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Wieso nur ? Ich frage mich das die ganze zeit schon! Wieso hab ich diese PA ich weiß doch das ich mich vor nichts fürchten brauche und doch kommen sie immer wieder obwohl ich an nichts denke es war auch nichts als ich vor ca einem halben jahr meine erste hatte. Ich hatte eine halbwegs gute kindheit ausser das mein vater sich wünscht es würde mich garnicht geben aber zu ihm hab ich sowieso keinen kontakt mehr und das stört mich auch nicht. Finanziell geht es mir auch nicht unbedingt schlecht! Also wieso das ganze ich versteh es einfacht nicht! Und sie kommen immer wieder ganz unverhofft =(

weiß jemand von euch wieso er sie hat?
Meinungen dazu wären ganz gut oder vielleicht weiß jemand von euch wieso man PA bekommt?

lg sarah

27.12.2009 18:28 • 31.12.2009 #1


8 Antworten ↓


Das Wieso im Sinne von Ungerechtigkeitsgedanken bringt dich bei der Therapie überhaupt nicht weiter, du verstrickst dich im Gegenteil eher in deinen Gedanken

Ansonsten ist das Wieso bei Jedem gleich:
Mit der Seele stimmt irgendwas nicht und das muss bzw. will halt raus.
Die Panikattacken sind einfach überzogene Reaktionen auf ganz alltägliche Gedanken und Situationen. Bloß eben zu viel des Guten.
Mehr gibt es da nicht.

Es ist aber gut, wenn man die Angst und die Attacken versteht.
Lies dir dazu doch mal folgende Texte durch:
https://www.psychic.de/panikattacken.php
https://www.psychic.de/agoraphobie.php


Liebe Grüße,
Bianca

27.12.2009 18:42 • #2



Wieso nur?

x 3


Liebe Sarah
ich kenne das Problem !
mir geht es auch sehr gut und trotzdem
hab ich diese schei. PA's !
Aber es gibt sicher einen Grund dafür !

Also bei mir is das vermutlich Lernen am
Modell und vererbt !
Mein Großvater hat die gleichen Ängste
wie ich und meine Mutter auch. Bei ihr hab ich
das auch ab und an gesehen. Vllt. kam es
deshalb auch.

GLG

27.12.2009 22:19 • #3


Hallo Sarah

Ich habe seit März Panikattacken, ausgelöst durch einen komplett pelzigen Arm und der Gedanke weil mir auch Eiskalt wurde mein Herz. Ich habe mittlerweile erklärt bekommen, daß dieses Erlebnis wohl mein Fass zum überlaufen brachte, und der Therapeut sucht die Erklärung in meiner Kindheit. Klar gibt es vieles in meinem Leben das nicht richtig gelaufen ist und immer noch nicht richtig läuft aber hauptsächlich habe ich mehr Angst vor der Angst. Der Therapeut erklärte mir daß ich bisher wie ein Auto ohne bremse durchs Leben gefahren bin und die Panikattacken quasi jetzt meine Bremsen also mein Freund sind und mich davor bewahren, in den Kurven abzukommen. Ich weiß zwar nicht was daran Freund sein soll wenn man solche Symptome hat. Ich bin noch ganz am Anfang meiner Therapie, aber bin guten Willens etwas dagegen zu tun.


Gruß Tatjana

28.12.2009 09:31 • #4


Hi Sarah,

die Gründe, warum du PA'S hast, dürften in der Kindheit liegen. Dass dein Vater dich nicht wollte, ist ein üble Sache. Denn von den Eltern (oder auch nur einem Teil) abgelehnt zu werden, dürfte zu einem schweren Trauma führen. Was tatsächlich der Grund ist, wirst du am besten in einer Therapie herausfinden.
PA's kommen scheinbar aus dem Nichts. Das ist aber nicht so. Sie haben Gründe und zwar gute ! Wie Tatjana schon schrieb, sind sie deine Freunde !! Ich weiß, das klingt erstmal völlig abwegig. Wer hat schon Lust Angst zu spüren ? Tatsächlich schützen dich aber die PA's. Ich will dir gerne sagen, was es bei mir ist: Ich habe in meinem Elternhaus kein Schutz gehabt, d.h. wenn z.B. Nachbarn sich über mich berschwert haben (z.T. auch völlig grundlos), hat sich meine Mutter sofort auf die Seite der Nachbarn geschlagen. Sie hat sich nicht vor mich gestellt, sondern ist mir noch in den Rücken gefallen, weil sie den Nachbarn und nicht mir glaubte. Obendrein gab's Prügel für mein Vergehen. Ein Kind braucht aber den Schutz seiner Eltern; es kann ihn allein nicht aufbauen. Ohne den Schutz habe ich auch als Erwachsener ständig Verletzungen erlitten, ohne das mir klar wurde, dass ich überhaupt verletzt wurde. Doch die Einschläge auf der Seele hinterlassen Spuren. Ohne Schutz stirbt man irgendwann. Und hier kommen nun die PA's ins Spiel. Meine PA's führen dazu, dass ich kein normales Leben mehr führen kann. Freunde sind futsch, ich mag nicht mehr dahin gehen, wo viele Menschen sind, ja manchmal reicht es schon, wenn beim Spazierengehen mir jemand entgegen kommt. Dann möchte ich am liebsten weglaufen. Ich vermeide also Kontakte zu Menschen. Aber warum habe ich vor Menschen Angst ? Weil jeder Kontakt die potenzielle Gefahr mit sich bringt, verletzt zu werden. Die PA's verhindern, dass ich Kontakte habe; sie schützen mich also davor, verletzt zu werden. Das ist doch genial, oder ? Genau aus diesem Grund habe ich immer noch meine PA's. Ich habe in den letzten Jahren diverse Therapien gemacht, um Ursachenforschung zu betreiben. Doch dadurch sind die PA's nicht weggegangen. Konnten sie auch nicht, weil ich ja noch immer nicht gelernt hatte, mich zu schützen. Erst in meiner jetzigen Therapie bin ich hinter das Geheimnis meiner PA's gekommen. Meine Therapeutin wird mir helfen, andere Wege als die der PA's zu finden, um mich zu schützen. Das Irre ist, als sie mir sagte, dass, wenn ich mich anders schützen kann und dann meine PA'S gehen dürfen, ich ganz deutlich gespürt habe, wie sehr mir die Vorstellung, dass die PA's weg sind, Angst gemacht hat ! Ein Teil von mir will die PA !! Sie haben mich ja all die Jahre so gut beschützt !
Ich kann dir nur empfehlen herauszufinden, wovor dich deine PA's schützen. Und nimm sie als Freunde an. Das macht man am Besten, in dem man sich immer wieder sagt: Hey, da seit ihr ja wieder. Schön, dass ihr micht beschützt. Ich weiß, das klingt erstmal sehr gewönungsbedürftig. Aber gegen PA's zu kämpfen, macht keinen Sinn. Oder hast du irgendwann mal so einen Kampf gewonnen ?
Denk daran, dass du so wie du bist gut bist !! Und du hast eine sehr gute Chance, deine PA' s irgendwann in den Ruhestand zu schicken.
LG

Ulli

31.12.2009 11:31 • #5


Ja so in etwa hat mir das der Therapeut auch erklärt, aber ich frage mich trotzdem immer wieder wie man solche Beschwerden als Freund akzeptieren kann. Mir machen meine Beschwerden Angst!

tatjana

31.12.2009 11:44 • #6


Zitat von x.:
Ja so in etwa hat mir das der Therapeut auch erklärt, aber ich frage mich trotzdem immer wieder wie man solche Beschwerden als Freund akzeptieren kann. Mir machen meine Beschwerden Angst!


Ganz einfach:
Mach dir ein Bild zur Panikattacke. Ich hab's damals folgendermaßen geschafft: Ich hab mir die Angst als riesiges großes schwarzes Monster vorgestellt, mit hässlichen Zähnen, riesen Klauen, und ohne einen richtigen Umriss. Denn die Angst hat ja viele Gesichter.
Ich selber war in meinem Kopf viel kleiner als die Angst, bloß ein Strichmännchen, das in einem Lichtkegel steht, und die Angst war in der Dunkelheit. Ich wusste ja nie, wann sie kommt.
Und jetzt kommt das Entscheidende: Die Angst, das Monster also, es hatte immer einen kleinen weißen Brief in seinen riesigen schwarzen Pranken. Für mich, vom Unterbewusstsein, von meiner Seele.

Die Angst selber ist nämlich nicht das Problem. Sie ist nur ein Bote, sie will dir zeigen: Hey, pass besser auf dich auf! Oder: Hey, da ist was, was dich bedrückt!
Die Angst kann nichts dafür, sie muss eben kommen, weil sie geschickt wird.

Wenn ich vor der Angst weglaufe oder versuche, sie zu bekämpfen, dann schaffe ich es nicht, denn sie WILL mir einfach diesen kleinen weißen Brief unbedingt geben, komme, was wolle. Also lässt sie mich nicht in Ruhe, bis ich es endlich schaffe, den Brief auch zu nehmen. Ich musste also lernen, die Botschaften anzunehmen und auch zu verstehen.
Immer, wenn ich eine Attacke hatte, hab ich die Augen geschlossen und es mir vorgestellt, wie ich da stehe und die Angst ihren Brief in den Pranken hält. Ich hab mir dann überlegt, was mich jetzt im Moment dermaßen aufkratzt, dass die Angst kommen musste. Wenn ich etwas daran ändern konnte, oder darüber nachdenken konnte, dann hab ich das gemacht, und mir so viel Zeit dafür genommen, wie ich gebraucht hab. Wenn ich aber nichts daran ändern konnte, dann hab ich der Angst gesagt: Es geht nicht, ich kann nichts ändern, da muss ich jetzt eben durch. Als ich Abi geschrieben hab war das z.B. so, oder wenn ich bei meiner Oma zum Mittagessen war, wo überall Bilder von meinem toten Papa die Wände zieren.
Auf alle Fälle aber musste ich es schaffen, stehen zu bleiben und den Brief zu nehmen. Dann hat sich die Angst umgedreht und ist gegangen, und ich war wieder ruhiger.

In diesem Sinne: Die Angst trifft keine Schuld, sie ist, wenn du es logisch betrachtest, ein urzeitlicher Überlebensinstinkt, sie soll dir helfen und dich schützen. Mit deiner Seele stimmt was nicht, also ruft sie übertrieben laut um Hilfe. Und sie hat nur die Angst, um dir zu zeigen, dass was nicht stimmt. Die Angst trifft also keine Schuld. Sie ist bloß ein Bote, ein Instinkt, was du willst. Aber kein Schuldiger an deiner Situation.

Mit der Zeit hab ich auch gemerkt, dass ich, seit Beginn der PAs, viel besser auf mich achte, viel mehr raus gehe, viel mehr Hobbies hab. Die Angst hat mich dazu gebracht, richtig zu leben. Insofern konnte ich sie dann als Freund betrachten. Und ab dem Moment wurden die Attacken dann immer weniger.


Liebe Grüße,
Bianca

31.12.2009 12:07 • #7


Nachtrag:
Übrigens macht nicht die Angst die Beschwerden oder die Attacke, sondern du selbst. Das musste ich auch erst mal schnallen. Ich selber hab mich so verspannt, das sich Kopfschmerzen hatte, ich selber hab vor Anspannung falsch geatmet, so dass mein Herz gerast hat, ich selber war so verspannt im Nacken und Rücken, dass ich Nervenzuckungen oder Brustschmerzen bekommen hab. Ich selber hab falsch geatmet, bis ich ins Krankenhaus musste, weil ich keine Luft mehr bekam. Das ist man Alles selbst.
Auch die Attacken kommen nur, weil man es selber zulässt.
Ich hab nämlich Folgendes beobachtet: In mir sehr unangenehmen Situationen bekomme ich auch heute noch einen heftigen Anflug von Angst. Dann macht mein Herz einen kleinen Sprung und ich merke richtig die Panik, die mich überkommt, weil ich Angst vor etwas habe.
Aber: Früher folgte auf diesen Anflug von Angst dann das Herzrasen, das Schwitzen, es wurde immer schlimmer. Früher hab ich nicht mal gemerkt, dass ein kurzer Schreckmoment in eine Attacke überging, für mich war das eine ganze und komplette Attacke.
Erst heute weiß ich, dass ich es selber war, die die Attacke nach einer Schrecksekunde hervor gerufen hat. Und dass das Erschrecken alleine ganz normal ist.

31.12.2009 12:15 • #8


Hi Tatjana,

nicht die Beschwerden sollen dein Freund werden. Das ware ja perv. ! Nein die Beschwerden sind leider die Begleitumstände, die eben mit einer PA einhergehen. Die Angst selber ist dein Freund. Angst ist ja erstmal etwas völlig natürliches. Sie beschützt uns ja auch in ganz normalen Situationen, in denen z.B. etwas gefährlich für uns ist. Die Angst der PA ist unberechenbar. Wir wollen sie deshalb kontrollieren. Hinzu kommen die körperlichen Symptome, die ja allein schon schlimm sind. Aber das alles hat Sinn !! Nimm die Angst an. Versuch sie nicht zu kontrollieren. Das kannst du nicht. Du kannst sie auch nicht bekämpfen. Natürlich kannst du Medikamente nehmen oder dich bertinken. Aber das hilft zum einen nicht und zum anderen, gehst du nicht der Frage nach, wovor dich die PA schützen. Höre einmal tief in dich hinein und überlege, was dein wunder Punkt ist. Was ist - mal von den PA und ihren möglichen Folgen abgesehen - mit das Schlimmste, das dir passieren kann. Und dann schau, ob die PA nicht genau dich davor bewahrt. Das kann erstmal einige Zeit dauern, bis man dahinter kommt. Aber nur so wirst du dann verstehen, warum die PA's deine Freunde sind. Mir fällt das auch noch immer schwer und ich bekämpfe meine PA's noch viel zu oft. Ich weiß aber und spüre, dass sie mir nichts Böses wollen. Sie wollen helfen !
LG

Ulli
PS. den Worten von Bianca kann ich mir nur anschließen.

31.12.2009 13:22 • #9




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