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Zitat von Clementine:Guten Morgen, Danke Sonnenschein35. Ja, das Gefühl habe ich auch. Um so mehr Zeit ich habe und umso mehr ich mich zurück ziehe um so schlimmer ...
Na klar , dazu muss ich ein wenig ausholen. Vor ca. 2 Jahren hatte ich eine Panikattacke beim Autofahren gehabt. Konnte diese auch recht schnell wieder auf Seite schieben und bin meinem extrem strammen Tagesablauf weiter nachgegangen. Ich muss dazu sagen , ich lebe leider noch immer in einer toxischen Ehe , mit Haus, Kind und Hund. Ich hätte zu diesem Zeitpunkt nicht gedacht , dass sich meine Psyche irgendwann Mal an meinem Leben rächen wird. Irgendwann nachdem ich also die Panikattacke schon fast wieder vergessen hatte , hatte ich plötzlich eine extreme immer anhaltende innere Unruhe. Aus der Unruhe heraus entstand dann ein ständiger diffuser Schwindel. Kein drehen , sondern eher ein Schwankschwindel. Ein Schwindel , der mir das Gefühl gab , ich wäre nicht im Gleichgewicht. Später folgten noch Symptome von kribbeln oder Taubheit in Armen und Beinen. Manchmal sogar im Gesicht , so dass ich dachte ich hätte einen Schlaganfall. Es war aber körperlich alles ok. Diese Symptome haben fortan mein ganzes Leben bestimmt . Ich habe mich immer weiter zurückgezogen . Ich hatte niemanden in meinem Familien/Bekanntenkreis , der mich verstanden hat oder meinen Symptome ernst genommen hat. Glaub mir , das ist ein sehr , sehr schlimmes und trauriges Gefühl. Ich war also der Hypochonder der Familie ... Von meinem Mann habe ich keine Unterstützung bekommen - eher noch Anfeindungen , wie sehr ich mich doch anstellen würde und dass ich endlich Mal den Ar. hochkriegen müsste und dann würde alles wieder besser werden. Als ich dann nicht mehr weiter wusste , habe ich mir therapeutische Hilfe gesucht. Erst in der Therapie habe ich gelernt , dass meine Ängste ein Message hatten. Dass meine Gefühle die ich unterbewusst gegen meinen Mann hatte , richtig waren. Nun bin ich dabei mich von meinem Mann zu trennen. Ich werde alles verlieren, Haus , gewohnte Umgebung und und und... Meine Ängste haben sich schon gebessert . Ich höre jetzt wieder auf meine Gefühle und gebe ihnen Raum ... Sie dürfen da sein. Gestern , bin ich das erste Mal seit einem Jahr wieder beim Friseur gewesen ,das volle Programm , mit färben , schneiden usw ... Vor einem halben Jahr wäre das nicht möglich gewesen. Es ist sehr , sehr anstrengend aber machbar. Das wichtigste was ich überhaupt gelernt habe ist : Lass die Leute , die meinen sie hätten auch nur einen Hauch von Ahnung wie es dir gehen würde und was für dich am besten wäre , einfach labern. Niemand , wirklich niemand , der es nicht selbst erfahren hat , kann es nur irgendwie nachvollziehen , wie ein Leben so werden kann!