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Hallo,schon immer hatte ich das tiefe unheimliche Gefühl von Schmerz, Leere,Last,etwas was ich nicht in Worte fassen kann wie es sich anfühlt im Brustbereich tief drinnen wie ein tiefes schwarzes Loch.Ich erinnere mich noch damals in sehr jungen Alter wo ich noch keine Angsterkrankung hatte,das ich ein paar mal das grausige gefühl wahrgenommen habe.Ich bekam immer Angst und wusste nicht wie damit umgehen,also weg damit,hat gut funktioniert es zu unterdrücken.Seit ich psychische Probleme habe, lässt sich das nicht unterdrücken.Der seelische schmerz ist so intensiv,es ist manchmal echt schwer auszuhalten.Ich weiß aber leider genau wie damals nicht, wie ich damit umgehen soll.Ich war jahrelang in Therapie, meine Therapeutin sagte immer das es seelische Verletzunge sind und das man die Gefühle zulassen soll damit die Seelische Narben heilen können.Das mache ich auch, ich meine es lässt sich eh nicht verdrängen und trotzdem wird es nicht besser.Was mache ich falsch?Wie ist es bei euch,geht es wem auch so ähnlich wie mir?Wie empfindet ihr seelische schmerzen?

05.05.2021 11:34 • 06.05.2021 x 1 #1


15 Antworten ↓


A
den seelischen Schmerz habe ich als einen der schlimmsten empfunden....man fühlt sich ausgeliefert.

Mir haben Medis geholfen in Begleitung einer Therapie...sonst wäre ich wahrscheinlich nicht mehr hier.

Das muss aber jeder für sich alleine entscheiden,manche schaffen es auch eigenständig....ich könnte das nicht.

Such für dich das richtige Werkzeug. und ich wünsche dir viel Glück dabei

05.05.2021 11:45 • x 1 #2


A


Wie fühlen sich bei euch seelische Schmerzen an?

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F
Hi, ich kenne dieses Gefühl ebenfalls. Oftmal wenn schmerzhafte alte Erinnerungen getriggert werden. Deine Therapeutin hat recht: das zu verdrängen wäre nicht gut, die Gefühle wollen gefühlt werden. Aus eigener Erfahrung weiß ich allerdings auch, dass es manchmal schwierig ist die Gradwanderung zwischen Gefühle zulassen und sich voll und ganz im Gefühl verlieren zu finden. Denn bei letzterem verstärkt sich das Gefühl wenn man es immer weiter füttert mit negativen Gedanken und zum Bespiel zusammengerollt auf dem Sofa liegen und nicht mehr rausgehen.
Mir helfen Achtsamkeitsübungen: das Gefühl versuchen mit etwas Distanz zu beobachten und mir zu sagen, es ist nur ein Gefühl, das bringt mich nicht um und dann wenn ich es mir angeguckt und es eingeordnet habe, mir aber auch zu sagen, dass das da bleiben kann und darf und ich jetzt versuche etwas anders zu machen damit ich mich nicht darin verliere.
Das ist aber wirklich schwer umzusetzten, wenn so ein heftiges Gefühl aufkommt und man sich sich so vereinnahmt davon fühlt.

05.05.2021 11:47 • x 1 #3


4_0_4
Erst mal alles Gute zum Geburtstag

Das kenne ich nur von früher als ich noch unbehadelt war.
Wie man damit umgeht ist auch eine Frage was der Auslöser war. Es ist ein Unterschied ob man beispielsweise in der Kindheit unterversorgt war oder ein körperlich traumatisches Ereignis stattefunden hat.

Die Verdrägung ist ein wichtiger Mechanismus der Psyche. Da gibt es auch so etwas wie Konzentration auf funktionierende Dinge, bewusstes, positives Denken und handeln, innere Achtsamkeit, Ich-Gefühl/Kontakt zu inneren Anteilen. isolieren von Introjekten und anderen Anteilen welche ungünstige Gedanken auslösen.
Und das ist nur ein Teil.

Seelische Schmerzen somatisieren sich bei mir in der Anspannung der Haut. Schmerzen im gesamten Körper und etwas, was in Richtung Stupor geht.

05.05.2021 11:47 • x 1 #4


L
Ich spüre seelischen Schmerz als Schmerz in der Brust-/Bauchgegend und das diese in Wellen kommen. z.B. nach dem verlassen werden war es zunächst ständig da, dann alle paar Tage, dann nur noch 1-2 mal im Monat und irgendwann wieder weg sobald man es verarbeitet hat. Der Schmerz lässt bei mir durch weinen nach, also durch zulassen der Gefühle. Verdrängen ging nie, irgendwann kam es dann umso mehr hoch.

05.05.2021 12:57 • x 1 #5


S
Zitat von Lischen:
Ich spüre seelischen Schmerz als Schmerz in der Brust-/Bauchgegend und das diese in Wellen kommen. z.B. nach dem verlassen werden war es zunächst ...

Wenn man das in dem Zusammenhang sagen darf, dann ist es gut, dass Du noch in der Lage bist, Schmerz zu fühlen.
Ich hab auf YouTube oft Videos gesehen und die eine Therapeutin geht zum Schmerz und sagt immer, fühle ihn. Denn nur so wird es besser.

05.05.2021 14:31 • x 2 #6


L
Zitat von portugal:
Wenn man das in dem Zusammenhang sagen darf, dann ist es gut, dass Du noch in der Lage bist, Schmerz zu fühlen. Ich hab auf YouTube oft Videos ...


Du meinst manche fühlen ihn garnicht oder wie meinst du es?
Wie oben auch schon beschrieben wurde ist es bei mir dann eine Gratwanderung und ich muss aufpassen nicht zu stark zu trauern, wenn man das so sagen kann. Insgesamt wäre ich aber manchmal froh weniger zu fühlen, denn ich spüre alle Emotionen sehr stark.

05.05.2021 14:39 • #7


S
Zitat von Lischen:
Du meinst manche fühlen ihn garnicht o

Ja genauso. Als ich depressiv war hätte jemand sterben können und ich hätte nichts gespürt. Ich konnte auch nicht weinen.

05.05.2021 14:41 • x 1 #8


Schlaflose
Bei mir hängt es davon ab, welche Situation es ist und wer mir den seelischen Schmerz zugefügt hat. In den meisten Fällen äußert sich das in einer unbändigen Wut auf denjenigen, und der Wunsch ihn totzuschlagen oder zu trampeln oder mir wünschen, dass ihm etwas Schlimmes zustößt. In anderen Fällen, wenn niemand konkret dafür verwantwortlich war, überfällt mich das heulende Elend.

05.05.2021 15:05 • #9


O
Hallo,danke für eure Antworten,es ist etwas einfacher wenn es eine bestimmte Verletzung ist wie zb. Ich sehe den Menschen der mich verletzt hat und wut kommt hoch.Dann weiss ich warum ich mich in den Moment schlecht fühle.Problem sind die seelische schmerzen die in Unterbewusstsein sind wo nur ein zerreiseßendes und schwer ertragbares Gefühl im Brustkorb sitzt,wie ein Last den man immer mit sich herum schleppt,man aber keinen roten Faden hat sag ich mal so von wo es kommt.Psychologisch gesehen soll man die Gefühle zulassen,aber wie lange was wird sich dadurch ändern?Ich lasse die schon seit zehn Jahren zu,es hat sich aber nichts geändert.Ist das überhaupt möglich zu lösen?

05.05.2021 17:51 • #10


L
Ich kenne das so nicht, sondern kenne seelischen Schmerz nur für eine begrenzte Zeit (Wochen oder Monate) und konnte ihn dann immer einem einschneidenden Ereignis zuordnen (Trennung, Todesfall usw.). Hast du denn in der Therapie herausgefunden woher die Verletzungen kommen? Sie müssen ja dann sehr tief sein und du schreibst das es schon so viele Jahre da ist.

05.05.2021 19:51 • #11


4_0_4
Zitat von Olla:
sind die seelische schmerzen die in Unterbewusstsein sind wo nur ein zerreiseßendes und schwer ertragbares Gefühl im Brustkorb sitzt,wie ein Last den man immer mit sich herum schleppt,


Ich kann das verstehen das es sich so anfühlt.
Um das zu verändern kommst Du vermutlich kaum umher dein bisheriges Leben und den Umgang mit der selber zu reflektieren.
Das Gesamtkomzept um den Leidensdruck zu senken und mehr Lebensqualität zu erreichen ist aus meiner Sicht aus vielen Punkten und vielen kleinen Dingen zusammengesetzt, in denen wir ungünstig mit uns selbst umgehen.

Ein Punkt davon von ist das Betroffene dazu neigen Symtome zu dramatisieren / sehr emotional auszudrücken und sie somit im Kopf, auf einen Sockel der Macht zu stellen. Von dem herunter herrschen die Symptome.
Es ist möglich das man sich selbst so stigmatisiert und in eine Opferrolle der Symptome ergibt, das das ganze ein selbst erhaltendes System wird. Mit der Konzentration auf Dinge die dysfunktional sind, wird die eigene Welt im Kopf auch dysfunktional.

Und eben mit dem unterstrichenen gibst Du dem was dich belastest mehr Aufmerksamkeit als notwendig.

05.05.2021 20:08 • #12


D
Seelische Schmerzen sind bei mir zum Beispiel Anspannung im Magen, Herzrasen , innere Unruhe , starkes Grübeln, Zittern, Appetitlosigkeit kommt immer auf den Schweregrad drauf an. Bei einer Posttraumatischen Belastungsstörung war ich längere Zeit anschließend apathisch wie sediert und fühlte erstmal keinen Schmerz, konnte auch nicht weinen. Das kam dann zum Glück irgendwann wieder, aber nicht die erste Zeit.
Ich finde es schrecklich wenn man gar nicht mehr weinen kann. Man ist wie gefangen im eigenen Schmerz.

05.05.2021 20:18 • #13


Baboutchka
Liebe Ola und alle, Ola Du hast alles gut in Worte gefasst . Auch bei mir ist die Angst - die unnormale Angst - mein ständiger Begleiter. Sei ich 20 bin ungefähr, heute bin ich 63. Die geringsten Anzeichen lösen bei mir besonders Krebsangst aus.Freundschaft hilft mir am meisten. Sport, wandern, schwimmen....Gartenarbeit auch beten.
Medikamente habe ich nie vertragen!
Kopf hoch, Brust raus und durch.... liebe Grüsse aus Frankreich

06.05.2021 02:34 • x 1 #14


moo
Hallo @Olla,

das Leid des Daseins zu spüren ist immerhin ein Einstieg. Schade ist, wenn man bei dem leidigen Empfinden verharrt und somit das Leid kultiviert.

Diffuser Lebensschmerz muss nicht zwingend von schwierigen oder gar traumatischen Kindheitserfahrungen herrühren. Ich behaupte, jeder spürt sie irgendwann im Leben. Und die meisten finden eine Möglichkeit damit umzugehen.

Ich habe gelernt, nicht damit umzugehen, sondern nutze sie als Ansporn, um sie zu verstehen. Seitdem ergibt mein Leben - und das Leiden - Sinn.

06.05.2021 06:03 • x 2 #15


Schlaflose
Zitat von Olla:
Problem sind die seelische schmerzen die in Unterbewusstsein sind wo nur ein zerreiseßendes und schwer ertragbares Gefühl im Brustkorb sitzt,wie ein Last den man immer mit sich herum schleppt,

Dieses Gefühl hatte ich eine Zeitlang nach dem Tod meiner Mutter und später dann auch noch, wenn Dinge nicht so liefen wie ich es geplant hatte. Das war aber immer nur vorübergehend. Es gab immer eine konkrete Ursache. Einfach so kenne ich es nicht.

06.05.2021 06:48 • #16


A


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Dr. Christina Wiesemann