Zitat von Canela:Was fühlst Du mit den Medikamenten? spürst Du noch irgendwelche symptome der Angst? Ich meine, führen die medikamente wirklich dazu, dass Du Dich ausgeglichen, entspannt fühlst? Und wie lange musst Du das Medikament einnehmen?
Ich bin kein neuer Mensch geworden, das vorweg. Seit ich das AD nehme, merke ich, wie depressiv ich doch geworden war. Das hat sich gebessert, die hohe Dauernervosität ist auch weg. Und ich steigere mich nicht mehr in so eine Sinnkrisen-Panik hinein. Aber es ist absolut nicht so, dass ich keine Angst mehr haben könnte. Wie lange ich das AD nehmen werde, ist noch ungewiss. Auf jeden Fall einige Monate, bis ich mich - auch mittels Psychotherapie - wieder stabil fühle.
Zitat von Canela:Ich habe gelesen, dass ein Erfolg der psychotherapie von der Einnahme von medikamenten dazu gefährdet wenn nicht sogar gänzlich nernichtet werden kann. Weil das Gehirn nur zustandsabhängig lernen lernen kann.
Erinnerung ist zwar tatsächlich zustandsabhängig, aber der Zustand des Gehirns ist mit einem AD nicht so grundsätzlich anders. Soll heißen, es ist ja keine bewusstseinsverändernde Dro.... Dass Therapie auch mit Medikamenten funktioniert, sogar wenn diese (wie z.B. Beruhigungsmittel) die Angst komplett wegnehmen, ist experimentell gesichert - schreibt der "Angstpapst" Borwin Bandelow. Nur muss man auch eine Therapie machen und dem Gehirn etwas zum Lernen geben. Wenn Du also ein Medikament nimmst, keinerlei Angst mehr verspürst und ohne weitere Maßnahmen wieder alles machen kannst, würde ich schon damit rechnen, dass das nur so lange anhält, wie Du das Medikament nimmst.
Noch etwas zu natürlichen Antidepressiva: Da wird ja meist zunächst an Johanniskraut gedacht. Das ist ein wirksamens Arzneimittel, mit einigen, z.T. gefährlichen Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Es verkürzt und vermindert z.B. die Wirkung von Beruhigungsmitteln, kann die Pille unwirksam machen und sollte keinesfalls zusammen mit SSRI eingenommen werden...
Psychotherapie beim Arzt, womöglich noch mit dem nächsten Patienten im Nacken, finde ich nicht sonderlich erfolgversprechend, zumal solche Ärzte im Vergleich zu approbierten psychologischen Psychotherapeuten eine äußerst dürftige Ausbildung haben (300 Stunden vs. über 4000 Stunden). Ohnehin gilt zunächst eine Verhaltenstherapie als State of the Art. Wenn Du das noch nicht ausprobiert hast, würde ich Dir das empfehlen. Und erst, wenn das nicht läuft, zu lange dauert oder Du Dich da nicht reintraust, würde ich mit Medikamenten anfangen. VT ist auch ohne Medikamente sehr erfolgversprechend.
Liebe Grüße
Christina