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vivi88
Hallo erstmal ,
Es tut wirklich gut dieses Forum gefunden zu haben, da ich mich nun weniger allein mit meinem Problem fühle. Ich lese nun schon länger mit, habe aber zu meinem Problem noch nichts ähnliches gefunden und wollte nun mal nachfragen ob das hier jemand auch schon bei sich beobachten konnte.
Meine "Attacken " laufen immer sehr ähnlich ab. Ich bemerke entweder einen kurzen schwindel oder etwas anderes das mich in angst versetzt und schon geht es los. Ich bekomme herzrasen ab und zu wird mir auch i.Wie komisch im kopf, ich zittere und werde teilweise richtig blass. So nun zu dem was mir dann immer auffällt ist, dass wenn ich dann in den Spiegel schaue und mein blasses Gesicht sehe, auch meine Zunge weniger rot ist und schlechter durchblutete aussieht. Komischerweise auch wirklich nur die zunge. Alle anderen schleimhäute und auch die Lippen werden nicht blass dabei. Kennt das hier jemand vielleicht auch?
LG

03.06.2015 20:59 • 03.06.2015 #1


8 Antworten ↓


alice01
Hallo vivi,
herzlich Willkommen hier im Forum!
Deine Beschreibung mit der Zunge kenne ich zwar so nicht, da ich bei meinen PAs da nie draufgeschaut habe, aber ich würde das Ganze nicht allzusehr hinterfragen. Wie du hier sicher schon gelesen hast erzeugt die Angst gänzlich verschiedene körperliche Symptome, die oft nicht erklärbar sind, da sie eben von der Angst stammen.
Wie lange leidest du schon unter PAs? Bist du in Behandlung?

03.06.2015 22:00 • #2



Symptome - Zunge, Lippen, Schleimhäute & Gesicht

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vivi88
Hallo ,
Denke für deine schnelle Antwort. Denke mir mal das die meisten während ihrer panikattacke nicht auf die zunge achten ... Ich habe meine panikattacken seit letztem Oktober. Ich war eine Woche richtig krank mit Fieber und kaum was essen. Ja und am ersten tag an dem es mir eigentlich wieder besser ging habe ich abends in den Spiegel geschaut und nur gedacht oh man i.Wie bist du doch recht blass. Im Jahr davor ist unser Hund innerlich verblutet durch einen geplazten Tumor im magen. Und bei ihm waren halt zuletzt die schleimhäute sehr weiß. Ja so stand ich dann also vor dem Spiegel sah halt auch blass aus und kontrolliert meine schleimhäute und fand diese bei mir nun auch sehr blass und zack war der Gedanke an den Hund da und der Gedanke ich verblute gerade auch innerlich. Hört sich ziemlich doof an :\... Naja und dann ging es erst richtig los
.... Ich wurde richtig kreidebleich und bekam riesen pupillen und ein Gefühl als würde mir das ganze blut aus dem kopf laufen, was meinen Gedanken innerlich zu verbluten noch verstärkt hat. Naja Rettungsdienst angerufen und die haben außer hoher herzfrequenz und blutdruck nichts festgestellt. Und blass war ich zu dem Zeitpunkt als sie ankamen auch nicht mehr. Dummerweise hab ich dann das Googlen angefangen -.- und zu meinen Symptomen die schlimmsten Dinge gelesen die ich dann auch alle hatte selbstverständlich... Seitdem bin ich total Auf meinen Körper und vorallem Auf mein Herz fixiert das ich jede Veränderung merke und sich die oben genannten symptome wiederholen. So schlimm wie beim ersten mal war es nicht mehr. Aber ich bekomme immer herzrasen, kontrolliere sofort meinen blutdruck und muss sofort in den Spiegel schauen und dann immerwieder festgestelle das ich blass bin und meine Zunge blass ist und mein Herz rast und ich zittere. Danach bin ich meistens sehr müde und muss 20 mal zur Toilette und der Tag und auch die tage danach sind gelaufen , da ich mich dann noch intensiver beobachte, gefühlte 100 mal blutdruck messe und in den Spiegel schaue. Und wehe das Gerät zeigt mal einen zu niedrigen oder zu hohen Wert oder sogar das Zeichen für herzrhythmusstörung.... Ich stehe Auf der Warteliste für einen tagesklinikplatz und habe es mal mit einem tiefenpsychologen probiert, was mir nicht wirklich geholfen hat da ich zu 90 % mein befinden schildere und er halt kommentiert. Was mich akkut leider noch nicht weiter gebracht hat leider ... Schonmal Danke an alle die den ganzen Text lesen ... Und wer auch schon auf seine Zunge oder schleimhäute während ner panikattacke geachtet hat Bitte melden

03.06.2015 22:23 • x 1 #3


alice01
Hallo vivi,
also, ersten, wenn du ohnehin kurz zuvor krank warst, hast du ja eine Erklärung für deine Symptome, um den Rest hat sich dann deine Angst noch gekümmert. Zweitens, googlen von Symptomen ist ab heute strengstens verboten, versprochen? Und zuletzt, geht es dir bereits so schlecht, dass du eine Tagesklinik in Betracht ziehst? Wie sehr schränkt dich die Angst ein? Nimmst du Medis? Warst du schon einmal beim Neurologen und hast dich dort beraten lassen? Was hältst du beispielsweise von einer kognitiven Verhaltenstherapie?
Sorry, dass ich dir Loch in den Bauch frage. Musst natürlich nur antworten, wenn du das auch möchtest.

03.06.2015 22:33 • #4


vivi88
Ja ich bin schon sehr eingeschränkt, da ich immer gerne unter Leuten war. Jedes Wochenende feiern auf Festivals wie Rock am Ring gewesen und das ist mir mit einem Mal alles genommen, da ich mich kaum noch raus traue. Bzw nur mit sehr viel Anspannung. Ja über eine verhaltenstherapie hab ich auch nachgedacht und habe in meiner Stadt schon sämtliche Psychologen und Psychotherapeuten angerufen die alle für die nächsten Monate keine Termine mehr frei haben. Außer die, die man selbst zahlen muss. Tabletten nehme ich keine, da ich i.Wie Momentan den Standpunkt Vertrete das ganze aus mir selbst heraus und eigener Willenskraft wieder los zu werden. Hinzu kommt auch noch angst vor Nebenwirkungen

03.06.2015 22:41 • #5


Hotin
Hallo vivi88,

sehr schöne Beschreibung vom Ablauf bei Deinen Ängsten.

Zitat:
Im Jahr davor ist unser Hund innerlich verblutet durch einen geplazten Tumor im Magen.
Und bei ihm waren halt zuletzt die Schleimhäute sehr weiß.

Zitat:
Ja so stand ich dann also vor dem Spiegel sah halt auch blass aus und kontrolliert meine schleimhäute und
fand diese bei mir nun auch sehr blass
und zack war der Gedanke an den Hund da und der Gedanke ich verblute gerade auch innerlich.
Hört sich ziemlich doof an.
Naja und dann ging es erst richtig los


Vivi, das hört sich überhaupt nicht doof an. Toll, das Du das so exakt beschreibst.
Erkennst Du den gedanklichen Zusammenhang, den Du da innerhalb von Sekunden hergestellt hast.

Zitat:
und auch die tage danach sind gelaufen, da ich mich dann noch intensiver beobachte,
gefühlte 100 mal blutdruck messe und in den Spiegel schaue.


Zitat:
Ich bemerke entweder einen kurzen schwindel oder etwas anderes das mich in angst versetzt und schon geht es los.


Du sagst, es geht los, weil Dich etwas in Angst versetzt. Wenn Du das doch so genau beschreiben
kannst, warum gelingt Dir das noch nicht, in dem Moment,
wenn ein komisches Gefühl kommt, Dir zu sagen.
Vivi, jetzt bleib ruhig. Es geht wieder los. Wie ich schon weiß, passiert aber nichts.

Hast Du das schon mal versucht. Damit könnte es sein. Das Deine Panikattacken
gar nicht mehr auftreten oder schwächer verlaufen.

Viele Grüße

Hotin

03.06.2015 22:53 • #6


vivi88
Hallo Hotin
Ich sage mir immer in den Moment bleib ruhig, das ist nur deine angst. Die Attacken sind vom zeitlichen her auch schon viel kürzer. Dauern als Attacke an sich nur noch 5 Bis 15 Minuten. Am Anfang ging das mind. Ne halbe Stunde. Aber innerlich sind da immernoch die Gedanken und Zweifel, was diese Gefühle auslöst. Woher kommt der sekundenschwindel und der plötzlich niedrige oder hohe blutdruck. Da kann i.Was nicht stimmen und das müssen doch kreislaufwirksame herzrhythmusstörungen sein. Und blass werde ich doch bestimmt auch nur weil mein Herz in dem Moment nicht mehr die nötige Schlagkraft aufbringt meinen Kopf zu durchbluten. Und schon bin ich wieder voll drin in dem kreislauf der angst und denke und analysiere noch Stunden nach der Attacke was das wohl gewesen ist.

03.06.2015 23:03 • #7


alice01
Vivi, aber das hört sich doch alles gar nicht so schlecht an. Lies nochmal durch, was du geschrieben hast. Seit Oktober hast du die PAs und hast sie innerhalb von 1/2 bis 3/4 Jahr bereits schon mildern können! Das ist doch schon mal ein guter Anfang! Du musst bedenken, dass du dir deine Denk- und Verhaltensweisen seit zig Jahren antrainiert hast. Die sich bewusst zu machen und zu ändern ist ein Prozess, der Zeit braucht. Sei geduldiger mit dir! Sei in dem Punkt gütiger und nachsichtiger mit dir, damit gehst du gleich auch viel gelassener und mit weniger Druck an die Sache, was es dir im Endeffekt wieder leichter macht. Versuche das Hinterfragen und Analysieren bewusst zu unterbrechen! Deine Symptome sind Symptome deiner Angst und werden bestimmt nichts organisches sein.
Das mit den Medis verstehe ich voll und ganz! Ich habe auch keine genommen. Und ich würde an deiner Stelle ebenfalls so lange wie möglch versuchen ohne auszukommen. Die sollte man nur nehmen, um sich so stabil zu machen, dass man therapiert werden kann...

03.06.2015 23:32 • x 1 #8


Hotin
Hallo vivi88,

Zitat:
Ich sage mir immer in den Moment bleib ruhig, das ist nur deine angst. Die Attacken sind vom
zeitlichen her auch schon viel kürzer.

Dann bist Du doch total auf dem richtigen Weg. Viel hast Du schon geschafft.

Zitat:
Aber innerlich sind da immer noch die Gedanken und Zweifel, was diese Gefühle auslöst.


Dir selbst musst Du unbedingt voll vertrauen.
Du wirst nie herausfinden, was innerlich genau passiert, wenn Du heftige Angst bekommst.
Dein Körper aktiviert seine Flucht- und Abwehrkräfte. Du redest Dir ein. "Jetzt wird es gefährlich.
Jetzt bin ich dran, vielleicht ist sogar mein Leben in Gefahr." Ein Tier würde jetzt flüchten.
Dies erlaubst Du Dir aber nicht.
Du bekommst dadurch, das Du Deinem Körper befohlen hast Energiestoffe ins Blut zu geben, ein Problem.
Und das hält so lange an, bis der Körper diese überschüssige Energie wieder vernichtet, also abgebaut hat.
Und das dauert immer einige Zeit.

Also, Deine Alarmstart-Einrichtung funktioniert noch. Wir brauchen sie aber heute
eigentlich nicht mehr. Wäre ein Tiger hinter Dir her, würdest Du bestimmt nicht mehr fragen,
warum Dein Körper blass wird und zittert.
Da wärst Du nur einfach froh, das Du gerade noch mal schnell genug weg gekommen bist.

Viele Grüße

Hotin

03.06.2015 23:34 • x 1 #9





Dr. Reinhard Pichler