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Hallo Zusammen,

vielleicht kennen einige von Euch die Situation, eine Untersuchung vor sich zu haben, vor deren Ergebnis man sich fürchtet. Das kann bei entsprechender Phantasie leider schon vorher dazu führen, dass gedanklich regelrechte Horrorfilme ablaufen z.B. dass man sich vorstellt, der Arzt würde einem eine todbringende Diagnose mitteilen (müssen).
Ich stelle mir dann auch vor, wie ich selbst reagieren würde, dabei kommt die Angst hoch, in einem solchen Fall in einen Schock zu verfallen oder gar durchzudrehen etc.
Ich versuche schon vorzusorgen, in dem ich die Überbringung (Ergebnisbesprechung) in die Hände eines kompetenten und vertrauensvollen Facharztes lege, aber es ist nicht leicht.
Wer hat Ideen,wie man mit der Angst vor der eigene Reaktion in eine solche Situation gehen kann (dabei ist im Prinzip die Frage wie wahrscheinlich es ist, dass man wirklich eine solche Diagnose erhält unbeachtlich, weil die Befürchtung alleine reicht ja schon aus, um sich in Schrecken zu versetzen vor der eigenen Reaktion).
Wie gesagt ich versuche das Ganze im Vorfeld bestmöglichst zu planen, aber Puh! Wer kann was dazu sagen? Wer hat Ideen, wie man sich die Ergebnisbesprechung ggf. leichter machen könnte?

06.01.2022 17:11 • 13.01.2022 #1


4 Antworten ↓


Wofo
Hallo ich stelle mir das nicht einfach vor
Ich kenne das aufgrund meiner Angstörung
Ich bin damals immer zum Arzt gegangen
Weil ich immer angst hatte was körperliches
Zufinden weil man ja angst hat immer ohne
Befund ich habe aber auch gelernt das man
Leben sollte und ja man kann auch erkranken
Man sollte sein leben genießen und das
Machen was einen gefällt man kann es nicht
Ändern aber sich damit immer zu befassen
Ist nicht gut es gibt nunmal leider keine
Sicherheit im leben das habe ich gelernt


LG

06.01.2022 17:22 • #2



Angst vor eigener Reaktion auf mögliche Schockdiagnose

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GoodFriend
Du sagst, die Wahrscheinlichkeit, dass Ereignis eintritt, sei egal. Das ist ein entscheidender Fehler und somit planst du in einem Maße mit einer Angst, wie es den Umständen entsprechend, absolut unangemessen ist und terrorisierst dich damit selbst. Wenn du in ein Flugzeug steigst, planst du dann auch was du tust, sollte das Flugzeug abstürzen?

08.01.2022 07:51 • x 1 #3


@Y100 Ich kann diese Angst nachvollziehen. Mir geht es da sehr ähnlich.

Ich hatte kürzlich große Angst vor Brustkrebs, weil ich tatsächlich ein Symptom vermutete. Aufgrund von Corona und den Feiertagen hatte ich ausreichende 4 Wochen mich damit auseinander zu setzen. Ich habe ganz oft darüber nachgedacht, was wäre wenn der Arzt Besuch nicht das erlösende Ergebnis bringt. Schlussendlich habe ich dir 4 Wochen in weiten Teilen mit einer Depression verbracht.

Ich habe die ganze Zeit versucht mich auf das schlimmste einzustellen. Nur die Frage ist immer, was ist das schlimmste? Krebserkrankung überhaupt? Endstadium? Ich habe es für eine Form der Konfrontationstherapie für meine Ängste gehalten. Nur bei Krankheitsängsten finde ich es schwer sich worst case Szenarios auszumalen, die einen nicht automatisch in eine Depression stürzen.

Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber wenn ich an meine Angstkrankheit Krebs denke, geht dieser Gedanke mit einem Gefühl des Verlustes, so als wäre dann alles verloren, einher. Ich muss immer unweigerlich daran denken, wie ich es meinen Eltern sage und wie sie reagieren. Meine Mama hat ja selbst einen schwierigen Umgang mit Krankheiten, sowohl bei sich selbst als auch bei mir früher. Sie war nie der verlässliche Fels in der Brandung, den ich gebraucht hätte oder an dem ich mich jetzt gern mit meinen Ängsten wenden würde. Manchmal frage ich mich, ob das nicht der Kern meiner Ängste ist.

Generell glaube ich, dass man sich auf den Moment einer solchen Diagnose nicht vorbereiten kann und auch die individuelle Reaktion nicht abschätzen kann. Für diese Fälle gibt es Psychoonkologen und Psychologen im Allgemeinen. Ich fand dafür den Vergleich mit dem Flugzeugabsturz sehr passend, Aber ich kenne auch die Hoffnung durch ausreichendes Grübeln irgendeine Vorbereitung getroffen zu haben. Ich glaube aber, dass das nicht möglich ist.

Ich glaube, es ist wichtiger dem Grund für deine Angst auf den Grund zu gehen. Deinen Posts nach hast du starke gesundheitliche Einschränkungen, die sicher auch deinen Alltag belasten. Stell dir mal vor, der Arzt teilt dir keine niederschmetternde Diagnose mit, sondern hilft dir tatsächlich bei deinen Sorgen, so dass du letztlich viele Jahre ohne oder mit weniger Symptomen weiterleben kannst? Ärzte sind doch in den wenigsten Fällen Todesengel, sondern dazu da unser Leben auch mit Krankheiten so angenehm wie möglich zu machen.

Gestern 10:28 • x 1 #4


Liebe Zyllie,

danke für deine hilfreiche Antwort. Dabei sind mir zwei Punkte besonders aufgefallen:
1. Auch meine Mama hat ein schwieriges Verhältnis zu Krankheiten und war nie so der Fels in der Brandung aufgrund ihrer eigenen Ängste. Vielleicht fehlt uns in der Tat diese Ur-Sicherheit, die manche Menschen von Eltern, die im Hinblick auf Krankheiten stabil sind, mitbekommen haben. Möglicherweise fällt es uns deshalb manchmal so schwer, uns selbst zu beruhigen, v.a. die Beruhigung dann auch glauben zu können.
2. Ja, bei Krankheiten ist die Strategie den Worst Case zu Ende zu denken wirklich schwierig, weil man sich ja meistens vor lebensgefährlichen Krankheiten fürchtet und der zuende gedachte Worst Case wäre dann der Tod bzw. andere qualvolle Vorstellungen von operativen Eingriffen, Folgeschäden etc. also genau das, was Gegenstand der Panik ist. Natürlich wäre es vielleicht mal sinnvoll, sich mit dem Tod auseinanderzusetzen, sich zu fragen was einem daran Angst macht, bei mir ist das z.B. die Vorstellung der Nichtexistenz, also einfach nie mehr wieder wach zu sein,aber das hilft nicht gegen die akute Angst, zumindest nicht, wenn man nicht von irgend etwas anderem aufgefangen wird z.B. einem starken Glauben o.ä. Man kann höchstens versuchen, aus dem eigenen Leben so viel wie möglich zu machen.

...und du hast recht, wenn man länger Zeit hat, nachzudenken, was wäre, wenn der Arztbesuch kein erlösendes Ergebnis ergibt, verbringt man wirklich viel Zeit in schlechter Verfassung (mit Panik und gedanklichen Horrorszenen), man versucht, sich auf das schlimmste vorzubereiten, aber diese Rechnung geht nicht auf., auch wenn ich mich manchmal dabei ertappe, zu glauben, man könnte mit ausreichendem Grübeln sozusagen auf den letzten Metern vor dem Untersuchungsergebnis noch was machen, aber es ist eine Illusion.
Vielleicht wäre es wirklich wirkungsvoller, auf Ablenkung zu setzen oder die Lebenszeit zu genießen, wie es mir auch manche aus meinem Freundeskreis geraten haben., aber gerade die Vorstellung, unter dieser Ungewissheit die Zeit bis zum Arzttermin zu genießen... also ich frag mich bis heute wie die Leute das schaffen..

Vor 5 Minuten • #5





Dr. Matthias Nagel