Meiner Meinung nach macht dein Mann viel zu viel für dich -er erledigt ja dein ganzes Leben für dich, allen Papierkram, Einkaufen, Ämter.. während du Daheim und Außen vor bleibst.
Das finde ich ganz schlimm, und ganz falsch.
Denn so bestärkt er dich in deiner Angst, nimmt dir den Druck, den du bräuchtest, um selber wieder aktiv zu werden.
Wenn man aber jemanden hat, der einem alle Angst-Situationen abnimmt, dann verstärken und bestätigen sich mit der Zeit die Ängste noch mehr.
Du merkst ja jetzt schon, dass du abhängig davon bist, dass er das erledigt.
Was würdest du denn machen, wenn er das mal nicht mehr tun könnte oder wollte? Dann wärst du doch total aufgeschmissen.
Hilfe und Unterstützung sind eine Sache, aber indem er dir Alles abnimmt hilft er dir nicht, er verstärkt deine Ängste nur noch und du wirst gleichzeitig von ihm abhängig, ohne es zu merken.
Dein Mann ist deine Krücke -und sowas ist immer schlecht.
Hier war mal vor einiger Zeit ein User, auch ein Mann, der war völlig am Ende seiner psychischen und physischen Kräfte. Seine Frau litt seit Jahren an Paniklattacken und er hat -wie dein Mann- stets Alles für sie erledigt.. war für sie einkaufen, beim Amt -Alles.
Ist mitgekommen, wenn sie aus dem Haus ging, hat sie überall hin begleitet, fuhr mit dem Auto hinter ihr her, wenn sie es schaffte, irgendwo hin zu gehen. Er wurde ihre Krücke, ihre Stütze, aber für zu lange Zeit -und das hat ihn ausgelaugt, hat ihn kaputt gemacht.
Der Mann war fertig und am Ende seiner Kräfte, der war ein totales Wrack. Weil er jahrelang die Krankheit seiner Frau mittragen musste, sein eigenes Leben blieb dabei Außen vor.
Und das ist die riesen Gefahr, wenn man den Partner zur Stütze, zur Krücke macht, so, wie du es tut. Dass er daran kaputt geht und zerbricht.
Denn dein Mann ist kein Therapeut -er ist ein Mensch wie du auch.
Er kann deine Krankheit nicht für dich tragen -dazu ist er nicht fähig, nicht ausgebildet.
Über kurz oder lang läufst du Gefahr, ihn damit kaputt zu machen.
Der Partner kann tun, was er möchte, Halt geben, Unterstützen, gut zureden. Aber niemals, niemals sollte der Partner die schlimmen Dinge für einen übernehmen. Denn so fällt man mehr und mehr in eine Opferrolle, bis dann der Partner Alles für einen erledigt und man selber es sich in seiner Angst bequem machen kann, weil man gar keinen Grund mehr hat, sie anzugehen und anzupacken.
Und das ist die Gefahr dabei, wenn der Partner einen wie ein rohes Ei behandelt. Dass man über die Zeit immer unfähiger wird, für sich selber zu handeln und mit der Angst umzugehen, und, dass der Partner über kurz oder lang daran zerbricht.
Mein Partner hat mich behandelt wie einen normalen Menschen, hat mit immer bewusst gemacht, wie unbegründet meine Ängste sind, und ansonsten hab ich die Krankheit alleine getragen -und ich bin sehr froh darüber.
Denn so hatte ich nicht die Chance, in eine passive und abhängige Opferrolle zu fallen.
Ein Partner, der es wirklich gut mit einem meint, sollte da sein, wenn man ihn braucht, die Hand halten, Festhalten, Drücken -aber gleichzeitig den Kranken dazu zwingen, sich seinen Ängsten zu stellen, denn nur so kommt man aus dem Teufelskreis wieder raus.
Entshculdige meine harten Worte, aber du kannst von deinem Partner nicht verlangen, dass er deine Krankheit für dich trägt und für dich Alles erledigt. Das sind deine Aufgaben, zum Amt zu gehen und sowas, das ist dein Leben, um das du dich kümmern musst!
Dein Mann ist keine Krücke, kein Therapeut, und nicht für dein Leben zuständig. Denn er ist, wie du, auch bloß ein Mensch.
Und indem du ihm deine Krankheit mit aufbürdest, schadest du ihm, belastest du ihn über eine gewisse Grenze hinaus.
Und du machst dich gleichzeitig schwächer und kleiner, als du selber bist.
Machst dich abhängig von ihm.
Und das Alles finde ich entsetzlich falsch und unverantwortlich, deinem Partner gegenüber.
Ich meine es nicht böse und ich will dich nicht verletzen.
Aber dieser User damals, der Mann, der hier ins Forum kam und völlig am Ende war, der hat mir gezeigt, wie falsch man es machen kann und wie ein Mensch an der Krankheit des Partners kaputt gehen kann.
Und das hat kein Mensch verdient.
Vor Allem keiner, den man liebt.