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Schon als Kind hatte ich vermehrt Angst- vor dem Tod, vor toten Menschen.

Als meine Oma vor sieben Jahren ganz plötzlich verstarb habe ich sie noch einmal im Sarg gesehen, weil ich mich von ihr verabschieden wollte.
Da war dann die Angst wieder allgegenwärtig und monatelang konnte ich nachts nicht wirklich schlafen, weil ich sie immer wieder im Sarg liegen sah und mich der Anblick sehr schockiert hat.

Im Prinzip habe ich immer Angst gehabt- mal mehr, mal weniger.
Das geht so über Jahre schon.

In letzter Zeit ist es wieder ziemlich schlimm mit einigen kleinen Unterbrechungen.

Ich weiss nicht ob es jemand von euch hier damals Ende Juni auf Pro Sieben bei WE ARE FAMILY gesehen hat.
Es ging um Iris Zimmermann aus Bochum.
Sie hatte Lungenkrebs und wusste, dass sie sterben wird.
Auf ihren Wunsch hin hatte WE ARE FAMILY sie und ihre Angehörigen mit der Kamera begleitet bis zum Schluss.
Sogar wie sie im Sterben im Krankenhaus lag, wie sie aufgebahrt war, wie ihr die Haare von der Chemo ausgefallen sind.
Das hat mich dermaßen schockiert, dass meine Angst nur umso stärker geworden ist.
Als sie aufgebahrt im Sarg gelegen hat, dieser Anblick war so dermaßen schlimm.

Jetzt habe ich wieder nachts Angst deswegen.
Ich schließe mich sogar ein um schlafen zu können.

Hat jemand solch ähnliche Ängste?

27.08.2009 12:53 • 29.08.2009 #1


5 Antworten ↓


Hi Kikki,

also wenn ich mich mit solchen Sachen beschäftige, dann schon. Angst vor bestimmten, lebensbedrohlichen Krankheiten hatte ich schon als Kind ganz ausgeprägt.

War mal im Rahmen meines ehemaligen Studiums bei einer kompletten Obduktion dabei, was es da zu sehen / hören gab, beschreibe ich jetzt lieber nicht näher, ich war in dem Moment wie die meisten, die das zum ersten Mal sahen, einfach nur schockiert, durch und durch. Auch beim Betrachten einer Doku über den Beruf des Bestatters fühlte ich mich nicht wohl. Einen toten Menschen, der mir nahestand, habe ich noch nie gesehen.

Na ja, als Siebenjährige einen Toten zu sehen, das ist ultraheftig. Außerdem, auf der einen Seite war Deine Oma vielleicht ein Mensch, den Du sehr gemocht hast, auf der anderen Seite der Schock (möglicherweise sogar Ekel) vor diesem Anblick. Vielleicht fällt es Dir wegen dieser widersprüchlichen Gefühle schwer, solche Vorstellungen beiseite zu schieben und zu verdrängen.

Die Angst vor dem Tod anderer versuche ich für mich so zu lösen, dass ich mich von keiner Beziehung zu sehr abhängig mache und mir sage, letztlich ist jeder allein (ich weiß, nicht sehr optimistisch). Ich bin auch gläubig (habe Dein Vorst.posting gelesen), aber irgendwie kann ich die eigene Endlichkeit trotzdem nicht so recht als "normal" annehmen.

Grüße

pc

27.08.2009 16:50 • #2



Schreckliche Angst wegen einer Sache

x 3


hallo

also mit 7 jahren einen toten sehen ist schon hart. meine oma verstarb als ich 9 war und meine eltern haben es verboten sie zu sehen.
mein opa der wohl uralt war ist zuhause verstorben ich war 13 ihn habe ich gesehen und empfand es garnicht schlimm.
jetzt ist mein vater heute genau vor 14 tagen verstorben und mein sohn ist 12 . mein sohn hat ihn geshen ebenso wie ich und es tat sehr gut uns beiden . wir hatten keine beerdigung im üblichen sinne.
und krebs und chemo hatte ich selber vor 7 jahren habe da auch viel elend gesehen.

was mich aber etwas stört wenn sowas im fernsehen kommt und du eh angst vor sowas hast , wiso schaust du dir sowas an, wäre das letzte was ich schauen würde.

27.08.2009 17:37 • #3


Vielen Dank für eure Antworten.

Meine Oma ist vor SIEBEN JAHREN gestorben.
Da war ich schon 23 Jahre alt und trotzdem hat es mich so sehr mitgenommen.
Ich bin noch einmal hingegangen, weil ich mich persönlich von ihr verabschieden wollte zumal ich ein Jahr davor nicht mehr so viel Kontakt zu ihr hatte.
Die Jahre davor habe ich sie aber immer sonntags besucht und es war immer recht schön.

Die Sendung vor Wochen hätte ich mir wirklich nicht anschauen sollen.
Wenn ich gewusst hätte wie schlimm es ist und was es bei mir für Auswirkungen hat hätte ich es mir sicherlich nicht angeschaut.
Aber vielleicht ist es in mir auch so eine Faszination dem Tod gegenüber.
Als Kind bin ich gerne über Friedhöfe spaziert.
Heute mache ich das nicht mehr, weil es bei mir Traurigkeit erzeugt, die Angst vor dem Tod, das Unbekannte.
Als Kind, wenn ich abends im Bett lag, habe ich vor dem Einschlafen oft über das Thema Tod nachgedacht, dass man, wenn man gestorben ist, wirklich nie, nie, nie mehr auf die Welt kommt.
Diese Vorstellung war so unglaublich grausam.
Damals aber war der Tod noch so weit weg.
Ich bin zwar erst 30, aber nun scheint er nicht mehr so weit weg.

Heute bin ich der festen Meinung, dass ich mir keinen Toten mehr anschauen werde.
Als ich damals meine Oma noch einmal gesehen habe wusste ich danach, was die Leute damit meinen, wenn sie sagen, dass man den Verstorbenen so in Erinnerung behalten sollte wie er im Leben war.

Vor etwa ein bis zwei Jahren hat mir mein Lebenspartner seinen 1991 verstorbenen Vater aufgebahrt auf Video gezeigt.
Das hat er nämlich damals auf Kamera festgehalten.
Traurig war das, aber nicht allzu schlimm, weil der Tote recht friedlich und nicht furchterregend aussah.
1992 dann ist die Tante meines Lebenspartners an Leberkrebs gestorben und die hat er auch im Sarg aufgenommen.
Das hat er mich auch gezeigt.
Sie sah dermaßen schlimm und furchterregend aus, so dass ich die darauffolgende Nacht nicht richtig schlafen konnte.
Die Menschen, die an Krebs sterben, sehen immer so furchterregend hinterher aus.
Die haben so komische Münder, alles ist so eingefallen, abgezehrt.

Nein, einen Toten will und möchte ich nicht mehr sehen.

28.08.2009 09:24 • #4


Oh sorry, bin momentan etwas verwirrt. Na ja, als derjenige meiner Großväter starb, zu dem ich engen Kontakt hatte, war ich 25 und trotzdem fix und alle.

Wenn "Abhärtung" nicht funktioniert, dann ist es vielleicht tatsächlich besser, sich dem Ganzen nicht zu stellen.

Grüße

pc

28.08.2009 11:21 • #5


ich glaube die verabschiedung ist das aller aller wichtigste und man sollte auch den verstorbenen sehen um sich wirklich abschied zu nehmen.
ich wollte erst nicht als vor 14 tagen das krankenhaus anrief ob wir ihn noch mal sehen wollten. ich nein . nur man hat so ein komisches gefühl im nacken so empfand ich es.
mir hat meine nachbarin dazu geraten die auch kindergärtnerrin ist und sie hatte recht.
ich sehe das so der tot ist nichts schlimmes ansich.
mein sohn und ich haben meinen vater auch geküsst obwohl er kalt war.
ich fand diese begegnung als sehr angenehm mir brachte es den frieden

29.08.2009 17:06 • #6




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