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Zyrean
Hallo ihr Lieben,

Ich habe schonmal einen Post bezüglich meiner Angst/Panik geschrieben, das ist jedoch ca 2 Jahre her.
Kurz zu mir: 26 Jahre, "selbstständig", wohne wieder bei meinen Eltern (ca noch bis ende 2018), Angststörung seit ca 6 Jahren.

Und zwar habe ich immer dann Probleme wenn ich meinen Körper "auf schlechte Art" spüre, also z.B. wenn ich Rückenschmerzen habe oder IRGENDWAS, was sich nicht gut anfühlt oder schmerzen verursacht. Wenn dies der Fall ist bekomm ich Panik und "male" mir quasi das schlimmste aus - und zwar das ich daran sterbe. Es ist eigentlich egal ob es der Rücken, die Augen, mein Hals, oder der Mage/Darm ist. Bei allem bekomme ich Todesangst. Ich lebe Sozial relativ zurückgezogen, auch hier habe ich Angst wenn ich z.B. in die Stadt gehe das mir etwas KÖRPERLICH schlimmes passiert, etwas wo ich die Kontrolle verliere wie z.B. Ohnmacht, Durchfall, usw. Ich kann wenige Sachen genießen, weil ich bei den meisten Sachen bedenke habe. Ich bin mit meinem Charakter und meine Körper zufrieden, deshalb verstehe ich nicht genau wieso ich mich so zurück ziehe.

Mein Ziel ist es "Angst und Beschwerde" frei zu leben. Ich denke das wünscht sich jeder.

Ich wollte diesen Post schrieben in der Hoffnung das der ein oder andere ähnliches fühlt - kennt und man sich gegenseitig austauschen kann bzw. helfen kann.

Liebe Grüße und danke fürs lesen und vielleicht antworte

Stephan

02.08.2017 01:35 • 24.03.2021 #1


6 Antworten ↓


Dragonlady_s
Hallo,

Hier sind einige die ähnlich fühlen und vor allem angst und beschwerden frei leben wollen.

Dein körper und charakter haben gar nichts damit zu tun, dass du dich zurückziehst

02.08.2017 02:02 • x 1 #2



Angst / Panik bei Körperlichen Reaktionen

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Hallo Stephan,

ich habe den Eindruck, dass du jemand bist, der gerne die Kontrolle über die Dinge hat.

Es scheint mir, als ob du alles immer im Griff haben willst und nur dann halbwegs beruhigt
bist, wenn alles seinen ganz normalen Gang geht - so wie du denkst, dass die Dinge eben
laufen sollen.

Das Problem dabei ist, dass wenn du z. B. einen Beruf ausübst, den du nicht wirklich magst
(aber weil er gut Geld abwirft dabei bleibst), dass du dann unterschwellig immer die Angst
hast, dass du den Beruf (und damit deinen Lebensstandard) vielleicht verlieren könntest.

Diese von mir angedeutete Verlustangst kann auch in anderen Bereichen vorhanden sein,
wie z. B. elterliche Zuneigung, Freunde, Haustiere, Geld usw.

Die Frage ist also: Woran klammerst du dich mit dem unterschwelligen Gefühl, dass du es
vielleicht verlieren könntest (weil es vielleicht nicht zu dir passt oder einfach nicht deiner
jetzigen Lebenssituation entspricht)?

Und wenn du dich an etwas klammerst, was du aber auf keinen Fall verlieren willst, weil
dann dein ganzes Sicherheitsgefühl evtl. den Bach runtergeht, dann kann es sehr leicht
zu einer Verschiebung bzw. Projetion kommen und es entstehen Ängste, wie du sie oben
beschrieben hast.

Wie siehst du das? In welchem Bereich könntest du Angst haben die Dinge nicht unter
Kontrolle zu haben und evtl. zu verlieren, dass du diese Angst auf sehr theoretische
körperliche Krankheiten oder Probleme projizierst?

Ich hoffe dir mit diesem ersten Gedankenanstoss weitergeholfen zu haben.

Viele Grüße
M.E.

02.08.2017 05:51 • x 5 #3


Tjalda
Hallo Stephan,

mir geht es ähnlich wie dir - und es ist ein wichtiger Schritt, die Angst erstmal so an zu nehmen, finde ich. Sie zu betrachten, so objektiv wie möglich. Ich bin seit 4 Monaten in tiefenpsychologischer Behandlung und das tut mir sehr gut - wir beginnen jetzt erst so richtig, den Kern des Problems überhaupt zu erahnen. Komplett "geschnackelt" hat es demnach noch nicht bei mir, aber es dauert eben seine Zeit, bis so eine Therapie richtig Wirkung zeigt. Ich nähere mich erst langsam dem Bewusstsein an, dass es irgendwo in mir eben etwas gibt, das wahnsinnige Angst vor diesem Kontrollverlust hat. Wir schälen also quasi Schicht für Schicht herunter, bis wir hoffentlich irgendwann den Kern finden, der so viele seltsame Blüten treibt.

Ich versuche mich da geduldig zu zeigen und erstmal das "Drumherum" so gut wie möglich in den Griff zu bekommen. Ich mache täglich Sport, der mir gut tut (allein heraus zu finden, was mir wirklich gut tut, hat seine Zeit gedauert) und nach Möglichkeit jeden Morgen Qigong, schaue, was meine permanente Anspannung etwas unter Kontrolle hält, nehme pflanzliche Beruhigungsmittel, versuche mich von Stress so gut wie möglich abzugrenzen (ihn nicht zu umgehen, sondern mein Mindset quasi um zu stellen, um ihm anders zu begegnen) und ein bisschen Abstand zwischen meinen Körper und meine Gefühle zu bringen. Meine Psychologin nennt das "Realitätscheck" bzw. "Puffer für die Emotionen". Eine Art Knautschzone, damit Gefühle bzw. Gedanken erstmal nur da sind und möglichst verarbeitet werden, ohne direkt eine (negative) körperliche Reaktion zu erzeugen. Ich suche mir Dinge, die mich ablenken, und zwar so, dass ich wirklich nicht mehr im Hintergrund meinen permanenten body scan samt Bewertung ablaufen habe. Gibt es da Dinge für dich, die dich völlig vereinnahmen? Kreative Dinge sind eigentlich immer gut geeignet. Meine Therapeutin sagt, so ein Ventil ist unheimlich wichtig.

Ich beginne mit dieser Art Psychopflege aber auch gerade erst, darum zeigt sie noch keine umfangreichen Wirkungen. Habe Monate damit zugebracht, darüber zu grübeln, was genau mit mir nicht stimmt und wie viel davon körperlicher Natur ist... jeder muss halt seinen Weg finden. Hauptsache, man sucht!

Alles Gute für dich!

06.08.2017 10:56 • x 1 #4


Zyrean
Hallo und danke für eine Beiträge . Was ich nicht verstehe, ist wieso ich bei jeder Kleinigkeit denke ich habe etwas schlimmes und Sterbe im Endeffekt. Dabei habe ich vieles Negatives in meinem Leben geändert (aufgehört mit Rauchen/Alk., Ernährung umgestellt, angefangen zu Joggen/Fitness) aber ich habe das Gefühl ich bekomme es trotzdem nicht in den Griff. Ich weiss nicht wo ich ansetzen muss/soll. Dazu kommt das mein Allgemeiner Angst/Panik Pegel sofort hoch geht wenn mir irgendwas komisch vorkommt oder schlecht. Ich fühle mich dann wie Benommen/Besessen.

Ich kenne dieses Qigong nicht ich werde mich mal erkundigen und es ausprobieren.

danke nochmal

Liebe Grüße

11.08.2017 20:37 • #5


Tjalda
Wenn sich Ängste einmal richtig festgesetzt haben, reicht es leider meist nicht aus, seinen Lebenswandel um zu stellen. Das geht mir nicht anders als dir. Aus irgendwelchen Gründen fehlt da irgendwo das Vertrauen auf den eigenen Körper und auf die Fähigkeit, psychosomatische Beschwerden von ernsthaften Erkrankungen zu differenzieren - das ist ja auch oft nicht einfach. Ich kriege das auch nicht hin bei vielen Symptomen, sonst wäre ich nicht in Therapie... Es ist mühsame Arbeit, diese Ängste wieder los zu werden. Anfangs dachte ich noch, dass da irgendwas "fehlgeleitet" ist und ich bestimmt irgendwo einen Knopf habe, um das wieder ab zu stellen. Mittlerweile habe ich mich damit abgefunden, dass dieser Knopf nicht existiert und der Weg zurück in ein "normales" Leben einfach so verflucht hart ist und man ständig mit Gegenwind, Schlaglöchern oder sonstigen Störfaktoren rechnen muss, die einen nach zwei mühsam erkämpften Schritten wieder einen (oder manchmal mehr) zurück werfen.

Oft kann ich mich tagelang einigermaßen entspannt halten, wenn mal wieder starkes Herzklopfen auftritt oder ich im Liegen die merkwürdigsten Gefühle beim Einschlafen habe, manchmal sind die Symptome heftiger oder meine grundspannung so hoch, dass ich wie du direkt auf 200% springe, aufrecht im Bett sitze und mein ganzer Körper vibriert. Ich kann es kaum erwarten, wenn dieser permanente Erregungszustand mal dauerhaft weniger wird. Aber ich glaube, man muss einfach ein Ziel definieren, daran glauben, dass man es mit Hilfe, aber aus eigener Kraft schaffen kann, und das Ziel im Auge behalten.

Ich kenne das Gefühl auch zu gut, nicht zu wissen, wo man ansetzen soll... das geht mir immer noch oft so. Ich versuche aber einfach zu denken, dass ich erstmal einfach MACHE und vor allem annehme, dass ich eine ziemlich ausgeprägte Somatisierungsstörung habe. Das ist schei., aber ich muss erstmal damit leben, bis es irgendwann besser wird. Hast du einen Therapeuten? Ich bin ja wie erwähnt in tiefenpsychologischer Behandlung und finde das super, auch wenn es nicht so alltagsnah ist wie eine Verhaltenstherapie. Zudem erwäge ich, tatsächlich ein Antidepressivum zu nehmen, um meine Dauernervosität erstmal runter fahren zu können. Wenn es so weit gekommen ist, dass die Angst automatisch übernimmt, wenn man Symptom X verspürt, braucht man eigentlich professionelle Hilfe.

16.08.2017 22:17 • #6


Hallo,
mir gehts leider genau so wie dir Zyrean... dieses Gedankenmuster hat sich bei mir schon so verfestigt das ich auch jedes mal davon überzeugt bin etwas ganz schlimmes zu haben und direkt sterben zu müssen.
Es ist echt furchtbar.
Ich nehme auch jede kleinste körperliche Veränderung wahr und deute vieles auch als gefährlich was anderen Menschen nicht mal auffallen würde.

Ich bin in tiefenpsychologischer Behandlung. Ich weiß den Kern auch noch nicht so recht, was hinter all dem steckt. Wieso es mir so schlecht geht und ich so tief in der Angst und Panikstörung stecke.

Tjalda deine Beiträge sind super! Besonders interessant was du beschreibst mit dieser Pufferzone.
Ich hoffe so sehr das es bei mir auch bald klappt und ich mehr Abstand zwischen meinen Körper und meine Gefühle bekomme.

Ich hab den Zugang zu mir selbst irgendwie verloren. Mein Körper kommuniziert mit mir, dass ist alles nicht so leicht zu verstehen.
Bin oft noch überzeugt wenn es besonders schlimm ist, dass ich doch körperlich schwer krank bin.

LG

24.03.2021 18:48 • #7




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