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Guten Morgen an alle,

leide nun seit über einem Jahr an Angst- und Panikattacken, welche ich mittlerweile im Alltag gut in Griff bekommen habe. Falls ich merke, dass es zu einer PA kommt habe ich gelernt mich innerlich soweit zu beruhigen, dass sie nicht ausbricht. Darauf bin ich auch stolz aber ich habe immernoch Probleme wenn ich in Situationen komme über die ich selber keine Kontrolle mehr habe z.B:

- lange Waschstraßen (kaum mehr Probleme seit ich mit Absicht oft durchfahre)
- Achterbahnen (dieser Punkt am Anfang kurz vor dem Start wo man nach oben gefahren wird)
- Menschenansammlung wo ich selber nicht direkt rauskomme
- Flugzeug (zu wissen dort oben eingeschlossen zu sein und nicht raus zu können wenn ich möchte)
- Beim Gassi gehen weit drin im Wald wo mich direkt keiner abholen könnte bzw. finden kann wenn ich umfallen sollte oder es mir schlecht geht
- Auf dem See weiter weg vom Ufer, wenn ich nicht direkt wieder zurückkomme
- Auf der Autobahn im Stau, fühle mich wie eingeschlossen
- Früher auch im Kino, muss eher am Rand sitzen wo ich nah am Ausgang bin
- Lange Schlange im Supermarkt an der Kasse (kaum noch Probleme)

Bin früher so gerne in die Berge gefahren, hab die Sessellifte geliebt doch jetzt hab ich im Hinterkopf was wohl passiert wenn ich in so einer Gondel ne PA bekomme. Dann sitz ich in dem schaukelnden Ding und komm nicht raus!

Wie nennt man denn diese Art von Angsstörung die ich da habe?

Bin 27 Jahre und habe auch immer ein mulmiges Gefühl wenn ich alleine durch den Wald laufe! Man liest und hört jeden Tag so viel von Verbrechen, dass ich immer denke mir könnte sowas auch passieren. Schaue mich im Wald, wenn ich mich reintraue, dann immer tausend mal um ob mich jemand verfolgt. Das ist doch auch nicht normal oder? Meine Freundinnen laufen auch allein durch den Wald und ich hab Angst vergewaltigt zu werden...

Nun ist es ja so, dass PAs wirklich nur noch selten sind. Das letzte Mal stand ich vor vier Monaten kurz davor als ich die glorreiche Idee hatte mit meiner Luma am See mal weit raus zu paddeln! Schwupps waren die Gedanken wieder da: Was passiert wenn ich jetzt untergehe, da draußen findet mich keiner. Mein Körper hat angefangen zu zittern, mir wurde übel, mein Bauch tat weh und ich bin so schnell wie möglich wieder Richtung Ufer gepaddelt. Total bescheuert aber 5 Meter vor dem Ufer war wieder alles gut...

Nun aber zu meiner eigentlichen Frage:

PAs habe ich ja soweit unter Kontrolle. Früher könnte ich ja fast gar nicht mehr aus dem Haus. Allerdings egal was ich unternehme begleiten mich immer leichter Schwindel, Kopfdruck, manchmal leichte Übelkeit und ich habe das Gefühl nicht richtig sehen zu können. Draußen kommt mir oft alles so komisch hell vor, einfach anders wie früher! Kennt ihr das auch? Und was mache ich außer Haus gegen dieses ständige Unwohlsein oder leichte Nervosität? Bekomm das irgendwie nicht in den Griff.

Jemand da dem es ähnlich wie mir geht?

Liebe Grüße
Elfe

21.10.2013 07:41 • 22.10.2013 #1


6 Antworten ↓


P
Das ist Agoraphobie.
Bei den Situationen, die du aufgezählt hast, find ich das nicht so schlimm ehrlich gesagt. Denn die muss man nicht machen und kann sie getrost sein lassen.
Du musst ja keine Achterbahn fahren, musst nicht unbedingt die Autobahn nehmen, du kannst auch in eine Waschstraße fahren, wo dein Auto alleine durch fährt, du musst nicht in den tiefen Wald gehen usw.
Das sind ja alles Sachen, die du dir mutprobenmäßig selbst auferlegst, obwohl sie nicht lebensnotwendig sind.
Ich würde es einfach akzeptieren und mich des Lebens freuen, dass ich alles andere wieder kann.
Ich finde mich in diesen Aufzählungen wieder.
Stau? Schrecklich!
Tiefer Wald? Schrecklich!
Achterbahn? Schrecklich!

Ich mache auch manche Sachen nicht. Ist halt so. Kann man mit leben. Kein Weltuntergang.

21.10.2013 07:44 • #2


A


Ständige Symptome auch ohne Panikattacke

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E
Da hast du schon Recht, dass ich alles vermeiden könnte aber ich will doch wieder normal und ohne dieses innere Unruhe leben wenn ich außer Haus bin. Ich fühle mich daheim irgendwie am sichersten oder wohlsten. Fahre mit dem Auto auch nicht mehr gern weiter weg, bewege mich nur noch in einem Radius von ca. 30km um mein Haus rum.

Ich bin 27, Single - welcher Mann will eine Frau die so eingeschränkt ist denke ich mir oft! Mein Ex Freund ist damit letztes Jahr auch nicht gut klar gekommen. Er konnte das alles nicht gut nachvollziehen, was ich auch verstehen kann

Mache zwar wieder viele Dinge aber nie so unbekümmert wie ich es früher getan habe. Das macht mich so traurig

21.10.2013 09:26 • #3


L
Ich habe auch mein Mann mit angsstorung kennengelernt.
Sehr oft -wenn Mann verliebt ist, verschwinden die Symptome.
Habe mal im fern. Gesehen-das Symptome die wir beim Angst verspüren, genau gleich mit Symptomen bei verliebt sein sind, zb
Herzklopfen, schwitzen, zittern, usw.
Neu wir empfinden diese dann anders, als angenehm.
Ich denke -der beste Lösung ist sich zu verlieben.....

21.10.2013 10:08 • x 1 #4


Schlaflose
@Elfenkind

Einiges von dem, was du aufzählst, mache ich auch nicht, obwohl ich keine Panikattacken habe, z.B Achterbahnfahren und andere Kirmesattraktionen, Skiliftfahren oder Fliegen, einfach weil ich Angst hätte, dass ein technischer Defekt auftritt und man abstürzt oder zumindest stundelang mitten auf der Strecke womöglich noch kopfüber ausharren muss. Ist ja alles schon vorgekommen. Auch die Angst vor einem Überfall im Wald ist eine reale Gefahr, denn man hört recht häufig von solchen Fällen. Ich gehe zwar in den Wald, aber immer nur auf den Hauptwegen, wo viel Betrieb ist.
Ich denke, man muss wirklich unterscheiden zwischen Situationen, die eine realle Gefahr bergen und für den Alltag unwichtig sind und solchen, wo man eigentlich nichts zu befürchten hat und die im alltäglichen Leben eine große Rolle spielen.

21.10.2013 15:26 • #5


P
Sehe ich auch so.
Es gibt auch Leute, die keine Panikattacken haben und nicht Autobahn fahren usw. Du wirst auch so einen Mann finden. Wohl kaum wird das einer davon abhängig machen, ob man Achterbahn fährt etc. Jeder Mensch hat vor irgendetwas Angst und die meisten deiner Situationen sind nicht ungewöhnlich.

21.10.2013 15:46 • #6


S
Zitat:
PAs habe ich ja soweit unter Kontrolle. Früher könnte ich ja fast gar nicht mehr aus dem Haus. Allerdings egal was ich unternehme begleiten mich immer leichter Schwindel, Kopfdruck, manchmal leichte Übelkeit und ich habe das Gefühl nicht richtig sehen zu können. Draußen kommt mir oft alles so komisch hell vor, einfach anders wie früher! Kennt ihr das auch? Und was mache ich außer Haus gegen dieses ständige Unwohlsein oder leichte Nervosität? Bekomm das irgendwie nicht in den Griff.


Hallo Elfenkind,
erkenne mich gerade etwas wieder in deinem Beitrag.
Vor ein paar Monaten hab ich auch Attacken bekommen. Mittlerweile geht das einigermaßen. Es ist eher eine leichte bis mittlere Übelkeit, Grummeln und komisches Gefühl im Magen, leichter Schwindel und ich habe gelegentlich das Gefühl alles so schemenhaft und dunkel zu sehen oder kopfmäßig irgendwie nicht so richtig da zu sein. Ich merke wie ich innerlich verkrampfe und ich es aus eigener Kraft einfach nicht schaffe mich wieder zu lockern und wieder im hier uns jetzt zu sein.
Meist wird es zwar etwas besser wenn man lange genug ausharrt, denn der Körper kann für gewöhnlich nicht die ganze Zeit diese Anspannung erhalten, aber solange kann man manchmal einfach nicht warten.
Mich würde auch interessieren was man machen kann.. hilft da autogenes Training oder Muskelentspannung? Muss was im Kopf klick machen damit man das nicht so zwanghaft schon erwartet (wohl auch teilweise unbewusst)?
Jedenfalls bist du nicht alleine

22.10.2013 14:21 • #7






Dr. Reinhard Pichler