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Hallo,

ich fahre schon sehr lange Auto und ich hatte bisher immer Spaß dabei.

Große Autobahnen (4-spurig) habe ich noch nie gemocht aber seit kurzem überfällt mich während der Fahrt Angst. Ein beklemmendes Gefühl macht sich breit und ich wünschte mir, dass jemand anderes das Steuer schnell übernehmen würde aber leider war und ist das oft nicht möglich.

Die schlimmste Attacke hat ich vor einer Woche. Ich war abends unterwegs und ich musste auf die Autobahn. Die grellen Lichter im Rückspiegel haben es ausgelöst. Mir lief es heiß und kalt über den Rücken runter. Ich hielt total verkrampft das Lenkrad - ich wollte nur eines runter.

Ich war so froh als ich wieder auf die Landstraße kam, das macht mir nichts aus aber ich war immer noch fix und fertig.

Panikattacken hatte ich heuer, wenn die U-Bahn stehenblieb oder der Aufzug. Das bekam ich in den Griff. Ich fahre weiterhin U-Bahn und ich gehe ohne Sorgen in den Aufzug. Ich fahre auch wieder Auto, doch habe ich Bedenken, es könnte wieder kommen.

Woher kommt plötzlich diese Angst vor dem Autofahren?

Ich war und bin Gott sei Dank nie in einem Unfall verwickelt gewesen also ein Trauma fällt weg.

LG

Vivien

14.11.2010 19:38 • 10.04.2011 #1


46 Antworten ↓


Hallo,
Waren es deine Gedanken die das beklemmende Gefühl ausgelöst haben oder kannst du es noch näher beschreiben.
Ich kenne es auch ....habe es besonders auf Autobahnen ,aber ich denke immer das ich da nicht weg kann und dann kommt das Gedankenkino und buff habe ich auch schon wieder diese Symptome wie Schwindel, Blutdruckerhöhung , u.a.

LG

14.11.2010 19:46 • #2



Panik beim Autofahren

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Hallo Vivien,

Angstgefühle beim Autofahren habe ich schon seit längerer Zeit.

Sie treten überwiegend auf der Autobahn auf, weil ich mich dort "gefangen" fühle.
Im Stadtverkehr kann ich jederzeit irgendwo abbiegen oder anhalten. Auf einer Landstaße
gibt es auch eher Möglickeiten Einfluß zu nehmen, irgendeine Kreuzung ist immer erreichbar.

Aber auf der Autobahn ist die Situation eine andere.
Die nächste Ausfahrt ist mitunter weit entfernt und es ist immer mit Stau zu rechnen, der einen festhält und wo man keinen aktiven Einfluß mehr nehmen kann. Hinzu kommen die hohen Geschwindigkeiten, die dort gefahren werden und zusätzlichen Streß bei mir erzeugen.

In welchen Situationen treten denn die Ängste bei dir besonders stark auf ?

Gruß Josef

16.11.2010 13:10 • #3


Hallo zusammen,

ich habe sehr viele Ängste durch Konfrontation überwunden.
Doch beim Autofahren hat es einfach nicht funktioniert.
Ich habe mich schon vor der Fahrt total verrückt gemacht, bin im Kopf die Strecken abgefahren, welche wohl die Beste ist. Kopfkino ohne Ende!
Auch ich hatte wie Josef das Gefühl, dass ich in bestimmten Situationen nicht selber eine Entscheidung treffen durfte ( Stau, rote Ampel, kein Seitenstreifen ). Das war für mich unerträglich und hatte jedes Mal das Gefühl in solchen Situationen in Ohnmacht zu fallen oder einfach aussteigen und wegrennen.
So bin ich total verkrampft und angespannt gefahren.
Doch seit ca. 4 Wochen sind diese Ängste verschwunden!!
Meine Therapeutin vermutet, dass es damit zusammenhängt, dass ich halt täglich "geübt" habe. Ich bin nur so "zum Spaß" ( war natürlich kein Spaß, war purer Stress!!) ohne Ziel rumgefahren.
Diese Konfrontation hat sich also auch gelohnt, sie brauchte halt nur mehr Zeit!!
Es ist unglaublich....mir macht das Fahren wieder Spaß!

Auch euch wünsche ich viel Kraft und Erfolg!!

LG Bibi

16.11.2010 13:35 • #4


Hallo,

Toll das du es geschafft haST:
ich versuche m ich auch gerade dabei , bin aber noch am Anfang .Es muss immer einer mit im Auto sein.

Ich fahre und nebenan sitzt wer (Erwachsener).Ich habe ja auch noch die Angst das mir was passieren könnte und das mein Schwindel wieder kommt .
Das klappt z.Zt. ganz gut.
Das nächste Ziel ist dann alleine umherfahren.
Merkwürdigerweise klappt es abends wenn die Straßen nicht so voll sind und es weniger Verkehr ist besser.
Ich komme dann auch schneller voran.

Oh man ..............bin froh wenn es bald wieder so ist wie es war.
Kann natürlich noch dauern

16.11.2010 13:53 • #5


Hallo Feroxin,

toll, dass du dabei bist und.... bitte nicht aufgeben.
Es werden sicherlich Tage dabei sein, an denen es mal nicht so toll läuft!
Du bist auf dem richtigen Weg, auch du kannst es schaffen. Du mußt einfach an dich glauben!

Davon bin ich überzeugt!!!

GLG Bibi

16.11.2010 18:19 • #6


Danke

Ich übe jeden Tag aufs neue ...autofahren , einkaufen u.a.

jeder Tag ist eine neue Herausforderung.

Ich schaffe es

16.11.2010 18:27 • #7


Ja Feroxin, du schaffst das!!!

So wie du schreibst, habe ich das Gefühl, dass dein Wille sehr stark ist.
Aber übertreibe es bitte nicht. Denn man kommt auch langsam ans Ziel!!

GLG Bibi

P.S. darf ich wissen wie alt du bist?

17.11.2010 12:18 • #8


Hallo Bibbi i,
ich bin 51 Jahre alt .
Nein ich mache Schritt fürSchritt.

Ist natürlich für jemanden der mit beiden Beinen fest im Leben gestanden hat sehr schwer und man denkt es kommt alles nicht so wieder.
Soll es ja auch nicht...denn dann wäre ja nicht die Angst gekommen die eine Warnung anzeigt.
LG

17.11.2010 12:40 • #9


Hallo Zusammen,

heute habe ich mal ein richtig schönes Erlebnis seit Jahren in Bezug auf meine Panikattaken bei Autobahn / Landstrassenfahrten gehabt.

Ich habe mir vor ein paar Wochen hier angemeldet, vieles gelesen,und für mich selbst nach einer Lösung gesucht, einige liebe Ratschläge,wie Du musst dringend eine Therapie machen waren dabei.
Ich googlete weiter und weiter, stoß in Wuppertal auf eine Fahrschule, die sich mit solchen Ängsten auseinander setzt.
Ich nahm meinen Mut zusammen und fuhr zur Fahrschule hin ( ich wohne in Wuppertal), ich erzählte der lieben Dame im Büro alles, sie bekam schon grosse Augen, denn ich besitze BCE seit Jahren, und dann die Panik auf die Autobahn zu fahren, seiit knapp 8 Jahren durch Deutschland ohne Autobahn zu kurven.
Am Montag rief mich dann der FAhrlehrer zurück und wir vereinbarten einen Termin für heute, er schlug direkt Doppelstunde vor ( ich dachte ich kipp um), die letzten 2 Tage war ich nicht wirklich ansprechbar oder aufnahmefähig, immer wieder vor Augen, am Mittwoch muss ich auf die Autobahn.
Der Fahrlehrer holte mich ab ich sah den grossen Kombi schon von weiten, ich stieg ein, wir fuhren zuerst etwas durch die Stadt, viele Spurenwechsel,hin und her, dann ging es Richtung Autobahn, ich holte tief Luft, und wollte mich nicht verspannen, immer im Kopf, neben mir sitzt ein Profi, wenn ich es mit ihm nicht schaffe, dann nie.
Ein immer wieder aufkommendes unwohles Gefühl bekam ich trotzdem, aber nicht das Herzrasen, die Schweissausbrüche, sobald es über 80 km/h ging, immer wenn ich anfing etwas zu verkrampfen, sagte mir der Fahrlehrer locker die Hände, nicht verkrampfen und ich wurde ruhiger, ich fuhr auf der Überholspur, ich konnte ohne Angstausbruch 120-130 km/h fahren. Er machte mit mir eine bestimmte Handtechnik am Lenkrad und es gab mir Sicherheit mich wohl zu fühlen. Zum Schluss gab er mir noch meinen persönlichen Leitweg für mich alleine,der jetzt an meinem Amaturenbrett klebt, dort steht:

1: Was andere Autofahrer von mir erwarten ist nicht wichtig!

2: Räumliches Sehen überprüfen lassen!

3: Lenkhaltung verändern und verbessern ( ziehen nicht drücken)!

Ich bräuchte keinerlei weitere FAhrunterstützung durch ihn, ich soll diese drei Dinge beachten und immer wieder auf die Autobahn,und mich in ein paar Wochen bei ihm melden,wie es gelaufen ist.
Mir hat es sehr geholfen, ich suche im mom keinerlei Auswege der Autobahn, sondern möchte Morgen meinen Weg direkt über die Bahn alleine nehmen.

Ich schreibe Euch das,um Euch Mut zu machen, es gibt echt Wege darausund ich hatte schon Angst es würde immer so bleiben

18.11.2010 00:30 • #10


Hallo kleine Bergziege,

Glückwunsch zur erfolgreichen Autobahnfahrt.

Ich glaube, du hast den richtigen Weg gewählt, indem du dir professionelle Hilfe geholt hast.

Jetzt heißt es weiter üben und langsam wieder Sicherheit gewinnen.

Gruß von Josef

18.11.2010 11:59 • #11


Sorry, dass ich mich erst jetzt melde.

Allen ein großes Dankeschön für euere Antworten.

So, nun zu meinen Antworten, wenn auch a bisserl spät

@ Josef das mit dem eingesperrt sein stimmt. Ich fühle mich gefangen, umschlossen von lauter Autos, die meinen mit 200 kmh über die Autobahn zu fahren. In der Stadt, auf dem Land - kein Problem.

@Feroxin das kommt ganz schnell und geht auch wieder. Es fängt mit einem beklemmenden Gefühl an. Ich werde richtig steif in den Armen. Ich halte das Lenkrad verkrampft fest. Ich kann nur gerade aussehen und versuche nicht zu schnell zu fahren bis es wieder nachlässt. Ich fahre dann stehts rechts und tuckere hinter LKW´s nach.

Der Schwindel könnte von einem Antibiotika bei mir kommen. Ich muss klären, ob Ceflofoxacin (oder so) dafür schuld ist. Ich war schon beim Orthopäden wg. den Wirbeln am Nacken, ob die Schuld sind. Jetzt muss ich zum Neurologen wg. der Klärung des Auslösers.

Ich hatte in letzter Zeit viel Stress und Kummer und durfte mich von anderen deren Leid anhören. Also ein Packesel, der auch noch das Zeug der anderen schleppen durfte. Das versuche ich abzubauen, in dem ich für mich bin und das Gespräch (wenn wieder mal bei jemanden der eheliche Haussegen schief hängt) abbreche. Kostet mich zwar Überwindung aber ich muss einfach mal Stopp sagen.

Mir wurde geraten, mal mehr an mich zu denken und das versuche ich gerade. Autofahren bedeutet für mich ein Stück Freiheit und das erkämpfe ich mir zurück.

Man merkt oft nicht, wie langsam die Reserven zu Ende gehen und dann reagiert der Körper mit Panik, mit Unruhe, mit diversen körperlichen Beschwerden (Reizdarm und Co.).

Da wird eine einfache Autobahnfahrt zur Tortour.

Ich wünsche uns allen, dass wir bald wieder ohne Panik wieder auf den Autobahnen fahren können.

19.11.2010 20:52 • #12


Genauso ergeht es mir auch,ich kann nicht alleine Autobahnfahren weil ich mich gefangen dort fühle.Mit einem Beifahrer der auch Autofahren kann habe ich das Gefühl nicht,weil ich ja schlimmstenfalls das Steuer abgeben kann.
Lg
Angsthase1703

19.11.2010 23:18 • #13


diese Ängste und die Verkrampfungen hatte ich auch immer, bis ich mir den Fahrlehrer dazu nahm vorgestern, gestern bin ich sogar mit meinem Freund noch mal auf die Bahn, dabei fühlte ich mich aber nicht so wohl, es kam zwar nicht zu Verkrampfungen aber zu einem unguten Gefühl, es ließ sich aber ertragen

19.11.2010 23:22 • #14


Hallo vivien...
das was du berichtetst trifft bei mir auch zu.
Besinne mich zur Zeit auch auf mich.
Das Gefühl kennt man gar nicht.
Und das kann auch Angst machen. Man muss es neu lernen.
Lg

21.11.2010 23:16 • #15


Angst vor dem Autofahren hatte ich auch. Bei mir war es die Angst vor Autobahnen (das Gefühl, eingeengt zu sein, nicht sofort anhalten zu können / abbiegen zu können), an roten Ampeln, Staus (ebenfalls Gefühl eingeengt zu sein). Da habe ich ziemlich starke Panikattacken bekommen, zitterte richtig. Am Ende war es so schlimm, dass ich nur noch als Beifahrer mitgefahren bin.

Weggegangen ist das Ganze durch Übung. Habe mir dann einen Beifahrer genommen und die Situationen geübt. Später dann bin ich alleine gefahren. Zuerst kurze Strecken und dann immer längere. Habe mir noch ein Navi gekauft und die Stimme usw beruhigen mich auch. Jetzt geht es wieder ganz normal, ich hoffe, das bleibt so.

23.11.2010 18:30 • #16


Ich habe die Erfahrung gemacht, daß es auch von Bedeutung ist, in welcher Verfassung ich mich befinde, bevor eine Autobahnfahrt ansteht.

Bin ich relativ entspannt und habe keinen Zeitdruck sind die Voraussetzungen schon mal günstiger.

Muß ich aber zu einem bestimmten Termin und bin unruhig, dann muß ich viel eher damit rechnen, daß sich wieder Ängste bemerkbar machen.

Josef

24.11.2010 13:40 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Leider ist es bei mir auch so, dass das ganze durch eine Übelkeit kam, durch den Reizmagen oder Darm.

Wenn man "muss" und man kann nicht raus, das ist die Hölle. Ich habe mich oft vollgestopft mit zig Tabletten, damit ich ja nicht auf die Toilette muss.

Jetzt geht es wieder, ich habe mich einfach nicht runterziehen lassen von meinen Befürchtungen.

Ich kann auch nie lange Strecken fahren, da ich durch den Motor wie ein Baby in den Schlaf gesungen werde.

Auch bei anderen schlafe ich schnell im Auto ein, deshalb geht es ohne Pausen nie bzw. ich fahre dann lieber Zug.

24.11.2010 20:48 • #18


Hallo Leute,

genau Eure Beschreibungen passen auch zu mir.

Habe vor einem Jahr im Auto eine Panikattake bekommen.

Seitdem traue ich mich kaum Auto alleine zu fahren. Auch mitzufahren ist sehr schlimm.

Mittlerweile fährt meine Mutter mit mir zum Einkaufen oder mich zur Arbeit... (3km)..


Ich habe solche Angst davor, alleine zu fahren..

Auch kann ich mit einem Beifahrer nicht länger als 5 km weit wegfahren.


Ich glaube, ich muss auch üben... aber ich habe so schreckliche angst davor...

Werde ich es schaffen? Was ist wenn ich eine PA bekomme? Dann mag ich vlt wieder nicht mehr fahren...

Im Moment wird mir diese Krankheit zu viel...

Wäre schön wenn ihr mir weiterhelft...

17.12.2010 16:14 • #19


Hallo,
Solche Attacken habe ich auch. Das erste mal 2006 als ich meinen Mann aus der Unfallrehaklinik abholen sollte. Kurze Zeit danach, als ich zu Mobilia gefahren bin.
Dann war lange Zeit nichts, bis diesen Sommer. Da hatte mein Sohn eine Hodenverdrehung und mein Hausarzt hat uns zu spät in die Klinik geschickt. Deshalb musste er eine Amputation bekommen.
Da kam die erste PA mitten in der Nacht im Urlaub. Danach beim Autofahren, als wir wieder ins Krankenhaus mussten.. Immer öfter bekam ich grundlos Angst und mir wurde dauernd übel. Dann kam der Druck in der linken Brust, Durchfall nach den Attacken, taubes Gefühl im linken Arm.
War schon beim Kardiologe, Orthopaede und beim Neurologe, welcher mir Opipramol verschrieben hat. Leider wird es nicht besser. Habe dauernd so ein Kribbeln oder Blubbern in der linken Brust und manchmal habe ich das Gefühl, dass meine Brust explodiert oder manchmal das Gegenteil, dass mir jemand die Brust zudrückt
Geht das wieder weg? Werde ich wieder gluecklich?

Verzweifelnde Gruesse
Sonnygirl

28.12.2010 23:21 • #20



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