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Petersilie31
Hallo zusammen,
Ich bin mittlerweile sehr Ratlos. Ich leide an einer Angststörung, Panikstörung, ADHS und Hypochondrie. Dazu habe ich noch seit knapp 2 Jahren täglich Magen und Darm Beschwerden und seit 2016 Inadäquate Sinustachykardien mit denen ich nicht zurecht komme. Ich renne von Arzt zu Arzt, was Magen/Darm betrifft sagt jeder Reizdarm. Was meine Inadäquate Sinustachykardien betrifft sagt jeder etwas anderes.
Ich weiß mittlerweile nicht mehr was ich machen soll und bin ziemlich verzweifelt.
Ich war auch schon 3x in Reha, 2x Stationär und gehe jetzt im März wieder in Reha. Aber all dies ändert nichts an meinen Diagnosen

18.02.2022 14:15 • 19.02.2022 #1


5 Antworten ↓


Vendetta1981
Zitat von Petersilie31:
Was meine Inadäquate Sinustachykardien betrifft sagt jeder etwas anderes.

Das kann eigentlich schon recht gut diagnostiziert werden, daher wundert mich dass hier unterschiedliche Meinungen vorherrschen.

Zitat von Petersilie31:
Ich renne von Arzt zu Arzt, was Magen/Darm betrifft sagt jeder Reizdarm.

Was hast du denn bereits in Richtung Reizdarm unternommen? Zum Thema Reizdarm hatte ich letztens einen relativ ausführlichen Artikel gelesen über Auslöser:

Zitat:
Rund 70 Prozent der Probanden reagierten auf eines der zugeführten Lebensmittel. Unter dem Mikroskop sah man, dass die Verbindungen zwischen den Oberflächenzellen der Darmschleimhaut – quasi die Halteschrauben für wichtige Funktionen – regelrecht aufgesprengt wurden. Die betreffenden Nahrungsmittel hatten diese Reaktion bewirkt. Wobei wir nur diese Subgruppe der Reizdarm-Patienten getestet haben, die meist schon eine Verbindung der Symptome mit der Nahrungsaufnahme vermuteten. Der Anteil in dieser Gruppe könnte auch höher als 70 Prozent sein, denn wir haben nur die bekanntesten, großen Allergene ausgetestet.

Was war das häufigste Allergen?

Mit weitem Abstand der Weizen, auf den 60 Prozent der Probanden reagierten. Danach folgten Milch, Hefe und Soja. Und insbesondere bei den Patienten, die auf Hefe reagierten, haben wir eine größere Zahl an Symptomen gesehen, die auch außerhalb des Darms lagen, beispielsweise Nesselsucht und Dermatosen. Die besserten sich, sofern man die Substanz wegließ.

18.02.2022 15:53 • x 1 #2


A


Inadäquate Sinustachykardien + Psyche + Magen/Darm

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Petersilie31
Zitat von Vendetta1981:
Das kann eigentlich schon recht gut diagnostiziert werden, daher wundert mich dass hier unterschiedliche Meinungen vorherrschen. Was hast du denn ...

Ich war in einer Herzklinik, diese schreiben es wäre eine Inadäquate Sinustachykardien welche bei 1% vorkommen. Mein Kardiologe meint weil die auch eine Falsche Untersuchung gemacht habe es wäre Keine sondern Avrnt oder Wpw.
so ist es mit allen mittlerweile. Egal zu welchen Ärzten ich gehe es ist nur Mist.

Bezüglich Reidarm ich hatte etliche Stuhluntersuchungen, Magen und Darm Spiegelung mit Biopsien auf Gluten. Alle Atemtest auf Nahrungsmittel Unverträglichkeiten alles unauffällig. Ernähre mich aber ohnehin schon Gluten und Laktose Frei. War auch in einer ReizdarmAmbulanz auch eher unzufrieden weil genau ein Wert welcher Reizdarm ausschließen soll genau erhöht war habe dann aber trotzdem die Diagnose Reizdarm bekommen. Alles sehr sehr komisch

18.02.2022 16:02 • x 1 #3


Roman87
Zitat von Petersilie31
... Ich leide an einer Angststörung, Panikstörung, ADHS und Hypochondrie. Dazu habe ich noch seit knapp 2 Jahren täglich Magen und Darm Beschwerden und seit 2016 Inadäquate Sinustachykardien mit denen ich nicht zurecht komme. Ich renne von Arzt zu Arzt,...

Hallo Petersilie,
hattest du oder dein Arzt in Erwägung gezogen, dass die Magen- und Darmbeschwerden psychosomatische Ursachen haben könnten? Ich weiß nicht, ob das auch auf dich zutrifft, wie auf mich, aber ich habe in den letzten Jahren, in denen ich eine heftige Angst- und Panikstörung entwickelt habe, einen reinen Arzt- und Klinikmarathon absolviert, in der Hoffnung, dass für meine Beschwerden organische Ursachen gefunden werden. Ich entwickelte aufgrund meiner Angst gegenüber körperlichen Sensationen/Missempfindungen und Vorstellungen über Erkrankungen ein Übermaß an Anspannung, Nervosität und Erregbarkeit, dass sich das ganze Angst- und Paniksystem ständig hochschaukelte und noch mehr Symptome produzierte. Meine Vorstellung vor Erkrankungen und dass ich bestimmte Symptome nicht aushalte, wenn ich sie bekomme oder wenn sie stärker werden würden, mein ständiges Kontrollieren und Wahrnehmen meines Körpers, führte erst recht (und unweigerlich) zu noch stärkeren Symptomen, in denen ich meine Befürchtungen bestätigt sah! Ich dachte oftmals: Das ist doch nicht in Ordnung, da muss was sein; wieso ist das ständig so; irgendwie hat sich das doch wieder verändert; das war vorher nicht da, was, wenn das noch schlimmer wird, u. v. m. Die Panikattacke war auf dem Weg. Doch im Grunde war und ist die Selbstbeobachtung und die intensive Beschäftigung mit Krankheiten und ihren Konsequenzen der Auslöser für meine hoch angespannte, ängstlich-nervöse Verfassung. Und ich finde Ähnlichkeiten in deinem, auch wenn kurzen, Beitrag über dich.

Heute sieht meine Situation völlig anders aus, auch wenn ich immer noch ein sehr ängstlicher Mensch bin und mir Sorgen um meine körperliche Verfassung mache, die Loslösung davon wird noch dauern, aber ich erkenne, dass ich zu wenig Vertrauen in meinen Körper hatte, dass ich mich zu viel mit meinem Körper beschäftige, dass der Körper Dinge auf seine Weise regelt, die natürlich sind (er kann nicht anders), vor allem jedoch, dass wie ich eine Situation bewerte ausschlaggebend dafür ist, ob ich Angst bekomme, ob ich Symptome entwickle oder nicht. Ich erkenne ein Gefühl in Bezug auf eine Vorstellung (z. B. ach dieses Symptom, das fühlt sich nicht gut an, ist das normal? und versuche abzuwägen, welche Optionen ich habe, damit umzugehen. 1. Will ich, dass dieses unbequeme Gefühl mich bestimmt, indem ich auf ihm wie auf einer Welle surfe und so eine Angstattacke bekomme oder 2. will ich die Situation selber bewältigen, indem ich diese Symptome und Gefühle akzeptiere und versuche sie so anzunehmen, wie sie sind (d.h. nicht negativ bewerten)? Der zweite Punkt ist, nachdem ich viel Literatur zu dem Thema Angst- und Panikstörung und Hypochondrie gelesen hatte, ein Wesentlicher. Es spricht viel für die allgemein akzeptierte These, dass die Bewertungen einer Situation/eines Reizes Emotionen hervorrufen; und deshalb wird in der (k)VT sehr stark darauf fokussiert (ich möchte jedoch an dieser Stelle nicht weiter theoretisieren, sondern nur grob vereinfachen).

Ich bin nach meiner Odyssee aus Therapien, Arztvorstellungen und ärztlichen Abklärungen gelassener geworden, nachdem ich begriffen und ein Gefühl dafür bekommen habe, wie stark der Zusammenhang zwischen meiner ungesunden Selbstwahrnehmung/Selbstbeobachtung und meinen körperlichen Empfindungen ist.

Es gibt in diesem Zusammenhang den oft verwendeten Satz: Du bist nicht dein Gefühl. Du musst nicht (sowohl negativen als auch schönen) Gefühlen folgen, nur weil sie da sind, sie wahrzunehmen reicht völlig aus. Wenn ich mich darauf versteife, nur die guten Gefühle zu akzeptieren und auszuleben, dann steigt mein psychisches Leiden. Nehme ich alle Gefühle ins sprichwörtliche Boot, dann bleibe ich flexibler. In der letzten Zeit habe ich es geschafft, während einer heftigen Angstattacke die Handlungsgewalt zu behalten, ich bin weiterhin einkaufen, anstatt meine Aufmerksamkeit der Angst zu widmen. Sie kam und ging und am Ende hatte ich mein Ziel erreicht, ich habe sinnvolles bewältigt, das außerhalb meines Körpers liegt.

Ich hoffe, du kannst etwas Nützliches aus meiner Geschichte für dich gewinnen.

Viele Grüße
Matthias

19.02.2022 12:03 • x 5 #4


Petersilie31
@Roman87
Vielen Dank für deine Antwort. Ja genauso geht es mir aktuell ähnlich. Ich renne von Arzt zu Arzt immer Verschiedene und bekomme entweder die gleiche Diagnose oder sie machen erst keine Diagnostik weil schon alles gemacht wurde. Wenn ich mich nicht darauf konzentrieren sind die Beschwerden besser. Ich hatte sowas ähnliches schon einmal vor Jahren da war es täglich Grüner Stuhl welcher dann plötzlich in der Reha besser wurde.
Zum Glück gehe ich im März wieder in Reha und ich werde es mal beobachten ob es durch nicht wahr nehmen etc besser wird. Bisher hat aber auch noch kein Arzt gesagt es könnte Psychisch sein obwohl dies ja bei den Ärzten wenn sie nicht mehr weiter wissen auf Platz 1 steht als Aussagen. Psychisch geht es mir aktuell und die Letzen Monat auch sehr schlecht. Aber ich habe jetzt keine Panikattacken mehr wo es auf den Bauch schlägt ich habe einfach 24/7 diese Beschwerden außer wenn ich halt beschäftigt und unterwegs bin weil ich nicht drauf achte.

19.02.2022 19:14 • #5


boomerine
Das Wort Psyche ist bei ( ich sag mal so, aus eigener Erfahrung ) das letzte was angesprochen wird.

Es wird gesucht und gesucht und du läufts von Pontius bis Pilatus.

Du kommst nicht weiter, du wirst irgendwie verrückt, weil du nicht mehr weißt was los ist und weil jeder was anderes los werden will.

Irgendwann kommst du an den Richtigen ( so wir ich, hatte auch lange gedauert ) der bringt dich auf einen anderen Weg.
Somit fängt das ganze von vorne an ergibt aber sicher ein langsames Ergebnis.
Du begreifst an anders anzusetzen und umzusetzen, dann weist du was los ist.

Unser Darm ist unsere zweite Seele.

Du beschreibst ja selber das es dir Psychisch bescheiden geht.

Und wenn du im März auf Reha gehst, psychosomatisch wirst du sehen, das es langsam aber sicher besser geht.

19.02.2022 19:39 • x 1 #6





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