Pfeil rechts

Hallo,

ich leide an GAS und manchmal an PAs.
Ich mache gerade eine VT, aber ich komme nicht weiter, ja ich könnte sogar sagen, dass mehr als reden nicht geht und selbst da traue ich mich nicht, alles zu sagen.
Mein Therapeut hat mir 2 Übungen angeboten aber ich kann da einfach nicht mitmachen. Nicht weil ich nicht will, ich kann einfach nicht. Ich schäme mich so und habe mir immer wieder vorgenommen es zu schaffen, aber ich versinke vor Scham und bekomme einen roten Kopf. Wie komme ich davon los? Es geht einfach nicht, ich versperre mir selber den Weg. Ist das auch eine Art der Vermeidung, weil ich Angst davor habe? Wenn ja, wie werde ich das los? Ich habe das Gefühl ich kann es nicht ändern, das belastet mich so sehr. Ging es jemandem ähnlich und wie schaffe ich es, mich zu überwinden? Liegt es daran, dass ich mich vom Therapeuten beobachtet fühle, dass das so peinlich für mich ist? So langsam verzweifel ich und denke da muss doch mehr dahinter stecken...??
Freue mich auf Antworten, die mich irgendwie motivieren können.
Danke, Silke M.

10.08.2004 22:17 • 20.10.2004 #1


8 Antworten ↓


Hallo!

Für mich klingt das so, als hättest Du zu Deinem Therapeuten noch nicht genug Vertrauen. Ich mache auch Verhaltenstherapie, habe PTBS und habe über 5 Jahre gebraucht bis ich meinem Therapeuten halbwegs vertrauen kann. Laß Dir bitte Zeit, laß Dich nicht zu sehr drängen, ich denke, es besteht bei Dir noch Redebedarf, bevor Du Dich weitere Schritte wagst.

Ich wünsche Dir viel Mut.

Alles Gute

Steppenwölfin

11.08.2004 07:39 • #2



Verhaltenstherapie, Schüchternheit und ich, Silke

x 3


Hi Steppenwölfin,

ja, Du kannst schon richtig liegen mit Deiner Vermutung.
Aber wie lange soll ich da noch reden?

Ich habe bald die 9. Stunde und nur 25 beantragte insgesamt, ich denke, die Zeit läuft mir davon...

Silke

11.08.2004 08:47 • #3


Hi Silke,

sorry, aber erst die 9. Stunde?!? Du kennst den Therapeuten so gut wie fast nicht. Beschreib doch mal Deine Symptome genauer, vielleicht kann ich dir dann noch mehr dazu sagen. Mit Deinen Abkürzungen kann ich nicht viel anfangen.
Ist das Deine erste Therapie? Wenn ja, werden Dir sicherlich noch mehr Stunden bewilligt. Das ist normal, das die Krankenkasse erst mal so wenig Stunden bewilligt, dann muß Dein Therapeut einen Weiterbewilligungsantrag stellen, bevor die Stunden ausgelaufen sind. Mach Dir da bitte keine Sorgen.

Ich wünsche Dir viel Geduld, ich weiß, wie lange das dauern kann, bis man zu Vertrauen lernt.

Grüße

Steppenwölfin

11.08.2004 09:18 • #4


Hi Steppenwölfin,

ja, das ist meine erste Therapie.

Alles fing mit Panikattacken an...Herzklopfen bis zur Todesangst.
Dann bekam ich Angst, ich könnte unter einer schlimmen Krankheit leiden, weil ich ein schlechtes Blutbild habe.

Das ist allerdings schon seit anderthalb Jahren so extrem, dass ich denke ich habe Krebs oder ...ist auch deswegen untersucht worden, aber selbst der Onkologe meinte, mein Blutbild könnte angeboren sein...
Ich war auch beim Kardiologen usw...

Ich versuche mal mehr über mich zu schreiben...

Ich bin früher schon oft total mies von anderen Kindern behandelt worden und war immer totaler Außenseiter.
Aber ich habe auch nie zu denen gezählt, die aufgrund ihres Aussehens oder sonstiger komischer Dinge verstoßen wurden. So typische Klassenideotin war ich gar nicht.

Vor lauter Angst habe ich mir viel selbst verbaut. Gerade in der Schule...Arbeit sehr gut...mündlich 6!
So lag ich dann eher im Durchschnitt von 3-4 anstatt von 1-2.
Ich hatte da keinen Druck von außen, also war es auch egal.

Alle Probleme die ich bisher hatte, habe ich immer ganz für mich alleine gelöst und niemandem habe ich davon erzählt. Weder als Kind, noch jetzt.

Ich bin einerseits im Beruf sehr ehrgeizig und gebe immer 150%, was wohl eher daran liegt, dass ich es nicht ertragen kann, Kritik zu bekommen. Allerdings egal in welcher Richtung!

Vom inneren Wesen bin ich total zurückhaltend, überlege 10mal, bevor ich eine Antwort gebe, vermeide treffen mit größeren Gruppen usw...

Ich kann mich mit einer Person, wenn ich ehrlich meine, dass sie mich mag und kein falsches Spiel mit mir treibt, ganz gut unterhalten.

Ich kann nicht nein sagen...nur in der Therapie, wenn ich die Übungen machen soll...ich schäme mich so.

Wenn ich mal über eine gute Sache erzähle, die ich geschafft habe, nur um nicht ganz so unbeholfen zu wirken, dann ist es mir so unangenehm, wenn der Therapeut sagt, dass er stolz auf mich ist.

Sich einzugestehen, was man hat, ist der erste Weg zur Besserung.
Ich kenne meine Fehler, auch was ich gut kann und kann total über mich alles zugeben...aber trotzdem komme ich vor lauter Schüchternheit nicht weiter.

Etwas auszuprobieren und an meiner Reaktion zu sehen, dass es doch nicht so schlimm ist, wie ich denke, dass geht einfach nicht.

Ich weiß ja, dass nichts so schlimm ist, wie man denkt. Es ist mir bewußt, dass auch nichts passieren kann, dass der Therapeut mich bestimmt nicht auslacht, aber...

es geht einfach nicht.

Silke

11.08.2004 09:42 • #5


Hallo Silke,

so einiges was Du beschreibst über Dich, erinnert mich sehr an mich. Die Schwierigkeiten mit anderen zu reden. Ich kann Dich nur ermutigen, Dir die Zeit in der Therapie zu lassen, die Du brauchst. Du lernst Deinen Therapeuten doch erst kennen. Ist es denn so, daß er von Dir jetzt schon diverse Übungen abverlangt?

Das sitzt sehr tief, wenn man von anderen Kindern in der Schule etc. gemobbt wurde, mir erging es genauso und sehe daher auch oft warum ich solche Schwierigkeiten und Ängste habe. Aber bei mir ist noch so einiges anderes schief gelaufen.

Ich habe auch viel gepowert in der Arbeit, bis ich so weit war und gar nichts mehr ging. Aber ich finde es gut, daß Du Dich in Deinem Job so engagierst, kann mir aber auch denken, daß es Dir gut täte, etwas mehr Distanz zu Deiner Arbeit zu finden.

Für vieles habe ich mich auch geschämt, vor allem in der Therapie, bis dann das Vertrauen wuchs, seitdem ist es leichter geworden, aber noch immer nicht völlig verschwunden.

Kannst Du nicht mit Deinem Therapeuten darüber reden, daß Dir manche Übungen noch zu früh sind. Ich denke, je mehr Du Deinem Therapeuten vertrauen kannst, umso eher bist bereit, Dich mehr zu wagen.

Nimmst Du Tabletten gegen Deine Ängste??

Alles Liebe

Steppenwölfin

11.08.2004 10:09 • #6


Hallo Steppenwölfin,

also, dass mit der Arbeit hat sich eh erledigt, denn ich bin krankgeschrieben.

Ich nehme keine Tabletten.

Mein Thera hat nur versucht mal Entspannungsübungen zu machen.

Weil ich erwähnte, dass ich mich selbst nicht leiden kann, nur sehr sehr selten mal, und meine Wut eher auf mich richte, anstatt mal auszuflippen, hat er versucht, mich dazu zu bewegen, meine Aggressionen mal nach aussen auszuleben...

Ich habe aber meiner Meinung nach null Aggression in mir...

Der Thera sagte mal, dass ich noch viel Gesprächsbedarf hätte...

Naja, ich denke schon wieder, dass er vielleicht meinen könnte, dass eher eine P-Analyse für mich geeignet wäre...

Natürlich gibts da bei mir noch mehr...Eifersucht, Verlustangst, Abhängigkeit von meinen Eltern...aber ich traue mich nicht, hier so viel über mich zu schreiben...

Ich wollte Dir nochmal danke, sagen, es tut gut, wenn jemand sich meldet!

11.08.2004 14:25 • #7


Hallo Silke,

ich mag das auch nicht,hier so öffentlich ins Detail zu gehen. Wenn Du magst, schreib mir doch unter Würde mich freuen!

Ohne Tabletten, find ich es aber hart, das Du das so durchstehst. Ich habe auch lange gebraucht, bis ich mich darauf einlassen konnte und das richtige gefunden habe. Hast Du mal überlegt, Dir was verschreiben zu lassen??

Also von PA (Psychoanalyse)halte ich nicht viel, da wühlt man nur im Dreck ohne wirklich was zu ändern.

Wieso Eifersucht, hast Du einen Freund??

Also, schreib mir doch einfach privat an der o. a. Mailadresse, dann wird´s privater und vertraulicher.

Alles Liebe,

Steppenwölfin

11.08.2004 19:12 • #8


hi silke,

bin auch in therapie, weil ich unerklärlichen schwindel hatte und habe auf der strasse total angst, mich zu bewegen und zu fallen, besonders bei vielen menschen. na ja und noch anderes zeug.
am anfang meiner therapie hab ich nur davon gesprochen, dass ich nicht weiss, ob ich therapie machen will und dass ich mir blöd vorkomme. mein bester freund war auch mal in therapie wegen depression und hatte irgendwann kein bock mehr. mit ihm kann ich mich prima lustig machen über unsere beiden therapeuten. nimm die einfach nicht so ernst. die müssen sich so neutral wie möglich verhalten, damit du dich gespiegelt siehst. wenn mich mein therapeut lobt oder so oder fragt: waren sie in dem moment traurig (und ich weine dabei . natürlich war ich traurig, aber er will, dass ich es sage), dann ist es mir auch unangenehm. das lustige ist, man kann diesem fremden menschen alles erzählen. manchmal heul ich auch die ganzen 50 minuten. manchmal hab ich überhaupt keine lust, hinzugehen. aber insgesamt hilft es, obwohl es nicht weg ist.

glaube ausserdem, dass du bestimmt eine verlängerung bekommst (insgesamt 2 jahre vielleicht), wird nach etwa 20. sitzung besprochen, ob du verlängern willst.
viel glück und kraft wünsch ich dir

gruss marie

20.10.2004 17:56 • #9




Auch interessant

Hits

Antworten

Letzter Beitrag


Dr. Hans Morschitzky