Zitat von ~Stefanie~:ich probiere diese Konfrontation jetzt schon seit einem Jahr mit dem Ziel, das es doch irgendwann aufhören muss...aber das tut es nicht leider nicht...jedes mal wenn ich denke jetzt schaff es gelassen, krieg ich am nä. tag wieder sone panik...
Nein, "Augen zu und durch" funktioniert auf Dauer nicht. Bzw. es geht schon irgendwie, der dauernde Kampf gegen sich selbst laugt aber aus, so dass alle Lebensfreude flöten geht und man nach einiger Zeit als einzige Motivation nur noch die Sicherung der *beep* Existenz hat. Kurzfristig muss man mal was aushalten und allen Fluchtreflexen zum Trotz in der Situation bleiben. Wenn es dann aber nicht besser wird, läuft bei der Konfrontation was falsch.
Zitat von ~Stefanie~:ich habe die Zusammenhänge noch nicht verstanden und finde auch irgendwie keinen Draht zu meinem "ICH", worauf sich meine Angst aufbaut usw... eigendlich bin ich sonst ein genügsamer und geduldiger und optimistischer Mensch, aber mit der Angst ist es anders...ich schaffe und traue mich nicht, sie "auszuhalten".
Da dürfte der Hase im Pfeffer liegen. Verabschiede dich davon, die Angst aushalten zu müssen. Versuch', sie zu akzeptieren. Zulassen statt aushalten, einladen statt niederknüppeln. Du weißt mittlerweile, wie die einzelnen Symptome zustande kommen und dass sie dir nichts anhaben können. Sie fühlen sich "nur" sch**** an. Also: Vor der nächsten Bahnfahrt zur Arbeit könntest du dir sagen, dass du mit ziemlicher Sicherheit wieder Angst bekommen wirst. Das ist aber nicht schlimm, denn das hattest du schon so oft, es ist nie was passiert, es kann gar nichts passieren. Du wirst der Angst deshalb hallo sagen, ihr den Platz neben dir anbieten und wenn sie möchte, nimmst du sie sogar mit zur Arbeit. Hört sich natürlich (zu) einfach an, heißt aber nicht, dass es sich auch einfach anfühlt. Erwarte nicht von dir, keine Angst zu haben oder die Fahrt sogar gelassen zu überstehen. Das Ziel, keine Angst zu haben, ist so nicht erreichbar. Es kann nur darum gehen, notwendige und wünschenswerte Dinge zu tun - wenn nicht ohne Angst, dann eben mit. Die Angst kann erst verschwinden, wenn sie nicht mehr im Zentrum deiner Aufmerksamkeit steht.
Liebe Grüße
Christina