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Gaulin
Hallo,
Mir ist erstmals so richtig bewusst und klar geworden, dass ich Opfer narzisstischen Missbrauchs geworden bin.
Undzwar: von meiner eigenen Mutter!
Ich möchte mich gern austauschen mit Betroffenen, gegebenenfalls auch mit Leuten, die die Diagnose narzisstische Persönlichkeitsstörung erhalten haben.
Ich suche Rat und Hilfe im Umgang mit Narzissten bzw. einer Lösung.
Es gibt leider noch nicht wirklich viele Therapeuten, die speziell die Folgen für Opfer der NPS behandeln. Und ich meine wirklich speziell.
Ich kenne meine Ursache meiner Beschwerden und möchte dies verarbeiten und gezielt heilen.

Liebe Grüße
Gaulin

23.05.2019 22:58 • 11.11.2019 #1


260 Antworten ↓


Hallo Gaulin,

Ich bin ebenfalls Opfer narzisstischen Missbrauchs durch meine Mutter allerdings auch durch meinen Vater.

Kleingemacht werden, das Gefühl wertlos und unfähig zu sein , keinen Stellenwert zu besitzen. Nur zur Bedürfnisbefriedigung der Mutter zu dienen und gnadenlos benutzt zu werden.

Und vieles mehr.

Liebe Grüße

Komma

24.05.2019 07:42 • x 3 #2


Gaulin
Hallo Kommazeichen,
Vielen Dank für deinen Beitrag.
Zitat von Kommazeichen:
Hallo Gaulin,

Ich bin ebenfalls Opfer narzisstischen Missbrauchs durch meine Mutter allerdings auch durch meinen Vater


Na ja ich bin mir nicht so ganz sicher, ob mein Vater nicht auch Narzisst ist oder ob er narzisstische Züge meiner Mutter angenommen hat. Zumindest hat er mitgemacht. Meinen Vater beurteile ich nicht so heftig, weil ich meist mit meiner Mutter allein war in der Kindheit. Und auch heute läuft die Kommunikation mit meinem Vater meist nur über meine Mutter. So in der Art: Dein Vater hat gesagt... mir persönlich sagt er nix negatives. Erfahre immer nur über meine Mutter sowas.
Er hatte in meiner Kindheit, wenn er da war eher die Rolle des Schlagens oder Schreien.
Beide haben sich ständig lustig über mich gemacht, mein Bruder voller Stolz auch.
Ich war und bin das schwarze Schaf in der Familie, der Sündenbock.
Habe selten was richtig gemacht.
Der Kontakt zu meinem Bruder ist sehr flach, haben uns nix zu erzählen. Nur das nötigste und sehen uns kaum. Obwohl wir nicht weit auseinander wohnen.
Treffen finden meist ohne mich statt (Grillen, Garten, Besuche usw.)...
Er ist halt der "Bessere".
Wie geht es dir jetzt als Erwachsener damit? Wie ist der Kontakt?

24.05.2019 18:48 • #3


Mir geht es ebenfalls so..meine ganze psychische Karriere verdanke ich meiner
Mutter und ihr Helfer war mein Vater.

Je schlechter es mir ging umso befriedigte war zumindest sie. Er war.wenigstens teilweise emphatisch. Aber nicht zu viel sonst wäre es ihm wie mir gegangen.

24.05.2019 19:06 • x 3 #4


Gaulin
Hallo Inneresmein,
Vielen Dank für deinen Beitrag.

Zitat von Inneresmein:
Mir geht es ebenfalls so..meine ganze psychische Karriere verdanke ich meiner
Mutter und ihr Helfer war mein Vater.

Je schlechter es mir ging umso befriedigte war zumindest sie. Er war.wenigstens teilweise emphatisch. Aber nicht zu viel sonst wäre es ihm wie mir gegangen.


Wie geht es dir jetzt damit? Hast du Kontakt?

24.05.2019 19:30 • #5


Meteora
Bin auch eine Betroffene und freue mich, dass dieser Thread aufgemacht wurde! In einem anderen Forum hatte ich einen, aber mir wurde nicht geglaubt, denn es gebe keinen narzisstischen Missbrauch. Aber den gibt es! Und Karyl McBride hat dazu ein Buch geschrieben : werde ich jemals gut genug sein? Sehr toll! Lese ich gerade.
Ich habe versucht, den Kontakt zu meiner Mutter abzubrechen, aber sie hat mir Email Terror gemacht und jetzt haben wir eingeschränkten Kontakt, sid ruft mich nicht mehr an, nur WhatsApp. Damit kann ich ganz gut leben, hä jedenfalls bis Weihnachten ist, denn da wird von mir erwartet, ein paar Tage zu kommen. Ich habe es gemacht, aber es war der Horror, ihre unvorhergesehenen Beleidigungen haben mich mega getroffen.

24.05.2019 19:47 • x 2 #6


Gaulin
Hallo Meteora, willkommen.
Vielen Dank für deinen Beitrag.
Mir geht es wie dir, keiner glaubt mir. Hier im Forum weniger, aber in meinem Umfeld bzw. Familie. Mein Freund und meine beste Freundin sind die einzigen, die hinter mir stehen.
Meine Mutter kann alles so geschickt drehen, dass ich die überempfindliche Kranke bin. Ich übertreibe...
Zu oft, wenn ich reden wollte kamen Sätze wie: Ach, das meint sie doch nicht so... du weißt doch wie sie ist... usw
Bin damals schon mit 15 von Zuhause weg, weil ich es nicht mehr aushielt.
Hatte jeglichen Kontakt zur Familie abgebrochen, knapp 6 Jahre lang!
Als ich wieder in die Heimat zurück bin, konnte mich keiner aus der Familie verstehen: "Wie konntest du einfach abhauen und jeglichen Kontakt verwehren?" "Deine arme Mutter hat jämmerlich geweint und ist krank geworden, weil du gegangen bist" "Ich kann das einfach nicht verstehen, warum man so die Familie bricht" und so weiter...
Ja, ich war die Verrückte, Kranke, Empfindliche, Schuldige,...
Ich frage mich: Hat denn wirklich gar keiner mitbekommen wie sie mit mir umgegangen ist? Oder generell war sie ja nicht nur zu mir so! Ihre beleidigenden Spitzen regen jeden auf! Aber nur mich stört das so extrem? Ihre verdrehten Tatsachen, ihre Taten aus purem Eigennutz, ihr Jammern, ihr schlechtes Reden über jeden, ihr Aufdrücken von Meinungen, ihr beleidigt sein usw. Merkt das denn keiner? Warum bin ich denn das schwarze Schaf? Warum reden alle davon, ich würde mein Leben nicht auf die Reihe bekommen, wäre das Sorgenkind, was nur Probleme macht? Warum ist es nie genug was ich leiste, wie ich aussehe, wie ich entscheide? Warum sind meine Freunde komisch und nicht in Ordnung? Alle aus meiner Familie denken so von mir ohne wirklich zu wissen, ob es wahr ist... und was denke ich von mir? Gensu das alles! Aber es ist nicht so, sagen meine Freunde...
Diese kaum auszuhaltende Einsamkeit, Hilflosigkeit, Ängste, Depressionen schränken mein ganzes Leben und Ichsein ein...

24.05.2019 20:13 • x 3 #7


Meteora
Wir reagieren nicht sensibel, das wird uns nur gesagt! Meine Mutter kam mit ihren Gefühlen nicht klar und erlaubte mir nicht, eigene zu haben, sie projizierte immer ihre auf mich. Also habe ich nie gelernt, mit meinen Gefühlen umzugehen und habe jetzt Borderline. Auch ich fühle mich einsam damit, bin auch noch Einzelkind. Aber wir schaffen das! Wir müssen nur lernen, den Tätern Grenzen zu setzen. Immer wieder. Sie werden sich nicht ändern. Meine Mutter zumindest. Sie will wissen, was die ändern kann, aber wenn ich es sage, will sie es nicht hören. Dass Narzissten sich nicht verbessern wollen, müssen wir leider akzeptieren. Wir sind gut so, wie wir sind! Aber es dauert ewig, diese Wahrheit für sich zu akzeptieren, ich kämpfe immer noch mit Selbsthass.

24.05.2019 20:22 • x 3 #8


Gaulin
Mir geht es ganz genauso.
Ich habe gedacht, ich bin stark genug im Umgang mit ihr bzw. Mit beiden Elternteilen. Aber immer wieder breche ich ein. Aktuell habe ich mehr Kontakt als mir lieb ist. Aber lässt sich einfach nicht verhindern... dafür müsste ich Oma und Opa aufgeben (Pflege).
Und wenn ich jetzt Kontakt abbreche zu ihr, würde reinstes Theater losgehen. Hatte ich alles schon. Da lässt sie nicht locker. Ich brauche irgend eine Strategie trotz Kontaktes damit umzugehen. Ist das überhaupt möglich? Vielleicht stärkt mich das auch, wenn ich das lerne? Ich weiß es nicht...

24.05.2019 20:31 • #9


Gaulin
Hallo

Wie ist eure aktuelle Situation?

Bei mir ist grad minimaler Kontakt. Höre nix weiter...

Dennoch muss ich täglich dran denken.

Geht es euch auch so?

Liebe Grüße
Gaulin

27.05.2019 19:57 • #10


Meteora
Ja, ging mir auch so. Das Trauma wiederholt sich. Inzwischen ist es besser, aber nicht gut. Bin am Aufarbeiten, und dazu gehört das Eingestehen und das Trauern darüber, dass mir in meiner Kindheit etwas gefehlt hat. Was? Weiss ich nicht. Liebe ist am wahrscheinlichsten, wobei sie natürlich sagt, sie sei die Einzige, die sich je für mich eingesetzt hat... Ich kann dir nur immer wieder empfehlen, dieses Buch zu lesen, das ich empfohlen habe.

27.05.2019 20:10 • x 1 #11


Lumius
Ich kenne das ganze auch sehr gut mit der Emotionalen Vernachlässigung. Habe 5 Jahre Traumatherapie hinter mir und jetzt 2 Jahre Pause. Erst jetzt wird mir wirklich langsam bewusst was das ganze für einen Trümmerhaufen hinterlassen hat, wenn man sein Leben immer wieder in frage gestellt hat. Irgendwie ist man nur am schwimmen im Leben, und fühlt sich nie wirklich irgendwo geerdet.

27.05.2019 20:33 • x 1 #12


Gaulin
Ok vielen Dank Meteor,

werde mir das Buch mal besorgen.
Ich möchte mich von diesen Gedanken befreien, denn das stimmt mich depressiv.

Leider spiegelt sich mein ganzes Leben dadurch wieder. Bin oft an narzisstische Personen geraten. Und ich habe Ängste: Nicht gut genug zu sein, zu handeln, Schaffensängste, nicht aus- bzw. durchzuhalten, zweifle oft an alles und jedem, weiß nicht wo meine Grenzen liegen, kann mich schwer durchsetzen und überhaupt bin ich immer unzufrieden, traurig, ängstlich und weiß nicht so recht was ich will. Entscheidungen zu treffen ist eine Riesenqual für mich. Nicht mal ganz einfache alltägliche Entscheidungen (Essen zb., einkaufen, was machen, usw) kann ich treffen. Das muss aufhören!
Diese ständigen Zweifel behindern mich...

27.05.2019 20:36 • x 3 #13


Hallo,

Ich bin an Angststörung erkrankt da ich keine Gefühle zeigen durfte.

Die Erziehung dieser Menschen hinterlassen tiefe Verletzungen .
Die Unsicherheit und die Abhängigkeit zu diesen Personen machte mich ebenfalls krank.
Ich würde meine Vergangenheit am liebsten ausradieren ,geht nicht da die Lojalitæt verbindet.

Meine Lojalitæt hat aber ehr viel abgenommen.
Meine Eltern sind beide Tod .
Irgendwie bin ich froh darüber und wie gesagt ein Teil nicht .

Ich Versuche mir einzureden jeden Tag das mein Leben von mir neu geschrieben werden kann und es auch wird .
Es klappt auch aber der Schmerz sitzt noch .

28.05.2019 06:35 • x 2 #14


Ich glaube das wir die Störungen unserer Eltern zu einem Teil mitbekommen haben da wir uns angesteckt hatten.
Angst und Hass sind ansteckend ,
sehr viel schlimmer als Grippe.
Der anderer Teil der Erziehung die sie uns gegeben haben im Kindesalter war falsch.
Ihre glaubensatze waren falsch .
Heute haben wir die Möglichkeit ,diese zu Hinterfragen , und dass sollte auch jeder für sich bewusst tun.
So ,kann dass Rad der Zeit verändert werden und neue heilsamer Glaubensatz wird weiterhin weitergegeben.
Das ist ,finde ich nicht nur wichtig für uns sondern für fast alle Menschen.
Gerade in der jetztigen Zeit wo der Hass ,regieren will ,. Zunehmend ist ,
Sollten diese Menschen ,ihren Glaubensatz hinterfragen ,die sie aus dem Elternhaus etc erlernt bekommen haben.
Hass verbindet nie ,Hass schürt Hass und vergiftet einem selbst.

28.05.2019 06:56 • x 6 #15


Sara80
Zitat von Lumius:
wenn man sein Leben immer wieder in frage gestellt hat. Irgendwie ist man nur am schwimmen im Leben, und fühlt sich nie wirklich irgendwo geerdet.


Genau mein Problem, bisher habe ich es aber noch nicht direkt mit meiner narzisstischen Mutter in Verbindung gebracht.

28.05.2019 10:36 • x 1 #16


Gaulin
Ich habe schon zeitig gemerkt, dass etwas falsch läuft. Bin schon mit 15 von Zuhause weg. Habe diese Ungerechtigkeit gespürt. Und ja, ich habe meine Eltern gehasst. War sehr früh schon mit Ängsten konfrontiert.
Ich lese immer wieder, dass man verzeihen soll um den inneren Frieden zu finden. Aber ist das überhaupt möglich? Vorallem wenn es aktuell noch/wieder so weitergeht?
Sie werden sich nicht ändern... ganz klar!
Hier sind wieder Entscheidungen gefragt, die ich nicht treffen kann...

28.05.2019 14:51 • x 1 #17


Es kommt darauf an ,in wie weit du dich noch herunter ziehen lässt.
Wenn du stark genug bist deinen Eltern , selbstbewusst entgegen zu treten ,dann kann es was werden.
Wenn du aber merkst das.dich die Sache so herunter zieht dann ist es wohl besser wenn du auf Distanz gehst.

28.05.2019 15:12 • x 2 #18


Narandia
Zitat von Gaulin:
Ich suche Rat und Hilfe im Umgang mit Narzissten bzw. einer Lösung.


Meine Mutter ist Narzisstin. Der einzig richtige Umgang mit ihr war für mich der Auszug mit 17 und der einige Zeit darauf folgende fast vollständige Kontaktabbruch!
Ich werde erst völlige Ruhe finden, wenn sie nicht mehr lebt. Verzeihen werde ich ihr nie. Ich hasse diese Person seit ich denken kann.
Mir geht es ohne sie besser. Auch wenn es manchmal bitter ist, allein auf der Welt zu sein. Nicht zu wissen was Familie ist.
Ich hoffe ich kann mir das eines Tages selbst aufbauen. Mit meinen Katzen und meinen Freunden.

28.05.2019 15:14 • x 2 #19


Mir sagte einmal ein Therapeut dass meine *beep* Mutter gar nicht mehr leben würde wahrscheinlich hätte sie schon selbstmord begangen wenn sie diesen Hass diese Wut und diese Charaktereigenschaft nicht hätte an mir ausleben können

28.05.2019 15:42 • x 2 #20




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