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dieses Forum dient dazu, Menschen zu unterstützen und Austausch zu ermöglichen. Wer Hilfe braucht, findet sie hier, und wer helfen möchte, ist willkommen. Moderatoren achten darauf, dass der Umgang respektvoll bleibt. Für eine angenehme Atmosphäre sind verständnisvolle, ermutigende und einfühlsame Beiträge explizit erwünscht. Verletzende oder verurteilende Beiträge sind nicht erlaubt.

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grawil
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Hallo, ob Agoraphobiker oder deren Angehörige!
Ich möchte Euch erst einmal meine Situation schildern und Euch dann bitten mir ein paar Tipp´s oder Erfahrungen mitzuteilen.
Meine Frau-eigentlich meine Lebensgefärtin, aber Frau schreibt sich einfach kürzer, leidet seit ihrer Kindheit unter Angstzuständen. Wir haben uns vor über 10 Jahren kennengelernt und sind jetzt beide 39 Jahre alt. Sie hat es ganz gut verstanden, ihre Angst/Panik zu verstecken, bzw. war sich zu diesem Zeitpunkt ihrer Erkrankung noch nicht voll bewusst. Nach einjähriger Partnerschaft kam dann unser gemeinsamer Sohn zur Welt. Ich war zu diesem Zeitpunkt beruflich sehr engagiert. Die Situation meiner Frau verschlechterte sich aber zusehends. Ihr Bewegungsradius schränkte sich immer mehr ein und es fiel ihr immer schwerer die alltäglichen Dinge des Lebens zu bewältigen. Ich gebe mir sicherlich auch hier eine Mitschuld, nicht rechtzeitig die Notbremse gezogen zu haben. Aber aus Unwissenheit habe ich ihr viele Dinge abgenommen und sie so zu einem immer unselbstständigerem Leben erzogen. Die typische Spirale einer Angsterkrankung unter Mitwirkung von Angehörigen! Mittlerweile stellt sich unsere Situation wie folgt dar: Meine Frau ist aufgrund ihrer Agoraphobie verrentet und das nach 3maliger Verlängerung auf unbestimmte Zeit. Ich habe meine Berufstätigkeit aufgegeben, um sie bei der Bewältigung ihrer Agoraphobie zu unterstützen. Dabei muß ich hinzufügen, daß es in unserer Region aussichtslos ist, professionelle Unterstützung in Form einer Psychotherapie zu erhalten und wir gezwungen waren nach dem Motto zu verfahren "Hilf dir selbst, so ist dir geholfen!". Wir haben uns massenweise Lektüre besorgt, im Internet recherchiert, telefonisch mit Psychotherapeute oder Selbsthilfegruppen gesprochen, täglich geübt-und das machen wir immer noch, aber den richtigen Durchbruch hat es nicht gebracht. Das Hauptproblem, welches in der letzten Zeit entstand, ist, daß durch all unserer gemeinsamen Aktivitäten eine emotionale Abhängigkeit begründet wurde. Meine Frau bewältigt zwar wieder viele längst nicht mehr erreichte Dinge wie z.B. Arztbesuche oder Einkäufe, aber sie schafft es nur mir mir und sie kann nicht mehr allein sein. Es hat sich alles auf uns zwei fixiert und ich haben sämtliche Freiheiten verloren. Das schränkt mich extrem ein. Wie kommt man aus so einem Teufelskreis heraus, ohne den anderer zu verletzen? Wenn ich mit meiner Frau darüber spreche, lautet ihre Antwort stets:" Ich kann dich nicht zwingen bei mir zu bleiben-enweder du akzeptierst es oder du gehst-es ist deine Entscheidung!" Ich möchte sie aber auf der einen Seite nicht verlieren, aber auf der anderen Seite weiß ich auch,daß es so auf Dauer nicht weitergehen kann. Ein zusätzliches Problem ist bei uns auch die Sexualität. Meine Frau ist der Meinug, daß sie ihrer Sexaulität erst mit der Überwindung ihrer Angst wieder ausleben kann. Da ihre Angsterkrankung aber schon eine ganze Weile dauert, ist bei mir langsam der "Notstand" ausgebrochen. Ich habe keine berufliche Anerkennung mehr, meine Hobbys liegen "auf Eis" und eine Anerkennung als Mann innerhalb einer Beziehung erhalte ich auch nicht. Langsam bin ich wirklich am Ende! Wie macht man in so einem Fall weiter??

05.06.2009 #1


82 Antworten ↓
Christina

Christina
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Hallo Grawil,

ruf' in der nächsten Psychiatrie an, mach einen Termin für sie und fahr' sie ganz spontan (ohne sie vorher zu informieren) dahin. Die können sie natürlich nicht gegen ihren Willen da behalten, aber wenn sie erstmal dort ist, kannst Du sie evtl. davon überzeugen, dass es absolut notwendig ist, etwas zu tun. Wenn's weiter als 5 km ist, wird sie trotzdem weder aus dem Auto springen, noch vor Angst umkommen. Vielleicht wird sie sogar so wütend, dass sie kaum noch Angst hat. Das ist eine sehr brutale und letzten Endes auch entmündigende Vorgehensweise. Normalerweise bin ich deswegen eine strikte Gegnerin von Versuchen, Angehörige oder Partner zu therapieren, aber Eure Mündigkeit und jeglichen persönlichen Freiraum habt Ihr beide ja eh schon verloren.

Falls Dir obiges - wie ich vermute - zu krass ist: Ich finde auch, dass Du Deine "Unterstützung" einstellen solltest. Mit Ansage, denn es geht nicht darum, sie fallen zu lassen. Hör auf, ihr alles abzunehmen und es ihr leicht zu machen. Du brauchst es ihr auch nicht besonders schwer zu machen, aber verhalte Dich "normal". Geh' aus, geh' Deinen Hobbies nach - ohne Deiner Frau einen Ersatz zu organisieren und ohne in Telefonbereitschaft zu sein. Fahr' zu Treffen der Hundefreunde. Du kannst Deiner Frau immer anbieten, mitzukommen. Will oder kann sie das nicht, dann fahr allein. Bau Dir wieder ein Leben auf. BTW - wovon lebt Ihr eigentlich? Wäre es nicht sowieso besser, wenn Du wieder arbeiten würdest? Wenn Du Dir das selbst nicht wert bist, dann denk an Euer Kind. Das braucht eine gewisse Normalität und Eltern als Vorbilder, die irgendwie im Leben zurecht kommen. Wo wollt Ihr in fünf bis zehn Jahren stehen? Viele hier im Forum machen sich ein irre schlechtes Gewissen, weil sie wegen der Krankheit nicht so für ihre Kinder da sein können, wie sie möchten. Die können alle nichts für ihre Krankheit, ihre Ängste oder dafür, dass manche Dinge eben manchmal nicht gehen. Aber die bemühen sich alle nach Kräften, etwas zu ändern. Ihr scheint Euch dagegen mit den vielen Restriktionen arrangiert zu haben und sucht jetzt eine Lösung innerhalb der Restriktionen. Die wird es aber nicht geben!

Zitat von grawil:
Einen Therapeute oder eine psychotherapeutische Klinik finden ist doch nicht das Problem-aber wie soll man dorthin kommen, wenn man so stark unter einer Agoraphobie leidet, dass man sein Umfeld nicht weiter als ca. 5 km verlassen kann und das auch nur sehr kurzfristig.
Ihr habt beide x Bücher durch. Sie ist untersucht und so weit wohl gesund. Ihr wisst, dass ihr nichts passiert, wenn sie Angst hat. Natürlich ist es ein Sch***-Gefühl, das vertraute Umfeld zu verlassen, wenn man Agoraphobie hat. Aber es hilft nichts, der einzige Weg aus der Angst führt durch die Angst. Wenn Deine Frau es definitiv nicht schafft, sich einmal pro Woche zum Therapeuten bringen zu lassen, der etwas weiter als 5 km weg ist, dann muss sie sich einmal (in acht Wochen) in eine psychosomatische Klinik schaffen lassen, die vielleicht 100 km weg ist. Notfalls in Vollnarkose! Alles, was Ihr vor Ort selbst machen konntet, habt Ihr durch. Und entschuldige, einiges habt Ihr im therapeutischen Sinne offensichtlich falsch gemacht. Denn Ihr habt ja "nur" erarbeitet, dass Deine Frau bestimmte, eng eingegrenzte Situationen besser aushält, nicht dass sie die Angst besser aushält. Die Angst hat sich wohl eher verschlimmert, so dass alles, was Euren engen Rahmen sprengt, für Euch beide tabu ist. Wenn Du Deine Frau begleitest, ihr hinterm Fahrrad oder hinterm Pferd her fährst, dann gestattet sie sich einen Hauch von Normalität unter Vermeidung der Angst. Was Ihr da täglich macht, ist nicht Üben, sondern Vermeiden. Dafür spricht auch, dass sie sofort wieder Angst vor den Aktivitäten bekommt, wenn sie nicht täglich gemacht werden. Sie scheint gar nicht das Gefühl, geschweige denn die gefestigte Erfahrung zu haben, dass sie Angst wird aushalten können und dass die Angst nachlassen wird.

Zitat von grawil:
mit leichten AD´s (Insidon) hat sie es probiert. Sie reagiert sehr sensibel (schon bei kleinster Dosierung) darauf und das bereitet ihr noch größere Angst. Auch die Nebenwirkungen sind nicht zu unterschätzen. Vor diesen Erfahrungen/Hintergrund lehnt sie eine medikamentöse Behandlung ab. Sie sagt:"Ich muß bei mir bleiben, um mit der Angst zu kämpfen und Medikamente stellen mich ruhig und dieses Gefühl kann ich nicht ertragen!".
Sie kämpft aber doch gar nicht...Und sie wird so ziemlich jedes Gefühl ertragen können, sofern sie nicht psychotisch ist. Das ist sie aber nicht, sie hat "bloß" 'ne Angststörung, da lauern in unser aller Phantasie Tod und Wahnsinn. Aber beides tritt nicht ein, die Angst ist körperlich und psychisch extrem unangenehm, aber ungefährlich. Auch da: Wenn's ohne Medikamente nicht geht - und ganz offensichtlich geht es nicht, jedenfalls nicht weiter - sollte man der medikamentösen Behandlungsoption eine ernsthafte Chance einräumen. Es wirken nicht alle Medikamente gleich, nicht alle stellen ruhig, außerdem ist "ruhig" nicht gleich "ruhig". Die angstlösende Wirkung von Lorazepam z.B. ist etwas völlig anderes als die sedierende, mitunter benommen machende Wirkung von Insidon. Und ein Benzodiazepin wäre z.B. ein Mittel, das es Deiner Frau ermöglichen könnte, die Entfernung zu einem Therapeuten oder einer Klinik zu überbrücken. Und klar, was wirkt, hat meist auch Nebenwirkungen. Die sind unterschiedlich, je nachdem, zu welcher Gruppe ein Medikament gehört, sie lesen sich auch gruselig, aber manchmal muss man Risiken eingehen.

Zitat von grawil:
Ein Argument meiner Frau ist auch, dass ihr eine sinnvolle und sie ausfüllende Beschäftigung fehlt. Sie ist der festen Überzeugung, sich damit auch von der Angst befreien zu können, da sie sich dann auf diese Sache und nicht mehr auf die Angst konzentrieren würde.
Angst ist das stärkste Gefühl, dessen ein Mensch fähig ist. Das ist ja auch evolutionsbiologisch sinnvoll (Du weißt ja sicher, die Sache mit Bären und Säbelzahntigern...). Aber dagegen kommt keine sinnvolle Beschäftigung an. Euer Sohn ist neun, es hat in den letzten Jahren bestimmt viele Dinge gegeben, die Deine Frau im Zusammenhang mit ihm hätte sinnvollerweise tun können. Ich nehme an, dass sie ihr Kind liebt. Außerdem liebt sie Pferde und vermutlich Euren Hund. Dich hoffentlich auch . All' das konnte sie bisher kein bisschen von der Angst wegbringen. Umgekehrt wird ein Schuh draus: Wenn sie angefangen hat, sich der Angst wirklich zu stellen und sich wieder Freiräume zu erarbeiten, dann findet sich vielleicht auch eine sinnvolle und ausfüllende Beschäftigung - durch Dinge, die ihr im Alltag begegnen, durch Ausprobieren, durch Erfahrung, durch andere Menschen. Im luftleeren Raum, rein theoretisch, lässt sich keine Perspektive entwickeln.

Ich kenne alle diese Ausflüchte, die Gründe, was warum auf keinen Fall geht, und die (falschen) Hoffnungen nur zu gut. Ich leide auch unter Agoraphobie. Ganz am Anfang habe ich mich nicht mehr aus dem Haus getraut. Gar nicht. Aber nur drei Wochen lang, denn es war klar, dass es so nicht weitergehen konnte. Ich hatte dann einen Termin bei einer Ärztin, und die hat mir vorher für diesen Termin ein Benzodiazepin verschrieben. Das habe ich genommen - trotz irrer Angst vor der Wirkung und den Nebenwirkungen. Und dann habe ich mich zur Ärztin bringen lassen. An der nächsten Straßenecke dachte ich, dass ich jetzt vor Angst wahnsinnig werde. Das ist nicht passiert. Stattdessen ließ die Angst nach. Die Tablette fing übrigens an zu wirken, als ich schon längst wieder zu Hause war, und die Angst, das Haus zu verlassen, hatte ich nie wieder. Trotzdem habe ich einiges an Therapie durch, schlimme Rückfälle und lange Zeiten, in denen ich nichts allein unternehmen konnte. Ich war in zwei psychosomatischen Kliniken, bei der ersten dachte ich, mein Leben ist zu Ende. Auch das war nicht der Fall. Die agoraphobische Phantasie malt immer die schlimmsten Katastrophen aus, die niemals eintreten. Deine Frau leidet unter Agoraphobie, Du nicht. Bleib' also in der Realität. Das heißt nicht, sie nicht ernst zu nehmen und ihre Angst zu leugnen. Es heißt nur, anzuerkennen, dass sie Angst hat und leidet, aber dass realistischerweise - und das weiß sie ja auch - keine Gefahr besteht. Und Euer Leben müsst Ihr an der Realität ausrichten, nicht an phantasierten Katastrophen.

Liebe Grüße
Christina

04.06.2009 17:53 • #38


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A


Meine Frau leidet unter Agoraphobie-und ich kann nicht mehr!

x 3


G

GastB
Gast

Zitat von Zamira:
Ok...aber dann lass uns doch dazu ein separates Thema aufmachen, denn in diesem Thread geht es darum, wie erwachsene Angehörige mit den PA`s und Angstzuständen ihrer Lieben umgehen und sie unterstützen können.

Sorry, Zamira, aber das siehst du falsch. Lies bitte nochmal sein Eingangsposting!
ER sucht(e) Hilfe für SICH SELBST! Seine Frage ist nicht, wie er seine Frau besser behandeln kann, sondern wie er sich selber vor dem Zusammenbruch bewahren kann. Und das ist auch dringend nötig!

Beschönigen und abwiegeln nützt gar nichts, das bringt ihm nichts und auch seiner Familie nicht. Kerstin reagiert zwar manchmal etwas explosiv , aber im Prinzip sehe auch ich das so, dass die Frage, wie es dem Kind bei alle dem geht, ist m.E. wichtig und legitim.

Was sich im Innern eines Kindes abspielt, welche Muster und Programme es für sein eigenes Leben bekommt, wenn es das Leben der Eltern beobachtet, kann von den Eltern nicht wirklich gesehen werden. Ob das Kind zu einem starken, angstfreien, selbstbestimmten Menschen heranwächst, das seinen Lebensunterhalt verdienen und eine gesunde Partnerschaft führen wird ...

So wie ich das bisher sehen kann, behandelt grawil seine Lebensgefährtin wie ein Kind, nicht wie einen Erwachsenen.


@ Grawil

Du sagst, die Großeltern kümmern sich liebevoll um deinen Sohn.
Das sind vermutlich die Eltern deiner Lebensgefährtin, ja? Dieselben, bei denen ihre Tochter schon von Kindheit an Angstzustände entwickelt hat - oder nicht?
Und zu denen sie damals wieder für ein paar Wochen gezogen ist?

Falls es diese sind: Hast du schon mal daran gedacht, dass ihre Art, mit einem Kind umzugehen, vielleicht auch nicht die beste für dein Kind sein könnte? Oder hast du klare Hinweise, dass die Ursachen damals ganz wo anders lagen?

Da du davon gesprochen hast, dass du Angst hast, sie und das Kind zu verlieren, wenn du ihr nicht mehr so zu Diensten bist: Hast du die Befürchtung, sie würde dann wieder zu ihren Eltern zurückgehen? Und das Kind mitnehmen?
Oder wie sonst könntest du dann alles verlieren?

Da ihr nicht verheiratet seid, ist die Gefahr, dass das Kind bei einer gerichtlichen Auseinandersetzung der Mutter zugesprochen würde, natürlich groß. Allerdings weniger groß, wenn die Mutter eine massive psychische Störung hat und du das nachweisen kannst. Dass die Großeltern sich dann um das Kind kümmern könnten, ist wieder eine "Gefahr". Aber wenn es die Eltern der psychisch kranken Mutter sind und du das entsprechend rüberbringen würdest
Zitat:
Meine Frau-eigentlich meine Lebensgefärtin, ... , leidet seit ihrer Kindheit unter Angstzuständen.

dann hättest du m.E. keine so schlechten Karten.

Falls es aber deine Eltern sind, die sich liebevoll um das Kind kümmern, wären deine Chancen, das Kind bei dir zu behalten, auch wenn deine LG abspringen sollte, ohnehin nicht schlecht.

Dies schreibe ich nicht, um dich zu einem Prozess zu ermuntern, aber um mal die Frage näher zu beleuchten, was die schlimmsten Folgen für dich sein könnten, die du befürchtest, wenn deine Frau sich zu ihren Eltern flüchten würde, wenn du sie nicht mehr bemuttern würdest. Je klarer du dir über deine Position und deine Möglichkeiten wärest und je klarer und gelassener du diese deiner Lebensgefährtin mitteilen würdest, desto weniger würde sie solche Spielchen mit dir veranstalten und dich unter Druck zu setzen versuchen.

Falls sie dann ernsthaft die Beziehung aufgeben würde, solltest du das m.E. als Zeichen werten, dass sie gar nicht (mehr) dich liebt, sondern eure symbiotische Kind-Vater-Beziehung und ihr psychisch bequemes Leben ohne die Notwendigkeit, das ernsthaft zu verändern, um dich bei ihr zu halten. Wenn du bereit wärst, sie notfalls zu verlassen, wenn sie sich nicht ändert, und sie wirklich dich liebt, dann würde sie anfangen, sich wirklich zu verändern. Angefangen mit einer Therapie, vermutlich.

Lg
GastB

05.06.2009 10:51 • #75


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P
Hallo Grawil,

ich bin zwar kein Agoraphobiker, aber diesen Mechanismus der Abhängigkeit von jemandem, der einen unterstützt, kann ich gut verstehen und dass man als Partner auch nur schwer Nein sagen kann.

Es tut mir wirklich leid, dass das auch für Dich solche Konsequenzen hat, aber ich glaube, ohne Deine Lebensgefährtin zu enttäuschen, kann es da einfach keine Änderungen geben. Und es gibt im Umkreis von 40, 50 km wirklich keinen Therapeuten?

Vor die Wahl gestellt zu werden, den Zustand entweder zu akzeptieren oder zu gehen, finde ich jetzt weniger gut. Akzeptieren kann jedenfalls nicht bedeuten, dass Du ihr weiterhin bei allem helfen sollst, obwohl das langfristig nichts nützt.

Grüße

pc

#2


zerschmetterling
wenn ihr beide nicht berufstätig seid, dann seid ihr doch auch nicht an den ort gebunden, oder? wenn ihr euer beider gesamtes leben so auf den kopf gestellt habt um ihr ihre lebenssituation zu erleichtern, seid ihr dann noch nie auf die idee gekommen, wegzuziehen? in einen ort, in dem es kompetente therapeut_innen und vielleicht auch selbsthilfegruppen gibt?

dass eure momentane situation für dich auf dauer nicht auszuhalten ist kann ich total gut nachvollziehen. ich persönlich merke schon, dass mein freund überfordert ist, wenn ich ihm nur von meinen ängsten erzähle. er fühlt sich dann total hilflos, macht sich sorgen aber weiß nicht was er tun soll. ich versuche deshalb, ihn nicht übermäßig damit zu belasten. denn bei angstproblemen ersetzt ein_e partner_in garantiert keine_n therapeut_in. das ist ein weg, den deine frau letztendlich selbstständig gehen muss - auch wenn du ihr dabei die hand reichen kannst.

ich finde es total legitim, wenn du deiner frau sagst, dass du nicht mehr kannst. ich denke auch, dass sie das nachvollziehen können wird. ich könnte es jedenfalls nur allzu gut....

#3


J
hallo grawil.
deine frau kann mit sich selbst eine art verhaltenstherapie durchführen. vor was genau hat sie angst? genau? sie muss ihre ängste ein mal im leben genau definieren. dafür soll sie alle ängstliche gedanken einfach auf ein blatt papier aufschreiben! je mehr desto besser! und so jeden tag! mit viel emotionen! alles schreiben was sie bedrückt. ich glaube sie wird mehrere hunderte aspekte aufschreiben bekommen. noch besser von frühere kindheit anfangen, alle unangenehme erinnerungen.. bestimmt ihr große angst hat wurzel in ihre kindheit. sie muss alle gedanke, alle emotionen, alle ängste raus bringen! auf papier. und verbrennen. das ist eine starke therapie. das war einziges was mir gegen panikattacken geholfen hat.
klingt einfach, aber wirkt gewaltig gegen ängste. muss man nur so viel und so lange schreiben bis keine gedanke mehr kommt.
das schwierigste - ein mal ein blatt papier nehmen und anfangen zu schreiben. macht das bitte! tag für tag deine frau wird sich leichter fühlen. dieser last vor ängste verschwindet schnell!
schönen gruß jonatan

#4


G
Vielen Dank erst einmal für Eure Antworten. Aber so ganz einfach, wie Ihr es Euch vorstellt ist es nicht. Zum Thema Psychotherapeuten: Natürlich gibt es im Umkreis von 40 oder 50 km entsprechende Therapeuten. Aber wie sollen diese helfen? Unser Aktionsradius beschränkt sich auf eine Umkreis von ca. 5 km und das immer schnell hin und zurück, spontan und ohne Termindruck. So ist für uns kein Therapeut erreichbar. Natürlich haben wir versucht, Kontakt mit Therapeuten aufzunehmen aber nach weit über 100 Telefonaten haben wir diese Bemühungen frustriert eingestellt. Es kam immer zum gleiche Ergebnis-wir haben keine Zeit, wenn sie etwas wollen müssen sie her kommen, ein Hausbesuch(momentan der einzig machbare Weg für uns) ist grundsätzlich ausgeschlossen- waren die üblichen Aussagen.
Auch mit einem Umzug, wie ja vorgeschlagen wurde, ist es ein riesiges Problem. Wir sind ja schon froh, dass wir es nach fast 3jähriger gemeinsamer "Therapie" geschafft haben, den oben beschriebenen Aktionradius auf 5 km zu erweitern. Früher hat sich alles auf das häusliche Umfeld beschränkt. Einen Umzug hält meine Frau (und ihre Angst) nicht aus. Ich glaube wer unter einer starken Agoraphobie mit lang anhaltenden Panikattacken leidet, kann das verstehen.
Zum Thema Ängste benennen und aufschreiben: Wenn ich alle Aufzeichnungen meiner Frau zum Theme Angst zusammenfassen würde, ergebe das bestimmt ein 1000seitiges Buch. Sie kann ihre Angst mit Sicherheit benennen und ableiten, selbst die Ursachen sind ihr bewusst. Trotzdem kommt sie aus diesem Teufelskreis nicht heraus. Ich glaube mittlerweile gibt es auch nichts mehr, was wir nicht schon an "Eigentherapie" versucht haben-und das wir es immer noch nicht geschafft haben ist frustrierend!

#5


K
hey, gawil

ich selbst leide unter agoraphobie und ich kann die ängste deiner frau verstehen. Bei mir ist es jedoch nicht so extrem ausgeprägt, dass ich mich nirgendswo hintraue. Wenn deine Frau so starke Angst und Panikattacken hat, wieso nimmt sie dann keine Antidepressiva? Es gibt gute ADs, die besonders gegen die Agoraphobie helfen. Natürlich ist eine Psychotherapie 100%ig den Medikamenten vorzuziehen..am besten wäre sogar eine Kombination aus beidem, aber wenn es so schwer ist bei euch eine Therapie zu bekommen, dann sollte sie, meiner Meinung nach, ADs nehmen und sich noch intensiver darum bemühen, eine Therapiestelle zu finden.

mfg

#6


S
Nimmt deine Frau denn Antidepressiva oder ein Psychopharmaka ein das sie mal wieder etwas wieder Sonne sieht in ihrer Seele und das sie beruhigt,,,,und der ihr den Alltag leichter macht,,,,

Eine Kur(in eine Psychiatrischen Klinik) kommt nicht in Frage.?.. du könntest sie ja begleiten .. Kururlaub machen,,,oder gibt es eine Tagesklinik in euerer Nähe,,?


An eine Selbsthilfegruppe anschliessen .. oder eine Gründen...
Es gibt auch gute Heilpraktiker,/ innen ,, die sich auf Psychische Erkrankungen spezialisiert haben,,, ruft doch dort mal an vieleicht kommt da jemand ins Haus,

Was sagt denn der Hausarzt dazu? Ha er keine Tpps für deine Frau,, Anlaufstellen oder ,,,
Deine Frau gehört dringend und zwingend in eine Therapie,,,


Da muss was geschehen denn so gehst du vor die Hunde,,,

Vieleicht weiss EuereKrankenkasse einen Rat,,

Pro Familia, Diakonie, vieleicht als Anlaufstelle noch,,,

Ich bewundere dich wie du das aushälst,,,echt,, und Hut ab,,,

Dir und deiner Frau wünsche ich viel Kraft ,, Mut und Erfolg,,,

Herzliche Grüße

Suma


Wer nix wagt der nix gewinnt,, Ohne Fleiß keinen Preis,,, ,,Der Wille ist der Weg,,,.

Die Sonne scheint eden Tag nur man sieht sie nicht immer,,,

#7


G
Hallo zusammen,
mit leichten AD´s (Insidon) hat sie es probiert. Sie reagiert sehr sensibel (schon bei kleinster Dosierung) darauf und das bereitet ihr noch größere Angst. Auch die Nebenwirkungen sind nicht zu unterschätzen. Vor diesen Erfahrungen/Hintergrund lehnt sie eine medikamentöse Behandlung ab. Sie sagt:"Ich muß bei mir bleiben, um mit der Angst zu kämpfen und Medikamente stellen mich ruhig und dieses Gefühl kann ich nicht ertragen!".
Alles andere wie Hausarzt (weiß kein Rat), Selbsthilfegruppen, Krankenkasse, Rentenkasse, Caritas, psychologischer Berater etc. haben wir schon hinter uns. Bachblüten, Linden-Methode, Rescue-Tropfen, autogenes Training, Yoga, Sport, Entspannungsübungen-die Liste könnte ich noch beliebig fortsetzen-alles probiert. Wie schon in meinen vorherigen Beiträgen geschrieben, es war ja nicht alles umsonst, aber von einem halbwegs normalen Leben sind wir noch meilenweit entfernt!

#8


K
sie wird nicht um eine therapie rumkommen, soviel kann ich dir schonmal sagen. Also mein tip wäre, dass ihr beide euch sehr intensiv darum bemüht, einen gescheiten Therapeuten zu finden, der die Agoraphobie behandeln kann, sonst werdet ihr beiden noch monate- ja sogar jahrelang grundlos leiden.

mfg

#9


K
was macht denn deine frau den ganzen tag ?
ist sie nur zuhause?
vermisst sie es nicht ein normales leben zu führen?

sie muss von sich aus bereit sein WIRKLICH was zu ändern , sonst klappt es nicht

#10


S
Zitat von Kremlin85:
sie wird nicht um eine therapie rumkommen, soviel kann ich dir schonmal sagen. Also mein tip wäre, dass ihr beide euch sehr intensiv darum bemüht, einen gescheiten Therapeuten zu finden, der die Agoraphobie behandeln kann, sonst werdet ihr beiden noch monate- ja sogar jahrelang grundlos leiden.

mfg


Stimme da vol zu,,,


Es gibt aber auch,,gute AD.s... sowie ich hier im Forum gelesen habe,,, die auch verträglich sind,, ist auch alles eine Einstellungsache im Kopf,,,

Ich bevorzuge Schüsslersalze Meditation,,, PME und EFT,,,hat mir sehe geholfen und ich habe wieder Lebensqualität zurück gewonnen ,, auch Konfrontation gehört dazu,,,
Der erste Schritt ist der Schwerste ich weiss,,

Sie muss raus aus der(Selbst Isolation..),eine Therapie ist da,,, dringend , zwingend,erforderlich und umumgänglich...

Hoffe ihr findet einen Weg!!

Viel Efolg weiterhin,,


LG Suma

#11


S
Ich würde ihr auch ein Ultimatum/ Frist stellen wenn sie nix annehmen will an Ratschlägen,,..du warst eh so geduldig,, aber alles hat doch auchGrenzen oder? Manche brauchen halt ne Kaltwassermethode um sie wachzurütteln,,.. wir sind dch nicht hier im einem Wunschkonzert,,, ,,, Kompromisse sind da gefragt,,

Denn du hast auch ein RECHT auf LEBEN! ,,,DAS LEBEN IST EH ZU KURZ!!


Viel KRAFT

LG suma

#12


G
Einen Therapeute oder eine psychotherapeutische Klinik finden ist doch nicht das Problem-aber wie soll man dorthin kommen, wenn man so stark unter einer Agoraphobie leidet, dass man sein Umfeld nicht weiter als ca. 5 km verlassen kann und das auch nur sehr kurzfristig.

Ja, was macht meine Frau jeden Tag. Wir arbeiten täglich an der Bewältigung der Dinge des täglichen Lebens, d.h. üben mit dem Auto zum Einkauf zu fahren, Fahrrad fahren (ich mit dem Auto hinterher), unseren Sohn zur Schule bringen/abholen (die Schule befindet sich im Nachbardorf) und so geht es weiter. Alles funktioniert auch nur,wenn ich dabei bin. Machen wir dann einmal drei, vier Tage Pause, müssen wir mit vielen Dingen fast wieder von vorn anfangen, da sich die Angst wieder aufgebaut hat

#13


K
oh man.. das klingt garnicht gut

wenn sie denn zuhause ist, geht es ihr da wenigstens gut oder hat sie da auch beschwerden?

aber wenn es so schlimm ist, wie hast du das am anfang eurer beziehung nicht gemerkt? wart ihr da nie draussenetc?

#14


G
Hallo Suma,
auch mit Schüßlersalzen haben wir es versucht. Wie schon gesagt-es gibt fast nichts was wir in Eigentherapie nicht versucht haben.
Das mit dem Ultimatum habe ich schon in meinem ersten Beitrag geschrieben. Die Aussage meiner Frau lautet:"Es ist deine Entscheidung hier zu bleiben. Ich kann dich zu nichts zwingen." Das würde dann bedeuten, es gibt nur zwei Möglichkeiten. Entweder wir versuchen es weiter und schaffen es, oder wir müssen uns trennen. Das wäre für mich der einfachste und schnellste Weg, um mein Leben wieder auf die Reihe zu bekommen. Aber ich liebe meine Frau und eine Trennung hat für mich etwas endgültiges, d.h. ich würde die Beziehung komplett aufgeben, da ich sonst mit so einer Situation nicht klar kommen würde (Das sind eigene Erfahrungen-ich bin schon einmal geschieden). Außerdem haben wir einen 9jährigen Sohn. Für ihn haben wir auch beide eine Verantwortung!

#15


S
Zitat von grawil:
Hallo Suma,
auch mit Schüßlersalzen haben wir es versucht. Wie schon gesagt-es gibt fast nichts was wir in Eigentherapie nicht versucht haben.
Das mit dem Ultimatum habe ich schon in meinem ersten Beitrag geschrieben. Die Aussage meiner Frau lautet:"Es ist deine Entscheidung hier zu bleiben. Ich kann dich zu nichts zwingen." Das würde dann bedeuten, es gibt nur zwei Möglichkeiten. Entweder wir versuchen es weiter und schaffen es, oder wir müssen uns trennen. Das wäre für mich der einfachste und schnellste Weg, um mein Leben wieder auf die Reihe zu bekommen. Aber ich liebe meine Frau und eine Trennung hat für mich etwas endgültiges, d.h. ich würde die Beziehung komplett aufgeben, da ich sonst mit so einer Situation nicht klar kommen würde (Das sind eigene Erfahrungen-ich bin schon einmal geschieden). Außerdem haben wir einen 9jährigen Sohn. Für ihn haben wir auch beide eine Verantwortung!


ich meinte mit Ultimatum nicht eine Trennung von deiner Frau sondern eher eine Einweisung zur Not Zwangseinweisung,, ruf die Krankenkasse mal an,,, sag ihr das du ratlos bist und auch mit deiem Kräften am ENDE,,,, damit es ihr und deiner Ehe auch besser geht,, denn du leidest doch auch sehr unter dieser grauenvollen Situation,,, und deiner EHE so wie es augenblicklich ist,,,

OFt muss man die Keule schwingen / nachhelfen,,, dem Glück,,, wenn die sanfte Methode nix hilft,,,
Sonst ist das ein Faden und Leiden ohne Ende,,.. Willst du dich zum Merthyrer machen auf Dauer?? wie soll das denn bitte schön weiter gehen? Denke gerade auch für deinen Sohn wäre es besser wenn die Mutter eine Therapie macht,,, Denn gerade an deinen/ eueremSohn müsst ihr denken,,, Ein Kind will eine fröhliche Mama die aktiv ist ,,,,


Jeder ist seines Glückes Schmied,,,,,viel Erfolg Euch/ Dir,,

LG Suma

#16


P
Hallo Grawil,

in Deinem ersten Beitrag kam es so rüber, als ob wirklich kein Therapeut in der ganzen Region zu finden wäre. Und dass sie auch zusammen mit Dir nicht weiter weg kann, wusste ich nicht.

Du hast geschrieben, dass Ihr es schaffen müsst. Letztlich kann nur sie das und das weißt Du ja. Wie Du in Deinem Eingangsbeitrag geschrieben hast, möchtest Du sie vor allem nicht verletzen. Mal angenommen, Du stellst als ersten Schritt fast jegliche Unterstützung ein, um diesen Kreislauf der Abhängigkeit zu durchbrechen, sagst ihr, dass Du nicht gewillt bist, das Ganze so weiterzuführen wie bisher und damit ihre Krankheit aufrechtzuerhalten.

Machst keine gemeinsamen Übungen mehr mit ihr, nur noch das Allernötigste, Einkaufen, Euren Sohn in die Schule bringen / von der Schule abholen, es würde sie zuerst vielleicht verstören, auf Dich wütend werden lassen, die Beziehung auf die Probe stellen. Aber vermutlich nicht beenden, solange es für Dich auszuhalten ist, denn ganz ohne Dich fiele es ihr noch viel schwerer. Ist zwar ziemlich berechnend gedacht, wird aber so sein.

Ich kann Deine Lebensgefährtin gut verstehen (z.B. was ihre Einstellung zu Medikamenten, das Bedürfnis die Angst spüren zu müssen angeht), auch wenn bei mir die Problematik eine andere ist, mir macht es auch manchmal mehr Angst irgendwas zu tun, was die Angst verschwinden lässt, als die Angst zu ertragen.

Grüße und alles Gute

pc

#17

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P
Hallo,

Ohne eine Therapie wird sich euer Zustand nicht ändern, und der ist ja wohl inzwischen untragbar geworden.
Ich finde es bewundernswert, dass du zu ihr stehst, aber deine Not ist immens groß, und du musst auch an dich selber denken.
Kannst du diesen Zustand, diese Abhängigkeit ihrer Person von dir, dieses Fehlen von Anerkennung und eigener Freizeit, das nicht vorhandene Sexleben (der Horror?!) noch die nächsten 10 Jahre aushalten?
Denn wenn sich nichts ändert, wird sie so bleiben.
Der Mensch an sich, und der Paniker besonders, geht immer den leichtesten Weg.
Sie hat gelernt: Der macht ja Alles für mich.
Da hat sie wohl inzwischen verlernt, selber aktiv zu sein -und das ist pures Gift für sie, dich, ihre Krankheit, und eure Beziehung.

Ich litt auch an heftigen Panikattacken. Und ich bin auch in einer festen Beziehung. Trotzdem hab ich mich allein nach einem Therapieplatz umgesehen. Man muss am Telefon nur dringlich genug klingen -dann klappt es auch. Ich hab 20 Telefonate geführt und hatte nach einer Wche schon den ersten Termin. Seitdem geht es ständig bergauf. Mein Freund hat natürlich mit mir mit gelitten. Ich hatte auch in seinem Beisein die ein oder andere Attacke. Belastet hat es ihn also bestimmt. Aber ich hab gekämpft, und ihn niemals unnötig belastet, mich nicht von ihm abhängig gemacht. Denn die Probleme, die sind ja in meiner Seele, und da komm nur ich ran. Und so ist es auch bei deiner Frau.

Ihr solltet eine Therapie beginnen, am Besten wäre bestimmt eine Kur.
Denn bei der Kur wäre sie von dir getrennt und würde sehen, dass sie auch alleine gut klar kommt, dass sie dichnicht braucht, um stark zu sein, und nicht von dir abhängig ist.
Und DU hättest mal wieder Zeit für dich, für hobbies, für Freizeit!

Machst du eigentlich überhaupt irgendwas?
Also ein Hobby, wo du von ihr weg bist, wo du deinen Freundeskreis hast und mal abschalten kannst?

Übrigens: Die 5km, die kann sie überwinden. Sie will nur nicht.
Und indem du ihr das glaubst, und darauf Rücksicht nimmst, bestärkst du sie in ihrer angst und dann werden die 5km eine feste Grenze, die immer fester wird, je mehr ihr beide sie bestätigt.
Ein Teufelskreis.

Insgesamt befindet ihr euch in einer Abwärts-Spirale, die es zu durchbrechen gilt.
Und an einer Therapie kommt sie dabei nicht vorbei!
Der Weg zur Heilung ist steinig und schwer, ja, aber es lohnt sich.
Und diese Kraft, die 5km zu überwinden, muss sie dann auch aufbringen.

Was hälst du eigentlich davon, mal für ein paar Tage zu Freunden zu ziehen oder so? Einfach mal Zeit für dich zu haben?
Denn das macht dich doch auf Dauer krank, der Zustand.. das musst du nicht aushalten. Du musst auch an dich denken.


Alles gute,
Pilongo

#18


G
Hallo Pilongo,

danke für Deine ausführliche Antwort. Es ist auch nicht ganz so, dass meine Frau nicht versucht selbstständig Dinge zu erledigen. Sie ist auch schon einmal für 3 Wochen zu ihre Eltern (wohnen im gleichen Ort) gezogen um unsere gegenseitige Abhängigkeit zu lösen. Aber das war nur ein Schritt aus einer Abhängigkeit in die nächste. Als ihr Vater dann mal Druck gemacht hat, ist sie total zusammengebrochen und gar nicht mehr auf die Beine gekommen.
Ein Argument meiner Frau ist auch, dass ihr eine sinnvolle und sie ausfüllende Beschäftigung fehlt. Sie ist der festen Überzeugung, sich damit auch von der Angst befreien zu können, da sie sich dann auf diese Sache und nicht mehr auf die Angst konzentrieren würde. Leider ist uns trotz intensiver Überlegungen und Recherchen noch nicht das Richtige eingefallen. Wichtig in diesem Zusammenhang wäre ein intensiver Umgang mit Menschen und es muss in unserer jetzigen Situation realisierbar sein. Also keien "Hochhäuser" bauen und vor lauter Enttäuschung, wenn es nicht klappt wieder ganz unten anfangen. Vielleicht hat ja jemand hier einen hilfreichen Tipp.

#19


Z
Tut mir leid, dass so sagen zu müssen...

Deine Frau macht es sich sehr leicht und Du unterstützt sie dabei.

Sie hat Kontrollzwang, genauso wie ich....und Du hilfst ihr dabei, diesen wunderbar auszuleben.
Aber tust Du ihr damit keinen Gefallen.

Was ist, wenn Du mal krank wirst...wie soll es dann laufen?

5 Kilometer schafft sie...wieso nicht 10 oder 20 oder 30?

Irgendwie musst Du sie aufrütteln und animieren, wieder selber kämpfen zu wollen und selber was zu erreichen.

Mein Tip ist jetzt zwar wahrscheinlich therapeutisch nicht sonderlich wertvoll, denn meine Anregung geht genau in die andere Richtung zu dem, was meine Vorredner schrieben...aber das wäre vielleicht mal ein Denkanstoß.

Versuch Deine Frau dahin zu bringen, dass sie sich von Dir bevormundet fühlt...spiel die Übermutter...gib ihr soviel Nähe, dass sie sich eingeengt fühlt.
Trau ihr die einfachsten Handlungen nicht mehr zu und zeig ihr das auch ganz deutlich.

Bevormunde sie, bis sie rebelliert und nicht mehr zufrieden mit ihrer Situation ist...und wenn das nicht hilft, solltest Du wirklich über eine Zwangseinweisung nachdenken.

Aber erst solltest Du eben Deiner Frau die Möglichkeit bieten, selber aus der bescheidenen Situation ausbrechen zu wollen.

Wie gesagt, therapeutisch vielleicht nicht sonderlich wertvoll, aber das einzige, was mir dazu einfällt.

Um die Folgen abzufedern und Eure Ehe dadurch nicht zu gefährden, könntest Du Deiner Frau vielleicht einen Brief "vor" den Aktionen schreiben, der Dein Verhalten erklärt.
Schick diesen Brief an Dich selber mit der Post, damit Du den Beweis hast, dass dieser Brief nicht nachträglich geschrieben wurde.

#20


A


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Dr. Hans Morschitzky
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