susi2809

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Hallo ihr lieben,....

würde gern mal erfahren wie ihr mit euren Ängsten umgeht und ob ihr euch manchmal so
fragen stellt wie zb Was in eurem Kopf nicht stimmt , manchmal frage ich mich ob ich wirklich so "bekloppt" bin
Ich leide nun schon seid Jahren an Angstzuständen und Panikattaken wobei ich zwischendrin auch paar Jahre Ruhe hatte
nur im Moment geht es wieder los bei bei mir obwohl sich nichts geändert hatte bei mir bzw nix passiert ist wo mein Kopf hätte sagen könn "he ich mach Dir mal wieder das leben zur Hölle"
Was mich auch mal interessiert was ihr wirklich in dem Moment einer Panikattake macht?

28.05.2014 19:52 • 02.06.2014 #1


11 Antworten ↓


Lizzerd


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Hallo

Ja manchmal frage ich mich schon warum ich plötzlich eine Panikattacke bekomme. Was ging da gerade in meinem Kopf vor? Vor allem hatte ich ab und zu mal Panikattacken aus dem Schlaf heraus sozusagen. Bin zb nachts um 4 aufgewacht und hatte sofort eine PA. Da hab ich mich schon oft gefragt was bitte bei mir falsch läuft?
Richtig krasse Panikattacken habe ich allerdings in letzter Zeit zum Glück nicht mehr (hoffe das bleibt so!), eher kleinere Paniken bzw. einfach Angst.
Bei extremen Panikattacken habe ich immer schluckweise Wasser getrunken, ein Bonbon gelutscht/Kaugummi gekaut, meine Bachblüten Notfalltropfen genommen und versucht mich abzulenken mit etwas das mir in dem Moment ein gutes Gefühl gegeben hat z.B. ein lustiges Buch lesen, etwas lustiges angucken (Film/Serie/YouTube-Videos), mit jemandem schreiben/reden, Musik hören, progressive Muskelentspannung usw ... und das mach ich eigentlich jetzt auch noch wenn ich Angst verspüre.
Wenn ich unterwegs bin dann hab ich auch immer was zum Trinken dabei und einen Traubenzucker. Dann lenke ich mich ab indem ich mit der Person rede mit der ich unterwegs bin (bin eigentlich nie alleine unterwegs).

28.05.2014 21:27 • #2


abra77


hi susi,

ich hab mich auch lange zeit gefragt, was das ganze auslöst. inzwischen ist mir das eigentlich egal, kommen ursächlich einige dinge in betracht. meiner meinung nach ist es wichtiger mit seinen problemen zurechtzukommen, an der vergangenheit kann man eh nichts ändern. ich habe festgestellt, dass sich streß sehr negativ bei mir auswirkt. ich hab auch das gefühl, dass es unterm strich erheblich besser geworden ist. rückschläge habe ich immer wieder, aber nicht mehr so heftig wie in der anfangszeit. jahrelang ruhe hätte ich auch ganz gerne mal

bei einer akuten panikattacke (seltenst inzwischen) kommt es auf die situation an. wenn ich zuhause bin, dann trinke ich viel kaltes wasser und versuche mich zu bewegen. sitze ich vorm pc, dann höre ich dieses lied: dann muss ich immer grinsen, ist mein blöder humor. auch, wenn der text nicht 100% passt. wenn es draußen ist, dann versuche ich es möglichst zu ignorieren. beim gefühl umzukippen einfach wetergehen, nicht hinsetzen oder festhalten. eben aushalten, augen zu und durch. ablenken. auf der arbeit ist es etwas schwieriger. wenn grad kunden da sind versuche ich mir nichts anmerken zu lassen. ist grad niemand da, mache ich "eine pause", kaltes wasser und viel bewegen (laufe schnell und häufig um den arbeitstsch )

für mich ist das wichtigste streßreduktion, was leider nicht immer funktioniert. je streßiger mein tag, desto wahrscheinlicher symptomatik am abend.

lg abra

28.05.2014 21:40 • #3


susi2809


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Also bei mir klappt das mit dem ablenken nicht , ich bin schon froh wenn ich in so einer Situation nicht allein bin,
also ich zumindest weis das jemand da ist. und konzentrieren ist gleich recht nicht ich hab dann einfach nur noch das Gefühl ich dreh entweder durch oder ich sterbe
Bin schon froh das ich einen relativ toleranten Freund hab , glaub das würde nicht jeder so über die Jahre mitmachen

29.05.2014 09:59 • #4


Lizzerd


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Das ist alles Übungs- und Gewohnheitssache. Die Angst/Panik findet nur im Kopf statt und deswegen muss man seine Gedanken umlenken. Dazu gehört viel Wille, Übung und Kraft aber man muss dazu auch bereit sein. Dann klappt das - mal besser mal schlechter - schon

29.05.2014 10:17 • #5


Denny

Denny


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Mir ist letztens aufgefallen, dass ich denken kann, ohne dass ich es bemerke. Nein, ehrlich, das klingt jetzt wirklich bekloppt, ist aber so.
Häufig registriere ich ein körperliches Symptom (sagen wir z.B. leichten Schwindel) und ich breche den ersten Gedanken sofort ab, um nicht in die Gedankenspirale zu kommen. Dann kann ich mich extrem gut ablenken und "so tun als ob". So halte ich den Ball flach. Aber offenbar finden meine Gedanken unbewusst ihre Plattform, auf welcher sie sich in was reinsteigern können, denn die Symptome nehmen dann zu, auch wenn ich bewusst kaum was denke. Das ist total blöd. Ich frage mich auch, ob ich mich besser ganz bewusst in was reinsteigern sollte, damit es schneller aufhört. Auf meine Weise kann sich dieses Steigern über Stunden ausdehnen, so dass ich tagelang in einer halb-Panik bin.

30.05.2014 19:06 • #6


PuestadeSol

PuestadeSol


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Viele sagen ja, dass man seine Angst ganz bewußt erleben soll, warum kam dies jetzt, was passiert wirklich mit mir...Ich bin selbst an diesem Punkt noch nicht angekommen, weil ich widerum Angst habe, mich darauf einzulassen - also die berühmte Angst vor der Angst. Natürlich ist es auch immer abhängig davon, wo ich mich gerade befinde...steh ich an der Kasse im Supermarkt brauch ich ganz schnell eine Ablenkung und da kann es dann schon einmal passieren, dass ich meinen Vordermann frage was er denn dafür ein tolles Produkt hat...blablabla, bloß nicht denken....Bis dato versuch ich mich also mit was auch immer abzulenken..glaube aber, dass die Konfrontation mit der Angst der richtige Weg sein wird, darauf arbeite ich Stück für Stück hin. Ist die Attacke vorbei spreche ich später mit guten Freundinnen darüber und mit deren Hilfe, erkenne ich dann selbst einige Sachen besser und in einem anderen Licht.

31.05.2014 08:40 • #7


Lizzerd


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Ich denke auch dass es wichtig ist, sich außerhalb von Angstsituationen bewusst zu machen, was während einer Panikattacke oder generell während solchen Angstzuständen in einem vorgeht. Man muss sich klar machen, dass man eben z.B. nicht umkippt, auch wenn man sich schwach fühlt und dass es sich bessert wenn man aus der Situation draußen ist bzw. nach einer bestimmten Zeit sogar noch in der Situation selbst.
Die Angst ganz bewusst zu erleben und zulassen fällt mir schwer wenn ich unterwegs bin, da versuche ich auch eher mich abzulenken und wenn sich dann die Panik bessert und ich mich etwas entspanne, dann kann ich es besser zulassen. Wenn ich mich komplett auf die Angst einlassen würde, würde es mir glaube ich schwerer fallen die Situationen ganz durchzustehen. Im Nachhinein stelle ich nämlich auch oft fest dass die Angst einfach vergeht wenn ich mich gar nicht erst reinsteigere sondern mich zb aufs Einkaufen konzentriere.
Das bewusste erleben der Angst ist Zuhause etwas einfacher und ich denke damit kann man auch anfangen. Wenn man Zuhause Angst hat kann man sie kurz zulassen und sich damit auseinander setzen, und dann einfach weitermachen und versuchen sie in den Griff zu bekommen. Ich denke eben es gibt einen Unterschied zwischen Angst bewusst erleben oder sich reinsteigern, und da muss man etwas vorsichtig sein.

31.05.2014 09:06 • #8


mattes


Man sollte, muß in langsamen Schritten auf die Angst zugehen. Man muß die Schonhaltung, das Vermeiden von Situationen die Angst und Panik bereiten aufgeben. Nur so gehts langsam wieder da raus. Sich irgendwie ablenken funktioniert nicht. Wenn z.B. jemand angst vor Geschäften, vorm einkaufen hat, sollte er sich vorab einen genauen Einkaufszettel schreiben.
Den Laden betreten, die Angst annehmen mit dem Wissen das ich schnell wieder raus bin. Dann die Angst leider aushalten. Es passiert nichts.
Nach und nach wird euch auffallen das ihr anfangt nicht mehr über die Angst nach zu denken sondern euch schon hier und da Waren anschaut die nicht auf der Liste stehen.
Ich selber habe es so gemacht vor vielen Jahren. Es ist am Anfang schwer, aber es ist die einzige Möglichkeit.
Die Auslöser der Angst sollten natürlich therapeutisch bearbeitet werden.
Das kann man auf viele Angstsituationen anpassen und anwenden.

31.05.2014 09:47 • #9


Lizzerd


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Ich schreib mir auch immer einen Einkaufszettel damit ich nicht im Geschäft rumsuchen muss, da werd ich sofort unruhig. Bin schon langsam an dem Punkt wo ich mich mehr auf das Einkaufen konzentrieren kann, vor allem wenn ich zusammen mit jemandem einkaufe werde ich ziemlich schnell ruhig und kann sogar ohne Angst an der Kasse anstehen oder ein bisschen nach anderen Sachen gucken die ich eigentlich nicht auf der Liste hab.
Je mehr man übt desto routinierter wird man.

31.05.2014 10:29 • #10


PuestadeSol

PuestadeSol


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Ja, das stimmt, wenn ich bewußt unterwegs bin und genau weiß was ich brauche ist es besser. Die Unruhe kommt eher, wenn ich eh schon in Eile bin und dann kopflos durchrase...wenn dann noch eine Schlange an der Kasse ist, merk ich dieses Kribbeln was den Rücken hochgeht und der Kopf fängt an zu summen. Im extremsten Fall lass ich dann alles stehen und liegen und muss nur noch raus. Das hatte ich aber zum Glück schon lange nicht mehr.Seit ich mich auf Medikamente eingelassen haben und ich nun langsam das GeFühl habe, dass diese anfangen zu wirken, kann ich besser und klarer planen und nun den nächsten Schritten der Angstbewältigung entgegen gehen. Darauf folgt dann der Schritt den Grund zu finden, warum diese Ängste überhaupt angefangen haben...tief in mir weiß ich die Antwort, aber ich bin noch nicht so weit, darauf einzugehen.

31.05.2014 10:41 • #11


Valerie


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Ich gehe dann irgendwohin, wo ich allein bin und sage mir: ok, du hast jetzt einen Angstzustand. Der darf jetzt da sein und dann geht er wieder weg. Dann warte ich ab, bis es wieder vergeht. Wichtig ist, nichts zu bewerten und nicht zu katastrophisieren, wie z. B. oh Gott, wie soll ich nur den Tag überstehen, wenn es mir so geht. Nur im Moment sein, die Angst dasein lassen und sich sagen, dass ist nur ein Gefühl, nicht die Realität. Das geht vorbei. Ansonsten haben mir Familienaufstellungen sehr geholfen, mit den Ängsten fertig zu werden. Schon mal davon gehört? Falls nein, recherchiere doch mal im Netz, z. B. hier http://www.sorge-dich-nicht-liebe.de/fa ... ufstellung oder http://de.wikipedia.org/wiki/Familienaufstellung. Gute Besserung!

02.06.2014 11:20 • #12



Dr. Reinhard Pichler


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