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ChildofHope
Hallo,

ich habe derzeit wieder so starke PA's, die kaum zu ertragen sind. Es wird ja immer gesagt, das man die Pa's aushalten solle und eben während dieser nicht aus der Situation flieht. Was ist aber, wenn man diese PA's keine Sekunde lang aushalten kann? Vor ein paar Monaten war ich noch in der Lage die Panikattacken zu ertragen, weil diese eben noch nicht so heftig waren. Heute habe ich während einer Panik extreme Fluchtgedanken, das Gefühl verrückt zu weden und bin total desorientiert. Die Therauten sagten immer Panik ist Panik, aber ich habe das Gefühl es gibt noch verschiedene Schweregrade. Wem geht es ähnlich und was macht ihr dagegen?

Gruß
Child

12.06.2009 12:11 • 19.06.2009 x 1 #1


12 Antworten ↓


Hallo...

Mir gehts oft ähnlich. Kann es von meinem Therapeuten auch schon nicht mehr hören. (Sie müssen es aushalten und merken, bis die Angst spürbar weniger wird und nachlässt)!
Pa!! Leichter gesagt als getan! Wie soll der denn wissen, wie´s einem bei so einer starken PA geht.
Also, wenns mich in der Stadt erwischt, nehme ich die Beine in die Hand und laufe so schnell wie möglich nach hause. Ich weiss ja selbst, dass das verkehrt ist, aber der einzigst klare Gedanke ist: DU musst sofort hier weg, ab nach hause! Erst dort, lässt die Panik nach und geht über in einen totalen Erschöpfungszustand über.

Konnte Dir leider nicht wirklich weiterhelfen und keine guten Tipps geben. Aber Du bist schon mal nicht allein mit Deinem Problem...

lieben Gruss
merle

12.06.2009 12:34 • #2



Nichtaushaltbare Panikattacken

x 3


Hi,

ist bei mir genauso. Panik ist bei mir auch nicht gleich Panik. Kurz nachdem körperliche Symptome auftreten, gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder ich schaffs, mich irgendwie abzulenken und meine Aufmerksamkeit von innen nach außen zu richten, oder ich verfalle föllig in Panik und MUSS flüchten. Am besten ins Krankehaus. Manchmal schaff ich es, daheim zu bleiben und mich abzulenken. Manchmal zwinge ich michin den Schlaf.....vor allem abends. Kennst Du das auch? Du merkst, wie Du Panik bekommst, weisst, dass Dir im Krankenhaus auch keiner helfen kannst und weisst Dir nicht anders zu helfen, wie so schnell wie möglich versuchen einzuschlafen. Du weisst, dass Dir nix passiert, findest diesen Zustand und die damit verbundenen Gerdanken, vor allem die Todesgedanken und das Todesgefühl, so schlimm, dass Du einfach nur noch schlafen magst. Einfach wieder loslassen.

Vor nem Jahr hab Ich geheult, als ich morgens aufgewacht bin. Ich hab bitterlich geweint, weil ich schon mit dieser Panik im Bauch aufgewacht bin. Morgens hab ich gebetet, dass es bald wieder schlafen darf. Ist doch verrückt, oder? Hab mir manchmal n Blatt Papier genommen und immer wieder draufgeschrieben, dass ich gesund bin. Dass ich in keinem Kriegsgebiet lebe. Dass meine Lunge frei ist. Dass ich atmen kann. Trotzdem wurds nicht besser.

Was mir ein wenig geholfen hat und immernoch hilft ist, auf ignore zu stellen. Versuchs mal. Einfach ignorieren. Innerlich "Stopp" sagen, Dir kurz klarmachen, dass Du gesund bist und dann dieses blöde Gefühl einfach ignorieren und zum Tagesgeschäft übergehen. Tu einfach so, als wärs nicht da. Ist zwar hart, aber Du kommst wenigstens einigermaßen durch den Tag. Vielleicht wirds ja mit der Zeit auch besser?

LG Thorsten

12.06.2009 12:41 • #3


Zitat von Thorti:
Hi,

ist bei mir genauso. Panik ist bei mir auch nicht gleich Panik. Kurz nachdem körperliche Symptome auftreten, gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder ich schaffs, mich irgendwie abzulenken und meine Aufmerksamkeit von innen nach außen zu richten, oder ich verfalle föllig in Panik und MUSS flüchten. Am besten ins Krankehaus. Manchmal schaff ich es, daheim zu bleiben und mich abzulenken. Manchmal zwinge ich michin den Schlaf.....vor allem abends. Kennst Du das auch? Du merkst, wie Du Panik bekommst, weisst, dass Dir im Krankenhaus auch keiner helfen kann und weisst Dir nicht anders zu helfen, wie so schnell wie möglich versuchen einzuschlafen. Du weisst, dass Dir nix passiert, findest diesen Zustand und die damit verbundenen Gerdanken, vor allem die Todesgedanken und das Todesgefühl, so schlimm, dass Du einfach nur noch schlafen magst. Einfach wieder loslassen.

Vor nem Jahr hab Ich geheult, als ich morgens aufgewacht bin. Ich hab bitterlich geweint, weil ich schon mit dieser Panik im Bauch aufgewacht bin. Morgens hab ich gebetet, dass es bald wieder schlafen darf. Ist doch verrückt, oder? Hab mir manchmal n Blatt Papier genommen und immer wieder draufgeschrieben, dass ich gesund bin. Dass ich in keinem Kriegsgebiet lebe. Dass meine Lunge frei ist. Dass ich atmen kann. Trotzdem wurds nicht besser.

Was mir ein wenig geholfen hat und immernoch hilft ist, auf ignore zu stellen. Versuchs mal. Einfach ignorieren. Innerlich "Stopp" sagen, Dir kurz klarmachen, dass Du gesund bist und dann dieses blöde Gefühl einfach ignorieren und zum Tagesgeschäft übergehen. Tu einfach so, als wärs nicht da. Ist zwar hart, aber Du kommst wenigstens einigermaßen durch den Tag. Vielleicht wirds ja mit der Zeit auch besser?

LG Thorsten

12.06.2009 12:58 • #4


@thort

was du schreibst kenne ich zu 100%
das ich schon geweint habe morgens weil ich obwohl ich früh schlafen gegangen bin aus angst , dass ich gleich tot umkippe, trotzdem mit dem gleichen gefühl aufgewacht bin und es sich dann durch den ganzen tag sieht und ich echt den ganzen tag dachte ich kippe gleich tot um
hab dann auch überlegt ins kh zu fahren , hab mir dann aber auch gedacht, was sollich da? die werde mir eh nicht helfen

es ist sooo schlimm
man ist gefangen in seinem eigenen körper und kann nicht raus, raus aus dieser todesangst, dem todesgefühl

lg

12.06.2009 13:12 • #5


ChildofHope
@all

Ich sehe, dass wir alle dasselbe durchmachen. Ich habe persönlich schon zu Gott gebetet, dass die Panik endlich aufhört, aber sie tat es nicht. Ich kann sie keine Sekunde lang aushalten und würde am Liebsten nur sterben. Bei mir ist es aber so, dass ich zuhause eigentlich keine Panikattacken habe. Sobald ich mich aber außerhalb des Hauses aufhalte, geht es fürchterlich los. Ich habe das Gefühl, dass ich nur Kontrolle über die Panik habe, wenn ich wieder nach Hause komme, ansonsten ist die PA unkontrollierbar. Das Problem dabei ist, dass ich kaum noch aus dem Haus komme.

Ich habe es auch schon mit Sertralin versucht, aber das war katastrophal. Die PAnik wurde in den ersten Tagen noch Schlimmer. Wenn es eine Hölle gibt, dann war das die Überhölle.

@Thorti

Zitat:
Was mir ein wenig geholfen hat und immernoch hilft ist, auf ignore zu stellen. Versuchs mal. Einfach ignorieren. Innerlich "Stopp" sagen, Dir kurz klarmachen, dass Du gesund bist und dann dieses blöde Gefühl einfach ignorieren und zum Tagesgeschäft übergehen. Tu einfach so, als wärs nicht da. Ist zwar hart, aber Du kommst wenigstens einigermaßen durch den Tag. Vielleicht wirds ja mit der Zeit auch besser?


Ich schaffe es leider noch nicht den Schalter auf ignore umzulegen. Konnte es mal ganz gut. Irgendwann hat es mal Klick gemacht und die Panik machte mir nichts mehr aus. Warum weiß ich auch nicht.

Was mich aber wie euch allen auch so fertigmacht ist, dass die Panik einen psychisch runterzieht. Ich bin danach immer total erschöpft als hätte ich 12 Stunden hart gearbeitet. Ich bekomme nach der PA auch immer Depriphasen.

Worüber ich mich noch auslassen wollte ist die VT und würde mich über Meinungen sehr freuen.

Es ist ja so, dass man sich der ANgst stellen soll. Am besten nach der Angstpyramide. Das ist ja alles gut und schön und hilft auch in gewissen Maße. Aber ist es nicht so, dass jede Panik in unserem Angstgedächtnis gespeichert wird und man daurch einen Rückschritt macht? Bei mir ist es so das mich jede PA wieder ängstlicher macht und ich mein Aktionsradius wieder reduziere. Nur das Erfolgserlebnis keine Panik, bzw. nur leichte Ängste zu haben bringt mich weiter und mach mich auch sicherer. Wie ist es bei euch?

Gruß
Child

12.06.2009 13:51 • #6


Christina
Zitat von ChildofHope:
Es ist ja so, dass man sich der ANgst stellen soll. Am besten nach der Angstpyramide. Das ist ja alles gut und schön und hilft auch in gewissen Maße.
Ja, aber "sich stellen" heißt nicht, rausgehen in der Hoffnung, dass keine Angst aufkommt. Es bedeutet, die Angst aktiv zu suchen, um ihr dann standzuhalten.

Zitat von ChildofHope:
Aber ist es nicht so, dass jede Panik in unserem Angstgedächtnis gespeichert wird und man daurch einen Rückschritt macht? Bei mir ist es so das mich jede PA wieder ängstlicher macht und ich mein Aktionsradius wieder reduziere.
In gewisser Weise stimmt das - wenn man nämlich immer wieder Opfer seiner Panikattacken wird. Das ist dann der Fall, wenn man sich der Panik eben nicht aktiv und entschlossen aussetzt und stellt, sie also herausfordert, sondern "nur" versucht, die auftretenden Panikattacken irgendwie zu überstehen. Da kann man genauso gut flüchten... Und in solchen Fällen ist es wegen der möglichen (massiven) Verstärkung der Angst gar nicht so verkehrt, dann mal ein Beruhigungsmittel für den Notfall zu nehmen.

Zitat von ChildofHope:
Nur das Erfolgserlebnis keine Panik, bzw. nur leichte Ängste zu haben bringt mich weiter und mach mich auch sicherer.
Keine Angst zu haben, ist zwar schön, aber kein Therapieerfolg. Ein Therapieerfolg ist es dann, wenn Du Angst hast und sie überwindest bzw. aushälst. Wenn Du das zufällige Ausbleiben von Angst als Erfolg wertest, agierst Du nicht, sondern reagierst. Damit gibst Du alle Kontrollmöglichkeiten aus der Hand und wirst durch die nächste Panikattacke um so mehr verunsichert.

Liebe Grüße
Christina

12.06.2009 15:07 • #7


hi

bei mir war es genau so..
ich dachte ich serbe gleich und jetzt kommen sie auch noch.
mittlerweile höre ich genau hin und beobachte mit welchen syntomen sie kommen,dann verlange ich einfach mehr. kom pa gib mir mehr und noch mehr und noch viel mehr verlange regelrcht danach und dann merkst du das es langsam vorbei geht ich habe daran auch nicht geglaubt , aber hilft wirklich.
hört sich doof an aber es stimmt.
machmal stant ich vorm spiegel und sagte komm pa komm gib mir mehr irgenwann musste ich darüber lachen aber die panikattacke war weg

liebe grüsse melli

15.06.2009 19:43 • #8


Gatyo
Zitat:
Ich habe es auch schon mit Sertralin versucht, aber das war katastrophal. Die PAnik wurde in den ersten Tagen noch Schlimmer.


Hey child,
wielange hast du Sertralin insgesamt genommen ?

15.06.2009 21:53 • #9


ChildofHope
Zitat:
Hey child,
wielange hast du Sertralin insgesamt genommen ?


Ich habe Sertralin zwei Wochen lang genommen und konnte dann nicht mehr. Die Ängste und Panikattacken wurden extrem verstärkt. Ich konnte es nicht mehr aushalten. Ich habe meinen Hausarzt angefleht mir ein Beruhigungsmittel zu verschreiben, machte er aber wegen der Suchtgefahr nicht.

Gruß
Child

16.06.2009 20:47 • #10


Gatyo
Zitat von ChildofHope:
Ich habe Sertralin zwei Wochen lang genommen und konnte dann nicht mehr. Die Ängste und Panikattacken wurden extrem verstärkt. Ich konnte es nicht mehr aushalten.


Hallo Child,
ich kann dir das total nachempfinden. Vor 1-2 Monaten war ich in derselben Situation. Meine Ärztin hatte mir Sertralin verschrieben. Ich sollte die Tabletten von 25 mg nach einer Woche auf 50 mg erhöhen. Nach dem Arztbesuch bin ich direkt in die Apotheke und dann in die Arbeit. Dort hatte ich dann die schlimmste PA seit langem. jeden morgen saß ich 5 Min. da und hab überlegt, ob ich die Pille schlucken soll oder nicht weil es mir nur schlechter ging als zuvor. (ganz zu schweigen von dem Gedanken, dass ich die Dosis bald verdoppeln sollte)
Ich kann nur sagen, dass die Nebenwirkungen irgendwann verschwunden sind und ich heute 100 mg nehme und GLAUBE das es einen Versuch (in Verbindung mit einer Therapie) wert ist und echt helfen kann. Aber die Anfangsphase ist zugegeben echt schei.. was mich wundert ist, dass du sagst du hast sie 2 Wochen genommen. (da warst bei mir schon viel besser). Wie war bei dir die Dosierung genau ? Und mir hat hier einer geschrieben, dass die Qualität die Tabletten bei den Herstellern variiert.
Grüße
Gatyo

17.06.2009 00:14 • #11


ChildofHope
Hi Gatyo,

ich habe die Tabletten auch von 25 mg auf 50 mg erhöht. Die 100 mg habe ich aber nicht mehr geschafft. Handelsname der Tabletten war Zoloft. Ich weiß nicht mehr genau wie lange ich das Zeug genomen habe aber es waren höchstens 14 Tage +-3 Tage. Ne, die PA's sind so schon unerträglich für mich, aber mit dem Setralin war es nicht auszuhalten. Hätte ich ein paar Diazepam zu Hause, würde ich mit Wahrscheinlichkeit heute noch die Tabletten nehmen. Mein Hausarzt verschreibt mir aber keine Beruhigungsmittel wegen der Suchtgefahr. Außerdem ist es zusätzlich schwer für mich. Ich kann es mir nicht leisten, auch wenn es nur ein paar Tage sind, durch die Medis quasi "out of order" zu sein. Ich muss nämlich schon wegen meines 18 Monate alten Sohnes funktionieren. Ich wäre sonst wahrscheinlich schon lange mal wieder in einer Klinik und hätte mich dort medikamentös einstellen lassen.

Gruß
Child

18.06.2009 18:32 • #12


Christina
Zitat von ChildofHope:
Ich weiß nicht mehr genau wie lange ich das Zeug genomen habe aber es waren höchstens 14 Tage +-3 Tage.
Das war vielleicht ein bisschen kurz, um die (Un)Wirksamkeit beurteilen zu können.

Zitat von ChildofHope:
Hätte ich ein paar Diazepam zu Hause, würde ich mit Wahrscheinlichkeit heute noch die Tabletten nehmen.
Das kann sein, wobei Diazepam kein so super geeignetes Notfallmedikament ist, weil seine Wirkung extrem lange anhält.

Zitat von ChildofHope:
Mein Hausarzt verschreibt mir aber keine Beruhigungsmittel wegen der Suchtgefahr.
Lieber sieht er zu, wie Du Dich aus Angst zu Hause verbarrikadierst... Um Missverständnisse zu vermeiden: Ich halte nichts von Hausärzten, die einem auf einen Telefonanruf hin gleich eine N3-Packung Benzodiazepine verordnen ohne jemals nachzufragen. Aber: In Maßen und im "richtigen" Moment eingesetzt, sind Benzos ein Segen. Geh deshalb zu einem Facharzt (= Psychiater), der wird in der Lage sein, auch mit solchen, möglicherweise kritischen Medikamenten so umzugehen, dass er Dir damit hilft, ohne eine Abhängigkeit zu riskieren. Man kann Dir für Notfälle ein paar einzelne Tabletten mitgeben oder eine N1-Packung (mit normalerweise 10 Tabletten) - davon wird niemand süchtig. Außerdem gibt es Alternativen, die ebenfalls beruhigen (wenn auch nicht so gut), aber gar nicht süchtig machen.

Zitat von ChildofHope:
Außerdem ist es zusätzlich schwer für mich. Ich kann es mir nicht leisten, auch wenn es nur ein paar Tage sind, durch die Medis quasi "out of order" zu sein. Ich muss nämlich schon wegen meines 18 Monate alten Sohnes funktionieren.
Ein Grund mehr, mit der ambulanten medikamentösen Therapie jemanden zu betrauen, der sich damit wirklich auskennt. Es gibt ja noch zig andere Medikamente als Sertralin, nicht nur in der Gruppe der SSRI.

Liebe Grüße
Christina

19.06.2009 10:56 • #13



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