Zitat von Flame:Hallo Knusperhase,
Grüß Dich Flame! Vielen Dank für Deine Antwort.
Zitat von Flame:hast Du einen Psychiater?
Ich war bereits zwei Mal bei Psychiatern. Danach war ich immer sehr enttäuscht von ihnen. Eventuell habe ich falsche Erwartungen an sie gehabt. So, wie ich es verstanden habe, verstehen sich Psychiater tatsächlich nur als Ärzte mit Spezialausbildung im Bereich der Psychiatrie, die Medikamente verschreiben. Es geht ihnen also -so wie ich es bisher verstanden habe- gar nicht mal so sehr um meine Lebenssituation und um meine Lebensumstände und welche Probleme damit verbunden sind und wie diese gelöst werden könnten. Die Pauschallösung eines Psychiaters (bitte korrigieren, wenn ich das nun etwas übertrieben formulieren sollte) heißt: Medikamente verschreiben. Ein anderes Leistungsspektrum bieten Psychiater anscheinend nicht. (Bitte auch hier korrigieren, sofern es unkorrekt sein sollte.)
Zitat von Flame:Wenn ja,geh hin und lass Dir ein Beruhigungsmittel verschreiben.
Z.B. Perazin,das macht nicht abhängig oder Promethazin.
Vielen Dank für den Tipp. Von meinem Hausarzt habe ich bisher immer Tavor verschrieben bekommen. Er ist schon seit über 30 Jahren Hausarzt und kennt als Beruhigungsmittel anscheinend lediglich Lorazepam und Tavor. Von Perazin oder Promethazin habe ich noch nie etwas gehört.
Zitat von Flame:Die innere Leere kommt von den Depressionen.Schwer zu ertragen.
Die innere Leere ist eine Empfindung, die ich vor einigen Wochen zum ersten Mal gespürt habe. Es ist eine bestimmte Art der Körperempfindung, bei der einem alles gleichgültig ist und man an nichts mehr Freude empfindet - so als sei man eine Art gefühlloser Zombie. In den letzten Stunden hat sich diese Empfindung etwas gelegt. Nichtsdestotrotz existiert diese Empfindung nicht ganz ohne Grund. Ich fühle mich Menschen gegenüber nicht verbunden. Ich fühle mich auch Dingen gegenüber nicht verbunden, d.h. ich empfinde keine Freunde, wenn ich einem bestimmten Hobby nachgehe, wie z.B. schwimmen oder Fahrrad fahren. Ich bemerke die Bewegungen dabei, aber diese Bewegungen lösen keine Emotionen bzw. Empfindungen aus.
Die derzeitige Verhaltenstherapie bewirkt wenig. Die Therapeutin ist sehr, sehr nett. Ich habe wirklich Vertrauen zu ihr. Wir verstehen uns sehr gut. Trotz allem bemerke ich, dass die Therapie an sich oftmals nicht viel mehr ist als sich zu unterhalten. Bitte nicht falsch verstehen: Das Reden hilft mir in der gegenwärtigen Situation, weil ich dabei merke, ich werde nicht allein gelassen. Aber die Psychotherapie ist auch in absehbarer Zeit wieder vorbei und ich befürchte, dass sie über die Gespräche hinaus keinen wirklichen Nutzen haben wird.
Zitat von Flame:Jemand schnell für ein Gespräch zu bekommen ist sehr schwer.Da bist Du hier schon richtig.
Selbstverständlich freut es mich sehr, dass ich hier Antworten bekomme. Herzlichen Dank dafür! Aber ist es ganz grundsätzlich nicht recht traurig, dass es in der "wirklichen Welt" so schwierig ist, jemanden zu finden, der einem in solchen Situationen einfach nur zuhört?
Zitat von Flame:Wenn Du es nicht mehr aushältst,kannst Du jederzeit in die nächstgelegene Psychiatrie fahren und Dich dort aufnehmen lassen.
Da muss es aber schon richtig "brennen".
Ja. Ich weiß. Da muss es schon richtig brennen, sonst wird man von den Ärzten ohnehin nicht wirklich beachtet. Für mich ist immer die Frage, welchen Nutzen so eine Aufnahme bringen soll. In der Marburger Vitos-Klinik wird man ohnehin nur verwahrt und die Leute, die man dort um sich herum sieht, würden meine Depression und meine Ängste wohl noch steigern. Was bleibt, ist der Griff zu Beruhigungsmitteln, damit man schläft und hofft, dass es besser ist, wenn man wieder aufwacht. Ich glaube, in diesem Gesundheitssystem gibt es alles, nur halt niemanden, der einem richtig zuhört, wenn man das braucht.