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In einem anderen Forum habe ich meine Reaktion bei Kontakt mit anderen Personen beschrieben. Ich muss sagen das immer eine Portion Angst 24h am Tag vorhanden ist, aber ich kann mich so rein steigen, das ohne erkennbaren Grund, mein Herz sehr schnell anfängt zu rasen und die Hände schwitzen. Wenn ich mich im Spiegel betrachte sehe ich wie ängstlich meine Augen sind. Ich kann mich schlecht auf den Beinen halten und hab das Gefühl ohnmächtig zu werden. Ich laufe dann im Zimmer rum und kann nicht still sitzen. Ich hab Angst drauf hängen zu bleiben und das dieser Zustand für immer bleibt. Diese Angst ist so schlimm, das ich oft mit dem Gedanken gespielt habe, zur meiner Mutter betteln zu laufen, sie solle mir helfen, aber konnte mich Gottseidank zurückhalten. Muss danach auch immer kotzen, als hätte ich Fieber. Können das Panikattacken sein? Muss ich mir bald Sorgen machen, das ich paranoid werde und den Verstand verliere?

01.11.2010 01:31 • 03.11.2010 #1


6 Antworten ↓


Hallo!!

Ich kann dich etwas beruhigen: Du verlierst nicht den Verstand. Für Angst gibt es immer Gründe. Du brauchst auch keine Angst vor der Angst zu haben, denn Angst ist eine ganze ganz normale Funktion des Körpers. Sie soll dich auf etwas aufmerksam machen (ein wildes Tier) oder (so war es bei meiner sozialen Angst) selbstschädigende Gedankengänge.
Ich kann gut nachvollziehen, wie du dich fühlst. Bei mir schleichen sich auch heute noch Gedanken ein, wie "der die kann mich nicht leiden" oder die müssen jetzt so und so über mich denken....ich hatte vor einem Jahr auch noch täglich Angst und konnte mit kaum jemandem offen reden.
Am schlimmsten war eigentlich der Gedanke, über die Angst zu reden, einmal, weil ich damit Schwäche zugeben würde und zum andern, weil ich mich für ganz unnormal gehalten habe und Angst vor Zurückweisung hatte. Ich bin zum Glück auf Verständnis gestoßen. Ohje, das ist alles total kompliziert und ich verstehe nicht, warum ich heute noch Angst vor der Person habe, die mir Verständnis entgegengebracht hat...
Aber es hilft auf jeden Fall, darüber zu reden! Vielleicht mit einer Person außerhalb der Familie, wenn es in der Familie Probleme gibt. (Anscheinend möchtest du nicht mit deiner Mutter darüber reden)

Alles Gute!

Tatzi

01.11.2010 02:25 • #2



Schlimme Angstzustände!

x 3


@friendly:

Klingt so als hättest du im Moment nicht sehr viel Selbstvertrauen.
Sie mal in den Spiegel, Lache glücklich und Sage dir das deine Augen Mut und Kraft zeigen.
Hör auf dich hinein zu steigern, gedanken können nahezu alles im Körper steuern, du verursachst Angst. Körpereaktion: Flucht oder Kampf.
Dafür wird Energie bereit gestellt: Adrenalin.
Dein Herz schläg nur schneller um den Stoffwechsel zu beschleunigen, um mehr Adrenalin zu nutzen.
Also keine Angst, steigere dich nicht rein.
Du hast auch Garantiert keine 24h Angst, wenn dann eine 24h Anspannung die manchmal zur Nervosität, manchmal zur Angst wird.
Beseitige die Anspannung: Vergiss die ganze Sache und lenk dich ab, und Lebe dein normales Leben.
Und wie ich immer sage: Check deinen Blutdruck, ist er zu hoch bring ihn runter, um die permanete Anspannung so ziemlich auszuschalten, Rest musst du im Kopf regeln.

02.11.2010 23:46 • #3


Hallo Vates!

Was du da schreibst ist richtig in der Hinsicht, dass Körper und Psyche zusammenspielen, der Rest klingt aber eher so wie eine einfache Gebrauchsanweisung. Ich finde, dass man Selbstvertrauen nicht einfach bekommt, wenn man sich im Spiegel anlächelt oder mal versucht, seine Gedanken zu steuern. Das mit dem Anlächeln hilft zwar etwas und ist auch einfach umzusetzen, aber um "besser" zu denken, muss man viel Geduld und Arbeit investieren. Vor allem, in bestimmten Situationen (z.B. Reden vor Menschen) wo die Gedankengänge schon eingeprägt sind, sehr schnell verlaufen und sich nicht so leicht nachvollziehen lassen.
"Mach das doch mal so und so"-Ratschläge helfen vielleicht, ein kaputtes Auto wieder in Gang zu setzten; sie helfen aber nicht, sich selbst und seine Ängste zu verstehen und zu akzeptieren. Dazu braucht man das Gefühl, verstanden zu werden (auch vom Spiegelbild), aber vor allem von Menschen, die ähnliche Gefühle haben oder hatten.
Toll, dass du deine negativen Gefühle so souverän unterdrücken und unliebsame Gedanken vermeiden kannst, aber ich bezweifle, dass das hier weiterhilft.

03.11.2010 03:05 • #4


Bei mir kommen schlechte gedanken und Zweifel auch manchmal durch.
Doch ich weis das es Teil der Krankheit ist.
Ich weis genau wie man sich den ganzen Tag lang fühlt, wenn man unter Panik leidet.
Da ich aber fast gesund bin, kenne ich ein paar Auswege.
Ich versuche eine andere Sichtweise auf die Gesamtsituation aufzuzeigen.
Da man auch mal von der Ich-Ansicht weggehen muss.

03.11.2010 10:15 • #5


Du hast recht, von der Ich-Sicht muss man später loskommen, aber als ersten Schritt ist das glaube zu schwer umzusetzen. Tut mir leid, dass ich so arg reagiert habe, aber ich kann mich noch gut an was erinnern als ich noch täglich unter Angst gelitten hab. Da hat mir der Lebensgefährte von meiner Mutter sowas gesagt wie: "Es gibt Menschen, denen geht es viel schlechter als dir." Dadurch sollte ich vielleicht auch von der Ich-Sicht weggebracht werden, aber geholfen hat das nichts, ich hab mich eher noch schlechter und unverstanden gefühlt. Deshalb finde ich es sehr wichtig, den Leuten erstmal Verständnis entgegenzubringen und mit gut gemeinten Ratschlägen vorsichtig umzugehen. Sonst tauchen Fragen auf wie: Wieso kann er das so gut und ich nicht?

03.11.2010 12:38 • #6


Jeder Mensch verkraftet diese Krankheit anders. Ich zum Beispiel kämpfe ohne Medikamente. Stehe ganz alleine da, niemand glaubt mir diese Story wirklich.
Freunde sehen einen als Asozial an, man ist immer allein.
Ich weis wie es ist, Abends selbstmordgedanken zu haben. Doch gefährlich ist es erst, wenn diese am nächsten morgen noch da sind.
Ich kenne leider ziemlich jedes Symthom dieser Krankheit. Und habe jedes mehrmals besiegt.
Ich möchte den Menschen helfen, da ich weis das es vielen so geht wie mir.
Jeder muss letzten endes selber Wissen, was das beste für sich ist, aber man sollte alle wege und möglichkeiten mit einberechnen, um sich möglicht erfolgreich zu heilen.
Ich habe für jeden hier vollstes Verständnis.
Und es gibt schlimmere Krankheiten, doch lassen sie diese Paniksache nicht leichter erscheinen, Geistig gesehen ist es wohl zumindest die Komplexeste Krankheitsform.

03.11.2010 13:42 • #7




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