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201803.02




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Hallo
Ich bin neu hier und freue mich diese Seite gefunden zu haben. Vielleicht ist hier jemand dem es genauso geht und seine Erfahrungen weitergeben kann. Seit ein bis 2 Monaten habe ich ein Problem. Jeden Tag nehme ich mit meinem Auto eine Kollegin mit zur Arbeit. Mit Ihr verstehe ich mich sehr gut und ich muss vor Ihr keine Angst haben. Auf meinem Arbeitsweg sind es ca. 10-15 Minuten. Dabei muss ich 6 Ampeln überfahren. Nun kommt mein Problem. Wenn wir an die Ampel kommen habe ich Angst die Kontrolle über meine Blase zu verlieren. Ich habe Herzrasen usw. Einfach riesengroße Panik das es passiert. Zwischen den Ampeln muss ich mich auch zusammenreißen. Es ist zum verrückt werden. Und wenn wir Abends nach Hause fahren merke ich nichts. Nun habe ich mir Hilfe geholt. Das dauert aber noch 1 Monat. Viel wichtiger war für mich jetzt ein Buch . Es heißt "Ängste verstehen und überwinden". Das buch habe ich verschlungen und mir vieles angenommen. Ich hatte diese Woche einen Weinkrampf. Es kostet mich viel Zeit mich damit zu beschäftigen und mich auf die Situation einzustellen. Ich sagte zu mir. Du willst doch endlich leben und den Kopf frei haben. Was ist das .Ich habe sehr geweint. Passiert ist es noch nie. Das Buch sagte mir. Mache dir die Situation klar. Besteht Lebensgefahr. Nein. Was würde passieren wenn. Dann habe ich mir etwas zurecht gelegt. Aber ich will rein in die Angst. Immer wieder. Ich mache meinem Kopf klar , dass er mir etwas falsches gesagt hat. Ich habe alles überprüft und zu mir gesagt .Es stimmt nicht .Du bist sicher .Dann konzentriere ich mich auf die Umgebung und die Atmung. Und trotzdem gleicht es einem Kraftakt. Im Betrieb geht es dann weiter. Aber mit der richtigen Atmung fahre ich mich runter. Nun hatte ich immer Tabletten genommen mich zu beruhigen. Die nehme ich auch nicht mehr. Es muss so gehen. Ich vermeide zu viel Kaffee, Alk. und schlafe viel. Mein Leben wirkt nicht sehr entspannt. Man benötigt viel Kraft was einen aussaugt .Wer hat so etwas auch erlebt. Ich will endlich wieder leben. Danke :D

Auf das Thema antworten


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BaWü
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Status: Online online
  03.02.2018 14:18  
Du hast dich schon zur Therapie angemeldet, das ist gut. Was du erlebst, kennt hier beinahe jeder. Du hast es mit der Blase, ich hatte es mit dem Umfallen, beides hat weder mit Ampeln noch mit sonstigen Äusserlichkeiten zu tun. Das Problem steckt in dir drin.

Oder anders gesagt, man spürt körperliche Veränderungen , weil das eben das Wesen der Angst ist. Angstsymtome sind immer gleich. Dein Adrenalin geht hoch und verändert die Empfindungen. Bei mir konzentrierte es sich zuallererst auf die Nase. Die Luft wurde kalt, und leichte Taubheitsgefühle stellten sich ein. Dann ging's los.

Wenn du noch in der Lage bist, (manchmal ist man so durch den Wind, dass Denken nicht mehr geht), versuche mal, hinter die Symtome deiner Angst zu blicken. Rein aus deinem Geschriebenen tippe ich, dass du Angst vor Blamage hast und Angst, die Kontrolle über dich zu verlieren.

Diese Hintergründe sind wahrscheinlich schon lange schlummern in dir drin, und irgendwann brechen sie in Form von Panik und Ängsten eben aus. Man hatte aber bisher keinen Zugang zu sich. Nun, jetzt bekommst du die Chance schlechthin, in Form einer Therapie daran zu arbeiten.

Und zur Beruhigung, ich bin 17 Jahre ohne Behandlung gewesen, und meine grössten Ängste sind nie eingetreten. NIE.

Danke2xDanke




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  03.02.2018 15:39  
Hallo
Ich finde es so schön, dass es hier Mensch gibt die einen verstehen und denen man sich mitteilen kann. Danke für deine Antwort. Ich habe in den letzten Jahren echt viel durch. Mehr als man ertragen kann. In meiner damaligen Firma wurde ich gemobbt und war 10 Jahre krank. In der Zeit habe ich mich von allem frei gemacht und wollte es immer alleine schaffen. Es ging nicht. Bis ich meine Freundin kennen lernte .Sie hat mir beigestanden und sehr geholfen. Nach 10 Jahren holte ich mir das erste Mal Hilfe. Ich hatte es geschafft wieder normal zu denken und fühlen. So wie es mir möglich war. Und auch Vertrauen zu fassen .Ich arbeite jetzt in einem völlig anderen Beruf .Ihn mache ich nur um zu überleben .Der Tag nimmt kein Ende und ich habe Depressionen. Wo anders anfangen ist nicht so leicht. Dazu kommt das mit dem Harndrang. Ich bin so erschöpft und kann manchmal keinen klaren Gedanken mehr fassen. Habe extreme Konzentrationsschwäche. Nun hat mich meine Freundin nach Jahren verlassen. Das gab mir den Rest und ich war völlig am Boden. Meine Schwester wollte sich das Leben nehmen und dazu kommen noch kranke Eltern. Ich kann einfach nicht mehr. Das kämpfen macht müde. Nun möchte ich mich gerne wieder verlieben und einen anderen Job. Ich bin wie in mir gefangen und an Ketten gelegt. Du kannst gut beobachten. Ich bin geschätzt und geachtet auf Arbeit. Aber viel zu ruhig. Ich kann und will nicht so sein wie andere. Ich bin Ich. Ja ich habe Angst mich zu blamieren oder Fehler zu machen .Ich gebe immer mehr als 100 Prozent. Wenn ich mich wo anders bewerbe mache ich mich ganz klein und denke immer , dass schaffst du sowieso nicht. Bei mir ist das mit dem Harndrang auch noch nie vorgekommen. Ich möchte manchmal meinen Kopf austauschen.



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Wien
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  03.02.2018 16:01  
vjakob68 hat geschrieben:
Ich bin geschätzt und geachtet auf Arbeit. Aber viel zu ruhig. Ich kann und will nicht so sein wie andere. Ich bin Ich. Ja ich habe Angst mich zu blamieren oder Fehler zu machen .Ich gebe immer mehr als 100 Prozent. Wenn ich mich wo anders bewerbe mache ich mich ganz klein und denke immer , dass schaffst du sowieso nicht.


Da hast schon gute Ansatzpunkte für die Therapie!
Viele von uns hier müssen lernen uns selber wichtiger zu nehmen und sich weniger um das Gegenüber zu kümmern. Das Gute daran: das kann man lernen.





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  03.02.2018 16:12  
Ich sehe das genau so. Was uns manchmal fehlt ist Selbstbewusstsein. Das legt sich auf den Körper. Wenn wir uns selber stärken dann fühlen wir uns besser. Und wir haben die Kraft dazu. Wir sind viel stärker als wir denken. Wenn wir traurig sind und unzufrieden dann müssen wir es ändern. Ich habe schon sehr viel gelesen. Doris Wolf kann ich nur jedem empfehlen. Ich kenne Leon Levey. Er hat super Videos auf YouTube .Er sagte Mal. Ängste überwinden Partner finden. Allein ist es sehr schwer. Doch hat man einen Menschen der einen liebt kann man alles schaffen. Ich hatte diese Hand .Nun kämpfe ich wieder alleine. Das zieht einen runter.



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7
BaWü
7447

Status: Online online
  03.02.2018 16:38  
Also bist du doch schon sehr weit. Dann schreibe ich mal weiter. Um voranzukommen sollte man sich seine eigenen , ich sag's mal einfach, Fehler bewusst werden. Also, tief in uns drin sind da echte Verwirrungen. Man tut so, als ob. Oder macht sich kleiner, weil.... ?

Hier liegt meiner Meinung nach das ganze Problem. Man möchte und tut und hängt immer wieder im falschen Muster oder in Bewertungen drin, die man meint, sein, oder tun zu müssen. Wichtig wäre es, sich diese Problematiken mal ganz ehrlich anzuschauen. Kriegt ja keiner mit, wenn man sich mal gedanklich damit befasst.

Ich hab mich irgendwann diese Frage gestellt, wer bin ich denn wirklich und warum bin ich so? Als ich mich selbst erkannt habe, war der Schritt dann die Akzeptanz meiner Persönlichkeit. Und gleichzeitig aber auch, dass ich mich nicht wundern brauche, wenn ich so tu als ob und immer wieder auf die Schnauze falle.

Bedeutete für mich, mich zu verändern, bzw. Endlich ICH sein zu dürfen. Dazu musste ich aber auch lernen, dass manche Menschen oder Situationen mich überfordern und ich mir viele Gedanken machen muss, um damit umzugehen. Dazu gibt es dann verschiedene Möglichkeiten.

1. Ich artikulieren mich sachlich, sag die Wahrheit und schaue, wohin mich das führt. Gleichzeitig höre ich dem Gegenüber auch zu.

2. Ich trage die Konsequenzen meiner Handlungen und Wahrnehmungen. Ich ganz allein..

3. Ich erhalte mir meine innere Freiheit, und mache das, was ich für mich als positiv empfinde. Gleichzeitig bin ich mir bewusst, dass meine Wahrheit nicht die der andern ist. Das akzeptiere ich.

4. Geht es mir schlecht, analysiere ich meine Situation und handel dann angemessen.

5. Ich darf Ängste bzw. ANGST empfinden, denn sie hilft mir, meine eigenen Schräglagen zu erkennen. Und alles was ich erkenne, reduziert die Angst.

Danke3xDanke


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Wien
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  03.02.2018 20:11  
Icefalki hat geschrieben:
1. Ich artikulieren mich sachlich, sag die Wahrheit und schaue, wohin mich das führt. Gleichzeitig höre ich dem Gegenüber auch zu. 2. Ich trage die Konsequenzen meiner Handlungen und Wahrnehmungen. Ich ganz allein.. 3. Ich erhalte mir meine innere Freiheit, und mache das, was ich für mich als positiv empfinde. Gleichzeitig bin ich mir bewusst, dass meine Wahrheit nicht die der andern ist. Das akzeptiere ich. 4. Geht es mir schlecht, analysiere ich meine Situation und handel dann angemessen. 5. Ich darf Ängste bzw. ANGST empfinden, denn sie hilft mir, meine eigenen Schräglagen zu erkennen. Und alles was ich erkenne, reduziert die Angst.


Das klingt nach einem super Programm!

Danke1xDanke




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  11.02.2018 11:16  
Hallo
Ich war diese Woche völlig entspannt. Das lag daran , dass ich meine Mitfahrerin krank geworden ist. Das war so schön und ich hatte seit langem den Kopf frei. Ich frage mich immer und immer wieder warum ist das so. Stresst mich die Anwesenheit von Leuten. Irgendwie sauge ich dann alles auf und jede Kleinigkeit nervt mich. Ich versuche entspannt zu sein aber irgendwas drückt mich in die Angst zurück. Mein Termin für die Therapie ist noch so lange hin. Wenn man erkältet ist kann man gleich zum Arzt gehen .Wenn der Kopf krank ist das kann dauern. Ich habe diese Woche bewiesen das ich es schaffe. Dazu musste ich auf Arbeit 6h die Blase anhalten, weil ich von dem Platz wo ich arbeite nicht weg kam. Ich hätte mich melden können aber ich wollte es trainieren. Warum mach ich mir dann solche Gedanken im Auto für diese 10 Minuten. Ich könne jederzeit da raus und anhalten. Ich fühle mich wie eingesperrt. Dazu versuche ich meine Gewohnheit zu überdenken. Es ist zum verrückt werden. Manchmal möchte ich nicht mehr leben. Es strengt mich jeden Tag unglaublich an. Das ist kein Leben.

Danke1xDanke


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BaWü
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Status: Online online
  11.02.2018 12:09  
Wie du nun siehst, liegt es daran, was andere von dir denken könnten. Denn, ohne Kollegin ist ja alles gut. Das Dumme ist, du kannst ihr nicht sagen, dass du sie nicht mehr mitnehmen kannst, denn diesen Hau in der Birne kann man nicht zugeben, und sie kann ja nix dafür.

Typisches Problem bei einer Angsterkrankung. Die Angst ist so dämlich, da rollen sich einem zu Fussnägel hoch, und man ist am verzweifeln.

Also, bevor du alles verstehst, bis zur Therapie, bis die Zeit dafür reif ist, Kämpf dich weiter durch. Egal, wie. Ich hatte auch meine schlimmsten Panikattacken beim Autofahren. Und genau wie du, solange ich alleine auf weiter Flur war, war alles paletti. Da hätte ich 1000 km fahren können, ohne Probleme. Wehe, es kam ein Auto. Schrecklich.

Ich sag das mit dem durchkämpfen nur, weil es beim Autofahren beginnen kann und am Schluss geht gar nix mehr. Also, mach alles unter Einsatz deines Lebens. Und bleib dran.

Weiss jetzt nicht, ob die Kollegin dein Vertrauen verdient. Evtl. Könntest du sie einweihen. Im Sinne von morgendlicher gesteigerter Adrenalinausschüttung, die u.U. einen Halt nötig macht, weil dein Kaffee den Weg nach draussen sucht. Das nimmt dir diesen Druck, durchhalten zu müssen. Kannst ja sagen, dass dir das peinlich ist, aber gerade ein echtes Problem für dich ist.





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  11.02.2018 12:31  
Es ist so schön, dass es Dich gibt. Deine Zeilen bedeuten mir so viel. Ja morgen geht alles wieder los. Noch bin ich gelöst. Aber morgen kommt wieder alles mit geballter Wucht. Ich habe schon echt viel durch und kann bald nicht mehr. Manchmal möchte ich nicht mehr das der Tag beginnt. Das ist doch kein Leben. Vor kurzem hatte ich einen starken Weinkrampf. Meine Kollegin würde das zwar verstehen aber mir wäre das Mega peinlich. Und sie kann nichts für sich behalten. Dann macht es die Runde und das belastet mich noch mehr. Ich hoffe immer das nichts passiert. Das ist es auch noch nie. Die Panik in den Griff zu bekommen raubt mir Lebensfreude und Zeit. Manchmal möchte ich den Kopf austauschen. Es gäbe noch eine Möglichkeit. Ich könnte einen Weg über die Dörfer nehmen ohne Ampeln. Aber es muss doch auch so gehen. Bei dir war es auch im Auto. Das ist doch echt Gaga. Wie soll man das einem erklären. Wie bist du damit umgegangen und wie hat es sich bei dir bemerkbar gemacht. Ich habe gemerkt , wenn ich auf meine Mitfahrerin einrede , dann lenkt es mich ab. Es ist ein Kraftakt ohne Ende. Was ist wenn es doch einmal passiert. Dann ist es wohl für mich zu spät. Strick oder erschießen. Es bedeutet keine Lebensgefahr. Aber wenn man seinen Körper nicht mehr steuern kann. Wer bin ich dann?Ich getraue mir schon nichts mehr zu trinken bevor ich auf Arbeit fahre. Das verrückte ist auch .Ich führte eine Fernbeziehung und bin über 100x mit dem Bus gefahren .Ohne Probleme. Mir dreht sich schon wieder der Kopf.Und schon wieder muss ich weinen...


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