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Hallo liebe Gleichgesinnte,

ich schreibe euch hier mal (und hoffe , dass ich das so alles richtig mache , weil ich hier noch nie was reingeschrieben hab), weil ich momentan echt ein wenig verzweifelt bin.
Ich lebe nun seit 2 Jahren mit immer wiederkehrenden Panikattacken. Auch vor diesen 2 Jahren hatte ich immer wieder mal eine aber das war vielleicht einmal im Jahr , es hat mich also nicht weiter eingeschränkt.
Ausgelöst wurde das ganze dann vor 2 Jahren durch meinen furchtbaren Exfreund der mich schlecht behandelt und unterdrückt hat.
Ich habe sowohl eine Verhaltens- als auch eine psychoanalytische Therapie hinter mir und ich habe durchaus das Gefühl , dass ich mich selbst und meine Gefühle nun viel besser verstehe.
Das Wichtigste was ich für mich rausgefunden habe ist , dass meine Panik eigentlich gar nicht direkt aus einer Angst heraus entsteht , sondern viel mehr aus Wut heraus. Wenn ich also meine Wutgefühle zu lange unterdrücke , kommt sie in Form von PAs heraus. Mit diesen Attacken kann ich aber mittlerweile gut umgehen und sie sind auch deutlich zurück gegangen.
Nun zu dem , was WIRKLICH am schlimmsten für mich ist.
Ich wirke nach außen hin sehr selbstbewusst und auch sehr sicher , bin es aber eigentlich überhaupt nicht. Mein Selbstwertgefühl ist gleich 0, es ist durch die Therapie schon deutlich besser geworden und ich fühle mich dahingehend auch auf dem richtigen Weg ABER immer wenn ich vor die Haustür gehe bin ich so unfassbar nervös und aufgeregt. Ich bekomme manchmal Panik, jedoch wirklich immer Herzrasen. Es geht soweit , dass ich denke ich muss mich übergeben (für mich furchtbar schlimm) und falle gleich um. Angst zu sterben hab ich nie aber immer , dass ich nicht mehr heim komme.
Wenn ich an Orten bin wo viele Menschen sind und es vor allem laut ist , will ich NUR fliehen. Ich habe dies manchmal
Gut im Griff , da macht es mir auch nichts aus , aber meistens ist es einfach grauenvoll. Ich habe mit meiner Therapeutin schon so oft darüber geredet aber sie versteht auch nicht , was das genau sein soll denn eine direkte Agoraphobie habe ich nicht. Ich hab auch keine Angst vor Menschen , ich mache gern was mit Ihnen , auch, wenn ich sehr gern alleine bin.
Gehe ich mit Freunden oder meiner Familie raus , ist die innere Unruhe noch 100 mal schlimmer , als wenn ich alleine raus gehe und das verstehe ich am wenigsten. Eigentlich sollten mir diese Menschen doch Sicherheit geben?
Ich habe keine schlimmen Erfahrungen in meiner Kindheit gemacht (sowas wie Missbrauch etc. ) , ich musste nur ständig umziehen und hatte immer das Gefühl , ich habe keine Kontrolle über mein Leben (habe auch mit ca 5 Jahren Angst vorm Erbrechen Entwickelt , diese ist aber ,,nur" Ausdruck dieser Kontrollverlustangst).
Ich habe des weiteren wahnsinnige Verlustängste und kann mit Trennungen kaum umgehen.
Manchmal benehme ich mich wie ein kleines Kind , und ich muss dann auch so behandelt werden, damit ich mich wohl fühle. Damit meine ich jetzt nicht , dass man mir den Schnuller reichen muss aber ich brauche dann einfach die Sicherheit einer vertrauten Person die mir das Gefühl einer heilen Welt gibt. Auf der anderen Seite bin ich sehr erwachsen und vielen in meinem
Alter immer voraus gewesen.

Um jetzt nochmal zum Punkt zu kommen:
Ich möchte einfach verstehen, was diese ständige innere Unruhe zu bedeuten hat. Wenn ich rausgehe , u Bahn fahre , whatever- es kommt Jedes verdammte mal wieder und egal wie oft ich mich der Situation aussetze , es wird NIE besser beim nächsten mal. Das hat mich zu der Überlegung veranlasst, dass ich wohl gar keine Angst vorm rausgehen habe sondern vielleicht vor fehlender Sicherheit ? Aber wieso helfen mir dann Freunde und Familie nicht wenn die draußen mit dabei sind ?

Vielleicht erkennt sich einer von euch in meiner Geschichte (zum Teil ) wieder und kann einen Lösungsansatz oder auch nur einen Gedankenanstoß liefern ?
Ich bin nämlich langsam wirklich ratlos und vor allem lustlos , weil ich denke , dass ich nie rausfinden werde , was los ist mit mir.

Ich danke euch auf jeden Fall schon mal ganz herzlich fürs lesen und hoffe , dass ich ein paar Antworten erhalte.

Viele liebe Grüße !

28.05.2017 19:05 • 28.05.2017 #1


4 Antworten ↓


Icefalki
So ganz lapidar, du traust eben niemand. Nicht dir, nicht den anderen. So tun, als sei man selbstbewusst ist anstrengend, und wenn andere deine Angst sehen könnten, ist das nochmals schwierig, denn du traust, vertraust doch nicht.


Hast eben auch Angst, die Kontrolle zu verlieren.

Überleg doch mal, wie stressig das alles ist. Kein Wunder, dass du am zittern und Beben bist.

Mir hat es geholfen, die Wahrheit über mich zu akzeptieren. Mein Leben bewusst zu gestalten, mich nicht mehr zu verbiegen, Zorn zu hinterfragen und das beleidigte, hilflose Kind durch erwachsenes Verhalten zu ersetzen..

Und das hat lange gedauert.

28.05.2017 19:30 • x 1 #2



Panik, Wut, Unruhe was ist es und woher kommt es?!

x 3


Liebe/r Icefalki,

du erklärst es so einfach , als würde das alles auf der Hand liegen (und das ist ein Kompliment , keine Kritik!).

Ich danke dir für deine Antwort und muss sagen, dass du da wirklich Recht hast.

Ich finde es furchtbar , wenn man niemandem trauen kann.. irgendwie macht mich dieser Gedanke sehr traurig.
Aber ohne der Wahrheit ins Auge zu sehen, kann sich auch nichts ändern.

Grade den Punkt mit der Selbstakzeptanz finde ich wahnsinnig schwer..
und dass da ein langer Weg vor mir liegt , ja.. da bin ich mir sicher. Aber wenn ich am Ende wo ankomme , bin ich bereit ihn zu gehen !
Hast du Tipps für mich, wie man sich so etwas vielleicht leichter machen kann?

Viele Grüße !

28.05.2017 19:40 • #3


Icefalki
Richtige Tipps, ich weiss net.

Ich hatte das ja auch alles. Ich hab mich eben gnadenlos analysiert. Wer bin ich eigentlich, warum ist das so, und wie Krieg ich das gebacken.

Bei mir hat es dahingehend funktioniert, als ich eben mein Verhalten, meine Ansichten, im Prinzip alles hinterfragt habe, viel verändert habe und das immer noch tue.

Wird's mir in Bauch komisch, hinterfrage ich mich, was mir auf der Seele brennt und versuche das dann zu lösen. Ohne schon vorher Angst vor Ablehnung zu haben.

Ist ein sehr langsamer, schwieriger Prozess, denn die Wurzeln bleiben immer erhalten.

28.05.2017 20:09 • x 1 #4


Liebe Icefalki,

ich danke dir nochmal für deine Antwort und deine Tipps!
Ich denke auch, dass es keinen Universaltip gibt wie man das alles in den Griff bekommt , aber es hilft (mir) ungemein zu wissen, dass ich nicht alleine damit bin.

Ich habe auch gelernt , dass es sehr wichtig ist seine Gefühle ernst zu nehmen und zu hinterfragen. Das hab ich früher überhaupt nicht gemacht.
Ich denke ich bin auch einfach zu ungeduldig mit mir ... hach ja das ist auch So ne Macke von mir ..

Naja ich bleibe auf jeden Fall dran!

Liebe Grüße! )

28.05.2017 20:45 • x 1 #5




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