Pfeil rechts

Hallo ihr Lieben!

Ich bin seit gerade eben ganz neu hier, da ich im Moment ziemlich verzweifelt bin.

Die Angst begleitet mich schon mein ganzes Leben (bin 20), seit Juni letzten Jahres ganz heftig. Habe seitdem 2 lange stationäre Psychiatrie Aufenthalte und 2 Monate Tagesklinik hinter mir.

Diagnosen: Depressionen, Somatoforme Störung, kombinierte Persönlichkeitsstörung.

Nun ist es heute soweit - mein Freund ist bis Donnerstag nicht daheim - 2 Stunden weg von hier auch über Nacht (war mit meiner Krankheit immer nur wenige Stunden am Stück alleine und das ging auch nie besonders gut! )

Ich habe vor ganz kurzer Zeit erst eine 2 Wochen lang dauernde Grippe gehabt das heißt ich habe sowieso schon Panik alleine daheim zu sein, schaffe es aber auch nicht irgendwo hin zu gehen oder das Freunde herkommen könnten (sind im Oktober erst hergezogen und war seitdem fast nur im Krankenhaus = keine Kontakte)

Und ich habe so extrem Angst davor, dass sich mein Körper von der Grippe nicht gut erholt hat und ich eine Herzmuskelentzündung habe und alleine hier sterben könnte!
Ich traue mich nicht putzen oder irgendwas anstrengendes zu machen, weil mir dann nur wieder schwindelig wird und ich mich noch schwächer fühle. Dann entdecke ich wieder irgendeinen Ausschlag, zittere, habe irgendwo Schmerzen, meine Zunge brennt, bekomme keine Luft (habe allergisches Asthma) etc.
Ich schaff das einfach nicht ich würde am liebsten dauernd die Rettung rufen

Mittlerweile bin ich einfach nur noch verzweifelt und kraftlos
Irgendwie kommt mir vor ich bekomme absolut nichts hin und ich finde den Weg nie mehr zurück in ein normales Leben.

Weiß gar nicht genau was ich mir nun von euch erwarte..wahrscheinlich einfach jemand mit dem ich jetzt "reden" kann, damit ich mich nicht ganz so allein gelassen fühle, jemand der mich versteht, dem es ähnlich geht oder so...

<3

11.03.2013 17:45 • 27.06.2013 #1


75 Antworten ↓


Hallöchen und erstmal willkommen hier bei uns... Ich kann dich sehr gut verstehen... Alleine sein, ist für viele von uns ein grosses problem... Und auch wenn die nächsten tage bestimmt ziemlich schwer für dich werden, versuche sie zum lernen zu nutzen. Zum lernen im umgang mit der angst. Wenn du zweimal in stationärer therapie warst, wirst du sicher bestimmte dinge gelernt haben... Versuch diese anzuwenden. Mach bitte nicht den fehler, dich zu sehr in die symptome gedanklich reinzusteigern... Vielleicht tust du dinge, die du länger nicht gemacht hast, ein schönes buch lesen zum beispiel. Du musst dir einen strikten plan machen für jeden einzelnen tag...wenn du nur auf der couch liegst, wartest du förmlich auf die angst... Versuche sie als freundin zu sehen... Sprich mit ist und frage sie, was sie dir mitteilen möchte. Beginne damit, hinter die angst zu blicken... Letztlich ist sie nur ein gefühl... Ein gefühl, hinter dem ganz viele andere gefühle stecken, welche du nicht beachtest. Finde das vertrauen in deinen körper wieder... Du musst beginnen, dich aus der abhängigkeit zu lösen, denn es werden sicher immer wieder momente kommen, wo dein freund nicht da sein wird. Die angst ist so mächtig aber auch das feigeste gefühl, weil sie sich in einer dunklen ecke unseres körpers verkriecht... Locke sie ins licht, in dem du ihr deine freundschaft anbietest... Ich wünsche dir ganz viel kraft aber ich weiß, dass du es schaffen wirst... Wie wir alle hier... An angst ist noch niemand gestorben... Alles gute für dich:-)

11.03.2013 18:00 • #2



Allein daheim mit der Angst :(

x 3


Ich kann dich auch verstehen. Wenn ich ganz alleine bin, geht´s mir auch schlechter. Aber ich bin unter der Woche jeden Tag alleine daheim. Man sollte doch annehmen, dass das ein gutes Training ist. Ich denke auch immer, ich lieg irgendwann hier.. Naja. Ist bislang nie passiert.
Eine Herzmuskelentzündung macht sich bemerkbar und da liegst du nicht von jetzt auf gleich da. Nehme an, dass du das irgendwo gelesen hast. Es ist schrecklich. Man sollte es verbieten, dass die Bevölkerung tagein tagaus mit solchen Horrormeldungen bombardiert wird! Das sind meistens Hochleistungssportler, denen sowas passiert. Also keine Panik. Ruh dich aus, mach das Nötigste. Aber lieg nicht nur rum. Das kann die Symptome auch verschlimmern.

11.03.2013 18:19 • #3


Ich bin kein ausgemachter Onkelz-Fan. Aber hör dir doch mal deren Song "Angst ist nur ein Gefühl" an. Es passt einfach.

11.03.2013 18:22 • #4


Hallo Leelamäuschen!

Ich, 25 Jahre, kann deine Situation super gut nachvollziehen. Mein Freund war auch letzte Woche 5 ganze Tage weg und ich war das erste Mal 5 tage alleine mit meiner Angst und meinen Gefühlen zuhause. es war der Horror. dennoch habe ich mir eins gesagt: und zwar dass ich diese 5 ´Tage schaffen werde, egal wie, ich werde nicht dran sterben. Und siehe da, heute ist montag, seit gestern ist mein freund wieder da und ich lebe noch! Und ich bin stolz auf mich selber. Versuch es durchzu stehen, und wenn du es geschafft hast wirst du stolz auf dich sein und hast neues Selbstbewusstsein getankt um neue Hürden zu bewältigen...Viel Glück!

11.03.2013 18:31 • #5


Hm, dass ist nicht einfach allein mit der Angst daheim.

Musikhören hilft mir und ich mache Entspannungsübungen, wie das Autogene Training (habe ich in einer stationären Therapie erlernt) und Yogaübungen, gehe raus an die frische Luft.

Alles Gute

11.03.2013 18:33 • #6


Hallo leelamäuschen,

ich find's auch in panikfreien Zeiten manchmal noch ein wenig komisch wenn mein Mann über Nacht nicht da ist. Das ist bestimmt das Angstgedächtnis. Als wir neu in der Stadt waren fand ich das richtig schlimm. Die Panikattacken kamen natürlich da ich im Vorfeld so sehr Angst vor ihnen hatte. Das Gefühl, räumlich so alleine zu sein, keinen Notfallanker zu haben...schlimm.

Trotz der Tipps und Werkzeuge aus der Therapie brauchte ich ab und an meine "Nabelschnur". Ich habe mir einen Zettel mit der Telefonnummer des Sorgentelefons deponiert, außerdem die Nummer der psychiatrischen Ambulanz der Stadt. Benutzt habe ich's nie.

Da ich auch als Erwachsene noch Kindheitsängste wie Angst vor Dunkelheit mit mir herumschleppe, habe ich manchmal mit angeschalteter Nachttischlampe geschlafen. Außerdem gab's genug Schokolade auf dem Nachttisch für schlechte Zeiten, und manchmal mein Laptop mit im Bett damit ich bei akuter Panik hier im Forum lesen konnte.

Mindestens ein mal am Tag habe ich mir vorgenommen, das Haus zu verlassen. Und wenn's nur dazu war, ein Brot zu kaufen. Das dürfte auch nach der Grippe körperlich nicht zu anstrengend sein.

Falls Dein Nickname von Futurama kommt: Schau' Dir Deine Lieblingsfolge an wenn Du Dich ablenken willst.

Ich wünsche Dir ganz viel Kraft und Selbstvertrauen!

Liebe Grüße
Ninia

11.03.2013 18:36 • #7


Vielen vielen Dank für eure superlieben Antworten!
Es tut wirklich gut zu wissen, das man nicht ganz allein mit solchen Gedanken und Ängsten ist!
Am Anfang dachte ich ja wirklich ich bin die einzige Person auf der ganzen Welt die sowas verrücktes aushalten muss, dabei sind so viele betroffen!

Ich weiß, ich muss das einfach schaffen, sonst wird meine Angst davor nie weniger und man kann einfach nicht ständig umsorgt werden vom Partner oder Krankenschwestern etc.
Hab jetzt meine Tablette, die mich etwas beruhigt und müde macht zum schlafen schon genommen und im Moment gehts so halbwegs. Mal schauen ich hoffe so sehr dass ich halbwegs ein/schlafen kann!
Ansonsten werde ich mich jetzt noch etwas ablenken und puzzlen und einen schönen Film schauen.

Die Nummer vom psychiatrischen Not- und Krisendienst hab ich sonst auch noch. Und sonst als kleine Unterstützung vielleicht Passedan Tropfen oder Bachblüten Globuli. Meine starken Beruhigungstropfen und Tabletten trau ich mich alleine nicht nehmen die knocken einen einfach komplett aus :S

11.03.2013 20:21 • #8


Zitterchen
Hallo liebe.
Dein Text könnte von mir sein .
Habe auch eine somatoforme Störung.
Die gleichen Symptome wie du . Hat selten jemand Zungenbrennen.
Vielleicht kannst du dich mit Musik oder hört sich doof am malen hilft mir ganz oft oder ne heiße Wanne mit Buch .
Ganz liebe grüße am dich.

11.03.2013 22:08 • #9


Na, wie geht's Dir heute?

12.03.2013 11:41 • #10


Nicht wirklich gut

Hab die Nacht kaum geschlafen und heute ist mir wahnsinnig schwindelig und ich bin total zittrig und tu mir total schwer mich abzulenken

12.03.2013 15:22 • #11


Och je, das tut mir leid! Ist Dir schwindelig weil der Blutdruck zu niedrig ist? Vielleicht bringt Dich eine Tasse Kaffee voran, vorausgesetzt Koffein ist bei Dir kein Panikverstärker.

Kannst Du Entspannungsübungen machen, um bewusst ruhig zu werden? Oder dann doch lieber nach einer Ablenkung suchen?

Hast Du ein Hobby? Oder hattest Du vielleicht mal eines, das Du nicht mehr so verfolgt hast? Vielleicht wäre heute ein guter Zeitpunkt, Dich wieder damit zu beschäftigen?!

12.03.2013 15:30 • #12


Ja das kann gut sein hab von Natur aus einen niedrigen Blutdruck würd ihn am liebsten messen hab aber kein Gerät daheim :/
Es kommt bei mir aber auch sehr oft von meinen extremen Verspannungen im Schulter und Nackenbereich :/

Hab etwas Schokolade gegessen und gerade noch Passedan Tropfen genommen...jetzt versuch ich mich ein bisschen am Puzzle vielleicht kann ich mich darauf konzentrieren...

ach mann ich bin es so leid ich will nicht mehr dauer ängstlich sein und es ist so schlimm, dass einfach alles "selbstverständliche" im Leben irgendwie zu einer Probe/Übung geworden ist und unendlich viel Überwindung und Kraft kostet :'(

12.03.2013 15:36 • #13


Hast du Baldrian im Haus oder einen Tee? Hopfen oder so?

12.03.2013 15:37 • #14


Stimmt ich hab noch Hova Tabletten die sind aus Baldrian und Hopfen, danke!

12.03.2013 15:39 • #15


Super, nimm' was zur Beruhigung und lenk Dich dann ein bisschen ab. Ich hoffe, Dir geht's schnell besser!

Es kommen auch wieder Zeiten, in denen Du weniger oder gar keine Angst haben wirst. Bei uns allen hier im Forum ist es ein Auf und Ab. In den miesen Zeiten denken wir alle, dass es vor den Panikattacken alles einfacher war, unbeschwerter. Aber diese Ängste wollen uns was sagen. Und wenn man es mal schafft, die Symptome als das zu sehen, was sie sind, wird's einfacher.

Ich war zwischendurch sogar mal jahrelang beschwerdefrei. Allerdings habe ich nicht gut auf mich aufgepasst, bin in alte Muster verfallen, und schwups war die Panik wieder da. Oft brauche ich sogar wieder sehr lange um zu verstehen, was jetzt an meinem Befinden Panik ist und was nicht. Ist nicht einfach, aber offenbar fordert meine Seele dann eben die Aufmerksamkeit, weil ich sie ihr sonst nicht geben würde.

Derzeit geht's mir auch echt bescheiden. Aber ich weiß, es geht auch anders. Ist halt die Frage, wie man wieder dahin kommt, dass es einem besser geht. Und das ist individuell verschieden.

Genug klug gesch...

Ich denke an Dich, und drücke Dir die Daumen, dass Du zur Ruhe kommst und den Erfolg wahrnimmst, dass Du gerade so tapfer durch die Zeit kommst!

12.03.2013 15:50 • #16


Wie habt ihr diese jahrelange Beschwerdefreiheit geschafft? Aktuell habe ich täglich Symptome. Wirklich täglich und das finde ich total ätzend. Wenn es wenigstens mal lange Phasen gäbe. Aber die hatte ich schon länger nicht. War aber auch schon sehr lange beschwerdefrei. Aber das ist lange her.
Aktuell quäle ich mich mit "komischem Sehen". Unscharf, alles zu hell, verschwommen. Kennt ihr das zufällig?

12.03.2013 17:08 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Also komisches Sehen habe ich seit vielleicht einem halben Jahr ganz selten, dann aber nur rechts. Dann habe ich das Gefühl als wäre das Auge irgendwie schlaff. Komisch, kann ich nicht so gut beschreiben. Ich denke dann auch unscharf zu sehen, aber wenn ich das linke Auge zumache merke ich, dass es eigentlich so gut oder schlecht wie imemr ist. Dachte natürlich an einen Schlaganfall, was sonst
Mein rechtes Auge hängt aber auch etwas. Also ich sehe jetzt nicht aus wie Karl Dall. Es ist lediglich ein normaler Unterschied zwischen den beiden Gesichtshälften, jedoch ist das Lid des rechten Auges etwas mehr nach unten fallend.

Und was die jahrelange Beschwerdefreiheit angeht: wenn ich das jetzt so wüsste, würde ich's rekonstruieren, da mir die aktuelle Panik wieder dermaßen auf den Nerv geht.
Was sicherlich "damals" zur Besserung beigetragen hat: Monatelang Paroxetin, dazu ein guter Psychiater, der die Dosis überwachte. Außerdem beschäftigte ich mich umfangreich mit der Krankheit, jedoch weniger mit den Wurzeln als mit den Symptomen. Ich wurde dann aber dank einer gut funktionierenden Beziehung sehr stabil. Bis zu einem gravierenden Einschnitt in meinem Leben, und seither sind die angstfreien Zeiten leider sehr viel seltener und kürzer.

12.03.2013 17:17 • #18


Medikamente habe ich nie genommen. Wusste lange Zeit nicht einmal, was ich überhaupt habe! Das Sehen macht mich total nervös.

12.03.2013 17:20 • #19


Hast Du denn mal überprüft, ob Du fokussieren kannst? Ist es anders wenn Du ein Buch liest, vor'm PC sitzt, vor'm Fernseher?
Ich fühle mich heute geblendet wenn ich raus schaue, hier liegt nämlich Schnee. Licht mag ich auch nicht immer gerne wenn ich Panik habe.

Vielleicht hast Du ja eine leichte Migräne, da gibt's doch dieses Aura-Gedöns. Wäre nervig, aber harmlos.

Seit wann weißt Du denn, dass Du an einer Angststörung leidest?

12.03.2013 17:26 • #20



x 4


Pfeil rechts



Prof. Dr. Heuser-Collier