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A

Agoraphobie
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Gute Nacht zusammen,

wie ihr aus meinem letzten Thread entnehmen könnt, leide ich momentan stark unter meiner Agoraphobie, Panikstörung und somit ebenfalls unter meiner Sinustachykardie.
Ich habe solche panische Angst vor einem Herzrasen, welches ich nicht unterbrechen kann bzw. welches ich nicht kontrollieren kann, zumal ich auch Atemnot kriege, sobald ich rausgehe - wahrscheinlich hyperventiliere ich.
Jetzt gerade ist mir das alles bewusst, nur morgen auf dem Weg zur Therapie kann ich’s einfach nicht mehr kontrollieren.
Kann mir jemand einen Rat geben…
Mein Psychologe ist ca. 10km von mir entfernt und ich werde von meinen Eltern gefahren. Ich brauche Mittel, um mich runterzubringen.
Ich habe mir das mittlerweile echt leider so angeeignet, dass ich NUR noch zu Hause im Bett oder auf dem Sofa runterkomme, woanders funktioniert es nicht. Das beweist sich jedes Mal durch meinen psychisch erregten Zustand und dem Puls sowie dem Blutdruck. Alles ganz ganz hoch und es bleibt dann alles auch hoch bis ich wieder zu Hause bin… LEIDER.

04.02.2022 #1


56 Antworten ↓
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moo
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Hallo Agora zwinkern ,

Phobien kann man für nahezu alles entwickeln. Der Eine fürchtet den "weiten" Raum, die Andere den "engen" Raum usw.

Dazu folgende Gedanken:

1. Wir versuchen durch tiefenpsychologische Gesprächstherapie zu erklären, woher diese Entwicklung kommt und hoffen, dass diese Einsicht dazu führt, dass diese "Wahrnehmungsangewohnheit" nachlässt. Kein Therapeut kann mit absoluter Gewissheit sagen, auf welches Erlebnis eine Phobie zurückgeht. Eine Phobie ist ein hochkomplexes, sehr persönliches Wahrnehmungsgebilde, das sich idR aus mehreren Komponenten zusammensetzt. Da diese Komponenten auch Erinnerungen mit einschließt, die lediglich auf Unterbewusstes gerichtet sind, gestaltet sich eine Suche von außen her oft äußerst schwierig. Außerdem neigt man dazu, lediglich nach Dingen, Vorgängen oder konkreten Vorkommnissen zu suchen. Strukturelle Entwicklungen der mentalen Synthese oder nonverbale (bildhafte) Glaubensgründe die nur schwer zu "thematisieren" sind, werden idR nicht berücksichtigt.

2. In der kognitiven Verhaltenstherapie wird versucht, die betreffende Wahrnehmung durch gezielte Übungen "umzuprogrammieren", also das Erleben von vergleichbaren Situationen "neu zu definieren". Dies funktioniert in vielen Fällen recht gut, sofern der Betroffene dem Prinzip vertraut, dass eine derartige Umprogrammierung a) funktioniert, weil diese Strategie b) universell für den menschlichen Geist gilt. Man braucht also aa) Überzeugung und aufgrund dessen bb) Vertrauen.

3. Sofern diese beiden (schulmedizinisch anerkannten) üblichen Therapieansätze (1. und 2.) nicht greifen, werden gerne Psychopharmaka als "Symptomlöser" verabreicht, weil offenbar "nichts zu machen ist". Sollten hier irgendwann die richtigen Medikamente(nkombinationen) gefunden werden, endet das idR in einer Dauerunterdrückung mit entsprechenden Langzeitnebenwirkungen. Da aus Sicht von Patient und Therapeut(en) die bereits vollzogenen Standardbemühungen den Konflikt nicht lösen konnten, wird weder (intensiver) weitertherapiert noch zu alternativen Methoden geraten.

Diese häufige Behandlungsabfolge (1. bis 3.) führt idF beim Patienten zur resignativen Gewissheit, ernsthaft psychisch krank zu sein: "Die Ärzte haben alles versucht, aber nichts hat geholfen".

Genau hier ist es für den Betroffenen wichtig zu erkennen, dass sich durch das kürzlich durchlaufende Procedere (siehe 1. bis 3.) eine Außenorientierung hinsichtlich der inneren Wahrnehmung gebildet bzw. verfestigt hat. Man fühlt sich von Fachleuten, Medikamenten und vor allem "der Krankheit" bestimmt, dominiert, ihnen unterworfen.

Was dabei meistens übersehen wird, ist die o. g. Tatsache, dass das, was die Fachleute "Phobie" nennen, nur ein externer Begriff für eine in höchstem Maße interne Angelegenheit ist. Es ist alleine schon deshalb legitim, einen neuen, und zwar einen eigenen Versuch zu starten, die Sache ursprünglich ins Lot zu bringen. Was einmal im Lot war, kann nicht zwingend für alle Zeit unwuchtig sein.

Ich bin inzwischen überzeugt, dass jegliche Phobie nur eine Metapher ist für etwas "Größeres", Existenzielles - etwas, das mir wichtig ist, ich aber nicht erkennen kann:

Zitat von Agoraphobie:
Ich weiß nicht, was mich bei diesem ,draußen‘ so dermaßen triggert…


Wir können uns also gemeinsam mal fragen, wofür "Draußen" sinnbildlich stehen könnte.

25.01.2022 12:00 • x 6 #7


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Morgen Therapie! Brauche Hilfe

x 3


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moo
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Hallo @Agoraphobie,

also, fehlendes Engagement in der "Forumarbeit" kann Dir keiner vorwerfen zwinkern - erstmal herzlichen Dank! Daumen hoch

Zitat von Agoraphobie:
Wie kannst du das nachvollziehen? Hast du das auch durchlebt?
Ja, insbesondere nach meinem Burnout waren nahezu alle Reize und jegliche Weite völlig überlastend für mich. Ich konnte keine 100m mehr gehen, ohne der Ohnmacht nahe zu sein, auch nicht in Begleitung.

Vorschlag: Aus dem bisher Gesagten wagen wir nun eine gemeinsame objektive Interpretation, d. h. wir schauen auf das Leben einer "Anderen" (wir nennen Sie "Agora" zwinkern ) und mutmaßen über die Zusammenhänge. Ich bitte Dich, Dir sämtliche Gedanken erstmal ganz objektiv anzuschauen und zu prüfen, ob das aus Deiner Sicht stimmig sein könnte. Fühle Dich bitte niemals angegriffen oder durchleuchtet - auch nicht von Dir selber. Bilde Dir einfach nur ein Urteil.

Wir beginnen beim

Themenbereich 3 (Elternhaus in Kindheit und Jugend):

Agora war die Erstgeborene in einer Mehrgenerationenfamilie, was für die frühen 2000er Jahre nicht (mehr) so üblich war. Von daher stand sie von Beginn an im Fokus nicht nur ihrer Eltern sondern auch von Großeltern, Onkel und Tante. Das prägte früh in ihr die Erkenntnis, "im Mittelpunkt jeglicher Aufmerksamkeit zu stehen". Sie lernte nie, mal alleine, unbeobachtet, unbehütet zu sein. Einer von den vielen Erwachsenen, die sie alle als "ihr" Kind, Enkel etc. betrachteten, war immer zugegen. Das führte bereits in ihrer Eigenwahrnehmung zu einem Alleinstellungsmerkmal (im Vergleich zu anderen Kindern, Jugendlichen).

Dies ging bis ins junge Erwachsenenalter, d. h. insbesondere die Pubertät gestaltete sich für sie schwierig, da diese ja die Funktion der Loslösung und Verselbständigung eines Menschen als Individuum hat.
Die (Groß-)Familie blieb deshalb ihr Bezugs- und Reibungsschauplatz mit der Folge, dass die Verwandten sozusagen die Rollen der eigentlich naturgemäß notwendigen außerfamiliären Kontakte einnahmen. Hierdurch wurde eine "Vergrößerung der Welt" und somit eine entsprechend zukunfts- und außenorientierte Lebensperspektive zu einem nicht unerheblichen Teil verhindert.

Agora´s Beziehung zum "Sippenhaus" (anstatt Elternhaus) wurde damit immer ambivalenter: Einerseits war sie sich einer gewissen Unselbständigkeit aufgrund der Überbehütung bewusst und gab deswegen - z. T. unterbewusst - dieser Sippe die Schuld daran. Zugleich aber auch sich selbst, weil sie sich dafür schämte, solch undefinierte, "schlechte Gefühle" gegenüber ihren "Wohltätern" zu hegen als auch dafür, "irgendwie zu feige" gewesen zu sein, sich frühzeitig aus dieser Verbindung zu lösen.

Hinzu kam die von ihrer Mutter im wahrsten Sinne vorgelebte Rolle als Frau in diesem Sippengefüge. Dergestalt verfestigte sich unbewusst die Aussicht, dass sie (Agora) als Ehefrau und Mutter mal sehr viel zu leisten haben wird.

Insgesamt kann man dieser Lebensphase folgende Überschriften geben: Hemmung von Entwicklung. Erstarrung. Zukunftsangst. Gefangenheit.

Themenbereich 1 (Kritik an der Gesundheit):

Dass Agora in diesem Sippenhaus sozusagen "krank" wurde, liegt auf der Hand. Wer ab dem Alter von 10 Jahren durch stetige Überzuwendung dominiert wird, tut sich schwer mit der Entwicklung. Je nach Grundkonstitution (Erbanlagen) zehrt in dieser Wachstumsphase (!) der Eingriff von zu vielen hierarchisch übergeordneten Personen - ungeachtet deren evtl. gut(gemeint)en Absichten - sprichwörtlich "an der Substanz". Agora wirkte schwach, dünn und das wurde sowohl interpretativ als auch verbal als "krank" formuliert. Dass für diese (Nicht-)Entwicklung eigentlich in hohem Maße die Sippe die Verantwortung trug, wurde niemals in Erwägung gezogen. Im Gegenteil - man machte ihr auch noch Vorwürfe, die unverblümt vermittelten: "Da kümmern wir uns alle so um Dich und Du "funktionierst" einfach nicht so wie geplant!"

Agora verinnerlichte diese Rückmeldungen im Laufe dieser im wahrsten Sinne prägenden Jahre als Glaubenssatz: "Ich muss mich vor diesen Verurteilungen schützen, indem ich versuche, anders zu wirken". Sie lernte unbewusst, dass ihre wahre Wesenheit nicht akzeptiert wurde. Dies führte folglich zu Unvertrauen in "die Welt", diffuser Angst, Misstrauen in die eigene Körperlichkeit, Gesundheit und vor allem Entwicklungsfähigkeit.

Themenbereich 4 & 2 (Zuhause & die Welt da draußen):

Mit dem Umzug der Kernfamilie in einen anderen Ort erfolgte eine relativ späte (örtliche!) Loslösung von der Sippe, die ja auch in nahezu vollumfänglichem Umfang "Heimat" und "Sicherheit" bedeutete, trotz aller o. g. Ambivalenz. Welche Gründe auch immer zu dieser Trennung geführt haben (was noch zu klären wäre), Agora fühlt sich seitdem in irgendeiner Weise "verantwortlich". Genau kann sie das nicht zuweisen, doch irgendwie ist die "alte Heimat" (und deren "Bewohner") nun wiederum ambivalent: Einerseits bedeutet sie "Sicherheit" (was Agora jedoch allmählich als Irrtum erkennt), andererseits eine immense "Altlast" (im wahrsten Sinne des Wortes - die "alten" Zeiten und die Menschen, die sie ausmachten, werden - zutreffenderweise - als lästig empfunden). Agora will endlich loslassen können, sich neu erfinden, hinaus in die Welt, sie selbst sein. Und gleichzeitig spürt sie die sprichwörtlichen Fesseln, die sie halten - daheim halten. Das gilt nicht nur für das alte Daheim sondern auch in zunehmendem Maße für das aktuelle (örtliche) Daheim.

Heimat verbindet Agora nun verzweifelt vorwiegend mit dem örtlichen Zuhause. Aufgrund des nur schwachen Selbstvertrauens übersieht sie das befreiende, lebendige Potenzial, das genau in dem Gegenteil liegt: in der "Welt da draußen" - und zwar sowohl örtlich als auch mental. Sie haftet an dem Zuhause wie eine Ameise, die an einer Zimmerdecke entlangläuft: Sie meint zu "sterben", wenn sie loslässt und gleichzeitig leidet sie unter diesem Anhaftungskonflikt.

Nun muss die Einsicht reifen: Die bestimmende Schnittstelle zwischen Heimat und Welt, Innen und Außen, Sicherheit und Gefahr, Anhaften und Loslassen bin Ich...

"Wohin ich meinen Blick lenke, sind ICH UND WELT".


Liebe @Agoraphobie,

wenn Du den Text in Ruhe durchgehst, wirst Du Widersprüche zu Deinem Erleben wahrnehmen und weitere Fragen oder Ideen tauchen auf. Da können wir dann gerne weiterarbeiten, sofern Du es als zielführend erachtest.
Es mag auch sein, dass diese Interpretationen Dir nicht ganz unbekannt vorkommt. IdR sollte derlei im Zuge Deiner stationären Therapien irgendwie mal zur Sprache gekommen sein. Doch im glaube, wenn Du das mal ein wenig sacken lässt, wird sich Dein "übergeordnetes Thema" als "Ungewissheit vor dem entscheidenden Schritt", "Angst vor dem eigenen Leben" o. ä. herausstellen. Du wirst lernen, die Eigenheit als nicht fremd zu erkennen.


Hierzu weitere Anmerkungen:

Der "entscheidende Schritt" sind in Wirklichkeit viele kleine Schritte und einige davon bist Du ja bereits gegangen! Die Anmeldung und Mitarbeit hier im Forum sind vielleicht ein etwas wesentlicherer, wenn Du es willst. Ein Abitur zu bestehen und zu studieren sind wahrlich ein Pfund, worum ich Dich ganz ehrlich ein klein wenig beneide - übersieh das z. B. bitte nicht.

Ich gehe davon aus, dass es Dir aktuell nicht möglich ist, eine eigene Wohnung oder WG finanziell zu stemmen aber irgendwie müssen Voraussetzungen geschaffen werden, dass Du Dich wirklich daheim zuhause fühlen kannst (und nicht nur Nachts, wenn alle schlafen). Fordere und schaffe Dein Reich!

Desweiteren würde ich ernsthaft erwägen, vorerst nicht mehr in die alte Heimat zu fahren. Das ist kein vermeidendes Verhalten, sondern notwendiger Selbstschutz. Es ist nicht Deine Aufgabe, irgendwie das Bindeglied der Sippe zu sein o. ä. Mache Dich von unverhältnismäßigen Verantwortlichkeiten frei. Wenn Dich deswegen jemand anjammert, sage, dass Du das nicht gegen ihn/sie tust, sondern für Dich und meine es bitte auch so!

Bzgl. Deiner Gesundheit:

Ohne in überstürzten Aktionismus zu verfallen möchte ich Dir das Buch von Julia Ross "Was die Seele essen will" (1) ans Herz legen. Mach dort mal den Stimmungsfragebogen-Test und lies Dir die entsprechenden Kapitel durch. Die Nebennieren sind bei Dir eindeutig ein Thema, das Du näher beleuchten solltest. Eine testweise Gabe von GABA wäre in jedem Fall mal anzuraten. Dazu bzgl. Angststörung (was ich bei Dir eher anzeigt finde als eine Phobie!) von Roger Baker "Wenn plötzlich die Angst kommt" (2).

In diesem Zusammenhang wäre auch das Thema HPU mal in Erwägung zu ziehen. Buchtipp: "HPU und dann...?" von Dr. J. Kamsteeg (3). Außerdem von Kyra Kauffmann "Der Histamin-Irrtum" (4) sowie "Ein Lob der Magensäure" von Jonathan Wright (5), denn ich denke, Du musst Dich um die oberen Verdauungsorgane kümmern. Denke, die Reihenfolge der Lektüre (1-5) bringt Dich ausreichend auf den Wissensstand, um Dir selber helfen zu können. Ärzte haben ihre Grenzen, was die Behandlung von indviduell-komplexen Symptomen angehen und es gibt Dir Sicherheit, endlich mal Deine eigene "Herrin" diesbezüglich zu werden.

Überstürze dabei nichts und integriere dies alles Stück für Stück in einen umstrukturierenden Masterplan der kommenden Jahre.

Abschließend:

Das Leben ist nicht so groß wie man es vielleicht einschätzt. Man selbst ist nicht so klein, wie man vielleicht glaubt. Einschätzung und Glaube - vergiss beides und gehe los...! Daumen hoch

30.01.2022 10:39 • x 3 #37


Zum Beitrag im Thema ↓


Ginny1804
Vielleicht helfen Atemübungen. Also wenn du deine Konzentration auf deine Atmung lenkst und dich nur auf Ein- und Ausatmen konzentrierst.
Oder, auch wenn es komisch klingt: Beten. Immer nur das selbe Gebet, damit man sich vom Rest ablenkt.

x 2 #2


Violetta
@Agoraphobie
Das mag vielleicht blöd klingen. Aber wenn du solche Panik hast mit Herzrasen usw hast, wenn du zur Therapie musst, dann weiß der oder die Therapeut/Therapeutin gleich, warum du da bist ohne es erklären zu müssen

x 2 #3


A
Zitat von Violetta:
@Agoraphobie Das mag vielleicht blöd klingen. Aber wenn du solche Panik hast mit Herzrasen usw hast, wenn du zur Therapie musst, dann weiß der oder ...


Wieso denn blöd?
Also ich habe das ja nicht, weil ich zur Therapie gehe, sondern ich kriege das generell sobald ich rausgehe.
Ich weiß nicht, was mich bei diesem ,draußen‘ so dermaßen triggert…

#4


A
Zitat von Ginny1804:
Vielleicht helfen Atemübungen. Also wenn du deine Konzentration auf deine Atmung lenkst und dich nur auf Ein- und Ausatmen konzentrierst. Oder, auch ...


Danke!
Habe ich beides bereits versucht, aber es funktioniert einfach nicht Sad
Ich habe das Gefühl, ich ersticke und der Puls dann sitzend im Auto auf 170 gibt mir natürlich noch den Rest, dann auch noch der Blutdruck dazu… oh man.

#5


Schlaflose
Ich würde raten zumindest bei den ersten paar Terminen Tavor zu nehmen, damit du überhaupt zur Therapie kommst und sich due ersten Erfolge einstellen können. Oder du kannst dir auch Antidepressiva verschreiben lassen, die man daurrhaft nehmen kann, um überhaupt therapiefähig zu werden. Bis die wirken, dauert es aber einige Wochen.

x 2 #6


M
Hallo Agora zwinkern ,

Phobien kann man für nahezu alles entwickeln. Der Eine fürchtet den "weiten" Raum, die Andere den "engen" Raum usw.

Dazu folgende Gedanken:

1. Wir versuchen durch tiefenpsychologische Gesprächstherapie zu erklären, woher diese Entwicklung kommt und hoffen, dass diese Einsicht dazu führt, dass diese "Wahrnehmungsangewohnheit" nachlässt. Kein Therapeut kann mit absoluter Gewissheit sagen, auf welches Erlebnis eine Phobie zurückgeht. Eine Phobie ist ein hochkomplexes, sehr persönliches Wahrnehmungsgebilde, das sich idR aus mehreren Komponenten zusammensetzt. Da diese Komponenten auch Erinnerungen mit einschließt, die lediglich auf Unterbewusstes gerichtet sind, gestaltet sich eine Suche von außen her oft äußerst schwierig. Außerdem neigt man dazu, lediglich nach Dingen, Vorgängen oder konkreten Vorkommnissen zu suchen. Strukturelle Entwicklungen der mentalen Synthese oder nonverbale (bildhafte) Glaubensgründe die nur schwer zu "thematisieren" sind, werden idR nicht berücksichtigt.

2. In der kognitiven Verhaltenstherapie wird versucht, die betreffende Wahrnehmung durch gezielte Übungen "umzuprogrammieren", also das Erleben von vergleichbaren Situationen "neu zu definieren". Dies funktioniert in vielen Fällen recht gut, sofern der Betroffene dem Prinzip vertraut, dass eine derartige Umprogrammierung a) funktioniert, weil diese Strategie b) universell für den menschlichen Geist gilt. Man braucht also aa) Überzeugung und aufgrund dessen bb) Vertrauen.

3. Sofern diese beiden (schulmedizinisch anerkannten) üblichen Therapieansätze (1. und 2.) nicht greifen, werden gerne Psychopharmaka als "Symptomlöser" verabreicht, weil offenbar "nichts zu machen ist". Sollten hier irgendwann die richtigen Medikamente(nkombinationen) gefunden werden, endet das idR in einer Dauerunterdrückung mit entsprechenden Langzeitnebenwirkungen. Da aus Sicht von Patient und Therapeut(en) die bereits vollzogenen Standardbemühungen den Konflikt nicht lösen konnten, wird weder (intensiver) weitertherapiert noch zu alternativen Methoden geraten.

Diese häufige Behandlungsabfolge (1. bis 3.) führt idF beim Patienten zur resignativen Gewissheit, ernsthaft psychisch krank zu sein: "Die Ärzte haben alles versucht, aber nichts hat geholfen".

Genau hier ist es für den Betroffenen wichtig zu erkennen, dass sich durch das kürzlich durchlaufende Procedere (siehe 1. bis 3.) eine Außenorientierung hinsichtlich der inneren Wahrnehmung gebildet bzw. verfestigt hat. Man fühlt sich von Fachleuten, Medikamenten und vor allem "der Krankheit" bestimmt, dominiert, ihnen unterworfen.

Was dabei meistens übersehen wird, ist die o. g. Tatsache, dass das, was die Fachleute "Phobie" nennen, nur ein externer Begriff für eine in höchstem Maße interne Angelegenheit ist. Es ist alleine schon deshalb legitim, einen neuen, und zwar einen eigenen Versuch zu starten, die Sache ursprünglich ins Lot zu bringen. Was einmal im Lot war, kann nicht zwingend für alle Zeit unwuchtig sein.

Ich bin inzwischen überzeugt, dass jegliche Phobie nur eine Metapher ist für etwas "Größeres", Existenzielles - etwas, das mir wichtig ist, ich aber nicht erkennen kann:

Zitat von Agoraphobie:
Ich weiß nicht, was mich bei diesem ,draußen‘ so dermaßen triggert…


Wir können uns also gemeinsam mal fragen, wofür "Draußen" sinnbildlich stehen könnte.

x 6 #7


A
Ich hab’s nicht geschafft dahin zu gehen 😭😭😭😭😭

#8


A
@Schlaflose

Ich habe bereits Antidepressiva versucht.. Sie hießen Doxepin und wurden mir in der Klinik letzten Jahres aufgeschrieben. Ich habe sie paar Monate genommen und leider haben sie mir nicht geholfen, mein Problem war ja das Herzrasen und die Angst davor.
Genauso wenig hat mir Tavor dabei geholfen, ich wurde nämlich mit dem RTW ins Krankenhaus gefahren und hatte ständig einen Puls von 170 bis 180. Dort angekommen ebenfalls so hoch, da wurde mir Tavor gegeben und es hat meinen Puls und meinen Blutdruck nicht annährend beruhigt. Daher auch meine Angst und dieses Bedürfnis, zu Hause zu bleiben, weil ich ja NUR zu Hause runterkomme (wie es aussieht).

#9


A
@moo

Hallo moo,

vielen Dank für die große Mühe und die ausführliche Nachricht. Ich bin sehr fasziniert von deinem Ansatz und würde mich echt freuen, wenn wir dies auf den Grund gehen würden.
Ich habe wirklich bis jetzt alles versucht und frage mich, was "mit mir so schief ist", dass bei mir gar nichts hilft. Zunächst einmal bin ich seit 2 Jahren in Verhaltenstherapie, in der psychosomatischen Klinik war ich letztes Jahr für 10 Wochen und habe dort ebenfalls Psychokarma ausprobiert, allerdings wurde ich nur müde davon, sonst merkte ich mehr Nebenwirkungen als Wirkungen. Das Einzige, was gut war, dass ich sehr tief schlief, aber dafür schreckliche Albträume bekam... Aber Schlafstörungen habe ich eh zum Glück nie gehabt, deswegen verstehe ich nicht, wieso ich diese weiterhin einnehmen sollte? Daher im Auftrag meines Arztes abgesetzt.

Zu deiner Frage...
"Draußen" ist für mich ein sehr gefährlicher Ort geworden, immer, wenn ich daran denke rauszugehen, bekomme ich sehr sehr viele "Angstsymptome". Diese und die Anspannung halten dann auch an, bis ich wieder zu Hause bin.
Ich musste leider sehr viele Erfahrungen außerhalb meiner Wohnung machen, dass ich draußen nicht zur Ruhe komme, dass mein Puls und Blutdruck viel zu hoch sind, und dass ich draußen einfach ausgeliefert bin. Ich fühle mich hilflos und habe das Gefühl, dass jeder sieht, wie "verrückt" und "krank" ich doch bin. Ich fühle mich so, als würde mir niemand helfen können und jeder würde mich nur belächeln und sagen, was für ein "Sensibelchen". Ich musste leider bereits in meiner Kindheit mit sehr vielen negativen Kommentaren und schmerzhaften Ereignissen kämpfen. Ich fühle mich NUR zu Hause wohl und am liebsten nur im Bett, denn da gehen mein Puls und Bludruck auch runter. Hinzu kommt, dass ich mich nach meiner gewohnten Umgebung sehne, sobald ich etwas weiter weg als zu Hause bin, werde ich panisch und "drehe durch", mein Gehirn kommt nicht mehr zurecht und fühlt sich an wie Watte. Ich fühle mich beobachtet und denke immer, was denkt der oder die gerade von mir? (Habe jedoch keine Sozialphobie!)

Meine erste Panikattacke hatte ich Oktober 2019. Letztes Jahr im März hatte ich jedoch meine schlimmste Panikattacke: Ich war auf der Fahrt zur Arbeit und mein Herz klopfte ungelogen mehr als eine Stunde so schnell und stark, dass ich dachte, ich sterbe. Die Realität verschwomm, ich fühlte mich so, als wär ich nicht mehr anwesend. Das "Draußen" sah so komisch aus, so fern von mir, so anders. Ich habe mich einfach nur ausgeliefert gefühlt. Nachdem ich meine Tante angerufen habe und sie mich abgeholt hat, konnte ich nicht mehr einen Schritt vor die Tür. Mein Ex Freund hat mich "damals" zum Arzt gefahren und da wurde festgestellt, dass ich generell einen zu hohen Puls habe (120) = Sinustachykardie. Mir wurde gesagt, dass ich daran sterben könnte, ab da dachte ich mir "du darfst nie wieder raus = wenn du zu Hause bist, entspannst du dich = wenn du entspannt bist, ist Puls unten und dann stirbst du nicht!" ... "Aber wenn du rausgehst, ist Puls, Blutdruck zu hoch, du bist ausgeliefert draußen und kannst dich gar nicht entspannen = also hoher Puls, hoher Blutdruck = STERBEN". Und seitdem fühle ich mich nur noch zu Hause wohl und messe seitdem ständig meinen Puls und Blutdruck...

Übrigens hatte ich noch zich andere Ereignisse, wo das Herz nicht zur Ruhe kam... Bei meiner Tante, an der Uni, auf der Arbeit, etc. Die Umgebung überfordert mich, weil es nicht mein zu Hause ist, die Menschen, die Fahrt, alles.

Eine noch weitere relevante Ereignis ist das mit dem RTW, den ich letzte Woche gerufen habe:
Mein Puls war ständig bei 170-200. Der Puls sowie der Blutdruck sind nicht runtergegangen. Fünf stundenlang. Als der Arzt mir Betablocker über die Vene spritzte, kam der Puls auf 100. Da habe ich auch wieder die Erfahrung gemacht, dass mein Puls und Blutdruck draußen einfach nicht zur Ruhe kommen - ICH BRAUCHE MEIN ZU HAUSE! Dann fällt er auch wieder, aber NUR da.

Kann man das nachvollziehen?
Jetzt versteh ich mich sogar mehr, wie witzig.

x 1 #10


M
Hallo Agora,

danke für Deine ausführliche und auch gut verständliche Antwort. Die Sache mit dem Blutdruck und Puls würde ich gerne mal außen vor lassen. Du hast Dich ja eh schon selber davon richtigerweise überzeugt, dass dies lediglich Symptome Deiner Angst vor dem "Draußen" sind. Und mit Sicherheit ist Dir die Angstspirale (Angst-Herz-Angst-Herz...) ebenfalls vertraut.

Lass uns nun Deine restlichen Punkte etwas näher anschauen.

1. Du erwähnst "negative Kommentare" seit Deiner Kindheit. Kannst Du das konkreter beschreiben? Es muss nicht arg ins Detail gehen aber halt so, dass eine "Verhältnismäßigkeit" einzuschätzen ist.

2. Verstehe ich es richtig, dass das Gefühl des Ausgeliefertseins, der Hilflosigkeit und der "Entlarvung" durch Andere (nämlich: krank oder verrückt zu sein), in etwa dem Maße zunimmt, je weiter Du Dich von zuhause entfernst?

3. Ist Dein aktuelles Zuhause dasselbe wie in Deiner Kindheit? Wer hat damals mit Dir gewohnt und wer heute?

4. Wenn Du in Punkto "Sicherheit" zwischen Deinem Zuhause generell und dem Bett im Besonderen ein prozentuales Verhältnis angeben müsstest, wie würde dies ungefähr lauten? (Der höhere %-Wert steht für eine stärkere "Sicherheitswirkung").
Zitat von Agoraphobie:
Jetzt versteh ich mich sogar mehr, wie witzig.


5.
Zitat von Agoraphobie:
Das "Draußen" sah so komisch aus, so fern von mir, so anders. Ich habe mich einfach nur ausgeliefert gefühlt.

Das hört sich eigentlich schon stark nach Derealisation an. Hast Du Dich damit schon mal näher beschäftigt?

Zitat von Agoraphobie:
Jetzt versteh ich mich sogar mehr, wie witzig.

Aha, das geht ja schnell zwinkern. Ich habe eh das Gefühl, dass Du gar nicht so weit weg "von Dir" bist, wie Du das vielleicht selber annimmst... Mal schauen, wie es weiter geht.

x 2 #11


J
Hey Agora, mir gehts 1:1 genau so! Ich bekomme auch immer total Panik wenn ich raus muss und habe auch Derealisation. Vor therapiestunden ist das immer ganz schlimm. Die letzte hatte ich deswegen telefonisch. Du bist nicht alleine damit!

x 2 #12


Gaulin
@moo
Zitat von moo:
Dazu folgende Gedanken:

Sehr interessant...

x 1 #13


A
@moo

Ich dachte ja echt anfangs, dass das mit dem Blutdruck und dem Puls die Ursache dafür ist, dass ich Panik kriege, aber nein… Leider schiebe ich draußen auch Panik, ohne, dass mein Puls SO erhöht ist. Das habe ich heute bemerkt, da ich ja momentan die Herztabletten nehme und der Puls zum Glück nicht mehr so am Rasen ist wie vorher. Ich kann allerdings trotzdem nicht weiter entfernt sein von zu Hause, weil mich die Panik dann über Hand nimmt. Es ist ein ekeliges Gefühl, diese Atemnot, die Sehstörungen und dann noch dieses pure Ausgeliefertsein, alles viel zu offen und keinen Halt… Es fühlt sich schrecklich an. Ich bin nach 10 Minuten wieder nach Hause gelaufen.
So, nun zu den Punkten:
1. Negative Kommentare im Hinblick auf mein Aussehen (sehr blass, bist du krank, warum bist du so dünn, was ist mit dir, iss mal mehr, wieso ziehst du dich so an, du kannst doch nicht immer Schmerzen haben, etc.).
2. Ja klar, weil ich dann mehr Menschen begegne, nicht meine eigenen vier Wände habe und in einer "Weite" bin. Diese "Weite" macht mir einfach Angst und ich habe das Gefühl, ich würde die Kontrolle verlieren draußen, weil da so viele Reize sind (Menschen, Autos, Bus, Bahn, Supermärkte, etc.).
3. Damals, bis ich 18 wurde, lebte ich im unteren Geschoss und über uns wohnten meine Großeltern. Ich bin in einer sehr großen Familie aufgewachsen, da meine Tanten und Onkel immer dabei waren. Nach dem ich 18 wurde sind wir umgezogen. Seit 5 Jahren wohne ich weiterhin mit meiner Familie zusammen. Meine Großeltern und Tanten, Onkel wohnen jedoch in unserer "alten" Stadt.
4. Zuhause 80% und Bett 15%. Die komplette Sicherheit habe ich nicht Mals mehr zu Hause nach meinem Vorfall mit dem Krankenwagen habe ich leider einen Daueralarmzustand in mir, weil ich Angst habe, dass ich nochmal so einen Herzanfall kriegen könnte. Und mein Zuhause gibt mir sehr viel Sicherheit, das Bett muss nicht zwanghaft da sein, ist aber von Vorteil, wenn es da ist.

Ja, kenne mich mittlerweile mit der Derealisation aus, macht mir jedoch trotzdem jedes Mal Angst.

Danke dir, für die Mühe! Das ist so lieb.

#14


A
@JMina

Wow, schön, dass dir das telefonisch angeboten wird! Mein Therapeut meinte nur, dass ich in eine Klinik soll oder mir Medikamente reinstopfen soll, weil es nicht so weitergehen kann.
Fühle mich echt sehr hilflos und alleine gelassen.

#15


A
Liebe Leute,

ich fühle mich einfach nirgendwo mehr sicher und habe das Gefühl, dass mir niemand helfen kann in schwierigen Situationen. Kriege sogar mehr Panikattacken als sonst... Es ist kaum auszuhalten.
Und dieser Gedanke an den Tag, an dem ich so einen hohen Puls hatte und mir nur der Arzt helfen konnte, indem er mir Betablocker in die Vene gegeben hat, macht mir genauso viel Angst, weil mir niemand helfen kann, sobald ich den Krankenwagen rufe. Ich bin so weit davon entfernt, dass mir irgendwer helfen könnte.
Ich habe mich noch NIE so alleine und hilflos gefühlt...
Habe zwar Tavor verschrieben bekommen, aber im Krankenhaus habe ich die Erfahrung gemacht, dass mir Tavor während des Herzrasens überhaupt nichts bringt.
Fühle mich schrecklich ausgeliefert...

#16


Schlaflose
Zitat von Agoraphobie:
ich fühle mich einfach nirgendwo mehr sicher und habe das Gefühl, dass mir niemand helfen kann in schwierigen Situationen. Kriege sogar mehr Panikattacken als sonst...

Es ist doch eigentlich gut, dass du dich auch zu hause nicht mehr sicher fühlst. So kannst du nicht weglaufen auch zuhause erleben, dass trotz deiner Symptone und Befürchtungen nichts Schlimmes passiert.
So war es jedenfalls bei mir damals 1987, als ich Panikattacken hatte, bei denen ich das Gefühl hatte in Ohnmacht zu fallen oder zu sterben. Nachdem ich mich 2 Wochen lang nach der ersten Attacke in einer Buchhandlung nicht mehr aus dem Haus traute, hatte ich auch da täglich mehrere schlimme Attacken, bei denen ich erlebte, dass ich nicht Ohnacht fiel und nicht starb. Daraufhin dachte ich, dass ich genauso gut wieder rausgehen kann und auch nichts Schlimmes passieren wird, wenn ich Attacken bekomme. Und so war es auch. Nachceinigen Monaten wurden die Attacken seltener und schwächer und hörten nach einem halben Jahr ganz auf.

x 1 #17

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M
Hallo @Agoraphobie,

danke für die Rückmeldung. Ich möchte zuerst auf Deine o. g. Antworten eingehen:

Zitat von Agoraphobie:
1. Negative Kommentare im Hinblick auf mein Aussehen (sehr blass, bist du krank, warum bist du so dünn, was ist mit dir, iss mal mehr, wieso ziehst du dich so an, du kannst doch nicht immer Schmerzen haben, etc.).

Natürlich sind das in Deinen Ohren unschöne Bemerkungen aber bitte bedenke, dass es immer (mindestens zwinkern) zwei "Wahrheiten" gibt: Die desjenigen, der sie ausspricht und die desjenigen, der sie aufnimmt. Blässe und Schlankheit z. B. sind für sich überhaupt nicht negativ sondern lediglich optische Eigenheiten. Nur weil man weniger wiegt oder heller pigmentiert ist als der überwiegende Teil der Mitschüler ist man deshalb nicht weniger wert o. ä.
Das gilt nahezu für alle Parameter, die uns gerne medial oder von uns umgebenden Menschen in bewertenderweise "vorgehalten" werden. Nicht außer Acht zu lassen ist auch die Absicht der kommentierenden Person.

1.1 Welche Absicht glaubst Du hinter den o. g. Aussagen zu erkennen? Genervtheit, Angst, Sorge, Ignoranz oder gar Gehässigkeit o. ä.?

1.2 Hast Du das Gefühl, diese "Bewertungen" prägen zum Teil heute noch Dein Selbstbild/Selbstwertgefühl?

Zitat von Agoraphobie:
2. Ja klar, weil ich dann mehr Menschen begegne, nicht meine eigenen vier Wände habe und in einer "Weite" bin. Diese "Weite" macht mir einfach Angst und ich habe das Gefühl, ich würde die Kontrolle verlieren draußen, weil da so viele Reize sind (Menschen, Autos, Bus, Bahn, Supermärkte, etc.).

Ja, ich kann das Problem mit der Weite und der Reizflut absolut nachvollziehen. Ebenso den Kontrollverlust.

2.1 Aber ich glaube, diese oben schon mal genannte "Entlarvung" durch Andere (nämlich: krank oder verrückt zu sein) hat mit der Entfernung von Zuhause nichts direkt zu tun, oder?

2.2 Für welches existenzielle Thema könnte in Deinem Leben insgesamt der Begriff "Weite" als Metapher stehen?

2.3 Hast Du das Gefühl, die Reize "wollen" etwas von Dir? Setzen sie Dich in Zugzwang, erfordern sie von Dir Aufmerksamkeit? Hast das Gefühl, den Reizen "gerecht" werden zu müssen bzw. das nicht zu schaffen? Fühlst Du Dich von den Reizen sozusagen "überstimmt", ihnen kräftemäßig "unterlegen"?

Zitat von Agoraphobie:
3. Damals, bis ich 18 wurde, lebte ich im unteren Geschoss und über uns wohnten meine Großeltern. Ich bin in einer sehr großen Familie aufgewachsen, da meine Tanten und Onkel immer dabei waren. Nach dem ich 18 wurde sind wir umgezogen. Seit 5 Jahren wohne ich weiterhin mit meiner Familie zusammen. Meine Großeltern und Tanten, Onkel wohnen jedoch in unserer "alten" Stadt.


3.1 Hat Dich aus heutiger Sicht die große Familie bis zur Volljährigkeit eher belastet oder war das OK bzw. vorteilhaft für Dich?

3.2 Hast Du das Gefühl, durch den Umzug eventuell "wichtige Fürsprecher" verloren zu haben?

3.3 Wichtig: Wenn Du heute Deine Verwandten in der alten Stadt besuchen würdest, hättest Du dort ebenfalls die o. g. Probleme (Panik, Angst)?

3.4 Falls Du dort (3.3) keine Probleme hast, hättest Du sie aber auf dem Weg dorthin?

Zitat von Agoraphobie:
4. Zuhause 80% und Bett 15%. Die komplette Sicherheit habe ich nicht mal mehr zu Hause nach meinem Vorfall mit dem Krankenwagen habe ich leider einen Daueralarmzustand in mir, weil ich Angst habe, dass ich nochmal so einen Herzanfall kriegen könnte. Und mein Zuhause gibt mir sehr viel Sicherheit, das Bett muss nicht zwanghaft da sein, ist aber von Vorteil, wenn es da ist.


4.1 Das würde also bedeuten, dass ein Bett an einem anderen Ort definitiv viel weniger Beruhigung vermittelt als der Aufenthalt zuhause, richtig?

4.2. Die Liegeposition an sich ist also weniger ausschlaggebend als der Ort, wo dieses Liegen stattfindet (also: "lieber sitzen daheim als liegen auswärts")?

4.3 Für welches existenzielle Thema könnte in Deinem Leben insgesamt der Begriff "Zuhause" als Metapher stehen?

Zitat von Agoraphobie:
Ja, kenne mich mittlerweile mit der Derealisation aus, macht mir jedoch trotzdem jedes Mal Angst.

Hierzu ein paar Anmerkungen aus einem anderen Thread - vielleicht magst Du das mal in Ruhe anschauen: agoraphobie-panikattacken-f4/derealisation-depersonalisation-t111265.html#p2367772

x 2 #18


A
Bevor ich antworte, habe ich noch eine Frage:

Können schwerer Vitamin D3 Mangel und Eisenmangel solche Symptome hervorrufen? Ich habe bei beidem einen Wert von 9 und der Arzt sagte mir, dass das ein schwerer Mangel sei.
Ich habe ja Herzrasen, Atemnot, fühle mich erschöpft und kraftlos...
Gleichzeitig kriege ich nach dem Essen Panikattacken und Unruhezuständen, habe nämlich mit chronischer Gastritis zu kämpfen und ebenfalls mit Durchfall, etc.

Auf die anderen beiden Nachrichten will ich später ausführlicher drauf eingehen, danke!

x 1 #19


Wofo
Hallo dir würde auf längere zeit eine
Therapie helfen mit Medikamente einstellen
Ich kenne das leider selber aber es
Nützt alles nix du müsstest schon die termine
Beim Therapeut/in wahrnehmen lass dir
Medikamente verschreiben damit du erstmal
Therapiefähig bist um die termine
Wahrnehmen zu können mit Tavor evtl
Es ist ein langer weg aber es geht man muss
Nur wollen und dahinter stehen


LG

x 1 #20


A


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Dr. Christina Wiesemann
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