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Hallo Freunde,

ich dachte mir, es wäre sinnvoll, meine Erfahrungen betreffend Panikattacken und Agoraphobien mit euch zu teilen und euch mitzuteilen, wie ich mein Probleme in den Griff bekommen und letztendlich vollends beseitigt habe. Vielleicht könnt ihr ja etwas mit den Tipps anfangen.

Warum solltet ihr nun ausgerechnet auf meine Tipps hören und was befähigt mich, euch Tipps zu geben? Ich glaube, dass meine Leidensgeschichte und der erfolgreiche Kampf gegen die Panik mich befähigen, hier einige Hinweise zu geben und ich hoffe, ihr werdet bald genauso symptomfrei leben wie ich. Kurz zu meiner Geschichte:

Die Palette grässlicher und kräfteraubender Erfahrungen war in meinem Falle recht umfangreich. Hier einige Beispiele:
- Notarzt angerufen, weil ich glaubte, zu ersticken
- panisches Herumrennen während einer Freundesrunde, weil ich dachte, einen Schlaganfall zu bekommen
- Panikattacke im Kino mit Krankenwageneinsatz
- panischer Herausstürmen aus einem Uniseminar
- panisches Verlassen einer Konferenz, auf der annähernd 100 Leute anwesend waren
- mehrfaches panisches Verlassen eines Zuges (1 Ausstieg pro Haltestelle - dauerte stundenlang)
- ein weiterer Krankenwageneinsatz mit Intensivstation, weil Auswirkungen meiner Panikattacke als Schlaganfall gedeutet wurden
- Panickattacke mit Erbrechen (dabei derart gewürgt, dass Blut herauskam - aber harmlos!)
- diverse Anrufe bei Panikhotlines während der Nacht
- panische PKW-Fahrt durch eine Stadt (Geschwindigkeit möchte ich nicht verraten) in der Hoffnung, dass mich die Polizei anhält,
mitnimmt und ins Krankenhaus bringt
- als Notfall in psychatrische Ambulanz - wurde mit Tavor vollgepumpt
- Panikattacken während einer Busfahrt, wärend der ich auf Kinder aufpassen sollte
- unzählige Panikattacken in der Supermarktschlange
- unzählige Panikattacken während der Autofahrt
- nach diversen weiteren (heftigen!) Attacken mit Paroxetin und Tavor vollgepumpt worden - starke Entzugserscheinungen beim
Absetzen

Um es gelinge auszudrücken: Mein Alltag war ein riesen Haufen Sch**ße und ich wusste nicht mehr, wie es weitergehen sollte. Eigentlich waren die Angstzustände nur verschwunden, wenn ich etwas getrunken hatte.

SOOOOO! Tamtamtamtam! Jetzt zu etwas Positivem. Wie habe ich die Panikattacken nach Jahren besiegt und wie kam es, dass ich jetzt schon einige Jahre ohne Panikattacken lebe?
Eines Tages hatte ich die Schnauze voll, ein Opfer meiner eigenen Psyche zu sein und in einem neurologischen Gefängnis zu leben. Ich wusste, dass die Attacken keine körperliche/organische Ursache hatten (DIES SOLLTE IMMER ZUNÄCHST VON EINEM ARZT EINWANDFREI FESTGESTELLT WERDEN!) und so kam ich ins Grübeln. Und auf einmal wurde mir bewusst, dass ICH es war, der diese ganze Sch**ße zuließ; ICH spielte dieses verdammte Spiel mit und betrog mich so selbst.
Die Panik war kein externer Eindringling, der mich angriff und zersetzte, nein!, ich hatte diesen Störfaktor selbst erschaffen und mein neuronales System derart mit diesem Mist durchsetzt, dass mein Gehirn nicht mehr verstand, dass die Paniksymptome unterbewusst von mir selbst erzeugt wurden, um dann wiederum von meinem Bewusstsein als lebensbedrohliche Gefahr wahrgenommen zu werden. Und so entstand der stetige Kreislauf von anfänglichem Herzklopfen zu Herzrasen, Schwindel, Übelkeit, verschwommener Sicht und Schwächegefühlen zu noch stärkerem Herzrasen, das eine baldige Ohnmacht androhte – welche, wir ihr euch denken könnt, sowieso nicht eintrat.
Unser Körper ist nämlich selten so geschützt wie in diesem Moment. Unser Körper hat in diesem Moment alle Alarmanlagen eingeschaltet und mobilisiert alle Kräfte, um uns lebendig zu erhalten. Die Wahrscheinlichkeit, in diesem Moment tatsächlich zu sterben bzw. eine Herzattacke oder einen Schlaganfall zu bekommen, ist so hoch wie ein Sechser im Lotto mit nur drei Zahlen.

So, Gefahr erkannt, Gefahr gebannt, dachte ich. Von wegen!
Ich wusste zwar, was in meinem Geist und meinem Körper vor sich ging, hatte aber dennoch weiter diese Attacken.
Warum? Ganz einfach – eine Frage blieb im Kopf kleben wie ein Popel unter der Tischkante: Was ist, wenn es dieses Mal etwas anderes ist? Und schon spielten sich in meinem Kopf Horror- und Actionszenarien ab, die selbst Roland Emmerich hätten wässrig werden lassen.
Aber – das alte Lied – es passierte natürlich gar nichts! Wieder und wieder und wieder und wieder… 3 Tage Ruhe … und von vorne – Das ganze garniert mit wunderbaren inneren Monologen wie „Oh Gott, das war’s. Ach nee, doch nicht.“, „Besser nicht zu viel bewegen.“ Blablablubb!

Irgendwann erinnerte ich mich an meine Adoleszenz- und spätere Bundeswehrzeit und daran, wie gerne ich doch damals Gewichte gestemmt hatte und laufen gegangen war. Also, Hanteln raus und einige Kilometer gejoggt – ABER! Oh Gott – Herzrasen, Schwindel, Panik!
„Klar verursacht der Sport einen höheren Puls, aber das ist keine normale Panikattacke, das ist ein Herzinfarkt. Oh Gott, ich muss steeeeeeeeee…..“ Nach einer Stunde: „Ach nee, doch nicht gestorben. Besser mal hinlegen und nicht mehr so viel bewegen.“

So ging es einige Wochen. Die Sportversuche und Versuche, einen geregelten Alltag zu leben, gipfelten in erneuten Panikattacken.

Und dann endlich kam er: mein Ausraster!

Ich ging joggen und das zunehmende Schwächegefühlt, gepaart mit Herzrasen, ließ nicht lange auf sich warten. Und jetzt hatte ich die Schnauze voll! Ich rannte los wie ein Bekloppter und brüllte mich selbst wie ein Verrückter an - innerlich, aber auch hörbar. Die ganze verdammte Wut über diese verdammte Panikattackensch**ße schoss aus mir heraus. „Dann töte mich! Los! Töte mich. Wo bleibt jetzt dieser verf*ckte Herzinfarkt? Mach schon!“
Meine Wut kannte keine Grenzen. Ich rannte schneller, das Herz raste und raste. „Jetzt töte mich endlich!“ Als ich aufhöre, zu rennen, hätte ich mich beinahe vor Anstrengung übergeben, aber meinem Herzen passierte NICHTS! Kein Infarkt, kein Schlaganfall, keine Ohnmacht! Nichts! Nur eine herrliche Ruhe!

Am Folgetag wollte sich plötzlich und völlig unerwartet eine Panikattacke breit machen. Doch jetzt wusste ich, was zu tun war. Runter auf den Boden – Liegestütze. Danach schlug ich mir auf die Brust und brülle in mich hinein: „Jetzt töte mich endlich! Wo bleibst du?“
Mir wurde immer klarer, wer mein Feind war – meine Psyche! Ich selbst konnte diese Dinge steuern und stoppen. Mein Gehirn realisierte, dass selbst das Trommeln auf den Brustkorb und die Liegestütze sowie meine wütenden Tiraden keinen Herzinfarkt oder Schlaganfall erzeugen konnten. Ich hatte mich jahrelang vor einem Phantom gefürchtet.

Ich schrieb all die Dinge auf, die mich belasteten und die Panikattacken wohl unterbewusst verursacht hatten. Nach und nach verarbeitete ich sie. Wie das geht, ob mit Hilfe von Gruppen, der Familie oder einem Arzt, muss jeder selbst entscheiden. Ich konnte mir selbst helfen.

In dieser Zeit begann ich auch, meine Gewohnheiten umzustellen. Keine Zig., wenig Alk. und viel Sport. Durch das regelmäßige Auspowern und die damit verbundenen Symptome, welche einer Panikattacke ähneln (Herzrasen, Schweißausbrüche, Schwindel, Atemnot) lernt das Gehirn, das solche Dinge ungefährlich sind. Das Gehirn braucht in diesem Punkt einfach Nachhilfe und muss etwas wiedererlernen, was es verlernt hat: Symptome richtig zu deuten!

Darüber hinaus habe ich meine Ernährung umgestellt und wurde sukzessive Veganer! Ja, richtig gelesen. Ich will niemanden bekehren, möchte aber dennoch schildern, dass eine gesunde Ernährung erheblich zur Vermeidung von Panikattacken beitragen kann; mal abgesehen davon, dass ich mit veganer Ernährung im Kraftsport viel schneller Muskulatur aufgebaut habe. Klingt verrückt, ist aber wahr. Natürlich muss die Ernährung ausgewogen sein!

Naja, liebe Freunde, so viel zu meiner Geschichte, die in ähnlicher Form auch eure werden könnte!
Mein Appell an euch (nachdem euer Arzt körperliche Ursachen für eure Symptome ausgeschlossen hat): Zeigt eurem Körper und eurem Geist, wer der Boss ist! Seid euer eigener Feldwebel und drillt euch diese Panikattackensch**ße aus dem Kopf. Ich entschuldige mich für die vielen Kraftausdrücke (und mögliche, durch meine Impulsivität entstandene, Rechtschreibfehler), aber wenn ihr es selbst geschafft habt, werdet ihr verstehen, dass diese Ausdrücke das subjektive Empfinden im Kampf gegen eure Probleme am besten widerspiegeln.
Reißt euch zusammen, Ar. hoch und powert euch aus. Euer Körper braucht keine Schonung, um Panikattacken zu vermeiden, nein!, er will Adrenalin loswerden und die ganze Sch++ße rausspülen, die euren Körper und euren Geist zersetzet! Kämpft!

Ich hoffe, einigen geholfen zu haben und freue mich auf Rückmeldung.
Beste Grüße
Thomas

26.11.2013 21:27 • 23.08.2014 x 23 #1


86 Antworten ↓


Ein kleiner Nachtrag:
Heute spreche ich jeden Tag vor annähernd 150 Leuten, ohne auch nur im geringstem Angst zu bekommen.
Ich habe nicht einmal Schweißflecken am Ende des Arbeitstages. Früher war ich vor Nervosität nassgeschwitzt!

Also, nur Mut! Ihr schafft das!

26.11.2013 21:41 • x 5 #2



Hoffnung+Tipps für alle, die unter Panikattacken leiden

x 3


Hallo Thomas,

Dein Beitrag macht mir Mut ganz ehrlich, ich selber bin jetzt an dem Punkt bei dem mir der Hausarzt und der Kardiologe Sport verschrieben haben in Form von Laufen! Ich leide unter ständigem Herzrasen und das ist laut dieser beiden Ärzte nur mit Auspowern zu beheben. Der Psychiater wollte mir heute nochmal Tavor mitgeben aber ich habe verzichtet.
Ich will das einfach alles nicht mehr und werde mir am Donnerstag die vorgeschlagene Pulsuhr kaufen um im Rhythmus laufen zu können. Wurde mir ebenfalls von beiden nahegelegt meinen Puls unter 120 beim laufen zu halten.

Ich kann Deine Gefühlsausbrüche so gut verstehen die du niedergeschrieben hast, nur leider hat ich noch nicht den Mut sie auch so rauszulassen.

Vielen Dank für der wirklich tollen Beitrag, und ich finde es so toll das Du es geschafft hast.
Den Beitrag werde ich mir verlinken um mir immerwieder bewusst zu machen so kann es gehen so kannst du es auch schaffen.

Danke und LG Lucil

26.11.2013 21:44 • x 1 #3


Moin Lucil,
du bist auf dem richtigen Weg! Geh ihn zu Ende! Panikattacken muss man AUSSITZEN! Habe einmal eine auf einer Beerdigung bekommen und konnte nicht raus. Die Angst war unendlich; dieses Gefühl war die Hölle. Es steigerte sich ins Unermessliche! Und dann... Nichts! Es war weg. Aber diesen Punkt müssen wir zulassen.
Es ist wie beim Einrenken eines Wirbels. Der Schmerz scheint unerträglich, je mehr gedrückt wird und plötzlich - KNACK - ist der Schmerz weg.
Zieh' es durch! Und noch ein Tipp: Versuche nicht, Panikattacken zu vermeiden und die Symptome zu unterbinden! NEIN! Raus damit. Verschlimmere sie sogar, wenn du kannst und du wirst sehen, was passiert!
Es wird besser, versprochen!
Aber, lass dir Zeit und mache es in deinem Tempo.
Bei Fragen stehe ich jederzeit zur Verfügung

26.11.2013 21:54 • x 4 #4


Danke Thomas,

ich werde bestimmt mal darauf zurück kommen.
Ich will das einfach schaffen!

Lucil

26.11.2013 21:58 • #5


Hallo Thomas,
danke für den tollen Beitrag und meine Hochachtung, dass du das geschafft hast. Es liest sich so leicht und ist doch so schwer. Aber es gibt auch Hoffnung zu sehen, dass man es schaffen kann. Sei stolz auf dich.
Darf ich fragen, über welchen Zeitraum du für deine Therapie benötigt hast?

LG Suse

PS: Ich wünschte, ich hätte so viel Kraft, auch einfach loszurennen. Aber ich scheitere meistens schon an der Haustür.

26.11.2013 22:03 • #6


Moin Suse,
also die Panikattacken hatte ich etwa 4-5 Jahre lang und es wurde immer schrecklicher.
Meine Therapie, wenn ich das so nennen kann, habe ich in wenigen Wochen durchgezogen, wobei es hin und wieder kleine Rückschläge gab, die ich schnell im Griff hatte. Mir haben dabei, und das fiel mir eben erst noch ein, folgende Tipps und Übungen sehr geholfen.

Übung 1: Beim Anflug einer Panikattacke dem Körper für 20 Sekunden erlauben, durchzudrehen. Alles mobilisieren, Horrorszenarien ausdenken und sozusagen alles in einem Abwasch durchleben. Zunächst habe ich das aber nur zuhause gemacht, wo ich mich sicher fühlte, später dann unter Leuten

Übung 2: An der Kasse in die langsamste Schlange gestellt, aber nur 1 Teil in der Hand gehabt. Diese hätte ich zur Not schnell weglegen und dann rausrennen können

Übung 3: Einkaufen für Fortgeschrittene: Mit einem vollen Einkaufswagen an die langsamste Schlange stellen. Da ist die Flucht nicht mehr so einfach.

Übung 4: In die Kirche gehen und mitten in die Menge setzen! Sitzenbleiben, so lange es geht! (Musik, Aufstehen, Hinsetzen, viele Menschen - da kommt die Panik ganz von alleine; aber so lange sitzen bleiben wie es geht)

Übung 5: In eine öffentliche Versammlung gehen (z.B. Rathaus etc.) und eine Frage stellen. In diesem Moment, wenn alle einen anstarren, glaubt man, umzukippen vor Angst! Aber: keine Sorge - der Körper pumpt und pocht, aber es klappt!

Übung 6: In eine volle Bahn setzen, deren Haltestellen nur wenige Minuten voneinander entfernt sind und so lange fahren wie es geht.

Übung 7: In eine volle Bahn setzen, deren Haltestellen weiter auseinander sind. Angstsymptome nicht verdrängen: Ja, ich sitze jetzt in dieser schei. Bahn und es geht mir schlecht. Ich kriege keine Luft, mir ist schwindelig und wenn ich umkippe, kriegen alle das mit. Nassgeschwitzt aussteigen und merken: Wow, es ist nichts passiert!

Das waren so einige Übungen, die ich gemacht habe, nachdem die ersten Schritte, die in meinem ersten Posting beschrieben sind, gefruchtet haben.

Klar, gibt es immer wieder mal Rückschläge, aber gerade dann muss man trainieren! Bringe dich bewusst in diese Situationen; steigere dich!

Du schaffst das! Denk daran; es sind keine externen Einflüsse, die dich quälen - es sind deine eigenen Gedanken, welche nicht die Realität widerspiegeln!

26.11.2013 22:18 • x 2 #7


FraukeB.
Danke Thomas...

Du schreibst mir aus der Seele.

Danke das du deine Geschichte hier geschrieben hast. Ich bin sicher, das wird vielen helfen.
Ich habe es 2005 mit meinen PA´s irgendwann genauso gemacht. Ich war nach ca. 9 Monaten Symptomfrei. Es hilft wirklich.
Nun hat sich meine Panik erneut gemeldet, allerdings mit dem Herz im Vordergrund. Diesmal wird es etwas schwerer, da ich eine Erkrankung habe die auch das Herz befallen kann. Und ich hab auch noch die passenden Symptome dazu. HRST. Nach gründlichen Untersuchungen wurde nun zum Glück festgestellt, dass die Erkrankung nicht auf das Herz gegangen ist. Aber diese ganze Zeit voller Angst und die HRST waren die Hölle. Nun kann ich aber wieder aufbauen. Und ich werde das genauso machen wie du es hier beschrieben hast und wie ich es auch schon einmal gemacht habe.

LGFrauke

26.11.2013 22:36 • #8


Moin Frauke,

HRST sind ja zum Glück in vielen Fällen harmlos. Setz deinen Weg fort.
Ein Freund von mir ist Arzt und sagt immer: Die Leute unterschätzen immer, wessen es bedarf, um wirklich zu sterben. Der menschliche Körper ist nämlich eine Abwehrbombe; man muss sie halt gut pflegen.
Leider macht man sich anhand von Negativbeispielen immer verrückt (Die Tante, des Onkels eines Freundes ist auch mit 40 gestorben... blablabla), anstatt zu sehen, was der Körper alles verträgt. So schnell stirbt es sich nicht! Und erst recht nicht, wenn man es (wie bei einer Panikattacke) erwartet

Alles Gute dir!

26.11.2013 22:43 • x 3 #9


FraukeB.
Danke Thomas. Dir auch alles Gute. Ich werde mich da durchkämpfen. Für mich und für meine beiden Kinder.
Das ist und war der größte Antrieb für mich. Und natürlich mein Mann

LG
Frauke

26.11.2013 22:52 • #10


Danke für diesen Beitrag, einer der konstruktivsten Hinweise, die man hier erhalten kann.
Ich gehe noch einen Schritt weiter und sage provozierend: Die Panikattacke und all diese Angstsymptome sind Zeichen der (besonderen) Vitalität. Ein kranker oder gar todkranker Körper würde die dafür nötige Energie weder aufbringen können noch aufbringen wollen.
Ein schönes Beispiel zur Untermalung: Ein mir bekannter Leistungssportler beendete seine Laufbahn und ging direkt in die Geschäftsleitung seines Vereins ins Büro. Ein halbes Jahr intensiver Büroarbeit hat dann etwas erreicht, was die ganzen Jahre vorher unter höchster Belastung nicht im geringsten zu erwarten gewesen wäre - der physische und psychische Zusammenbruch. Nicht so gesunde, schwache, alte und kränkliche Körper leben ganz passabel mit gewissen Widrigkeiten der Zivilisation: Büroarbeit, Bewegungsmangel, Völlerei. Junge, kerngesunde Körper rebellieren in für uns angstmachender Weise dagegen und fordern auf ihre Art Action ein.

27.11.2013 10:49 • #11


Hallo Moin , wir schaffen das!

Alles Gute weiterhin , wenn du möchtest kannst du meine berichte gerne lesen , bin ebenfalls geheilt.

27.11.2013 10:52 • #12


hallo Thomas,
Zitat von tuffie:
Hallo Moin , wir schaffen das!

Alles Gute weiterhin , wenn du möchtest kannst du meine berichte gerne lesen , bin ebenfalls geheilt.

28.11.2013 06:59 • #13


hallo thomas
dein beitrag ist gut,bin wie viele am Ende,wenn nur durch laufen weggehen,werde ich heute anfangen,trotz meiner Angst zu sterben,oder es nicht zu schaffen
leide seid 8 jahren an der Krankheit,habe alles schon hinter mir,Krankenaufenthalte,mehrere Notärzte einsätze und so weiter.
Gruß Jürgen

28.11.2013 07:06 • #14


Wirklich ein toller Bericht. Aber was mache ich? Ich bin gehbehindert mit einem Bein und kann keinen Sport machen. Und ist Sport wirklich das Allheilmittel?


Liebe Grüße.

28.11.2013 07:53 • #15


Jessyy
Dein Beitrag macht einem wirklich mut dankeschön

28.11.2013 07:59 • #16


Zitat von *Worrie*:
Wirklich ein toller Bericht. Aber was mache ich? Ich bin gehbehindert mit einem Bein und kann keinen Sport machen. Und ist Sport wirklich das Allheilmittel?


Liebe Grüße.


Morgen worrie,

Ab einem gewissen Alter wirds nicht leichter mit dem Sport.

Ich denke aber es stimmt, es wird besser. Allheilmittel sicher nicht, eher das Gesamtpaket was der Sport dann bewirkt.
(Selbstwertrauen, körperlich bessser usw.)

Vielleicht kannst du ja so leichten Sport machen , bißchen Gymnastik im sitzen usw.

liebe Grüße

28.11.2013 09:30 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Danke liebe primavera,

vielleicht tut es ja auch Ergometer-Trainig, den habe ich nämlich und auch einen Pilates-Power-Gym und man muß nicht laufen….

Auch Blumen für Dich..

28.11.2013 14:11 • #18


Moin,

was den Sport betrifft, hier einige Hinweise:

Sport ist kein Allheilmittel nach dem Motto: Ich laufe und meine Panik ist weg. Nein! Das Laufen war eher ein Katalysator, um mir etwas klar zu machen: Dir passiert nichts, egal wie sehr auch versuchst, den Herzinfarkt oder den Schlaganfall zu erzwingen. Es war ein Medium, um mir klarzumachen, dass es nicht mein Körper ist, der verrückt spielt.
Sport ist also gut, um zu lernen, dass man seinem Körper wieder vertrauen kann; dass er keine weiche Schale ist, die sofort zerbricht. Man lernt, Symptome richtig zu deuten. Überdies baut Bewegung das Adrenalin ab, das den Betroffenen ständig in die Herz-, Rachen- und Bronchienregion schießt. Ihr kennt dieses Gefühl sicher; diese plötzlichen Schübe und das Gefühl, das Herz würde kurz aussetzen. Gerade hierbei hat mir der Sport gezeigt, dass es nicht organisch, sondern psychisch ist. Sobald ich diese Schübe einfach hingenommen haben, verschwanden sie nach wenigen Minuten.
Und Worrie, keine Sorge. Auch körperlich eingeschränkte Menschen können sich damit sicherlich helfen, denn es geht ja nicht um das Laufen per se, sondern um den Stressabbau. Ergometer, Hantelbank, Kleinhantel im Sitzen - alles möglich.

Wie gesagt, bitte nicht mit der Einstellung ins Training gehen: Sport und alles ist danach gut. Vielmehr gilt es, zu beobachten, was mit dem Körper passiert und welche schrecklichen Dinge trotz aller Erwartungen NICHT eintreten. (Ich wiederhole: Immer erst vom Arzt checken lassen, dass nichts Organisches vorliegt). Die Resultate, die man mental gewinnt, stellten für mich die Basis der weiteren Schritte. Danach folgten die Übungen (Bahn, Einkauf etc.), welche ich früher schon beschrieben habe.

Dieser Weg ist schwer, aber eben nur, weil wir uns die Panik antrainiert haben und sie nun sukzessive wieder abtrainieren müssen. Und es ist erstaunlich, dass man das Gehirn durch Selbstschulung überlisten kann! Schritt für Schritt, aber dafür mit Gründlichkeit.
Kleine Anekdote am Rande: Besonders das Training mit Hanteln hat in puncto Angst vor einem Herzinfarkt geholfen.
Vorher bildete ich mir ständig ein, Schmerzen im linken Arm zu haben und einen Herzinfarkt zu bekommen.
Durch das Training taten meine Arme tatsächlich tagelang weh und ich wusste nicht, ob das nun Muskelkater oder ein Herzinfarkt war.
Nach 2 Tagen Muskelkater hatte ich natürlich zwischenzeitlich keinen Herzinfarkt bekommen und das Gehirn hatte wieder ein Puzzleteil gespeichert: schmerzender Arm muss kein Anzeichen eines Herzinfarktes sein. Und so schult man sich Stück für Stück, bis schließlich auch das Gehirn versteht, was los ist.
Es ist ähnlich wie beim Rauchen. Nur weil wir uns klarmachen, dass es uns töten kann, spielt unser Unterbewusstsein noch lange nicht mit und hilft uns. Im Gegenteil; wir haben uns so vehement darauf hin trainiert, zu rauchen, dass der Kopf sagt Rauch! Du brauchst das! Erst durch Willenskraft, positive Erfahrungen und Übungen (Party ohne zu rauchen etc.) versteht das Gehirn, was Sache ist und spielt dann irgendwann mit.

28.11.2013 16:04 • #19


Danke für diesen tollen und wertvollen Bericht. Ich werde ich mir sicherlich noch oft durchlesen denn er macht Mut und ist hilfreich. Danke nochmals!

28.11.2013 18:19 • #20



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Dr. Reinhard Pichler