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Hallo,

ich bin neu hier. Kenne das Forum aber schon vom Symptome googeln.

Ich leide seit vielen Jahren schon an einer Angsterkrankung inkl. Hypochondrie. Seit einem Jahr sind Zwangsgedanken hinzugekommen.

Inzwischen ist die schlimmste Angst die ich habe, dass ich verrückt werde. Ich habe extrem wirre Gedanken, Träume und habe das Gefühl jederzeit Schizophren oder Psychotisch zu werden. Plötzlich irgendwas zu sehen oder zu hören was nicht wirklich da ist. Es wird auch immer schlimmer. Ich muss immer alles im Blick haben, weil ich Zwangsgedanken habe, dass etwas hinter mir ist oder sonstiges. Rational gesehen weiß ich dass ich nicht verrückt werde, aber vor allem in Momenten wo ich unter Depersonalisation leide ist es wirklich ganz schlimm. Für mich gebe es nicht schlimmeres als verrückt zu werden. Mein Therapeut meint ich soll mir keine Sorgen machen und er glaubt auch nicht das ich verrückt werde, aber er sagt eben auch immer dass es dafür keine Garantie gibt.

Weiß zur Zeit echt nicht mehr weiter, auch die Zwangsgedanken sind sehr schlimm. Es sind aggressive Zwangsgedanken gegenüber anderen und mir selbst, was meine Angst vorm verrückt werden zusätzlich befeuert. Außerdem habe ich die vergangen Wochen auch wirklich jeden Tag gegoggelt, mich über psychische Erkrankungen informiert und kenne wirklich jedes Symptom usw. Und es ist eben auch so, dass Psychosen und andere Geisteskrankheiten vor allem dann ausbrechen wenn man unter starker Anspannung oder Stress steht. Und das tue ich durch meine Panik seit Monaten.

Viele sagen mir auch, dass man nicht merkt wenn man verrückt wird... Allerdings hat ein Mitstudent letztens eine akute Psychose entwickelt (durch Dro.konsum) und der hat das sehr wohl gemerkt und ist auch alleine in die Klinik. Inzwischen ist er draußen und wirkt wie ein anderer Mensch, hat Neuroleptika bekommen und checkt wirklich gar nichts mehr. Völlig Gefühls - und teilnahmslos. Seit dem komme ich gar nicht mehr klar, weil ich gesehen habe wie sowas enden kann.

Medikamente möchte ich keine nehmen. Allerdings probiere ich gerade Johanniskraut. Hilft bisher allerdings kaum, nur etwas mehr Antrieb habe ich.

Vielleicht geht es ja dem ein oder anderen hier auch so. Würde mich über Austausch freuen.

22.08.2017 20:06 • 23.08.2017 #1


9 Antworten ↓


Gedanken sind und bleiben Gedanken, mach dir da mal kein Kopf. Du wirst schon nicht verrückt nur weil du ständig darüber nachdenkst.

Johanniskraut würde ich nicht empfehlen da du dich evtl. zu sehr darauf versteifst und du dann sehr enttäuscht sein wirst dass es dir nichts bringt.

Eine Psychotherapie/Verhaltenstherapie ist hier die beste Möglichkeit denke ich.

Grüße

22.08.2017 20:15 • #2



Neu hier - Angst vorm verrückt werden

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Also eine Verhaltenstherapie mache ich seit zwei Wochen jeweils einmal die Woche. Habe einen tollen Therapeuten gefunden.

Johanniskraut hat mir in dem Sinne schon geholfen, dass ich Abends sehr schnell müde werde und das merke ich auch richtig, weil ich die auch immer Abends nehme. Deswegen nehme ich sie auch mal weiter, wirklich erhoffen tue ich mir dadurch eigentlich nichts.

22.08.2017 20:18 • #3


Okay das hört sich doch schon mal super wenn du einen guten Therapeuten hast.

Ich habe Johanniskraut auch genommen allerdings nicht so gute Effekte damit erzielt. Wenn es dir beim einschlafen hilft ist das natürlich super. Ich hatte darauf nur intensivere Träume was am positivsten war für mich. Mehr aber leider auch nicht.

22.08.2017 20:20 • #4


Willkommen

Hör auf Symptome zu googeln. Da bekommt man bei "Bauchschmerzen" "Herzinfarkt" und bei "Kopfweh" "Hirntot" raus.

Jemanden der starke psychoaktive Substanzen nimmt kannst du kaum als Musterbeispiel nehmen, hier hat aber mal ein Schizophrenier gesagt, er hat gemerkt, dass "etwas anderst ist". Etwas psychischen zu verallgemeinheitlichen ist aber Schwachsinn, das geht sogar körperlich nicht leicht.

Wir hören alle ab und zu etwas, das nicht da ist, das Gehirn ist nun mal nicht perfekt, und unsere bewusste Wahrnehmung schon gar nicht.

Ein Klassiker wäre sich abzulenken, um nicht mehr daran zu denken (zusätzlich zur Therapie). Das Konzentrieren darauf kann sehr heftige Auswirkungen haben. (Was im Allgemeinen auch als "verrückt machen" bezeichnet wird.)

22.08.2017 20:32 • #5


Zitat von Volvagia:
Willkommen

Hör auf Symptome zu googeln. Da bekommt man bei "Bauchschmerzen" "Herzinfarkt" und bei "Kopfweh" "Hirntot" raus.

Jemanden der starke psychoaktive Substanzen nimmt kannst du kaum als Musterbeispiel nehmen, hier hat aber mal ein Schizophrenier gesagt, er hat gemerkt, dass "etwas anderst ist". Etwas psychischen zu verallgemeinheitlichen ist aber Schwachsinn, das geht sogar körperlich nicht leicht.

Wir hören alle ab und zu etwas, das nicht da ist, das Gehirn ist nun mal nicht perfekt, und unsere bewusste Wahrnehmung schon gar nicht.

Ein Klassiker wäre sich abzulenken, um nicht mehr daran zu denken (zusätzlich zur Therapie). Das Konzentrieren darauf kann sehr heftige Auswirkungen haben. (Was im Allgemeinen auch als "verrückt machen" bezeichnet wird.)


Danke für deine Antwort. Was meinst du mit sehr heftige Auswirkungen? Kann man durch die Angst vorm verrückt werden sich so sehr reinsteigern, dass man es wirklich wird?

22.08.2017 20:39 • #6


Nein, du wirst dadurch sicher nicht beginnen zu halluzinieren. Typische Auswirkungen sind Steigerung der Angst und immer weiter von der Umgebung abkappseln.

22.08.2017 20:45 • #7


Zitat von Volvagia:
Nein, du wirst dadurch sicher nicht beginnen zu halluzinieren. Typische Auswirkungen sind Steigerung der Angst und immer weiter von der Umgebung abkappseln.


Bei mir ist genau das Gegenteil der Fall. Ich kriege die Angst eigentlich nur wenn ich alleine bin und suche mir dann sofort Gesellschaft. Zum Beispiel rufe ich jemanden an oder treffe mich mit jemanden. Ich denke mir dann immer, wenn ich dann verrückt werden sollte, dann würden die das sofort merken und mir helfen, wenn ich aber alleine in meiner Wohnung bin, dann denke ich immer mich wird hier nie jemand finden, ich werden mir in meinem Wahn (falls er denn kommen sollte) etwas antun usw....

22.08.2017 20:48 • #8


Hey

Kenne ich auch alles. Bis jetzt bin ich noch nicht verrückt geworden. Das mit dem Mitstudent von dir verunsichert mich jetzt natürlich wieder... Aber du musst es so sehen, dass er Dro. konsumiert hat.

23.08.2017 15:49 • #9


Hallo Marco, mit ging es auch ähnlich wie dir. Manchmal kommen mir auch noch diese Gedanken, aber im Moment nicht so häufig. Mir hilft dann immer wenn ich mir innerlich sage, "alles ist gut", oder ich dann diese Bilder die mir kommen durch andere ersetze, mit Hilfe von Entspannungsmusik, etc. Mit der Zeit wird sicherlich auch die Therapie Früchte tragen, aber wenn ich das so lese bin ich sehr froh, dass ich unter diesen Gedanken um Moment weniger zu leiden habe. Ich kann dich sehr sehr gut verstehen und wünsche dir von ganzem Herzen, dass es dir bald besser geht. Liebe Grüße

23.08.2017 16:33 • #10



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