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Hey,

dieser Thread soll sich jetzt mal nicht mit irgendwelchen Symptomen von Panikattacken befassen, sondern mit den Ängsten und Emotionen, die dahinter stecken. Da ich im Moment selbst viel versuche zu reflektieren, wann die PAs bei mir auftreten und mit welchen Ängsten sie verbunden sind, würde mich mal interessieren wie es bei euch so ist... Habt ihr euch überhaupt schon Gedanken über sowas gemacht? Und wenn ja was ist da so zu Tage gekommen?

Bei mir scheint ein wichtiger Hintergrund für die PAs die Ablösung von zu Hause zu sein. Ich bin vor 2 Jahren zum Studieren von Mecklenburg nach Jena gezogen ohne die Stadt oder irgendwen hier in der Nähe zu kennen. Mit dieser Umstellung sind auch die ersten richtig schlimmen PAs aufgetreten. Es ist nun nicht so dass ich hier inzwischen keinen Anschluss habe... ich habe einige Freundschaften, wo ich wirklich gutes Potenzial sehe, aber in manchen Situationen wünscht man sich trotzdem dass jemand vertrautes da ist der einen unterstützt und dabei hilft neue Kraft zu tanken. Und ich merke oft dass mir das hier im Moment fehlt. Es ist nicht einfach diesen ganzen Anforderungen des Alltags standzuhalten, vor allem wenn man sich deswegen noch unsicher ist, wegen seiner Panikattacken und man kommt oft an seine Grenzen. Ich habe in letzter Zeit oft das Gefühl, dass da so ein großer Berg an Aufgaben, Anforderungen und Problemen vor mir steht und ich komme mir so klein vor daneben:-( Und dann wünsche ich mir oft sehr dass jemand da wäre der mich in den Arm nimmt und mir Mut macht, dass ich das schaffe... ich fühle mich in solchen Situationen oft sehr allein mit all den Anforderungen, auch wenn ichs vielleicht gar nicht bin... aber in meinen gedanken ist es eben manchmal so

24.11.2010 04:06 • 24.11.2010 #1


4 Antworten ↓


Meine erste Panikattacke hatte ich, als ich mich mit Gewalt von zu Hause lösen wollte.

Meinen ersten Studienabschluß hatte ich da schon in der Tasche, und ich wollte jetzt mit Gewalt erfolgreich sein.

Auf jeden Fall habe ich dann mehrere Gänge zurückgeschaltet, was mir gleich im Krankenhaus mein Freund und Schulfreund, der jetzt ein bekannter Arzt ist, riet.

Ich mache es immer noch so, aber es ist nicht nur die Überlastung, es ist auch die Angst vor der Welt da draußen, bei mir jedenfalls.

Und dann noch die anderen Schicksalschläge, die man so erleidet, die spielen bei mir auch eine Rolle.

Grundsätzlich habe ich aber meine Panikattacken angenommen und seitdem treten sie nur noch sehr selten auf.

Wenn ich sie kommen spüre, dann nehme ich mich sofort zurück und gehe in die Entspannung.

24.11.2010 04:18 • #2



Was steckt hinter euren PAs?

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Zitat von Schmusekater:
Wenn ich sie kommen spüre, dann nehme ich mich sofort zurück und gehe in die Entspannung.


Ja das ist ne gute sache, die ich auch versuche irgendwie umzusetzen... es klappt langsam besser, aber es ist noch schweirig für mich das richtige gefühl dafür zu entwickeln. Ich merke dass ich stark in diesem ach ich mache das jetzt auch noch schnell fertig-muster stecke und da auch schnell wieder reinrutschen kann. wahrscheinlich hängt das stresslevel, das man sich zumuten kann auch immer stark von den vorhandenen ressourcen ab... schicksalsschläge können da natürlich was verändern... seitdem mein freund in australien ist für ich mich auch weniger belasbar...

was heißt denn du wolltest dich mit gewalt ablösen?

24.11.2010 04:26 • #3


Stimmt, seitdem meine Mutter vor kurzem gestorben ist, bin ich auch kaum noch belastbar, da muß wohl erst Zeit vergehen.

Ja, ich dachte damals, es wird Zeit, eine eigene Wohnung zu nehmen, und die war dann auch noch am anderen Ende der Stadt, in so einer Satelliten Stadt, wo ich niemanden kannte und mich, trotz einer schönen Wohnung, nicht wohlfühlte.

Vom Gefühl her wollte ich noch gar nicht von zu Hause weg, es war nur der Verstand, der das sagte.

Als ich es dann annahm, daß ich meine Mutter sehr brauche, ging es mir wieder besser, und irgendwann ergab sich dann ganz von selbst eine schöne eigene Wohnung für mich.

24.11.2010 04:44 • #4


Bei mir stecken wohl in erster Linie Verlustängste dahinter, fehlendes Urvertrauen sowie ein grundlegendes Alleinsein-Gefühl.
Als Einzelgängrin hab ich mich schon als Kind sehr gerne zurückgezogen - da hat man dann natürlich kaum Freundschaften. Und wenn dann die Familie auch keinen emotionalen Boden/Stütze darstellt, entwickelt man im Kopf irgendwann die Phantasie, daß man ganz allein auf der Welt ist, woraus dann diese Paniken entstehen.

24.11.2010 08:53 • #5




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