Hallo Toni und alle anderen,
es kommt jetzt doch die harte Tour!
Da jetzt erst die molekulare Untersuchung des biopsierten Gewebes abgeschlossen ist, hat sich herausgestellt, dass es nach 13 Jahren keine Neuerkrankung, sondern ein Rezidiv ist. Das hat zur Folge, dass ich nun nicht wie geplant, 6 Zyklen alle drei Wochen Chemo bekomme, sondern nächste Woche für 5 Tage stationär eine andere stärkere Chemo bekomme, die man nicht ambulant geben kann, weil man ständig die Vitalfunktionen überprüfen muss.
Ich bekomme morgen oder übermorgen einen Anruf, wenn ein Bett frei ist, hoffe, ich kann morgen noch ins Büro, es kommen einige Studierende, mit denen ich verabredet bin, um Dinge zu erledigen für ihre Einstellung. Das will ich unbedingt noch machen. Das Notebook ist dann auch in der Klinik immer dabei, hatte ich schon vor drei Wochen bei der 1. Chemo und konnte wunderbar arbeiten, solange das Gift in mich reinlief.
Wenn jetzt die fünf Tage Klinik rum sind, sind wieder 3 Wochen "Pause", dann nochmal dasselbe und DANN kommt der Hammer: 14 Tage Klinik zur Hochdosis-Chemo. Und DIE kann eben Organe kaputtmachen, deshalb der lange Aufenthalt.
Danach kommt die autologe Stammzellentransplantation. Der Onkologe sagt, wenn alles gut läuft, bin ich Ende April mit allem fertig und muss mich wieder gegen alles neu impfen lassen, weil ich ein vollkommen neues Immunsystem erhalten habe.
Vor der Hochdosis graust es mir, das scheint wohl kein Spaziergang zu sein.
Ich denke, das Antidepressivum hilft, zumindest hilft es, gut zu schlafen, ohne morgens benommen zu sein, was kontraproduktiv wäre für die Arbeit. Ob es die Stimmung aufhellt - keine Ahnung, ich weiß ja nicht, wie ich mich ohne fühlen würde.
Angst vor Krankenhäusern habe ich zum Glück nicht, im Gegenteil, ich "genieße" es sogar ein Stück weit, mal einfach "umsorgt" zu werden. Allerdings hätte ich gerne in diesem speziellen Fall darauf verzichten können.
Wenn ich fit bin, helfe ich immer gerne den Schwestern beim Essen abräumen, neulich vor der 1. Chemo musste ich lange warten, da hab ich denen das Blutdruckmessen abgenommen (bin ja auch Einsatzsanitäter neben meinem Verwaltungsjob an der Uni).
Was mir bissel Angst mach, ist auch die Tatsache, dass die Hochdosis nur für Menschen bis max. 65 ist, ich werde bald 67.
Aber der Onkologe meint, ich sei fit genug, das "würde ich packen". Hintergrund ist einfach, dass ein weiteres Rezidiv ausgeschlossen wird, deshalb die harte Gangart.
Und ja - seit ich nur noch 2 mm-Stoppeln aufm Kopf habe, gehts mir besser. Das ist immer noch die letzte "Hürde", wenn die Haare abkommen. War grad duschen - herrlich, einseifen, abspülen, raus aus der Dusche und Kopf abtrocknen, fertig.
Als ich vor 13 Jahren das erste Mal aus der Dusche kam und mich im Spiegel gesehen habe (am Morgen danach, als ich abrasiert hatte am Vortag), bin ich zu Tode erschrocken, hab irgendwie nicht mehr dran gedacht, war noch etwas verpennt, und hab nen richtigen "Sprung" gemacht vor Schreck, musste dann über mich selbst lachen.
So viel mal bis jetzt.
Wie geht es dir, was gibt es Neues?
Ganz liebe Grüße
Gabi