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Coru
Hallo zusammen,

ich bin ziemlich neu hier und habe auch noch nie in ein solches Forum geschrieben. Bisher habe ich immer nur gelesen. Ich bin in einer für mich sehr schwierigen Situationen und würde gerne eure Meinungen und Ansichten zu dem Thema hören. Vielleicht hat jemand von euch auch schon mal eine ähnlich Situation gehabt. Ich fühl mich im Moment so, als wäre ich die Einzigste auf der Welt mit genau so einem Problem.

Also seit ich 15 Jahre alt bin habe ich Panikattacken. Damals konnte ich "nur" nicht mehr rausgehen. Ich habe die durch meinen narzisstische Vater bekommen, der mich solange ich denken kann immer eher wie eine Partnerin behandelt als sein Kind. Es sind viele schlimme Dinge passiert. Die hier alle zu erzählen, würde den Rahmen sprengen. Er ist immer sehr nah, auch wenn man es ihm sagt, dass es zu viel wird, hört er nicht. Damals habe ich eine Therapie gemacht. Mit meinem Vater wurde auch erklärt, dass er der Grund dafür ist, aber schon damals wollte er es nicht annehmen und meinte, er wäre niemals der Grund ich hätte nur Stress oder andere wären bestimmt Schuld.

In den Jahren danach besserte er sich gar nicht. Ich hatte aber trotzdem kaum Panikattacken und wenn, konnte ich gut damit umgehen. Vor ein paar Monaten dann ging es wieder los mit den Panikattacken, allerdings viel heftiger als vorher. Ich habe sie oft nachts, sie sind viel schlimmer und ich bekomme sie auch Zuhause. Dazu muss man sagen, ich komme auch gerade aus einer Beziehung. Mein Ex-Partner stellte sich auch als Narzisst raus.. es war auch von Gewalt vor allem auch psychisch geprägt. Aber ich habe das Gefühl, dass ich das mit der Zeit ganz gut wegstecken werde. Kontakt habe ich keinen mehr. Mit meinem Vater ist es aber immer noch sehr schwierig. Er teilt mir immer sein komplettes Innenleben mit, er schreibt mir fast jeden Morgen Nachrichten, Bilder etc. er behandelt mich wieder wie seine Partnerin. Reden bringt da nicht mehr viel, ich hab in den letzten Jahren wirklich schon alles versucht.

Vor ein paar Tagen hatte ich das erste mal seit zwei Wochen wieder Kontakt. Seit das mit den Panikattacken wieder anfing, hatten wir nur schriftlichen Kontakt. Bevor das mit den Panikattacken anfing eigentlich relativ normalen Kontakt.

Ich schrieb also vor ein paar Tagen nur eine Mail mehr erstmal nicht..und mein Körper drehte total ab. Erst wurde mir total schlecht und ich musste mich übergeben, dann bekam ich Panikattacken. Ich habe das nicht verstanden, denn ich will eigentlich nicht, dass wir gar keinen Kontakt haben, aber mein Körper wehrt sich total dagegen, warum aufeinmal auch immer. Und ich merkte auch wie ich mir sagte, dass ich ihn nicht sehen will. Ich verstehe nicht, warum aufeinmal bevor das mir den PAs los ging, ging es doch auch..

Mein Bruder hat ihm erklärt, dass es an ihm liegt, dass es mir nicht gut geht und jetzt habe ich ein schlechtes Gewissen. Das mein Vater jetzt sicher traurig ist und sich schlecht fühlt. Wenn ich Kontakt habe macht mein Körper nicht mit und wenn ich keinen habe, dann fühle ich mich durch mein schlechtes Gewissen schlecht. Wie seht ihr das? Kennt das jemand?

In Therapie bin ich schon, wollt nur gerne mal eure Erfahrungen und Meinungen hören.

Vielen Dank fürs lesen schon mal=)

Coru

07.03.2017 07:59 • 24.05.2017 #1


31 Antworten ↓


Luna70
Herzlich willkommen hier bei uns im Forum, liebe Coru. Ich hoffe, du wirst dich wohlfühlen und Hilfe bekommen.

Die einzige bist du ganz sicher nicht, wir haben hier viele User denen von ihren Eltern tiefe seelische Wunden geschlagen wurden. Darf ich dich fragen, was mit deiner Mutter ist? Hast du zu ihr gar keinen Kontakt?

Zitat von Coru:
Ich habe das nicht verstanden, denn ich will eigentlich nicht, dass wir gar keinen Kontakt haben, aber mein Körper wehrt sich total dagegen, warum aufeinmal auch immer.


Vielleicht ist dein Körper schlauer als dein Kopf. Dein Körper will dir vielleicht sagen, dass du deinen Vater nicht ändern wirst. Du bist jetzt 26, also hast du 9 Jahre versucht an deinen Problemen zu arbeiten und eingeschränkten Kontakt zu deinem Vater zu haben. Wenn das nicht funktioniert, wäre es dann eine Option, den Kontakt zu deinem Vater ganz zu vermeiden?

07.03.2017 09:10 • #2



Panikattacken/Familiäre Probleme

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Tati74
Ich habe genau das gleiche Problem wie du! Ich bin auch gerade darauf gekommen, dass mein Vater ein Narzisst ist. Ich leide auch seid meiner Jugend an Panikattacken und habe eine Angsterkrankung. Er behandelt mich immer wie ein Kind, hat immer Recht und nur er ist der Grösste. Ich bin vor einigen Wochen selbst darauf gekommen, dass er ein Narzisst ist und ich bin deswegen auch in einer Klinik in Behandlung.
Wir hatten immer ein gutes Verhältnis, nur ich habe nie ihm meine Meinung sagen können, da er ja immer Recht hat und ich konnte mich nie wehren, da ich Einzelkind bin. Ich bin in einer sehr dominanten Familie aufgewachsen und meine Mutter war auch sehr dominant, aber ich habe immer zu meinem Vater gehalten.
Mir geht es gerade auch wieder sehr schlecht, meine Mutter ist letztes Jahr verstorben und ich bin mit meiner Familie in mein Elternhaus zurück gezogen um zu helfen, da meine Mutter krank war, aber meinem Vater interessierte nur die Miete, die er von uns bekommt und als ich da mal was gesagt habe und ich ihm wiedersprochen habe und ihm meine Meinung sagte, da ist er ausgeflippt. Er hat 5 Monate nach dem Tod meiner Mutter eine Neue Frau an seiner Seite und trampelt auf meinen Gefühlen rum.
Es ist soviel passiert,er sieht nichts ein und das Ende vom Lied ist, dass ich gestern beim Anwalt war und mir meinen Pflichteil von meiner Mutter holen werde.
Sowas wollte ich nie machen, aber ich kriege ihn nur so, denn sein Geld ist alles was er liebt. Mich wohl nicht, es ist so traurig, mir geht es schlecht und ich bekomme Schuldgefühle, ob ich das alles richtig mache?! Ich weiß es nicht. Er ist jetzt mit seiner neuen Frau im zweiten Urlaub in Italien und ich fass einfach nicht, wie er meine Mutter nach fast 50 Jahren vergessen kann. Männer können nicht alleine sein. Und ich konnte nicht trauern.
Narzissten sind emphatielos, haben kein Mitgefühl für andere Menschen,das wurde mir klar. Er schlug mir sogar vor mich jetzt Ende März am Todestag meiner Mutter mich am Grab mit ihm und seiner neuen Frau zu treffen, damit ich die kennenlerne!
Da fehlen mir die Worte...
Ich kann dich so gut verstehen, du machst gerade genau das Gleiche durch wie ich und ich hoffe wir können uns ein wenig darüber austauschen.
Heute Nacht hatte ich Herzprobleme vor Angst, da ich beim Anwalt war und Angst vor seiner Reaktion habe, wenn er den Brief bekommt! Mir ist schlecht...
Viel Grüße
Tati74

07.03.2017 09:19 • #3


Coru
Vielen lieben Dank für eure Antworten =).

Erstmal zu deiner Frage Luna70. Also ich habe zum Glück einen sehr guten Kontakt zu meiner Mutter. Sie ist sehr lieb. Meine Eltern sind getrennt seit ich 7 Jahre alt bin. Mein Vater hat meine Mutter 3 Jahre lang mit einer anderen Frau betrogen.

Er hat vor ein paar Jahren eine neue Frau geheiratet. Mit drei kleineren Kindern, auch noch Töchter, weil er aus eigener Aussage eine Familie möchte und wir jetzt einfach zu alt dafür sind. Er ist da ziemlich egoistisch und wie "die Axt im Walde". Deswegen kann ich gut verstehen wie du dich fühlst Tati74. Die neue Frau betrügt er aber gerade auch wieder. Sie weiß es aber glaube ich nicht.

Das ist halt die Frage, ob ein Kontaktabbruch das richtige wäre. Nur dann kommt direkt mein schlechtes Gewissen, dass mir sagt, dass er dann traurig ist, dass es ihm dann wegen mir schlecht geht, dass er doch mein Vater ist. Ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll? Wird es besser, wenn ich es einfach aushalte?

Liebe Grüße

Coru

07.03.2017 09:35 • #4


Tati74
Ich habe mir das Buch geholt von Nina W. Brown "Kinder egozentrischer Eltern". Da steht viel drin und es hat mir die Augen geöffnet. Du kannst ihn nicht ändern, niemals und du musst die Hoffnung aufgeben. Ich werde den Kontakt abbrechen, dass tut mir nicht gut ihm immmer Recht zu geben. Daher werde ich jetzt mein Recht einfordern, Achsen es mir schlecht dabei geht. Er wird ausflippen, wenn ich sein Geld, bzw. von meiner Mutter haben will. Damit ist der Bruch vorprogrammiert und es gibt kein Zurück mehr. Hol dir das Buch, dann verstehst du alles

07.03.2017 09:49 • #5


Hallo, ich kenne dass mit den Panikattacken. Bei mir kommen sie wenn ich feststecke , keine Lösung habe oder sie nicht akzeptieren möchte oder kann weil dann Gefühle aufkommen die mich geprägt haben . ich habe in meiner Therapie gelernt das die Attacken kommen wenn wir eine Sitoation ausgesetzt sind die uns Angst macht. ich habe im Augenblick auch Probleme . Ich merke wieder wie wie dicht mache und gerne die Symtomen die kommen verdränge. Ich habe dort auch gelernt das man die Angst kommen lassen soll es sind ja die Symptome die uns Angst machen ,also kommen lassen sie nehmen mit der Zeit ab außer wir wollen die Angst besiegen dann wird alles größer und schlimmer denn sie lässt sich nict besiegen sie ist ein Teil von uns, Schutz die wir als Geschenk bekommen haben. Also alle Gefühle die du im Augenblick erlebst ist deine Welt. Deine Erfahrungen die du als Kind erlebt hast und diese waren bestimmt nicht immer Kindesgemäß. Ich weiß das es nicht gut ist seine Mitmenschen für ihr Verhalten zu bestrafen ,wir bestrafen uns damit nur selber da wir stets in Wut leben vondaher dauert es eine Zeit deine und meine Geschichte zuverarbeiten. Mir hat eine tolle Therapeutin unterstützt. Mitlerweile kenne ich mein Inneres Kind und das ist gut so. Hin und wieder habe ich Rückschläge , zuwenig Slebstliebe oder Achtung . Dann kann das Rad wieder von vorn beginnen zu drehen. Wie ein Riesenrad es fängt mit einer Gondel unten an und schaukelt diese mit der Zeit nach oben. Es ist super wenn du an dir bemerkst das deine Gondel sich wieder hinauf dreht und da ist es eine Kunst und Disziplin, laut für sich Stopppppppppppppppppppppppppppppppppppppppppppppp zu schreien . Schauen was dir jetzt gut tut damit es ich nicht weiterdreht. Denn wenn das Rad sich weiterdreht dann drehst du dich und dieses erzeugt , Panik. Unsere Unsicherheit müssen wir ablegen dieses geschieht wenn wir immer und immer wieder nach unserem Empfinden nachfragen, nicht die anderren sollen entscheiden was für dich und gut ist sondern DU. Ach du lass mich dich mal fest drücken ich dane dir für dein Thread denn im Augenblick als ich es dir so beschrieben habe hat es bei mir klick gemacht.
Lass uns unseren Tag doch so erleben wie Wir es möchten ,fangen wir doch jetzt an , ....

Lg

07.03.2017 10:11 • x 1 #6


Luna70
Zitat von Coru:
Das ist halt die Frage, ob ein Kontaktabbruch das richtige wäre. Nur dann kommt direkt mein schlechtes Gewissen, dass mir sagt, dass er dann traurig ist, dass es ihm dann wegen mir schlecht geht, dass er doch mein Vater ist. Ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll? Wird es besser, wenn ich es einfach aushalte?


Coru, dann setze doch mal dein großes Leid ins Verhältnis zur Traurigkeit deines Vaters. Wer von euch leidet mehr?

Er setzt dich unter Druck, in dem er dir ein schlechtes Gewissen einredet. Wenn er ein liebender Vater wäre, würde er sehen wie sehr dich sein Verhalten quält. Aber das kann oder will er wohl nicht. Das Problem mit Narzissten ist ja, dass sie keinen Leidensdruck haben und deshalb nicht bereit sind, ihr Verhalten zu ändern. Für ihn gibt es keine Veranlassung, etwas anders zu machen. Du "funktionierst" ja so, wie er das will, obwohl du längst erwachsen bist.

07.03.2017 10:32 • #7


Coru
Wow ich bin ziemlich beeindruckt von euren Antworten. Ich denke die ganze Zeit "ja ganz genau hat es sich angefühlt" oder "so ist es".

Tuffie wie du es mit der Panik beschrieben hat. Genau so fühlte es sich an, als käme ich nicht mehr vor und nicht zurück und meine Gedanken und ich drehe mich. Dann wurde mir schlecht. Danke für deine Antwort.

Und Luna70 genau so ist es ihn kümmert es gar nicht bis kaum. Der hat keinen großen Leidensdruck. Sagt er zwar, aber gemerkt hab ich davon mein ganzes Leben noch nichts, denn sonst wäre er nicht fähig so schlimm mit Menschen umzugehen.

Das Buch habe ich mir übrigens bestellt Tati74.

Ich danke euch . Ich fühl mich jetzt nicht mehr ganz so allein und abnormal^^. Es ist halt traurig für mich, denn ich hab noch zwei Brüder und die behandelt er besser als mich. Er sagt auch selber er will nur mich, um seine Emotionen rauszulassen.. Niemand anders.. weil wir im Herzen gleich sind.. Er hat das schon immer zu mir gesagt, als ich ganz klein war.. Ich finde das echt krank zumal wir unterschiedlicher nicht sein könnten. Meine Brüder haben versucht mich da rauszuholen, aber schaffen es auch nicht, dass er von mir ablässt. Sie sagen, sie würden auch "abdrehen", wenn sie das fast jeden Tag durchmachen müssten mit ihm

07.03.2017 11:16 • #8


Gerne Coru

07.03.2017 11:35 • #9


Huhu Coru,

erst mal herzlich Willkommen hier. Nein, du bist nicht die einzige hier, die sich mit Verletzungen durch narzisstische Eltern rumschlägt. Ich reihe mich da auch mal ein.

Meine persönliche Meinung ist, dass es keinen Sinn hat Kontakt zu einem Narzissten zu halten. Diese Art Mensch wird sich nicht ändern, niemals. Ich habe mich jahrelang mit der Hoffnung rumgeschlagen, dass es irgendwann mal besser wird, wenn ich es nur schaffe den beiden alles Recht zu machen. Und was habe ich nun davon, Angst und Panik.

Meine Mutter ist inzwischen verstorben und zu meinem Vater habe ich den Kontakt abgebrochen. Dann und wann versucht er noch mal mich über Freunde von mir, ehemalige Bekannte und so zu kontaktieren. Allerdings ohne Erfolg. Jedesmal wenn ich nur höre, dass er es wieder versucht geht es mit den Angst los. Ich mag mir inzwischen gar nicht vorstellen, wie die Angst toben würde, würde ich Kontakt aufnehmen. Mein Innerstes ist offenbar der Meinung, mein Elterhaus hat genug Schaden angerichtet, es reicht.

Als ich den Kontakt abgebrochen habe, hatte ich auch erst ein extrem schlechtes Gewissen. Er ist doch mein Vater, dann ist er alleine und traurig...usw. Nur wäre des Preis dafür weiter zu versuchen ihn zufrieden zu stellen meine Gesundheit und meine Ehe gewesen. Es tat verdammt weh, aber es war die richtige Entscheidung. Das Buch, das Luna empfohlen hat habe ich ebenfalls gelesen, es ist sehr hilfreich. Du wirst dich sicher sehr gut darin wieder finden. Ich hatte beim Lesen das Gefühl, da hätte jemand ein Buch über mich geschrieben.

Das schlechte Gewissen ist uns von Klein ein eingetrichtert worden um uns für die Eltern kontrollierbarer zu machen. Es ist nicht wirklich echt sondern Teil unseren Problems.

Ich wünsche dir alles Gute. Bleib stark, egal wie du entscheidest.

@tuffie: ich finde es spannend, dass du schreibst, deine Angst käme immer dann auf, wenn du feststeckst. Das geht mir ganz genau so. Nicht mal so sehr an einem Ort, eher in einer Situation für die ich keine Lösung sehe oder keinen Ausweg. Es ist schon bemerkenswert wie ähnlich sich die Probleme sind.

LG
Das Angsthörnchen

07.03.2017 12:03 • x 1 #10


Coru
Danke für deine Antwort Angsthörnchen=). Das ich sehe, dass ihr das mit den schlechten Gewissen durchgestanden habt, gibt mir Mut, den Weg auch zu gehen, um mir zu helfen. Sich bewusst zu machen, dass dieses Gewissen in der Situation nicht richtig ist, sondern etwas, was mir ich sage mal "eingepflanzt" wurde.
Ich wollt euch mal fragen, ob ihr am Anfang auch so Probleme hattet in euren Beziehungen mit Partnern?
Ich hatte von Anfang an in Beziehungen große Probleme mit Nähe und Distanz und überhaupt zu fühlen, wenn es mir zu viel und ich Zeit für mich brauchte. In der Therapie sagte man mir, dass es durch meinen narzisstische Vater kommen würde Würde mich einfach interessieren, ob jemand dadurch auch dieses Problem hat. LG

Coru

07.03.2017 12:38 • #11


Oh je, Beziehungen waren nie leicht. Bevor ich meinen Mann kennengelernt habe, bedeutete das für mich nur Stress. Nicht nur, dass meine Eltern alles versucht haben um meine Beziehungen zu zerstören. Wie konnte ich mich auch nur erdreisten einen anderen Menschen als die beiden in den Mittelpunkt zu stellen? Ich selbst hab angesichts von Nähe die blanke Panik bekommen. Ich dachte immer, ich brauch nicht noch jemanden der glaubt mir sagen zu können was ich zu tun und zu lassen habe.

Das Bedürfnis nach Nähe und Distanz von anderen habe ich nie verstanden. Die Nähe war mir zu viel, Distanz kannte ich nur als Waffe, als Druckmittel. Für Narzissten ist Liebesentzug ein beliebtes Erziehungsmittel. Eine Beziehung mit mir war eine Art Topfschlagen im Mienenfeld.

Es hat sehr lange gebraucht bis ich das verstanden habe, und noch länger, bis ich was daran ändern konnte. Ich weiß wirklich nicht, wie mein Mann es manchmal mit mir ausgehalten hat und noch immer aushält.

07.03.2017 14:03 • #12


Coru
Wie gerufen hat sich heute mein narzisstischer Exfreund wieder gemeldet und mir runtergeschrieben, wie schlecht es ihm geht.. die beiden mein Vater und mein Ex machen mich noch fertig..

07.03.2017 17:53 • #13


Coru
Hat vielleicht jemand einen Tipp wie ich mich wieder runterbringen kann? Seit dem geht es mir nicht so gut=(. Hab meinem Ex schon öfters gesagt, dass ich keinen Kontakt mehr möchte

08.03.2017 06:13 • #14


Guten Morgen Coru,

ja kaum tauchen die Geister der Vergangenheit wieder auf, geht's bei mir auch los. Ein sicheres Rezept gegen die Angst habe ich nicht. Ich versuche mir immer zu sagen, dass ich verstehe warum die Angst jetzt kommt. Sie schützt mich davor einzuknicken und was Dummes zu tun. Ein milderes Mittel konnte mein Körper nicht wählen, ich hätte ihm ohnehin nicht zugehört. Und dann mache ich mir klar, dass ich jetzt die Regeln mache, wenn ich keinen Kontakt will, dann wird es auch keinen geben. Was immer der andere auch anstellen mag. Es ist eben nicht mehr damals, wo ich mir alles habe gefallen lassen. Ich bin nicht mehr das Kind von damals.

Ansonsten einfach versuchen sich mit etwas abzulenken was Spaß macht, sich etwas Gutes tun und den Sturm aussitzen.

Kannst du die Kontaktversuche von deinem Ex irgendwie technisch unterbinden? Also Telefonnummer blockieren, Mailadresse gleich in den Papierkorb verschieben, irgendwas in der Art? Das hilft und gibt ein gutes Gefühl.

Fühl dich mal gedrückt.

LG
Das Angsthörnchen

08.03.2017 06:44 • #15


Coru
Guten Morgen Angsthörnchen,

danke für deine schnelle Antwort. Das ist echt so lieb von dir. Ich kann ihn blockieren. Ich habe nur heute die Therapiestunde und dachte, sie fragt bestimmt was er so schreibt und dann kann ich das noch zeigen. Ich hab einfach Sorge, dass er einfach i.wann vor meiner Wohnung steht und mein Körper dann komplett abdreht . Hab schon überlegt seine Schwester zu kontaktieren und die Lage zu erklären, dass es mir nicht gut geht, dass ich keinen Kontakt möchte und er sich nicht dran hält. Wenn er jetzt eh Zwangsurlaub bekommen hat, weil es ihm so schlecht geht wegen unserer Trennung, sollen sie ihn halt einweisen lassen.. Was weiß er schon von schlecht fühlen bei Dauerpanikattacken, Übelkeit, Depression.. was soll unser eins da sagen. Er hat mich damals zumindest in Depression und fast Selbstmord getrieben.. Also will ich nichts mehr mit ihm zu tun haben..

08.03.2017 06:54 • #16


Oh, ich dachte das sei mein ganz persönliches Horrorszenario. Hast du mal mit deiner Therapeutin darüber gesprochen?

Ich hatte lange Zeit Sorge, dass irgendwann mein Alter vor der Tür steht. Der hatte sich mal in den Kopf gesetzt bei uns einzuziehen und sich von mir pflegen zu lassen. Alleine schafft er es nicht mehr, aber wenn er irgendwie die Adresse rausbekommt schnappt der sich ein Taxi und ist da. Vor der Tür schreiend, die halbe Nachbarschaft zusammenbrüllend und ich sitz wie ein zitterndes Häufchen Elend hinter der Tür und weiß nicht wohin mit der Angst. Das habe ich meinem Therapeuten erzählt, weil mich sonst keiner so richtig ernst genommen hat. Alle meinten, nein, macht der nicht usw. tja, die haben keinen Ahnung was ein echter Narzisst so alles fertig bringt.

Mein Therapeut meinte, lassen sie die Tür zu und rufen sie die Polizei. Ja jetzt kommen wieder alle Gedanken der Sorte; das kann ich nicht machen, er ist doch...schlechtes Gewissen....wie soll er sich dabei fühlen...er kriegt Ärger..usw. NEIN! Völlig falsch, er selbst hat sich in diese Lage gebracht. Ganz alleine und ohne mein Zutun, dann muss er auch mit den Konsequenzen leben. Man ist es gewöhnt dem Narzissten alles durchgehen zu lassen, die Krönung bei mir waren losgedrehte Radschrauben an meinem Wagen. Jeder normale Mensch wäre an der Stelle fertig mit dieser Person. Ich war dumm genug es nicht zu sein.

Wenn dein Ex sich also vor deine Tür verirrt, bleibt die Tür zu, du greifst zum Telefon und rufst die Polizei.

Hast du einen guten Draht zu seiner Schwester? Weißt du, dass sie auf deiner Seite steht und Dinge die du ihr anvertraust nicht am Ende als Waffe gegen dich verwendet werden? An der Stelle weiß ich leider keinen Rat, da überlasse ich gern anderen ihre Gedanken dazu zu äußern. Ich vertraue so gut wie keinem, von meinem Mann, meiner Schwiegermutter und meinen Freunden mal abgesehen.

08.03.2017 11:57 • x 1 #17

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Plumbum
Zitat von Coru:
Guten Morgen Angsthörnchen,

danke für deine schnelle Antwort. Das ist echt so lieb von dir. Ich kann ihn blockieren. Ich habe nur heute die Therapiestunde und dachte, sie fragt bestimmt was er so schreibt und dann kann ich das noch zeigen. Ich hab einfach Sorge, dass er einfach i.wann vor meiner Wohnung steht und mein Körper dann komplett abdreht . Hab schon überlegt seine Schwester zu kontaktieren und die Lage zu erklären, dass es mir nicht gut geht, dass ich keinen Kontakt möchte und er sich nicht dran hält. Wenn er jetzt eh Zwangsurlaub bekommen hat, weil es ihm so schlecht geht wegen unserer Trennung, sollen sie ihn halt einweisen lassen.. Was weiß er schon von schlecht fühlen bei Dauerpanikattacken, Übelkeit, Depression.. was soll unser eins da sagen. Er hat mich damals zumindest in Depression und fast Selbstmord getrieben.. Also will ich nichts mehr mit ihm zu tun haben..


Wenn es wirklich das ist was Du willst, was Du brauchst, dann wird es Zeit das in die Tat umzusetzen. Setz Deinen Vater auf die Ignoreliste. Wenn er bei Dir daheim auftauchen sollte, machste genau das was Angsthörnchen Dir geraten hat. Du rufst die Polizei. Und über eine einstweilige Verfügung solltest Du evtl auch nachdenken. Was Dein Vater da betreibt ist Stalking und sowas ist hierzulande strafbar. Du bist NICHT sein Eigentum sondern seine Tochter.

Du bist doch Skorpion, oder? Wird Zeit das Du deinen Stachel benutzt.

Alles Liebe
Plumbum

19.03.2017 15:56 • #18


Coru
Ich habe nochmal eine Frage. Ich habe zu meinem Vater schon länger keinen Kontakt mehr. Dadurch sind die Panikattacken auch besser geworden. Natürlich ist er darüber nicht glücklich. Jetzt hat er in dem Ort wo ich aufgewachsen bin und wo mich viele kennen rumerzählt, dass ich zu ihm ziehe, weil ich psyisch krank sei, dass ich nicht mehr in der Lage sei alleine zu leben.

Das ist sehr heftig für mich. Erstens stimmt es natürlich nicht (halt paar Panikattacken) aber mich kennen da auch viele und das ist natürlich ein Imageschaden.. Wieso? Ich verstehe es nicht und wie damit umgehen? Ist das der Narzissmus, wieso tut er das?
Ich denke an eine Namensänderung, damit man ihn nicht mit ihm in Verbindung bringt. Nur ob das ausreicht, damit ich ihn ändern darf

19.05.2017 22:13 • #19


Icefalki
Coru, lass den erzählen was er will. Du musst innerlich einen Schlussstrich ziehen. Wenn er erzählt, dass du wegen psychischer Probleme zu ihm ziehen willst, will er doch nur gut vor den anderen dastehen, und brät dir gleichzeitig eins über.

Da du nicht zu ihm ziehen wirst, steht er am Ende eh allein da. Je länger du dein Leben ohne den Einfluss deines Vaters lebst, desto leichter wird es.

Keiner von uns hat es sich leicht gemacht, mit der Familie zu brechen. Es sind extreme Massnahmen, denen extreme Problematiken vorangegangen sind.

Und eins noch, mit unserer Entscheidung zu leben und zu merken, dass es uns dabei besser geht, trotz Schuldgefühle, sagt alles.

19.05.2017 22:40 • x 1 #20



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