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Hallo...
ich bin neu hier und hab im Moment sehr starke psychische Probleme.
Kurz zur Vorgeschichte:
Vor ca. 11 Jahren, ich war 22, war ich mit Freundin in Disco, Schlägerei brach aus, und alle mussten und wollten nach draußen. Ich bin sehr klein, 1,60, und wurde praktisch überrannt. Man musste zum Ausgang durch einen kleinen schwarzen tunnel, sehr eng. Wir sind irgendwann auf dem Klo angekommen und mir war einfach nur schlecht! Also ab nach hause, da gings mir sofort wieder gut!
Niemand hätte damals gedacht das das der Anfang vom Grauen sein könnte!
Montags drauf auf dem Weg zur Arbeit im Bus, das gleiche. Übelkeit, Schweißausbrüche usw....
Ich war sehr oft krank geschrieben in dieser Zeit, wurde komplett durchgecheckt, CT, Unltraschall, Magenspiegelung usw...kerngesund!
Niemand kam drauf!
Ich musste während meiner Ausbildung damals ein paar Monate später sechs Wochen ein Praktikum in der Psychiatrie machen. Dort kam ich das erste Mal mit "solchen" Menschen in Berührung. Nun waren das Härtefälle, da geschlossene.
Aber da wurde mir mehr und mehr bewusst das ich "dazu" gehöre...

Die Jahre zogen ins Land, eigentlich gings mir meistens gut. Es gab immer mal wieder hier und da ne Phase wo ich nicht einkaufen ging oder nicht mehr mit 4 Leuten im Auto saß und so. Aber das konnte ich ja gut meiden...

Als ich mit meinem jetzigen mann zusammen kam, vor gut 3 Jahren, redeten wir darüber und ich beschloß eine Therapie zu machen, da mich selbst das ein oder andere störte was ich mied. So wie spontane Besuche bei Verwandten in anderen Städten, geht nicht. Oder bei Freunden übernachten, geht nicht! Einkaufen bedingt, am liebsten nur Läden die ich kenne usw...
Also ein paar Wochen später 1.Sitzung.
Super nette Therapeutin, alles toll. Wir bekamen raus: Agoraphobie. Das hatte ich selbst anhand von Büchern mir schon so gedacht. Die Therapeutin war sehr hilfreich, wir haben viel aufgegliedert, sie gab mir Tips wie ich mich in den Situationen verhalten sollte usw...
Nach 8 Sitzungen kam von ihrer SEite das wir aufhören könnten, ich sei eigentlich zu "normal" für eine Therapie.

Das hat mich riesig gefreut und ich war mega happy. Alles lief auch gut nach dieser Zeit. Das ist nun fast 2 jahre her.
Mein Mann muss nun eigentlich 8 Monate lang jede zweite Woche zu nem Lehrgang, 400 km entfernt. Beruflich und leider auch nötig.
Weil er sehr viel zu tun hat und wir viele Tiere besitzen, haben wir letztes Jahr im September beschlossen das ich zu hause bleibe und Hausfrau bin.
Kann mich um unsere Schnauzer kümmern, um die Pferde usw...ging auch alles gut.
Letzte Woche war er das erste mal weg. Montag bekam ich Stiche im Unterleib, die hab ich am Dienstag mit Tablette betäubt damit ich reiten gehen konnte.
Mittwoch gings, Donnerstag nachmittag Durchfall, sehr stark, so das ich abends nicht weg konnte sondern nur noch aufm Sofa lag. Die Nacht war dann schon Horror. Schüttelfrost, Übelkeit, Zittern innerlich, Herzrasen, Stiche im Bauch usw...

Ich konnte mich garnicht beruhigen. Freitag morgen Arzt angerufen er sollte zu mir nach hause kommen. Tat er auch, nachmittags um fünf! Super. Den ganzen Tag hab ich gegrübelt und nachgedacht, was is, wenn ich schwer krank bin und was schlimmes hab usw...
Der Arzt konnte nix finden, schickte mich aber noch zum Frauenarzt den abend um alles abzuchecken. Auch der fand nix. Kerngesund.
Samstag vormittag zu Allgemeinarzt nochmal zum Ultraschall: Nix!
War ja klar, also die Psyche...
Das ging am Samstag dann auch alles, mein Mann war bei mir, alles gut.
Sonntag hab ich dann zwar etwas geschwächt, aber immerhin, die Wäsche gemacht, Abwasch usw...mein Mann die Pferde und als er nach hause kam gings wieder los, noch viel schlimmer als zuvor!

Schüttelfrost, Zittern, Panik, Angst zu sterben, nicht wissen wohin mit mir. Ich bin hier fast die Wände hoch...konnte nur noch heulen und schließlich hab ich Sonntags!! meine Therapeutin angerufen was los mit mir ist!
Die hat mir für heut abend gleich nen Termin gegeben, Gott sei Dank.
Sonntag konnte sie mir nicht helfen, da kam dann abends um neun der Notarzt. Der gab mir Tavor 0,5 damit ich schlafen kann. Ich hatte vorher noch nie Tabletten genommen.
Nun mischt sich meiner Meinung nach in die Panikattacken auch die Depression mit ein!
Montag bin ich dann auch mal durch die Gegend gefahren, zum Arzt nochmal die Karte abgeben und so, zu meinem Mann in die Firma und zur Schwiegermutter, damit ich beschäftigt bin.

Ich hab ne sehr gute Freundin die mich auch sehr gut versteht denn die hat den gleichen Sch...
Die hat mir ihre Tabletten empfohlen, Opipramol. Die hab ich mir verschreiben lassen und nehm die nun seit Montag abend ein. Es is auch schon ein bischen besser, aber ich hab doch noch sehr starke Depressionen...sehe grad keinen Sinn mehr in meinem Leben...wenn das immer so weiter geht oder gar wieder schlimmer wird dreh ich durch hier!
Und nächste Woche müsste mein Mann wieder auf Lehrgang, was mach ich dann nur?
Das geht garnicht!

Hat jemand von euch hier auch sowas? Oder in der Art?
Bin für jede Nachricht dankbar und würde mich gern mit Gleichgesinnten austauschen!
Im Moment kann ich halt so garnicht allein bleiben, mein Mann fährt morgens weg, dann kommt meine Freundin immer für 3 Stunden, aber nachmittags is niemand da...is total bescheuert, ich weiß, aber ich komm da nicht gegen an...

Freue mich auf Nachrichten...

lg Die Isi

21.02.2007 13:57 • 02.03.2007 #1


8 Antworten ↓


Hallo die Isi
Ich kenne deine Probleme nur zu gut leide seid 10 Jahren unter Angst und Panik und mittlerweile auch zeitweise an Depris. Bin auch oft sehr hypochondrisch,sobald es irgend wo zwickt oder drückt nehme ich gleich das schlimmste an. Merke teilweise das ich solche Beschwerden bekomme und mich da auch massiv reinsteiger wenn ich alleine bin und nur über mich nachdenk ohne mich abzulenken. Mache zur Zeit auch wieder eine Verhaltens Therapie die mir auch ganz gut hilft.Dadurch habe ich festgestellt das wenn ich nicht nur zu Hause rumsitze und grübel sondern aktiv irgend welche Unternehmungen mache wie einkaufen jemanden besuche oder einfach nur mit meinen Hunden spazieren gehe das es besser wird ,nur durch Ablenkung.Das hätte ich bis vor einem halben Jahr nicht gedacht,geschweige den gemacht. Ich habe immer sobald es mir schlecht ging zu Hause gesessen und in mich rein gehört und dadurch werden die Beschwerden natürlich schlimmer. Gut immer funktioniert es noch nicht aber ich versuche weiter dran zu arbeiten. weil ich ja doch irgend wann mal ohne die teilweise furchtbaren Beschwerden leben möchte.

lieben Gruß Betti

21.02.2007 14:38 • #2



Panik und Depression

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Hallo vielen Dank!
Ich weiß, man MUSS raus gehen, aber ich kann mich im Moment nicht aufraffen dazu!
Heut war ich mal ne kleine Runde mit den Hunden...ja toll, da war mir schwindelig und übel und hinterher saß ich wieder hier und mir war langweilig...so ein Spaziergang dauert ja nicht den ganzent Tag...
Es ging dann soweit, das ich meine Freundin anrief sie müsse vorbei kommen. Sie ist im Moment immer morgens von 9 bis 12 bei mir...aber kann auch nicht ewig so weiter gehen.
Die kam dann hat meinen Mann angerufen, der musste Kunden verschieben um dann um halb fünf hier bei mir zu sein...
So kanns doch nicht weiter gehen und manchmal denk ich dann, ich verschwinde besser so ganz, dann fall ich niemandem mehr zur Last...
Kriege wirklich immer mehr solche Gedanken...
Frustrierend...ich hoffe, meine Therapeutin heut kann mir helfen...

lg

21.02.2007 18:32 • #3


hallo

also ich muss sagen es ist schon eine ganz schöne geschichte die du da schreibst.

leide ca seid 4 jahren unter der angst. anfangs bin ich auch von arzt zu arzt gerannt ohne ergebnis.
irgendwann war ich dann beim neurologen...die wuste nicht ob angst oder depression..
nach langem hin und her bin ich dann auch zur psychotante....war jetzt 4 mal dort ...komm irgendwie nicht weiter mit der.
ich soll mich wieder bei ihr melden wenn ich bereit bin in meinem leben etwas zu ändern.....ich bin bereit dazu aber ich glaube sie hat das nicht ganz verstanden.

hab zur zeit eine phase wo es mir ganz gut geht.
also mein freund mit der lehre angefangen hat und immer auf montage war gings mir echt grausam....aber ich wohne bei meiner mutti und irgendwer ist immer hier. also war ich nie ganz alleine zumindest nicht lange.
hab mich immmer gefreut auf das wiedersehn....

lg anni

21.02.2007 19:03 • #4


Hallo Die Isi
Ich kenne diese Gedanken ich habe sie auch zwischendurch,teilweise machen mir diese Gedanken Angst.Habe da auch schon mal mit meinem Therapeuten drüber gesprochen,weil ich mir dann oft so Gedanken mache ob man wirklich mal die kontrolle über sich verlieren könnte! Er hat mich da dann ein stück weit beruhigt. Kannst du Nachmittags nicht irgend jemanden Besuchen wenn du alleine bist,oder es dir schlecht geht ? Gut das aufraffen ist das Problem,aber wenn du es einmal geschafft hast klappt es beim nächsten mal noch besser man muß den inneren Schweinehund irgendwie überlisten.Es ist einfach es zu schreiben ,ich weiß wie schwer es ist und kann verstehen wenn es zur Zeit nicht funktioniert.

lieben Gruß Betti

21.02.2007 20:50 • #5


Ja, ich kann Leute besuchen, aber doch nicht jeden Tag! Denen geh ich dann ja auch auf den Sack...und die meisten sind arbeiten. Meine Schwiegermum, zu der könnt ich, da könnt ich auch schlafen...aber die hat von den Problemen keine Ahnung, also weiß nicht wie man damit umgehen muss und so...und ob sie es versteht weiß ich nicht...
hab es neulich nur mal kurz angeschnitten, aber sie kann halt nix dazu sagen, is ihr völlig fremd!
Aber mal sehen, vielleicht kann ich wenn ich allein bin bei ihr bleiben...ich werds probieren...

Meine Thera hat mir gestern etwas geholfen, mir gings hinterher besser...aber heut nacht wieder Panik...
nun nehm ich Opipramol erst seit Montag und steck halt jetz am Anfang in den Nebenwirkungen hat sie auch gesagt...da muss ich durch, dann hilfts!

Hilft wohl nur abwarten...

22.02.2007 09:52 • #6


Deine schwiegermutter soll ja auch nicht damit umgehen ,sie soll dich genauso behandeln wie immer oder dir vieleicht zuhören wenn du darüber Reden möchtest.Weil wenn sie dich wie ein rohes Ei, behandelt wird es auch nicht besser,ist nicht böse gemeint aber es ist doch so. Habe es selber erlebt wenn die andern einem nur bemitleiden steigert man sich da noch mehr rein und das möchte man ja eigendlich vermeiden. Ablenkung und Angenehme Dinge sollten dann im Vordergrund stehen,weil man möchte ja das es einem besser geht. wenn du Lust hast kannst du mir auch privat schreiben oder unter www.Bettina_

lieben Gruß Betti

22.02.2007 15:43 • #7


Hallo Isi,
auch ich leide seit 3 Jahren unter Panikattacken. Die erste Attacke hatte ich im Urlaub - wo es einem eigentlich gut gehen sollte. Eine Nacht auf Mallorca, kleines Haus, brütend heiß, kleine Klimanlage und natürlich alle Fenster geschlossen. Bin in der Nacht aufgewacht und hatte panische Angst nicht mehr raus zu kommen. Da ich zu Besuch bei einer Freundin war und somit nicht wusste wie die schönen alten Türen aufgehen, hat mich die Panik übermannt. Musste sie wecken, Türen öffnen lassen, Zig. geraucht und versucht wieder einzuschlafen - natürlich mit Licht im Bad. Am nächsten Morgen war alles wieder gut - dachte ich. Die nächste Attacke kam ca 2 Monate später - wieder nachts - und mit allen hier schon beschriebenen Sympthomen - Herzrasen, Schwindel, Benommenheit u.u. u. Bin dann in Therapie, die auch gut geholfen hat - OHNE Tabletten einzunehmen, denn vor der Abhängikeit und den Nebenwirkungen hatte ich wieder zu viel Angst. Insgesamt war ich ca. 1 Jahr in Therapie und mir ging es eigentlich ganz gut. Hatte im letzten Jahr sehr viel Stress im Job und mit meiner pubertierenden Tochter, was so ziemlich alle meine Reserven aufgebraucht hat, und siehe da, die Panik kommt wieder. Aus heiterem Himmel - wie man denkt. Habe mich gerade durchecken lassen, aber organisch ist alles i.O. - wie erwartet.
Nun muss ich mich also erneut der Angst stellen und bin momentan am Lesen und Nachdenken, was ich tun soll. Untägig zu Hause sitzen (bin momentan Krankgeschreiben - brauchte einfach eine Auszeit)ist auch keine Lösung.
Versuche mich nicht von der Panik übermannen zu lassen und beschäftige mich, wobei großen Antrieb etwas zu tun, habe ich auch nicht. Meine Selbstdiagnose lautet nun: Panikattacken gemischt mit Depressionen.

Hast du ein Hobby, was dich ablenken könnte?
Da du ja die Situation deiner Panikauslösung kennst, gibt es denn da keine Möglichkeit gezielt diese Erfahrung positiv zu bekämpfen?

Bei mir liegt das "Panikmuster" wohl in der Kindheit, da aber meine Mutter sehr früh verstorben ist und auch keine weitere Verwandtschaft existiert, habe ich wenig Möglichkeiten zu Hinterfragen und vielleicht zu klären.

Liebe Grüße Deeina

01.03.2007 14:57 • #8


Hallo Deeina
Bei mir nimmt man auch an das man in der Kindheit suchen muß aber bis jetzt ist da noch nicht viel bei rumgekommen außer das ich unter der Alk. meiner Eltern sehr gelitten habe. Meine mutter ist seid 20 Jahren mittlerweise trocken und mein Vater lebt nicht mehr .Mache zur Zeit auch wieder eine Verhaltenstherapie die auch ganz gut läuft und mir was bringt,steht aber zur Zeit weil wir eine neue bei der Krankenkasse beantragen mussten da die erste rum war.Aber die Krankenkasse lässt sich Zeit daher fehlt mir die Therapie jetzt schon seid 2 Wochen. Habe auch eine Pupertierende Tochter die teilweise sehr stressig ist und wo ich mir oft Sorgen mache was natürlich nicht gerade vorteilhaft ist bei Angst und Panik.bin teilweise auch depressiv und weiß weder ein noch aus.Aber ich versuche mich irgend wie abzulenken wie zum Beispiel mit meinen hunden spazieren zu gehen dann habe ich angefangen zu stricken ,bin da zwar nicht besonders begabt drin aber rechts und links bekomme ich hin .Es funktioniert nicht immer aber wenigstens manchmal. mein Problem ist das ich mich zur Zeit wieder sehr stark in körperliche Symtome reinsteiger und das löst dann immer wieder Angstzustände aus

lieben Gruß Bettina

02.03.2007 13:09 • #9





Dr. Hans Morschitzky