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Hey ihr Lieben,

Normalerweise sollte ich längst im Bett liegen und schlafen aber irgendwie funktioniert das gerade gar nicht. Ich habe morgen einen heftigen Gesprächstermin an dem auch noch mein gewaltätiger Exmann teil nimmt und mir dreht sich total der Magen wenn ich daran denke das ich morgen dahin muß. Schon alleine die Tatsache das ich überhaupt raus muß und in die Stadt löst totale Panik und Unwohlsein in mir aus.

Ich bin Mutter von drei Kinder und diese Termine sind so wichtig das ich sie auch wahrnehme aber diese Angst lähmt mich nur noch. Vorher hatte ich immer Pausen dazwischen so das es mir ganz ok ging und ich soweit alles regeln konnte doch jetzt kommt fast jedes mal eine Panikattacke sobald ich weg muß.

Ich weiß echt nicht weiter und dieser Zustand frisst mich einfach nur noch innerlich auf.,
Ich kann nicht so wie ich will und manchmal denke ich andere Leute oder Mütter kriegen das auich alles auf die Reihe gehen sogar noch nebenbei arbeiten und ich krieg nicht mal die Termine vernünftig auf die Reihe.

Wie geht ihr mit solchen Situationen um wo ihr raus müßt und dann noch zu Unangenehmen Terminen?

Liebe Grüße
Chayenne

04.07.2011 00:30 • 12.07.2011 #1


9 Antworten ↓


Hallo Chayenne,

hoffentlich konntest du noch einwenig schlafen...
Glaube mir, auch ein "normal" funktionierender Mensch hätte vor solchen Terminen ganz heftige Gefühle. Bitte, rede dir aber nicht ein eine schlechte Mutter zu sein, oder du würdest versagen...., das stimmt nicht!
Doch wie wirst du den Termin schaffen, möchtest du wissen?!
Nun, gibt es jemanden den du zur Unterstützung mitnehmen kannst?
Auf jeden Fall würde ich den Personen auf die du treffen wirst (ausser deinem Mann) sagen das du sehr große Angst hast, das es dir in dieser Situation nicht gut geht! So wie du, werden schon ganz viele Menschen mit Panik und Ängsten vor ihnen gesessen haben, und auch wissen das es für die meisten Menschen eine aussergewöhnliche Situation ist.
Je nachdem wie dein Mann reagiert, oder gar zu dir entsprechend mies wird, unterbreche das Gespräch indem du ganz klar sagst das du "in diesem Ton" nicht gewillt bist das Gespräch fortzuführen. Auch wenn du dir schlecht, klein, hässlich oder wie auch immer vorkommst....., DU bist es nicht!
Du hast 3 Kinder geboren....denke an das tolle Gefühl eines jeden einzelnen....als es das erste mal in deinen Armen lag!
Denke an die Stunden, als eines der Kinder mit Fieber im Bett lag, und du alles liebevolle getan hast um dem Kind alles zu erleichtern.
Denke an die Stunden, wenn du mit deinen Kindern zufrieden und glücklich in deinem kleinen Reich spielst, oder einfach nur füreinander erreichbar seit.
Denke an Dinge die du seit der Trennung ohne IHN auf die Reihe bekommen hast, die Kinder vielleicht nun zufriedener und ausgeglichener auf dich wirken?!

Denke nur an die schönen, herzerwärmenen Momente der letzten Wochen..., an das Lächeln der Kinder....


Ich wünsche dir trotz Angst, trotz Aufregung das du den Termin hocherhobenen Hauptes verlassen kannst, und stolz auf dich sein kannst......

04.07.2011 08:32 • #2



Morgen früh Termin und der Zustand qäult mich einfach nur

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Hallo Söckchen, vielen Dank erstmal für Deine doch mutmachenden Worte an mich.

Ich habe Deinen Text bereits heute morgen gelesen, kurz bevor ich los musste hatte aber leider keine Zeit mehr gehabt darauf zu antworten.Ich konnte noch etwas schlafen und das mit dem schlechter Mutter sein, nein das ist es nicht, es ist nur immer diese Angst raus gehen zu müssen und dann eventuell wieder eine Panikattacke zu bekommen.

Hinzu kommt dann noch das ich nicht nur mit dem unwohlen Gefühl und den Gedanken an die nächste Panikattacke zu kämpfen habe sondern auch weil ich bei diesen Terminen auf meinen Exmann treffe und mit ihm in mir ne ganz krasse Zeit hoch kommt. Er war jahrelang gewaltätig zu mir.Leider konnte ich zu diesem Termin niemanden mitnehmen.

Und das mit dem offenlegen meiner Gefühle oder aber das es mir nicht gut geht in solchen Situationen ist dem Jugendamt bekannt aber sie wollen es nicht hören. Es kommen immer wieder Sätze wie ach sie sind doch stark und stabil sie schaffen das schon und soweiter. Auf andererseite aber lassen sie mich nicht richtig alleine laufen. Ich fühle mich da sehr hin und hergerissen, mal ganz abgesehen davon das sie keinerlei Ahnung von meinem Krankheitsbild, Panikattacken haben aber groß mitreden wollen und dann auch noch der Meinung sind zu wissen wie man sich fühlt und was in einem Vorgeht.

Es gibt Menschen die behaupten man sei mit Panikattacken nicht in der Lage Kinder zu erziehen. Und wenn man dann auch noch in der Angst leben muss das einem die Kinder weggenommen bekommt dann schweigt man irgendwann und lässt alles über sich ergehen.

Aber um nochmal auf heute morgen zurück zu kommen, ich habe es ohne PA geschafft und überstanden und ich war stolz auf mich. Ich habe heute mal wieder einen guten Tag gehabt wo es mir ganz ok ging.
Vielen lieben Dank nochmal für Deine lieben Worte. ich habe sie mir wirklich zu Herzen genommen.

Liebe Grüße
Chayenne

04.07.2011 21:29 • #3


Hallo Chayenne,
schön das du den Termin doch relativ gut geschafft hast und vor allen Dingen auch für dich ein Gefühl des Stolzes empfinden kannst. Dies sind die kleinen Erfolge, die man sich ganz Groß aufschreiben und verinnerlichen sollte.
Wie ich aber bereits sagte, in deiner Situation hätte ein jeder Mensch große Probleme locker und völlig gelassen diese Termine wahr zu nehmen.
Machst du denn eine Therapie?

05.07.2011 10:03 • #4


Hallo Söckchen,

freut mich wieder von dir zu lesen,
ja du hast recht die kleinen Erfolge sind es die man sehen sollte und sich verinnerlichen sollte, leider aber werden sie zu oft gesehen vor lauter Problemen und Baustellen.
Therapiemäßig, ja ich hab eine Therapeutin gefunden wo ich mir zunächst nicht sicher war ob ich hingehen sollte habe mich dann aber mit meinem ehemaligen Therapeuten besprochen und ich gebe dem ganzen noch ne Chance. Da ist mein nächster Termin aber erst am 18. diesen Monats.

Und wie geht es dir so?Was machst du so?


Liebe Grüße
Chayenne

06.07.2011 23:01 • #5


Hi Chayenne,

schreibe dir die kleinen Dinge der Erfolge mal auf...du wirst dich wundern was da alles zusammen kommt...
Freu mich das du einen Therapie machen wirst, so hast du die Möglichkeit zu reden und dich zu entlasten. Jedenfalls drücke ich dir feste die Daumen, das die neue Therapeutin dir sympathisch und nett rüber kommt.

Tja, was mache ich...? Meine Therapie läuft schon einige Zeit, eigentlich war ein Abschluss in Sicht...doch die Seele war anderer Meinung.... Lerne immer wieder neue Seiten der Ängste kennen, doch ich glaube fest daran, die Wurzel des Übels gefunden zu haben. Nun muss ich "nur" noch lernen damit umzugehen, zu verarbeiten und die Vergangenheit als Gegeben und Unveränderbar anzunehmen. Dabei wird mir mein Therapeut im August helfen, indem er mit mir in mehreren Sitzungen Tiefenhynose machen wird...., ich bin einerseits gespannt darauf, anderseits habe ich aber auch Angst davor.... Doch ich will endlich die Ursache angehen, und einen größeren Schritt nach vorne machen.

07.07.2011 10:49 • #6


Huhu Söckchen,

ja du hast recht sowas sollte ich durchaus mal schriftlich festhalten so kann man sich das ganze dann auch immer wieder schnell vor Augen halten.
Dankeschön für das Daumen drücken, ja ich hoffe auch sehr das ich mit der Therapeutin klar kommen werden denn das erste Gespräch war schon krass. Hinzu kommt, das mir nicht viel an anderen Möglichkeiten bleibt weil alle Therapeuten und Therapeuten hier in der nähe Wartezeiten von bis zu 2 Jahren haben.

Wie lange bist du denn schon in Therapie und welche Art von Therapie? Mit der Tiefenhypnose oh ja das glaub ich dir, ich hätte auch Angst davor.Es ist die Ungewissheit was da auf einen zukommt und vor allem was da hoch geholt wird an "Seelenmüll".



Liebe Grüße
Chayenne

07.07.2011 22:25 • #7


Ich mache nun seit etwa 2 Jahren eine Therapie bei einem Heilpraktiker der Psychologie eine MET Therapie. Zuvor hatte ich bei einer "normalen" Therapeutin meine Stunden, doch irgendwann habe ich sie nicht mehr ernst genommen, bzw. ich hatte das Gefühl das sie mich nicht ernst nahm...., so kamen plötzlich ihrerseits Fragen auf, die bereits immer wieder Thema gewesen waren, und ich gewann den Eindruck das sie mehr Hilfe benötigte als ich selbst
Schließlich kam Tag X an dem nichts mehr ging und ich ging freiwillig in eine Psychlogische Klinik...jedoch um nach 3 Tagen wieder zu entfliehen....ich wollte mich nicht einfach ruhig stellen lassen, wie es die anderen Patienten taten, ich wollte das man mit mir an den Problemen arbeitet, das man mir "Werkzeug" in die Hand gibt um aus der Angstspirale heraus zu kommen.
Jedenfalls wusste ich damals, das ein neuer Therapeut her muss, und der mich darin unterstüzt das ich keine Medikament nehmen möchte, das ich aus eigner Kraft und mit eigenen Mut meinen Lösungsweg finde....
Nun ich habe einen wirklich tollen Therapeuten, kann immer und zu jeder Zeit anrufen oder mailen, wenn ich es nicht tue, dann meldet er sich, kommt ins Haus wenn ich mal wieder ei nen Rückfall erlitten habe, gibt sich sehr viel Mühe mit mir. Allerdings-----, meine Krankenkassen zahlt nicht, ich muss ihn aus eigener Tasche bezahlen! Ein teurer Spaß, der aber für mich der richtige Weg zu sein scheint.
Was die Wartezeiten betrifft....ich hatte noch nie großartige Wartezeiten...obwohl sie alle angeblich so ausgebucht sind. Ich habe nie angerufen, sondern bin immer gleich einfach unangemeldet "auf dem Zahnfleisch kriechend" hingegangen, und bekam immer sofort einen Termin! Ok, ich stand auch vor geschlossenen Türen, dann bin ich eben 2 Stunden später nochmal hingelaufen! Mein Eindruck ist und war immer, das Patienten sich wunderbar am AB aussuchen lassen, die Sympathie oder das Themengebiet entsprechend Ansprechend für den Therapeuten ist, und er die Auswahl trifft. Stand ich aber keuchend in seiner Tür, konnte oder musste er handeln....

09.07.2011 15:16 • #8


2 Jahre ist ja schon eine ganz gute Zeit, ich wünschte ich wäre auch schon soweit.
Bevor ich die jetzige Thera gefunden hatte war ich bei einer anderen auch Heilpraktikerin,eine sehr nette Frau, bei der ich mir sicher war das sie auch die richtige ist, leider aber hat die Krankenkasse den Antrag abgelehnt und das Geld für die ganzen Behandlungen kann ich leider aus eigener Tasche nicht aufbringen.

Na ja das mit dem per AB usw...hatte mir ein guter Freund auch gesagt ich solle da persönlich auftreten und so rüber "Druck" machen aber ich denke mir mal das wenn man den Leidensdruck erhöht das man dann in eine Klinik verwiesen wird und genau da will ich auch nicht rein eben weil du wie du schon sagtest meist nur ruhig gestellt wird und sonst nichts weiter passiert.

Aber ich freue mich sehr für dich das du den für dich passenden Thera gefunden hast.
Kennst du eigentlich die Situation wo du denkst deine Probleme werden statt weniger immer mehr? Also statt zwei drei Baustellen plötzlich vier und fünf? Und falls ja wie gehst oder wie bist du damit umgegangen?

11.07.2011 21:12 • #9


Hallöle Chayenne,

und ob ich den Berg "Baustellen" kenne.
Ich bestehe eigentlich nur noch aus Baustellen, und kann kaum noch erkennen welche ich zuerst wegräumen muss.
Mal eine kurze Übersicht:
1. Angst zu Ärzten zu gehen, insbesonere Zahnarzt, wo ich ganz dringend hin müsste.
2. Angst alleine zu sein, geht manchmal ganz gut, doch die Aufregeung und Kopfkino sind immer da
3. Einkaufen geht im Moment gar nicht alleine, nur in Begleitung, und dann auch nicht immer.
4. Autofahren im Dorf ....naja könnte regelmäßiger sein, Autobahn geht fast gar nicht.
5. Vergangenheit holt mich gerade wieder ein, damit muss ich arbeiten, dafür bekommen ich die Hypnose
dies ist nur das Grobe

Aktuell plage ich mich mit Kopfkino, da ich ab Morgen 6Uhr wieder bis Donnerstag Abend alleine sein werde, und einen Termin bei meiner Gyn. habe. Stehe kurz davor den Termin abzusagen, da ich mit dem alleine sein schon so zu kämpfen habe. Das alleine sein macht mir enormen Druch "funktionieren zu müssen...., Kind wecken, Frühstück bereiten, mit dem Hund raus zu müssen, Haushalt schmeissen ( das lenkt mich Gott sei dank etwas ab), evt. doch noch etwas einkaufen zu müssen, keiner da zum reden, alleine wenn doch die Panik kommen sollte...., naja...die ganze Palette läuft im Kopf wieder ab.

Das letzte Mal als ich alleine war(letzte Woche!) habe ich mich sehr gut gefühlt, und dennoch mache ich mich wieder verrückt....

Ja, mit der Zahlungsmoral der Krankenkassen ist wirklich Mist..., gerade wenn man ein gutes Gefühl für einen Therapeuten hat, und die Herrschaften am ihrem Schreibtisch nicht nachempfinden können was unsereins so wichtig ist. Auf jeden Fall wünsche ich Dir das die andere Therapeutin mindestens genauso gut ist, und du dich gut aufgehoben fühlst.

12.07.2011 09:28 • #10



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Dr. Hans Morschitzky