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Ich hab ja schon seit 3 Wochen die paroxetin tabletten hier rumliegen und tiger im außenrum weil ich so dolle Angst hab sie zu nehmen Aber irgendwie hab ich das GEfühl dass ich es ohne nicht mehr schaffe. Sitze den ganzen Tag in meiner Wohnung, warte dass mein Freund heimkommt und immer wieder kommen die Pa's. Meistens bin ich den ganzen Tag so unruhig als ob in Kürze was schlimmes passiert und manchmal bricht die Pa dann durch.
Jetz hab ich aber angst dass die nebenwirkungen von paroxetin noch schlimmer sind als die panik und angst an sich. kann das sein oder mache ich mich nur verrückt?

edit: Ach ja, muss ich die Paroxetin morgens nehmen oder kann ich sie auch nachmittags nehmen und irgendwann auf morgens verschieben?

25.07.2008 14:25 • 28.07.2008 #1


9 Antworten ↓


Christina
Zitat von Jana:
Jetz hab ich aber angst dass die nebenwirkungen von paroxetin noch schlimmer sind als die panik und angst an sich. kann das sein oder mache ich mich nur verrückt?
Die Nebenwirkungen eigentlich nicht, aber am Anfang, die Einschleichwirkungen, können schon mal unangenehm werden. Da kann es sein, das Paroxetin selbst Angst auslöst und/oder Symptome (Übelkeit, Schwindel), die ihrerseits wieder Angst machen. Aus meiner Erfahrung mit anderen SSRI (Paroxetin hatte ich noch nicht) ist es zweckmäßig, für alle Fälle etwas Magenberuhigendes da zu haben (Domperidon ist da besser als MCP, weil sich letzteres mit SSRI nicht unbedingt verträgt) und etwas, das die Psyche beruhigt. M.W. hast Du ein Benzo, aber auch Angst, es zu nehmen. Bei mir hatte mal die erste halbe Tablette Citalopram starke Angst ausgelöst, und ich habe dann eine extrem geringe Dosis meines Notfallbenzos genommen - einmal, und dann nicht mehr gebraucht. Vielleicht hilft Dir ja das Wissen, im Notfall etwas zu haben. Und ansonsten: Die Einschleichwirkungen sind "nur" unangenehm und vergehen nach ein paar Tagen. Rückblickend fand ich die Erwartungsangst und die angsterfüllten Tage, die man sich durch Einnahme des Medikaments hätte ersparen können, schlimmer. Es ist halt wirklich blöd, dass man vorher nicht weiß, ob es so wirkt, wie man es sich erhofft, ob sich das Überwinden der Medikamentenangst also lohnt.

Zitat von Jana:
Ach ja, muss ich die Paroxetin morgens nehmen oder kann ich sie auch nachmittags nehmen und irgendwann auf morgens verschieben?
Wenn Du nicht ausgerechnet zu denen gehörst, die als Einschleich- und Nebenwirkung Schlafstörungen bekommen, kannst Du sie sogar erstmal abends nehmen und dann hoffentlich einen Teil der Nebenwirkungen verschlafen. Manchmal machen sie anfangs ja auch müde. Grundsätzlich ist es egal, zu welcher Tageszeit Du sie nimmst. Nur da sie eigentlich auf Dauer antriebsteigernd wirken (sollen), geht man früher oder später auf die morgendliche Einnahme über.

Liebe Grüße
Christina (die um ihre Trevilor genauso rumgetigert ist)

25.07.2008 15:48 • #2



Nebenwirkung Paroxetin schlimmer als Pa's?

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wenn du es irgendwie schaffst, lass die medis weg. sag dir, es ging bis jetzt, also gehts auch weiterhin. die drucksituation, es einfach nicht mehr ohne zu schaffen, kennen ausser dir und mir bestimmt alle hier, die nebenwirkungen aber wohl - die die medis nehmen/genommen haben - auch. bei sanego.de kannst du dir ansehen, was zu paroxat bzw. paroxetin geschrieben wird: die angst geht weg, aber dafür berichten 40% von gewichtszunahme , teilweise mehr als 20 kg innerhalb kurzer frist, bis zu 25% berichten von libidoverlust und sonstigen sexualstörungen. ( die fehlenden 75% haben keinen sex ) mag sein, dass sich bei sanego nur die treffen, die nebenwirkungen haben, aber als unrealistisch ( auch aus eigener erfahrung ) sehe ich die zahlen nicht.

25.07.2008 16:25 • #3


Danke schon mal für eure Antworten.
@no fear: Naja, aber es ging ja bis jetzt eben nicht. So wie es ist, is es kein Leben. Ich bin seit einem Jahr in Therapie. Ich kann nicht mehr alleine sein, nicht mehr autofahren, nicht mehr einkaufen. Sogar das Essen fällt mir vor lauter Aufregung, Angst und Unruhe schwer. Ich habe von homöopathischen Mitteln schon alles durch. Nix hat geholfen. Eigentlich will ich die Dinger nicht nehmen, aber was ich will ist wieder mal leben

25.07.2008 16:48 • #4


ich würde jetzt nicht gleich so hart gegen ein ssri auffahren. es gibt fälle, da geht es nicht anders.

die nebenwirkungen sind nie so happig, wie sie aufgeführt werden - auch nicht wie in diesem forum. schlussendlich wird jede ev. möglichkeit aus rechtsgründen aufgeführt. dass der eine oder andere die nebenwirkung kriegt, ist nicht auszuschliessen (macht aber auch die placebo-gruppe). wenn man die zahlen aber relativiert haben will, sollte man die ärzte-infos zu den medis lesen oder gezielt mit einem apotheker sprechen.

ich selbst habe mich lange gegen irgendeine art von antidepressivum gewehrt. aber nach drei jahren mit schweren depressionen hatte ich irgendwann keine wahl. ich habe verschiedene durchprobiert, da wirkung und nebenwirkung sehr individuell sind. es gab darunter medis (mao-hemmer), die mir wirklich angst gemacht haben. interessanterweise habe ich diese am besten vertragen. ich nehme heute noch eine kleine dosis eines ssri (eine erhöhung vertrage ich nicht - wollte das wegen der panik ausprobieren), aber bin was die depression angeht, fast wieder gesund.

mit sicherheit kann ich sagen, dass es mich ohne diese medis wohl nicht mehr gäbe.

also es gibt bei all diesen psychopharmaka ein dafür und ein dawider. wenn man wirklich nicht mehr kann, sollte man davor nicht zurückschrecken.

was die schlimmste nebenwirkungen angeht, die ich mit ssri hatte, waren übelkeit (für mich ein graus), verminderung der libido, manchmal spontanes händezittern, seltsame träume, mundtrockenheit. die meisten nebenwirkungen geben sich sowieso nach ca. drei wochen der einnahme.

im übrigen kannst du das medi nur ausprobieren. fang einfach mit einer sehr, sehr kleinen dosis zum einschleichen an. falls du das gefühl hast, mit den nebenwirkungen gar nicht klarzukommen, könntest du es auch mit einem anderen präparat dieser klasse versuchen.

liebe grüsse

leaina

25.07.2008 18:05 • #5


Zitat von Jana:
Danke schon mal für eure Antworten.
@no fear: Naja, aber es ging ja bis jetzt eben nicht. So wie es ist, is es kein Leben.


ok, vollstes verständnis, soweit war ich auch schon. aber wer, wenn nicht du, soll es schaffen, aus der situation wieder rauszukommen? stark genug bist du doch. es gibt niemanden, der hand auflegt oder salbe verstreicht und dann ist alles wieder gut

was ich nicht verstehe, ist wieso deine vt-lerin dich zur tiefenpsych schickt, wie sinnvoll das ist, hat christina in ihrem bericht über tiefenbrunn geschildert. wie wärs mal mit einer anderen herangehensweise mit neuen therapeuten? weg von der (im schlimmsten fall voyeuristisch) vergangenes betrachtenden tiefenps. (die m.e. nur alte sachen wieder hochkocht, die besser da geblieben wären, wo sie waren) hin zu einer vt die vom status heute ausgeht und in die zukunft plant ? eine vt, die dich spiegelt und dich zu (selbst)erkenntnis führt
weiterhin halte ich es für klug, mit einem buch wie z.b. dem von doris wolf die panik wegzuarbeiten. literaturstudium ist dir nicht fremd, weitere buchvorschläge findest du hier auf dem board.
noch ein tip : mir hat es sehr geholfen, mich hier mal für einige wochen auszuklinken, mich nicht jeden tag mit dem thema panik auseinanderzusetzen, denk mal drüber nach

26.07.2008 14:13 • #6


Also ich nehme Paroxetin auch schon seit einer Weile und hab absolut keine Nebenwirkungen bemerkt. Ist aber wohl von Mensch zu Mensch verschieden, ich bin bei solchen Dingen ziemlich robust.

Ich hatte einfach nur das sehr angenehme Gefühl, jetzt endlich was einzunehmen, das mir hilft, und deshalb ging es mir auch ziemlich schnell besser.

Andererseits komme ich ohne das Zeug jetzt nicht mehr aus. Ich habe nach einem halben Jahr die Dosis von 20mg auf 10mg reduziert und nach weiteren 2 Monaten ganz abgesetzt. Ein halbes Jahr ging es gut, dann haben die PAs wieder angefangen und der Arzt meinte, ich solle Paroxetin wieder nehmen, was ich dann auch gemacht habe. Und jetzt nehme ich sie seit einem dreiviertel Jahr, und hab Angst, wenn ich sie absetzte geht alles wieder von vorne los. Was dann natürlich auch passieren wird, weil ich es mir einrede.
Es ist ein Teufelskreis.

Du musst selbst entscheiden (mit dem Arzt) ob du es nehmen willst oder nicht. Aber vor den Nebenwirkungen würde ich mir nicht allzu große Sorgen machen.

Liebe Grüße

27.07.2008 15:46 • #7


Zitat von Ninschn:
Andererseits komme ich ohne das Zeug jetzt nicht mehr aus

Es ist ein Teufelskreis.


danke für deinen erfahrungsbericht, er beschreibt exact das dilemma.
ist man erst einmal ( entschuldige den ausdruck) eingeknickt, fällt es beim nächsten mal umso schwerer standzuhalten.....

28.07.2008 08:33 • #8


Christina
Zitat von Ninschn:
Ich hatte einfach nur das sehr angenehme Gefühl, jetzt endlich was einzunehmen, das mir hilft, und deshalb ging es mir auch ziemlich schnell besser.

Andererseits komme ich ohne das Zeug jetzt nicht mehr aus. Ich habe nach einem halben Jahr die Dosis von 20mg auf 10mg reduziert und nach weiteren 2 Monaten ganz abgesetzt. Ein halbes Jahr ging es gut, dann haben die PAs wieder angefangen und der Arzt meinte, ich solle Paroxetin wieder nehmen, was ich dann auch gemacht habe. Und jetzt nehme ich sie seit einem dreiviertel Jahr, und hab Angst, wenn ich sie absetzte geht alles wieder von vorne los. Was dann natürlich auch passieren wird, weil ich es mir einrede.
Es ist ein Teufelskreis.
Oder es wird passieren, weil Du noch keine anderen Lösungsmöglichkeiten gefunden hast. Hat denn eine Psychotherapie stattgefunden, oder war Paroxetin die einzige Behandlung?

Liebe Grüße
Christina

28.07.2008 12:00 • #9


Ich hab noch keine Psychotherapie gemacht, aber die werde ich nach dem Urlaub im August in Angriff nehmen.

Vorausgesetzt, ich sollte es 3 Wochen in Norwegen aushalten, und nicht vorzeitig nach Hause fahren wegen ständiger Panikattacken und daraus resultierenden Nervenzusammenbrüche...

Das ist nämlich bei mir immer ganz schlimm, wenn ich in einem fremden Land bin.

28.07.2008 18:08 • #10



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Dr. Hans Morschitzky