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Liebe Forumsteilnehmer,

seit Nov. 2006 nehme ich 20 mg Citalopram (ich glaube, das wissen schon viele von Euch). In der letzten Zeit habe ich den Eindruck, daß meine "Sprunghaftigkeit" und Agressionen, diese vor allem im Büro, zunehmen. Weiterhin habe ich den Eindruck, dass ich Situationen nicht mehr klar und richtig einschätzen kann.

Wer hat ähnliche Erfahrungen? - Könnten das auch Nebenwirkungen vom Citalopram sein?

Liebe Grüße und einen entspannten Tag!
Michael

27.01.2008 11:58 • 28.01.2008 #1


6 Antworten ↓


kaysmama
Hallo Michael,

ich bin ja nun noch neu hier und nehme ja (noch) keine Medis dagegen... Bzw. meine Hausärztin hatte mir leichte Schlafmittel gegeben (soll ich eigentlich jeden Abend 1/4 Tablette nehmen, hab ich noch nie genommen, weil es sind so ne art antidepressive schlaf/beruhigungsmittel, steht in der packungsbeilage)

aber was bedeutet sprunghaftigkeit ??

da meine ärztin aber weiß, das ich nicht der große freund von medis bin (mal ab und an ne schmerztablette gegen kopfweh oder zahnweh, oder mal ne schmerztablette speziell für frauen bei unterleibsschmerzen, sonst eigentlich nix
Bis jetzt haben sie recht gut gewirkt

27.01.2008 14:06 • #2



Nebenwirkung Citalopram: Sprunghaftigkeit, Agression?

x 3


Liebe Kim (kaysmama),

Sprunghaftigkeit bedeutet: innere Unruhe, alles sofort erledigen zu wollen, mehrere Sachen (vor allem im Büro) zusammen erledigen,
zu schnelle Entscheidungen zu treffen.
Nach meiner 6-wöchigen Reha war ich wesentlich gelassener, hatte
mehr Übersicht,... Sicht für das Wesentliche.
Doch die unbefriedigende Bürosituation holt mich immer wieder ein.
Die Arbeit im Büro bringt keine Anerkennung und keine Zufriedenheit.

Liebe Grüße
Michael, 50 J., verh., 14-j. Sohn

27.01.2008 16:45 • #3


kaysmama
Hallo Michael,

danke für die Erklärung, ich kannte es nur unter innere Unruhe
Aber jetzt weiß ich bescheid dankeschön

27.01.2008 17:41 • #4


Hallo Michael,

Sprunghaftigkeit und Agression ein klares Zeichen von Generalisierte Angst.

Ich habe diese schei. schon seit fast 40 Jahre, alles schnell erledigen, alles muß sofort gemacht werden, ich könnte ja morgen Tod sein.
Dann zusätzliche Unruhe und Angst erzeugt noch Agressionen, keine darf was sagen, schon gehst du in der Luft, wie ein HB Mänchen.
Gruß Peter

28.01.2008 20:06 • #5


Hallo lieber Michael,

ich habe noch keine Erfahrungen mit Medikamenten gemacht, aber das, was du beschreibst, spricht mir mal wieder aus der Seele.
Ich bin auch oft fahrig, kann nicht klar denken, habe manchmal das Gefühl etwas unwirklich zu erleben. Es geht mir vor allem im Büro so.
Leider ist die Situation auch so, wie du sie kurz angerissen hast: keine
Anerkennung eher noch mehr Aufgaben und Termine. Nun - ich habe ja auch Jahre funktioniert.
Ich habe habe gelesen, dass du die Medis bald absetzen willst, oder?
Mir ging es nach der stationären Therapie auch super gut und ich war reflektierter. Ich glaube es ist auch normal, dass es nicht immer so sein kann. Der Alltagstrott überrollt uns wieder. Wir sind ja nicht umsonst so wie wir sind, oder? Ich würde gerne mehr über deine berufliche Situation wissen. Ich denke oft, mein Job und meine Ängste stehen in dichtem Zusammenhang. Mir fehlt leider immer wieder der Mut für einen Jobwechsel. Liebe Grüße Henni

28.01.2008 22:42 • #6


Liebe Henni,

dein Beitrag hat mir richtig gut getan. Du hast recht, ich bin nicht mehr im geschützten Bereich der Psychosomatischen Klinik. Ich denke so wie du, auch die Angst darf schon mal kommen, es gibt auch mal schlechte Tage, aber die guten Tage sind Gott sei Dank mittlerweile in der Mehrzahl.
Zu meiner berufl. Situation: Während meiner 1. Reha Herbst 2001 bin ich arbeitslos geworden ... vor der Reha: totaler Burn-Out. Nach 8 Wochen Reha zwei Monate arbeitslos, neuer Job in meinem Beruf angenommen (41 km Fahrt eine Strecke). Zuerst einen 1/2-Jahresvertrag bekommen. In meinem Fachbereich bin ich im Saarland bekannt, sprach sich also schnell rum, dass der Michael krank war. Nach dem halben Jahr Festanstellung. Keine richtige Aufgabe, die meiner Ausbildung entsprach. Fortgesetztes Mobbing einer Bürovorsteherin (gleiche Qualifikation wie ich) von 2003 bis 2006. Dann habe ich das nicht mehr ausgehalten und bin zum Juniorchef. ... Der hat das dann abgestellt. ... An der Unterforderung bzgl. der Qualität der Arbeitsaufgaben hat sich jedoch nichts geändert. Die Chefs wollen nichts verändern...und ich habe immer weitergekämpft. ... wie Don Quichote, immer u. immer wieder. Seit meiner Reha -6 Wochen- im Sommer 07 will ich jetzt Sancho Pansa sein. Ich arbeite freitags mittags nicht mehr und habe eine Ausbildung als Entspannungstrainer gemacht. So versuche ich, ein wenig Zufriedenheit für das was ich tue u. etwas Anerkennung zu erreichen. Übrigens: seit 3 Jahren sind im Büro 6 Kolleginnen gegangen...das sagt alles über das Büro.

Genug geschrieben. Gute Nacht und nochmals danke.
Michael

28.01.2008 23:30 • #7




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