen hat mir eigentlich nur Lorazepam, aber das Zeugs macht leider süchtig... Rolling Eyes

#7


Schlaflose
Zitat von Chillangel:
Und wurde Dein Blut in der Zeit getestet bzw. lässt Du regelmäßig Blutbilder machen?


Mein Blut wurde zwischendurch 2-3 Mal getestet, aber in anderen Zusammenhängen, zuletzt vor 8 Jahren. Da war alles in Ordnung.

x 1 #8


C
Doxepin hatte ich meinem Arzt auch vorgeschlagen; da meinte er aber, das sei "eigentlich für den Entzug" und wollte es nicht verschreiben.

@Rastaman

Benzos gehen höchstens dann auf länger, wenn man es nicht öfter als 2-3 mal monatlich und zum Schlafen wöchentlich max. 2-3 mal in geringerer Menge einsetzt. Das nennt sich dann Intervalleinnahme. Müsstest Du mit dem Arzt mal besprechen, nur Dich dann auch eisern dran halten. Mir ist das nicht gelungen.

x 1 #9


Schlaflose
Das wir AUCH bei Entzug verschrieben, aber in erster Linie ist es ein ganz normales AD.

#10


C
Ja, werde es ihm nochmal sagen. Allerdings sieht der "Zettel" dazu auch nicht viel besser aus ...

Ich meine, es muss ja welche treffen mit den ernsthaften NW, aber sie machen schon viel angst.

#11


Rastaman
Zitat von Chillangel:
Benzos gehen höchstens dann auf länger, wenn man es nicht öfter als 2-3 mal monatlich und zum Schlafen wöchentlich max. 2-3 mal in geringerer Menge einsetzt. Das nennt sich dann Intervalleinnahme. Müsstest Du mit dem Arzt mal besprechen, nur Dich dann auch eisern dran halten. Mir ist das nicht gelungen.

Ich bräuchte es jeden Tag in hohen Dosen, min. 5mg. Damit sieht die Welt schon ganz anders aus...

#12


C
Ja, aber das bedeutet Vollabhängigkeit. Keine Lösung, oder siehst Du es als solche?

x 1 #13


kopfloseshuhn
Bei den mengen, die du benötigst um eine Wirkung zu erzielen, könntest du ein ultra rapid metabolizer sein. Lass beim Arzt, wenn er es denn macht den cyp 2d6 testen. Ist ein gentest.
Dann wäre es so, dass du g asr keine höheren wirkpegel im Körper aufbaust und entsprechend läge dein abhängigkeitsrisiko auch nicht höher als bei einer kleinen Dosis bei normalen metabolizer.

x 3 #14


Rastaman
Zitat von Chillangel:
Ja, aber das bedeutet Vollabhängigkeit. Keine Lösung, oder siehst Du es als solche?

Das ist sicherlich keine Lösung. Leider wirken andere Medikamente nicht, nicht richtig oder ich vertrage sie nicht.




Zitat von kopfloseshuhn:
Bei den mengen, die du benötigst um eine Wirkung zu erzielen, könntest du ein ultra rapid metabolizer sein. Lass beim Arzt, wenn er es denn macht den cyp 2d6 testen. Ist ein gentest.
Dann wäre es so, dass du g asr keine höheren wirkpegel im Körper aufbaust und entsprechend läge dein abhängigkeitsrisiko auch nicht höher als bei einer kleinen Dosis bei normalen metabolizer.


Ich spreche meinen Psychiater darauf an. Leider ist der auch schon total genervt von der Medikamentenausprobiererei.
Die Unverträglichkeit von Medikamenten muss in meinen Genen liegen, da meine Mutter das selbe hat, teilweise sogar noch schlimmer(Allergien).

x 1 #15


kopfloseshuhn
Das darf auch dein Hausarzt machen Wink

x 1 #16


K
Wenn bei dir benzos anschlagen und du was für die Langzeitbehandlung brauchst sprich mit deinem arzt mal über das Medikament Baclofen.

x 2 #17

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C
Baclofen hat aber lt. Wikipedia ein völlig anderes Wirkungsspektrum als Benzos. habe eine Idee

Wie erlebt Ihr eigentlich das Abetzen von Psychomedis? Es gibt ja wahre Horrorgeschichten darum. Ich selbst hatte bisher noch keine größeren Schwierigkeiten (bei einem Schlafmittel und einem Benzo), hätte aber jetzt aufgrund der Berichte schon Angst vor einem "schrittweisen" Absetzen des AD. Und wie geht das, falls nötig, bei einem Wechsel von einem Medikament auf ein gleichartiges anderes?

#18


petrus57
Zitat von Chillangel:
Und wie geht das, falls nötig, bei einem Wechsel von einem Medikament auf ein gleichartiges anderes?


Von einem SSRI auf ein anderes bin ich ohne Auszuschleichen gewechselt.

#19


C
Oh, ein neues Avatar? (Sehr niedlich!) Very Happy

Und wie sähe es aus von einem TZA auf ein SSRI oder umgekehrt?

#20


A


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Dr. Matthias Nagel
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