hallo,

ich nehme wegen depressionen seit zweieinhalb jahren fluoxetin, was die meiste zeit eigentlich ganz gut gewirkt hat.

aber: im laufe der zeit habe ich festgestellt, dass die depressionen nur die spitze des eisbergs sind bzw. die folge einer unspezifischen angststörung, die mich in vielen, vielen lebensbereichen quält.

zur zeit ist es wieder besonders heftig. ich ziehe demnächst mit meiner freundin zusammen und werde deshalb aus meiner eigenen wohnung ausziehen, in der ich mittlerweile seit zehn jahren hause.

eigentlich ist das alles ein grund zur freude und ja auch von mir so gewollt, aber seit ein paar tagen überkommt mich bei dem gedanken an all das neue, unbekannte die *beep* panik. das hat eigentlich gar nichts mit meiner freundin zu tun, ich habe schlichtweg schreckliche angst davor, mein gewohntes, funktionierendes umfeld zu verlassen und mich auf unbekanntes terrain zu begeben.

was tut man dagegen? um das abzuklären und vielleicht einen neuen therapieversuch zu starten, habe ich nächste woche mal wieder einen termin bei einem psychologen, aber mich würd mal interessieren, welche erfahrungen ihr gemacht habt. fluoxetin "bremst" diese angstzustände jedenfalls überhaupt nicht...

17.07.2008 13:31 • 17.07.2008 #1


2 Antworten ↓


Christina
Hallo Matze,

wirklich erfolgversprechend bei starken, akuten Angstzuständen sind hauptsächlich Benzodiazepine (die bekanntermaßen abhängig machen können) und alternativ, aber nicht so durchschlagend wirksam Opipramol oder Promethazin. Ist alles verschreibungspflichtig, und es empfiehlt sich sowieso, in der Angelegenheit einen Facharzt aufzusuchen. Hast Du ja bestimmt, da Du seit längerem wegen Depressionen behandelt wirst.

Aber davon ab: Deine Ängste in der jetzigen Umbruchsituation sind völlig normal. Vielleicht stärker als bei einem "Gesunden", aber Angst vor dem Neuen, Unbekannten, Angst vor der eigenen Courage - das hat so ziemlich jeder. Das dürfte etwas völlig anderes sein als die hier so häufig berichteten Panikattacken aus heiterem Himmel.

Trotzdem ist ein neuer Therapieversuch sicher sinnvoll, immerhin leidest Du immer noch unter Depressionen und Ängsten. Das ist auf jeden Fall behandlungswürdig, selbst wenn die aktuellen Angstzustände nicht wirklich krankhaft, sondern eher normal sein sollten.

Liebe Grüße
Christina

17.07.2008 16:15 • #2


hallo christina,

klar, vor so etwas angst zu haben, ist sicher nicht unnormal, aber mich überrascht ein bisschen die heftigkeit. wenn sich auch nur das geringste in meinem bekannten und gewohnten umfeld ändert - selbst etwas, was ich aus eigenem willen forciere - gerate ich ziemlich schnell und heftig aus der bahn.

naja, das werde ich nächste woche mal dem doc vortragen... vielleicht komm ich ja endlich mal auf einen grünen zweig.

17.07.2008 18:32 • #3





Dr. Hans Morschitzky