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Hallo Miteinander,

da ich hier neu bin und kein Thema gefunden habe, das meiner Frage entspricht, würde ich mich gerne mit eine Frage an euch wenden:
Ich (w/Anfang 30) frage mich, anhand welcher Symptome ein Arzt sichern kann, dass man psychisch und nicht organisch krank ist.

Ich habe seit langer Zeit verschiedenste Symptome, von denen ich mir nicht vorstellen kann, dass sie in ihrer Gesamtheit ALLE psychisch sein sollen. Nun kommt eine lange Liste. Sorry.

- Schwindel (Taumel-/Schwankschwindel, Gefühl umzukippen)
- Probleme mit den Ohren (Druck und Jucken innen drin)
- Herzstolpern oder das Gefühl, dass ich einen total hohen Puls habe (der dann aber nur bei ca. 90 liegt, wenn ich messe)
- permanente Müdigkeit (besonders morgens - abends wird es oftmals kurzzeitig besser)
- Schwächegefühl (als hätte man eine Grippe oder einen Virus)
- manchmal das Gefühl, schlecht Luft zu bekommen (bin schlank, Nichtraucher)
- wenn ich aufstehe, denke ich, ich falle im nächsten Moment um (das habe ich auch phasenweise)
- streßanfällig (kann keinen Lärm vertragen, alles regt mich dann auf)
- ich sehe komisch (als würde ich durch eine Lupe, ein Fernglas/zu starke Brille schauen)
- manchmal erscheint mir auch alles zu grell und zu hell
- oft habe ich Schweißausbrüche ohne körperliche Betätigung (manchmal kalter Schweiß, manchmal wie extremes Schwitzen)
- manchmal zittere ich innerlich und manchmal auch sichtbar äußerlich
- habe das Gefühl, als würden meine Beine weg klappen und mich nicht mehr tragen
- nachts werde ich oft wach und habe innere Unruhe

Aufgrund dieser ganzen Symptomatik klärte man Blutuntersuchungen ab sowie Schilddrüse und das Herz wurde untersucht. Ebenso wurde abgeklärt, ob es eine Sache vom Innenohr ist (in einer HNO-Praxis konnte man nichts feststellen - bot mir lediglich die Überweisung an eine Klinik an). Auch neurologisch wurden einige Tests gemacht. Einschließlich eines MRT, da der Arzt einen Tumor ausschließen wollte oder einen durchgemachten leichten Schlaganfall.

Zu einer genauen Diagnose kam es deswegen nicht, weil ich ja nicht im Krankenhaus lag und die Untersuchungen alle bei niedergelassenen Fachärzten nach und nach über einen längeren Zeitraum gemacht wurden.
Es fiel einmal das Wort "möglicherweise streßbedingtes Burn out" bei einem Facharzt, der mir aber auch nicht weiterhelfen konnte.

Wie kann ich denn nun sicher sein, dass meine Symptome ALLE psychisch bedingt sind? Also wie machen Ärzte das fest?

Ich habe aufgrund der Symptome, die mich täglich begleiten, Ängste entwickelt. So habe ich inzwischen Ängste, wenn ich Termine wahrnehmen muss und auch, wenn ich Einkäufe erledigen muss. Ich gerne ungerne (mache es aber) alleine raus.

Ich habe einfach nur Angst, dass es mir irgendwann unterwegs mal so schlecht geht, dass ich zusammenbreche oder nicht mehr aus eigener Kraft nach Hause finde. Morgens denke ich schon: Bitte lass den Tag schnell vorüber gehen. Wenn ich aufstehe, könnte ich mich meistens gleich wieder hinlegen, weil ich müde bin.

Ich habe Freunde und Bekannte in meinem Alter vorsichtig gefragt, ob es ihnen auch so geht. Aber die haben entgeistert verneint. Die sind alle sehr aktiv. Urlaub, Hobbys, weg gehen und die klotzen auch beruflich so richtig ran.
Da ich nicht so belastbar bin und das nicht kann, denke ich, dass ich ja gezwungenermaßen krank sein muss. Ein Mensch in meinem Alter müsste ja belastbar sein und aktiv. In meinem Alter baut man Häuser und könnte Bäume ausreißen, oder?

Wäre sehr dankbar für Ratschläge und Ideen, was das sein könnte.

05.03.2013 10:10 • 11.12.2018 #1


35 Antworten ↓


Guten Morgen,

also, die DInge, die du beschreibst, können tatsächlich alle psychisch bedingt sein. Dies bedeutet ja nicht, dass sie nicht da sind und man sie sich einbildet, sie haben eben nur keine direkte körperliche Ursache.
Auch wenn das echt viel ist und man denkt, das kann doch einfach nicht sein.
Wenn alles körperliche gecheckt wurde und die Ärzte nichts finden, dann ist es wohl wirklich so.
Auch wenn es schwer fällt, muss man den Menschen vertrauen, die sich mit dem Körper gut auskennen. Den Ärzten.
Ich kenne das Gefühl, zu denken, schei..... vielleicht hat er was übersehen? Hab ich vielleicht doch das oder das? Hätte er das wissen müssen?
Man versucht mit solchen Ängsten oft schlauer zu sein als die Ärzte. Auch mir geht das TOTAL oft so!

Ein kleines Beispiel:
Ich wurde im Januar operiert, am Magen. Kurz danach fing ich an mir einzubilden, ich hätte eine Niereninsuffizienz, weil mein Eisenwert im Blut etwas zu niedrig ist. Und weil ich bei meiner Hausärztin einen Blutdruck von 120 /95 hatte... und weil selbstredend alle anderen Symptome die dafür sprechen ja iiiiiiiiirgendwie passen.... Dann fing ich an mich zu fragen:
haben sie das übersehen?
Hätte man das am großen Blutbild sehen müssen?
Hätte ich überhaupt operiert werden dürfen?
Etc.....

Und was hat es mir bisher gebracht? Ne ganze Menge Zeit bei Dr. Google, bis man den Beitrag gefunden hat, der einem am wenigsten Angst bereitet und den findet man dann richtig.

Ich will damit sagen, dass Vertrauen in die Ärzte darf man nicht komplett verlieren.
Wenn sie dir sagen, dass deine Symptome keine körperliche Ursache haben, versuch nicht weiter zu suchen sondern versuch zu vertrauen....
auch wenn es total schwer fällt !

05.03.2013 10:43 • #2



Wie sichert man, dass es eine psychische Krankheit ist?

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Hallo pumuckl,

ich mag erst einmal ein gegenseitiges "Willkommen" äußern. Habe mich auch erst soeben hier registriert.

Ich leide ebenfalls seit Längerem unter vielen deiner genannten Symptome und konnte mich gut in dem wiederfinden, was du beschrieben hast. Eine gewisse Sicherheit, d. h. organische Erkrankungen ausschließen zu versuchen, ist schon mal ein typisches Zeichen, sofern bislang nichts gefunden wurde.

Ich habe auch dutztende Arztbesuche hinter mir, Blutabnahmen, Herz, Schilddrüse, Magenspiegelung, HNO, Zahnarzt, MRT, Neurologe, Kieferchirurg etc. und gefunden wurde nichts, bzw. nichts, was meine Symptome identifizieren könnte.

Eine gewisse Unsicherheit bleibt auch bei mir, da ich sehr selbstkritisch und konservativ bin ("Wenn mir der kleine Finger weh tut, dann eben der kleine Finger und sonst nichts Anderes"). Trotzdem habe ich mich eines Tages sehr mit dem Thema der Psychosomatik bzw. der Funktionsstörung angefangen zu beschäftigen und zwei ambulante Erstgespräche in Kauf genommen. Dort wurde mehr oder minder "festgestellt", dass es psychosomatische Beschwerden sind. Das gab mir ein wenig Ruhe.

Auch Gedanken wie "Ich traue mich nicht mehr raus", "Dort und dort kippe ich um", "Da fühle ich mich nicht wohl" deuten schon auf eine Angsterkrankung hin und äußern sich nunmehr mit dieser Vermeidungstaktik.

Ich hatte auch viele Jahre lang nur Schwindel- und Benommenheitssymptome. Habe diese ignoriert und weiter gemacht. Eines Tages "brach" es dann mit allen anderen Symptomen aus (Dezember 2012) und seitdem entwickelte sich auch bei mir eine gewisse Angst, es müsse etwas Organisches sein. Ich bin 26 Jahre alt, männlich und habe bzw. hatte viel Stress (Student + freiberuflicher Dozent). Viele terminliche Konflikte, Übungsaufgaben, Meetings und das große Problem war anfangs die Zeit, später auch die Lust.

Ich vermute bei mir, dass ich gewisse Alarmsignale (z. B. die Benommenheit) des Körpers ignoriert hatte und es dann folglich zum Ausbruch kam.

Ganz typisch für psychosomatische Beschwerden ist auch, dass die Symptome an gewissen Orten (je nach Angst) akut stärker werden: Stehen an der Kasse im Supermarkt, öffentliche Verkehrsmittel, Auto fahren, Gesellschaft.

Ich denke jedes Mal, ich "sterbe", wenn ich im Wartezimmer mit anderen Menschen sitze, Auto fahre, im Bus sitze oder in einer Vorlesung bin. Das sind nämlich - so wie ich es bei mir festgestellt habe - Momente, die ich nicht direkt steuern kann, die ruhig sind, wo ich auch selber zur Ruhe komme und wo andere Menschen mit im Spiel sind. Kaum bin ich für mich alleine (z. B. Zuhause), geht es mir schlagartig (nach ca. 15-30 Minuten) deutlich besser.

So eine "ortsbezogene" Verschlechterung deutet oftmals ebenfalls auf Psychosomatik hin.

Auch wenn du dich bei den Ärzten nicht gründlich genug behandelt fühlst ("... die könnten doch noch so viel mehr machen", etc.), solltest du selber versuchen, deine Symptomatik zu akzeptieren und zu beobachten, wann es schlimmer wird und wie es wieder besser werden kann.

Hast du orthopädisch deine Halswirbelsäule abklären lassen? Schwindel und Sehstörungen können auch daher kommen.

Freue mich auf deine Antwort.

Viele Grüße

Alan

05.03.2013 10:49 • #3


Danke für deine Antwort.
Das klingt schon recht plausibel. Bei mir ist es so, dass ich nicht nach Krankheiten googele. Denn ich wüsste ja gar nicht, bei welcher Krankheit man diese Symptome hat und wo ich anfangen sollte zu forschen. Wenn du verstehst, was ich meine. Ich war ja nur bei ein paar einzelnen Fachärzten, da ich ja schon dachte, dass man Herz, Schilddrüse und Kopf abklären sollte. Wenn man solche Symptome hat, denkt man ja automatisch, dass man es am Herz hat oder mit der Schilddrüse oder gar einen Tumor. Das sind ja erstmal so die gewichtigsten Dinge. Aber es gibt schließlich tausende von Krankheiten und Syndrome. Woher soll man wissen, dass man nicht so etwas hat? Ich meine: Wie kann ein Arzt denn 100%ig ausschließen, dass man wirklich keine körperliche Krankheit hat?
An welchen Kriterien machen die das fest? Ich nehme an, dass Schwindel ein KO-Kriterium ist, oder? Wahrscheinlich leidet kein körperlich gesunder Mensch einfach so ständig an Schwindel?
Wenn man diese Sachen dem Arzt schildert (also so war es bei mir), dann scheinen die doch recht ratlos und überweisen erstmal hin und her. "Könnte vom Ohr sein", "könnte vom Herz sein", "könnte was im Kopf sein". Aber wenn dann auf Anhieb nichts gefunden wird, steht man erstmal wieder da und weiß nicht weiter.
Ich habe einfach irgendwie Sorge, dass ich mich nun selbst damit "beruhige", dass es nur psychisch ist und am Ende kommt dann doch der dicke Hammer und man war doch krank. Vielleicht weißt du ja, was ich meine.
Ich bin mir einfach völlig unsicher.

05.03.2013 10:51 • #4


Hallo Alan,
ich war einmal beim Orthopäden, der mich ziemlich barsch abgefertigt hat. Leute in meinem Alter hatten in seinen Augen dort scheinbar nichts zu suchen... Ich weiß nicht, ob ich dort an der falschen Adresse war. Naja. Jedenfalls machte er ein Röntgenbild, schimpfe wie ein Rohrspatz, dass "die Leute" alle zu wenig Sport machen würden, konnte nichts finden und meinte, meine Symptome wären ohnehin nicht orthopädischer Natur. Allenfals neurologischer. Aber damit habe er schließlich nichts zu tun.
Können denn Rücken- oder Nackenleiden allein diese Symptome auslösen? Ich nehme an - nicht in der Fülle.
Ich muss eingestehen, dass sich meine Beschwerden in der Tat dann verschlimmern, wenn ich einkaufen muss (Warteschlangen, Wartezimmer, generell Warten müssen). Unschöner Weise fängt es nun auch während des Autofahrens an. Dass ich so komisch sehe. Oder es fühlt sich so an, als würde ich im nächsten Moment ohnmächtig, während ich an eine Kreuzung stehe oder an einer Ampel. Da bin ich schon ein paar Mal etwas schneller als nötig heim gefahren. Mit dem Gedanken "Hoffentlich komme ich nun noch bis nach Hause". Schlimmer würde ich jedoch noch Warten auf Bus oder Bahn empfinden. Das Auto macht mich schon sehr unabhängig.
Stutzig macht mich jedoch, dass es mir auch daheim sehr oft schlecht geht. Ich dachte schon manches Mal, dass ich unter der Dusche umfalle ("und dann liege ich *beep* und nass hier") oder mit samt Putzeimer die Treppe runter segele. Bislang trat dieser Fall zwar nie ein. Aber seit es mir so schlecht geht, habe ich immer im Hinterkopf, dass es "bald soweit sein könnte. Mein Herz könnte nun jeder Sekunde anfangen zu rasen wie bekloppt und dann breche ich hier zusammen." Diesen Gedanken hatte ich gestern als ich kurz bei der Postagentur und dem Supermarkt war.
Inzwischen kam auch eine recht hohe Infektanfälligkeit hinzu. Ich bin quasi dauerhaft erkältet. Irgendwas plagt mich immer. Nun könnte das natürlich dem diesjährigen Winter geschuldet sein. Aber ich habe dann schon Angst, dass mich die Grippe oder sonstwas erwischt und ich dann da liege und es mir noch schlechter geht. Bei Berichten über Krankheiten schalte ich dann lieber schon weg.
Aber bei alle dem bin ich überzeugt, dass die Symptome zuerst da waren. Wenn die nicht wären, müsste ich schließlich auch keine Angst haben.

05.03.2013 11:01 • #5


PS: Schwindel ist keine Krankheit, sondern die Reaktion des Körpers auf bestimmte Dinge.

Wie Rockabella 84 schon schrieb, sollte man den Ärzten ein gewisses Grundvertrauen entgegenbringen. Ich denke, dass die Ärzte einerseits viel Erfahrung haben und in ihrem Gebiet auch wissen, was zu tun ist, wenn ich Symptome wie Schwindel, Sehstörungen, etc. äußere.

Praxistest von mir: Ich äußere beim Nuklearmediziner Benommenheit, Schwindel und Sehstörungen, die mal stärker, mal schwächer sind aber mich wohl oder über den ganzen Tag begleiten. Zack wird ein MRT vom Kopf und (!) von der HWS gemacht.

Bei drei Orthopäden äußere ich die gleiche Symptomatik: Alle schauen sich ganz genau die HWS samt Röntgen an. Viele böse Erkrankungen (z. B. Tumore) verändern drastisch dein Blutbild. Bei der Blutanalyse kann ganz viel herausgelesen werden, das darf man als Patient nicht vernachlässigen. Wenn du also sagst, dass Blutproben bis dato unauffällig gewesen sind (sowie alle anderen Untersuchungen auch), dann würde ich mir wirklich selbst versuchen, deine völlige Unsicherheit nach und nach in eine Sicherheit umzuwandeln. Alleine diese Tatsache hemmt die Symptomatik schon

Was mir dazu aber am Rande noch einfällt: Hast du Allergien und Unverträglichkeiten ausgetestet?

- Allergietest(s)
- Lebensmittelunverträglichkeitstest
- Histamintest
- Gluten, etc.

Will dich jetzt nicht verrückt machen, aber das sollten auch Anhaltspunkte zur Klärung sein.

Viele Grüße

Alan

PS: Lass Kaffee und Süßstoff (also jegliche gesüßte Lebensmittel) weg! Aspartam gilt als Gift:

http://www.gesundheitlicheaufklaerung.de/aspartam-gift

Ein Heilpraktiker riet mir, nur stilles Wasser und Kräutertees zu trinken. Seitdem ich das tue, gehts mir etwas besser.

05.03.2013 11:02 • #6


Hallo Pumuckel,

ich habe jetzt nur deinen Tread überflogen, deshalb "sorry" falls du es irgendwo geschrieben hast.
Machst du eine Therapie? Wie lange hast du schon diese Probleme?

In einer Therapie muss man als Angstpatient lernen, dass es keine 100%ige Sicherheit gibt und das man nicht alles kontrollieren kann( das ist ja das Problem von Angstpatienten)

Das wird dir jetzt zwar nicht sofort weiterhelfen, aber das ist der Punkt an dem man arbeiten muss.

Wenn alle wichtigen Dinge untersucht wurden und es ist alles in Ordnung muss anfangen das zu akzeptieren und sich auf die Psyche konzentrieren.

05.03.2013 11:03 • #7


*man anfangen

05.03.2013 11:04 • #8


Hallo Pumuckl,

Wie sichert man die Diagnose üblicherweise so wie es deine Ärzte bereits getan haben indem sie organische Ursachen ausschließen.
All deine Symptome haben ja tatsächlich ihren Ursprung in einer Krankheit nur eben nicht in einer körperlichen sondern in einer psychischen Erkrankung. Von daher liegst du ja mit deinem Gedanken dass ein gesunder Mensch die Problematik nicht hat nicht ganz verkehrt. Sicher ist gesunden Menschen auch mal schwindelig, oder er fühlt sich schlapp oder hat ein Pfeifen im Ohr. Der Unterschied ist eben dass ein psychisch gesunder Mensch darin kein Krankheistsymptom sondern einfach nur etwas sieht was grad da ist wiederweg geht und keinen weiteren Gedanken Wert ist. Ein Angsterkrankter hat ein Pfeifen im Ohr und schon setzt sich der " Denkapparat in Gang" hab ich außer dem Pfeiffen noch etwas, geht's mir gut. Oh je was wenn jetzt nochetwas dazu kommt, wenn mir durch das Pfeiffen schwindelig wird usw. Und Zack hat man sich mehr oder weniger bewusst wieder in den Teufelskreis hinein manövriert.

Gruß
Nico

05.03.2013 11:06 • #9


und bei fast allen Angstpatienten sind erst die Symptome da und dann die Angst! Die Psyche kann so gut wie jedes Symptom hervorrufen

05.03.2013 11:06 • #10


Was ich so irritierend finde ist, dass mir kein Arzt auf den Kopf zugesagt hat, dass ich etwas psychisches habe. Das habe ich allein durch Recherche selbst vermutet. Mir wurde nur gesagt "es ist nicht das Herz, nicht das Ohr, nicht die Schilddrüse und sie haben keinen Tumor im Kopf und ein Schlaganfall war es auch nicht." Jeder klärt nur sein Fachgebiet kurz ab. Aber niemand sagt einem: Es ist diese oder jene psychische Krankheit. Hmm das ist nun sicher unverständlich geschrieben.
Ich weiß ja nun nicht, wo ich mich hin begeben soll. Der Neurologe sagte mir, es würde natürlich haufenweise nervliche Erkrankungen geben, die er aber nur mit invasiven (?) Methoden abklären könnte und das auch nur, wenn ich das persönlich wünschen würde. Er könne mich auch, sollte ich das wünschen, einfach mal mit einem Psychopharmaka behandeln, und dann schauen, ob es besser wird. Aber ehrlich gesagt war mir das dann doch zu sehr "larifari". Ich bin doch kein Versuchskaninchen. Hätte er mir gesagt: Ich bin mir sehr sicher, dass sie diese oder jene psychische Krankheit haben, wäre mir ja geholfen gewesen. Daher bin ich ja nun so unsicher. Weil mit "es könnte irgendeine Nervenkrankheit sein" und "mal ausprobieren" kann man sich doch auch nicht zufrieden geben, oder? Lief das denn bei euch auch so ab? Man kann doch nicht auf gut Glück Medikamente geben, ohne dass man zuvor eine Diagnose getroffen hat, oder?
Irgendwie kam ich da nicht recht zum Zug bei dem Arzt. Er meinte sogar, es würde Leute geben, die denken, sie hätten eine Angststörung. Aber in Wahrheit hätten sie doch eine körperliche Krankheit. Damit hat er mich nur noch mehr verunsichert. Nun suche ich halt selbst Rat.

05.03.2013 11:31 • #11


Noch ein kleiner Nachtrag: Was mich so irritiert ist, dass Angst- und Panikattacken als in Episoden auftretende Ereignisse beschrieben werden, die einige Minuten bis eine halbe Stunde lang anhalten. Das heißt für mich: Den Leuten geht es gut. Sie werden nur in unterschiedlicher Intensität von diesen Attacken heim gesucht. Danach geht es ihnen aber wieder gut.

Dies trifft ja auf mich nicht zu. Mir geht es generell so gut wie nie gut. Ich muss mich zu allem aufraffen. WEIL es mir nie gut geht und bei kleinsten Anstrengungen wie Putzen oder Saugen fühle ich mich dann hundsmiserabel. Und das kann in meinem Alter ja nicht normal sein.

Auf Gluten oder Histamin etc. wurde ich noch nicht getestet. Aber ist das nicht eher eine Modediagnose? Ich meine, sowas hat man früher doch auch nie gehört und sowas soll das alles auslösen?
Ich trinke nur Schwarztee und Cola (in Maßen). Ich würde sagen 1 Tasse Schwarztee und 2 Gläser Cola. Ansonsten Wasser oder Saft. Süßstoff nutze ich nicht. Nur normalen Zucker. Allergien nicht bekannt.

Allein die Tatsache, dass es mir schon beim Putzen, Wäsche machen etc. so schlecht geht, macht mir einfach Angst. Wenn mir Freundinnen erzählen, dass sie großen Putz halten bis nachts um 12, dass sie das ganze Haus aufn Kopf stellen usw. Ich weiß dann nie, was ich sagen soll. Ich bin total baff und erstaunt, dass andere sich scheinbar besser fühlen und das alles können. Während ich so vor mich hin krebse. Ich halte mich aber auch nicht für depressiv. Ich bin echt ratlos.

05.03.2013 11:37 • #12


Mir geht es auch fast permanent nicht gut und ich habe viele Symptome den ganzen Tage.Das haben ganz viele andere auch!

Wie lange hast du die Beschwerden schon?Ar. dich am besten bei einem Therapeuten auf die Warteliste setzten

05.03.2013 11:41 • #13


Das ist im Grunde schwer zu sagen. Das kam nicht so von Heute auf Morgen. Anfangs ging es mir nur schleichend schlecht und ich wurde schlapper. Ich würde sagen, dass es im Sommer 2011 begann, sich im Herbst 2011 steigerte (da suchte ich dann besorgt einige Ärzte auf) und das ganze letzte Jahr lief es nicht gut. Mal gab es schlechte, mal etwas bessere Phasen. Im Sommer/Herbst war es mal ganz schlimm. Da war ich so verzweifelt über diese Symptome, dass ich weinend zusammen gebrochen bin vor Verzweiflung, dass das niemals wieder besser wird. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich massive Probleme, wenn ich einkaufen etc. musste.
Aber nun ist es eher komisches Sehen, Schwäche, infektanfällig sein, Schwindel.
Ich gehe jeden Abend traurig zu Bett, weil ich dann denke, dass ich wieder so wenig geschafft habe und wenn meine Nachfragen dann ergeben, was anderes alles machen (2 Terrassen bauen, ganzes Haus an einem Tag putzen, 2 Tage und 2 Nächte mit dem Auto in Urlaub fahren, Häuser bauen, arbeiten wie die Ochsen etc.), dann denke ich, dass ich wohl nicht mehr lange habe. Ich stehe morgens auf und bin schon müde. Um mal so den Ablauf zu schildern. Bei Hausarbeit: ständige Pausen einlegen. Bildlich beschrieben: Ich stehe still und "die anderen" laufen im Eiltempo an mir vorbei...

05.03.2013 11:49 • #14


Sich an anderen zu messen ist schon mal der ganz falsche Weg!
Jeder leistet das, was er leisten kann!

Gab es sowas in früheren Jahren schon?
Hast du Familie/Freunde?

05.03.2013 11:51 • #15


Familie habe ich und Freunde. Naja. Nicht so viele. Aber ich habe täglich Kontakt mit Leuten per Telefon, SMS oder Email/Chat. Ich will mich ja nicht 1 zu 1 vergleichen. Nur müsste man sich doch allein in meinem Alter schon besser fühlen, oder? Und nicht wie eine Omi.
Wie äußert sich das denn bei dir Hoffnungsschimmer und welche Diagnose hat man dir genannt?

05.03.2013 12:03 • #16


Meine Diagnosen? Das sind die, die mir in der Tagesklinik gestellt.wurden:

Panikstörung mit Agoraphobie
gem. Zwangsstörung
Atypische Anorexa nervosa
kombin. Persönlichkeitsstörung
Depressionen

Meine Symptome?Vielfältig und fast dauernd irgendwas!
Schwindel
Benommenheit
Sehstörungen
Dissoziationen
Schmerzen
Ohrgeräusche
Atemnot
Schwarz vor Augen werden
Gefühl Körperteile nicht richtig bewegen zu können
Müdigkeit
Schlappheit
usw

05.03.2013 12:32 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Hallo Pumuckl.
zuerst einmal Herzlich willkommen hier im Forum
Hoffnungsschimmer hat leider recht, die Psysche kann sooo viele Symtome hervor rufen,das kann man sich gar nicht vorstellen
Ich selber habe auch jeden Tag schmerzen,schwindel,innere Unruhe,Angst,Panikattacken,ständig Müde usw. Ein Tag wirklich mal ohne irgedwas ist wie Urlaub.
Du siehst also Du bist nicht allein mit Deinen dauer Symtomen.
Wir müssen eben lehrnen damit um zu gehen.

Lg Kim

05.03.2013 13:09 • #18


Ich habe auch staendig was,nur abEnds ad SOfa verschwinden die teilweise ganz,kOmisch oder?
Auf derArbeit habe ich staendig was,wie geht ihr damit um?
Ganz extrem bei mir sind:die Gedanken umzukippen,Magenschmerzen und Unwohlsein:-(ab und an auch Uebelkeit:-(

05.03.2013 13:39 • #19


Hallo!

Ich kenne all diese Symptome auch und kann manchmal auch nicht glauben, dass es alles nur psychisch ist.
Aber da ich hier sooft lese, dass es anderen auch so geht kann ich mich etwas damit arrangieren und finde mich ab damit. Heute hab ich meinen Frühjahrsputz begonnen und stelle fest, dass es mir ganz gut geht und trotz wackeliger Beine den ganzen Vormittag aktiv war.

05.03.2013 14:12 • #20



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Dr. Reinhard Pichler