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Hallo!
Also ich mache jetzt seit einem Jahr eine Verhaltenstherapie wegen Panikattacken.
Es hat sich zwar alles ein wenig gebessert, ich hab nur das Gefühl, wenn es so weitergeht, dann hab ich diese Attacken in zehn Jahren noch immer nicht los!

Ich habe große Probleme in vielen Situationen. Ich meide diese Situationen zwar nichtmehr, aber es geht mir schlecht, wenn ich mich ihnen stelle. Ich versuche seit 1 1/2 Jahren alleine Autozufahren, aber jedesmal scheitere ich, ich kann nirgens allein hingehen, ohne das Gefühl zu haben, dass ich umfalle und sicher im Krankenhaus aufwache. Zu meinen PA´s kommt noch eine sehr ausgeprägte Angst vor Krankenhaus, Blaulicht, Notarzt, etc.! Und jedesmal wenn ich aus dem Haus gehe, denke ich , dass ich mit Sicherheit heute einen Krankenwagen brauche....!
Total bescheuert, aber es ist einfach so.

Braucht ihr auch immer jemanden an eurer Seite der euch versteht?

Habt ihr auch immer irgendwelche Tropfen oder so ohne die ihr nicht aus dem Haus gehen könnt, auch wenn man sie nie genommen hat??

Wie fühlt sich eure Panikattacke an?

29.01.2008 17:06 • 29.01.2008 #1


3 Antworten ↓


ZZerRburRuSs
hi

ja ich kann dich verstehen !

ich kenne angst/panik auswendig und habe auch ewig gebraucht um zumindest die panik los zu werden .

wie übst du denn die angst situationen?
es ist eine zeit lang recht anstrengend so etwas zu üben und auch zeit aufwendig.
aber wen kann das schon hindern wenn auf der anderen seite angst und panik stehen?

nähere dich den situationen langsam und stetig , erst mit hilfe (tropfen, begleitung) und dann ohne .
mach das gezielt, regelmässig und bewusst ! täglich.

warte nicht auf die angst , geh in die situationen um die angst zu suchen und zu treffen , wenn es soweit ist und du sie treffen solltest bleib entspannt halte sie solange aus wie du kannst (und dann noch ein bischen ) .

ich bin mir wohl bewusst das das recht anstrengend ist , aber mehr auch nicht. anstrengend ist nichts schlimmes und es hilft .

Wenn du Angst vor der Angst hast,
kann sie dich überwältigen.
Aber wenn du sie ruhig zu dir einlädst
und ihr in Achtsamkeit zulächelst ,
wird ihre Stärke nachlassen.

Thich Nhat Hanh


lg ZZ

29.01.2008 17:37 • #2



Kann mich irgendwer verstehen?

x 3


Hallo!
Also ich kenne das. Aber ich gehe jetzt viel bewusster in diese Situationen. Vielleicht gehst du sie ja von der falschen Seite an. Ich weiß es nicht. Ich finde es aber bewunderns wert das du es schon so lange machst! Gib nicht auf. Hast du mal das Nuch von Doris Wolf gelesen, Ängste verstehen und überwinden? Das hat mir den letzten Kick gegeben. Echt toll das Buch!

Ich habe immer Rescue Tropfen und Baldrian dabei. Brauche es aber nie. Abewr ich weiß das sie da sind und das tut gut. Möchte sie aber langsam aus meinen Taschen verdammen!

Und ich brauche auch jemand der mich versteht. Das ist auch wichtig.

29.01.2008 17:46 • #3


Ich kann Dich sehr gut verstehen und kenne gerade die Angst vorm Autofahren. Früher habe ich Riesenumwege in Kauf genommen, nur um eine bestimmte Straße nicht fahren zu müssen. Dann konnte ich plötzlich den Weg zur Arbeit nicht mehr fahren, aber auch da hat der "Lerneffekt" gesiegt. In ganz schlechten Zeiten hatte ich eine ganze Apotheke dabei (von Aspirin "ich könnte ja plötzlich Kopfschmerzen bekommen" über Mittel gegen Übelkeit und Durchfall "kann ja auch plötzlich auftreten" bis zu Baldrian und Lexotanil), habe aber nie wirklich was davon gebraucht. Heute ist meine wichtigste Krücke mein Handy, damit ich zur Not gemanden anrufen kann um festzustellen, dass ich wirklich nur Panik habe und sonst nichts, außerdem habe ich Rescue-Tropfen dabei, aber noch nie genommen. Aber auch dort versuche ich, mit Atemübungen klarzukommen. Das Buch von Doris Wolf habe ich gerade angefangen und es erscheint mir sehr gut. Einige Tips habe ich schon erfolgreich angewandt.

Das Ganze braucht Zeit, da kann ich den anderen nur zustimmen. Man macht kleine Schritte vorwärts und unter Umständen auch mal eine großen Schritt wieder zurück.

Zu dem Gefühl meiner PA kann ich nur sagen, dass ich so ziemlich alle Symptome im Laufe der Zeit kennengelernt habe. Herzrasen mit plötzlicher Todesangst, Schmerzen im li. Arm, Druckgefühl im Kopf, Kribbeln ... Momentan habe ich vor allem mit einem "Kloß- oder Fremdkörpergefühl" im Hals zu kämpfen. Aber ich bin recht zuversichtlich, dass ich auch das bald im Griff habe.

Vor allem muss ich sagen, dass mir dieses Forum sehr über die letzten Wochen geholfen hat. Wahrscheinlich würde ich sonst schon wieder stärkere Antidepressiva nehmen (nehme z. Zt. Opipramol 25 mg). Irgendwie hat es mir Kraft gegeben, mit meiner Angst umzugehen und mich wieder mehr damit auseinanderzusetzen um irgendwann angstfrei zu sein oder zumindest nur noch ganz wenig Angst zu haben.

LG
Molli

29.01.2008 18:41 • #4




Dr. Hans Morschitzky