Pfeil rechts

Himmel noch mal, das war eine Nacht
Ich weiss nun so viel -theoretisch- von und über die Angst und fand mich schwupps die wupps in einem mächtigen Dilemma. Hier meine Frage, die ich mir gestern während der Attacke stellte: Beruhigungsstrategien, Atmung, An- und Entspannung, aktiv werden, Ort wechsel, trinken, GedankenStop------ O D E R:
Sich dem Elend hingeben, das Schlimmste zu Ende denken und somit sich der Attacke stellen??Geht es dann schneller vorbei? Werde ich dann gesund?
Ich glaube, ich habe vor lauter Schreck irgendwie kopflos alles zur gleichen Zeit gemacht
Und nu hört es nicht mehr auf, obwohl ich nicht " ganz oben" klebe, aber so locker bei 60 % und mir ist speih übel.

01.08.2008 09:33 • 03.08.2008 #1


39 Antworten ↓


Ach Du arme! Aber ich glaub die Nacht war für viele schlimm, es war nur schwül und ich bin auch ständig panisch-herzklabasternd hochgeschreckt! Zumindest die nächste Nacht soll ja kühler werden!

Zu Deiner Frage: ich glaub fast, man sollte das mal versuchen, einfach auszuhalten und sich nicht abzulenken, zu atmen etc. (gerade Zuhause, woanders, im Supermarkt dann vielleicht doch besser nicht) Atmen und uns beruhigen tun wir ja seit Jahren und es hilft nicht (langfristig). Vielleicht könnten wir so endlich verstehen, das nichts passiert?
Aber wie kann das aussehen? Hallo Panik, komm ruhig, ich weiß, irgendwann gehst Du wieder, wie der Zahnarztbesuch irgendwann vorbei ist?
Mich "noch tiefer" fallen zu lassen, also in eine Todesnähe /Akzeptanz whatever würde ich fürchten und nicht so raten..aber ich bin mit Dir sehr gespannt auf die Meinung der anderen!

Wünsch Dir, dass Du gleich schonmal ein wenig runterkommst!

01.08.2008 09:57 • #2



Hilfe, Strategie ODER "sich stellen"?

x 3


Du wirst es nicht glauben, aber ich habe die "Todesangst" schon 2 mal zugelassen, ok, ich sah auch keine andere Chance mehr, aber ich möchte auch bitte die Meinungen der andern hören!
Iris

01.08.2008 10:05 • #3


hallo powerladyiris

tut mir leid, dass deine nacht so mies war.

also wenn ich die theorie bis jetzt richtig verstanden habe, die angst voll und ganz zulassen - sie sich sogar wünschen und versuchen, durch diese positiven denkmuster zu lernen, dass es zwar unangenehm aber nicht weiter gefährlich ist.

wenn ich von theorie rede, dann deshalb, weil ich bei jeder heftigen panik die positiven denkmuster noch nicht anwenden kann. mein hirn schreit nur noch angst, mein verstand sagt mir, da war doch noch was... aber ich kriege es nicht auf die reihe. aber das ist reine übungssache, wenn ich lese, dass es andere leute hier auch geschafft haben.

nachwirkungen habe ich auch tagelang. ich kenne diesen zustand, immer auf 60 % zu sein. im moment versuche ich es mit entspannungstraining, mit möglichst "normalem" verhalten und mache etwas, was die gedanken vom körperlichen ablenkt (soweit das eben möglich ist).

also ich versuche eine halb-halb-strategie: in einer pa nicht ablenken sondern zu lernen, damit umzugehen, im dauerangstzustand durch andere aktivitäten ablenken.

einen lieben gruss und hoffentlich schnelle besserung

leaina

01.08.2008 11:37 • #4


DAnke dir, im Moment wird es eher schlechter...

01.08.2008 11:44 • #5


Christina
Ich antworte mit einem Zitat, das sich mit meinen Erfahrungen deckt:

Mit der Angstwelle mitschwimmen – so erspart man sich unnötigen Stress

Bekämpfen Sie Ihre Angst nicht, weil dies nur unnötig viel Kraft kostet. Akzeptieren Sie diese und laufen Sie ihr nicht davon. Sagen Sie sich: „Da bist du ja wieder, meine Angst. Ich kenne dich schon gut und weiß, dass du mir nichts anhaben kannst“. Eine Panikattacke ist wie eine Meereswelle, die einen überflutet. Es ist besser, mit der Welle mitzuschwimmen, als gegen sie anzuschwimmen. Wenn Sie Ihre Angst unterdrücken oder stoppen wollen anstatt sie zu akzeptieren und anzunehmen, bleiben Sie unnötig lange angespannt. Der ständige Kampf gegen die Angst kostet Sie enorm viel Kraft und führt zu chronischer Erschöpfung. Lassen Sie Ihre Angst zu wie Ihre Tränen in Phasen der Trauer. Wenn Ihre Angst bei einer Konfrontation mit den gefürchteten Situationen oder Objekten nach spätestens einer halben Stunde nicht abklingt, ist dies oft dadurch bedingt, dass Sie gegen das Auftreten einer Panikattacke ständig aktiv ankämpfen. Die Angst vor der Angst löst einen neuerlichen Adrenalinstoß aus.


Angst und Panik provozieren – so lässt sich die Erwartungsangst rascher überwinden

Schrittweises Üben führt kaum zu Panikattacken. Anstelle der Methode „Wasch’ mich, aber mach’ mich nicht nass“ können Sie auch direkt in das „kalte Wasser“ der Angst springen und eine massierte Konfrontation mit den gefürchteten Situationen allein oder mit Hilfe einer vertrauten Person beginnen. Sie lernen dabei, Ihre stärksten Ängste zu provozieren und zu bewältigen. Ihre Konfrontationstherapie ist dann am wirksamsten, wenn Sie bewusst gerade jene Situationen aufsuchen, die eine Panikattacke auslösen können. Ihr unerschrockenes Verhalten wird Ihnen bald zeigen, dass es gar nicht so leicht ist, eine Panikattacke zu provozieren, wenn Sie bereit sind, diese voll zuzulassen. Handeln Sie nach folgenden weisen Sprüchen: „Tu das, wovor du dich fürchtest, und die Furcht stirbt einen sicheren Tod“; „Sieh der Angst ins Antlitz, und der Tod der Angst ist gewiss.“


Sich selbst vertrauen – so sind Hilfsmittel und Entspannungsübungen überflüssig

Setzen Sie während der Konfrontationsphase keine Entspannungsübungen ein, denn nur, wenn Sie immer wieder die Erfahrung machen, dass die körperlichen Symptome ungefährlich sind, lernt Ihr Angstzentrum im Gehirn, den falschen Alarm abzuschalten. Sie müssen ein gewisses erträgliches Ausmaß an Angst erleben, um Angst machende Situationen bewältigen zu lernen. Nehmen Sie vor den Übungen weder Beruhigungsmittel (Tranquilizer, Alk.) noch Aufputschmittel (Cola, Kaffee) zu sich. Tragen Sie während Ihres Übungsprogramms keine Tabletten und auch kein Handy wie einen Talisman bei sich. Verlassen Sie sich von Beginn an einzig und alleine auf sich selbst.

(Quelle, dort unter "Agoraphobie")

Liebe Grüße
Christina

01.08.2008 12:14 • #6


Genau das versuche ich ja die ganze Zeit, aber ich " versorge" die Angst stets mit neuen negativen Gedanken und so bleibt sie ...
Und auch hier wieder der : „Da bist du ja wieder, meine Angst. Ich kenne dich schon gut und weiß, dass du mir nichts anhaben kannst“. Das ist eine Strategie! Also hat das weniger mit "zulassen "zu tun, genau das ist ja mein Problem....

01.08.2008 12:18 • #7


genauso geht es mir ja auch...

das stellen war jeweils ein halbherziger versuch. ich habe zwar die situationen aufgesucht, aber eben nicht mutig sondern voller furcht. das resultat der übung dürfte absehbar sein. drei wochen dauerangst - fast täglich zwei pas.

ich bin echt überfragt, wie man das wirklich hinkriegt.

ps. heute ist auch wieder so ein elender tag. magen zickt im gröbsten und die emo gewinnt so langsam die oberhand.

01.08.2008 12:25 • #8


Zitat von Powerladyiris:
..... ja ...., aber ....
ist der falsche ansatz....

01.08.2008 12:26 • #9


ok, ...ja....und.... hilft mir aber auch nicht oder und hilft mir auch nicht

01.08.2008 12:29 • #10


Zitat von Powerladyiris:
ok, ...ja....und....

was möchtest du ? das alles wieder ist wie "vorher" ?
ja.aber bedeutet festhalten zu wollen, was nicht geht,wenn du deine situation verbessern willst: du musst loslassen, dich von der zeit, wo alles ganz anders war, wo panik nur als wort existierte, trennen. vielleicht solltest du die texte ausser lesen versuchen zu verstehen; sie zeigen den weg raus aus dem strudel. insoweit deckt sich meine erfahrung mit der christinas

01.08.2008 12:39 • #11


Christina
Zitat von Powerladyiris:
Und auch hier wieder der : „Da bist du ja wieder, meine Angst. Ich kenne dich schon gut und weiß, dass du mir nichts anhaben kannst“. Das ist eine Strategie! Also hat das weniger mit "zulassen "zu tun, genau das ist ja mein Problem....
Wenn Du das benutzt, um Dich zu beruhigen (und die Angst zu senken), statt um Dich daran zu erinnern, Dich nicht zu beruhigen, hat es tatsächlich mit zulassen nichts zu tun.

Ich habe die Erfahrung mit wirklich nachhaltig wirksamer Konfrontation gemacht, als ich erstmals und dann auch gleich allein wieder ICE gefahren bin. Bis der Zug anfuhr, habe ich Panik geschoben, überlegt, doch noch auszusteigen... Als er dann losfuhr, kam es mir vor, als würde ich von der Angst überrollt - wenige Sekunden lang. Dann war es vorbei und es blieb auch so. Trotz Rückfall und all' den anderen Ängsten. Das war die einzige Konfrontation, bei der ich absolut keinen Notfallplan, keine Fluchtmöglichkeit, keine andere Möglichkeit als aushalten hatte.

Liebe Grüße
Christina

01.08.2008 12:45 • #12


Öhm, das ist schon harter Toback!
*vielleicht solltest du die texte ausser lesen versuchen zu verstehen*
ich habe lediglich meinen Satzbau verändert, so wie du es "angedeutet" hast und drücke hier meine Verzweiflung aus.
*was möchtest du ? das alles wieder ist wie "vorher"* was für ein Unsinn ( in meinem Fall )
Für mich bedeutet "Loslassen" zu ersticken ( Mein persönlicher Angstgedanke) und das kann ich nicht ernsthaft wollen. Innerhalb ener Attacke denk und fühle ich so und ich bin mitten drin

01.08.2008 12:48 • #13


jetzt verstehe ich langsam gar nichts mehr. *total verwirrt ist*

man soll sich nicht beruhigen? nun, eigentlich dachte ich, man solle sich ein positives gedankenmuster aufbauen und dadurch den ängstlichen gedanken ein kontra bieten.

was genau versteht ihr unter konfrontation? okay.. man sucht die angst (ohne fluchtplan) und dann... was heisst zulassen? ich persönlich kann in einer heftigen panik durchaus eine halbe stunde zitternd, heulend, nach luft japsend, mit todesanst in der wohnung rumsitzen - genauso gut kann ich das draussen machen. bis jetzt hat das aber nicht viel gebracht. was genau meint ihr mit zulassen?

im weiteren, was mache ich, wenn die angst mich tagelang im griff hat? also keine pa wird, aber latent immer da ist?

was machst du, wenn dein gehirn 20 jahre auf angstmuster eingefahren ist, und ein umdenken auch nur eine langsame mit rückschlägen verbundene arbeit ist?

sorry, ich weiss viele fragen - aber ich denke, ich bin ebenso irritiert und ratlos wie powerladyiris. bitte helf uns, euch besser zu verstehen!

wenn unser ansatz so falsch ist, versucht uns doch etwas genauer zu erklären, welcher ansatz richtig wäre.

leaina

01.08.2008 13:12 • #14


ZZerRburRuSs
Hi

Mach in diesen Situationen was dir am besten hilft .

Ablenken : bringt dich , vielleicht, schneller aus den anstrengenden und unangenehmen Gefühlen

Aushalten : Angst und Panik sind dazu da den Menschen vor Lebensbedrohlichen Situationen zu warnen und ihn in diesen Reflexartig handeln zu lassen. Sie sind also nicht "für den Tod" sondern sie helfen dir ihm von der Schippe zu springen !
Sie sind also nicht tödlich .

ODER

Du gehst das ganze Thema komplett an !
Erlernte Denk und Verhaltens-Muster die dazu führen das du nicht mehr aus der Bude kommst umkrempeln.
Dich für neues öffnen , wirklich wirklich offen sein und ausprobieren .
Man kann dabei immernoch man selbst bleiben .


Es ist anstrengend ! es kostet Mut ! es wird die eine oder andere kalte Dusche geben ! man muss sich evtl. eingestehen das man hier oder da doch verbohrt oder engstirnig war (argh...) !
Aber auch das ist nicht Lebensbedrohlich sondern eher befreiend !


Wie oft hast du dir die Eingangsfrage , von diesem Threat, schon gestellt ?
Wie oft willst du sie noch stellen ?

Ohne grundlegende Veränderung passiert gar nichts !

LG ZZ

01.08.2008 13:34 • #15


da drängt sich noch ein frage zu dem geposteten artikel auf

Zitat:
Sie müssen ein gewisses erträgliches Ausmaß an Angst erleben, um Angst machende Situationen bewältigen zu lernen.


was versteht der autor unter gewissem erträglichen ausmass? und wie geht man vor, wenn es nicht mehr erträglich ist?

was versteht er unter bewältigen lernen, wenn man sich noch nicht einmal einer entspannungsübung unterziehen darf? bewältige lernen heisst für mich zu agieren und nicht einfach passiv dazusitzen.

Zitat:
oder mit Hilfe einer vertrauten Person beginnen...
Verlassen Sie sich von Beginn an einzig und alleine auf sich selbst.


ist das nicht irgendwie ein widerspruch in sich?

01.08.2008 13:36 • #16


Zitat von Leaina:
was versteht der autor unter gewissem erträglichen ausmass? und wie geht man vor, wenn es nicht mehr erträglich ist?


alle die in diesem forum posten, haben festgestellt, dass die panik sie nicht umbringt, dass sie nach einer climax wieder abklingt. fast alle die hier posten haben sie als unerträglich empfunden - dieses individuelle mass war also gewiss erträglich.
für den konkreten fall "angst zu ersticken" rate ich kognitiv vorzugehen, sich zu vergegenwärtigen, dass atmen unbewusst läuft, dass atmen auch bei tiefer ohnmacht nicht stoppt, dass der körper zur not das (bewusste) gehirn ausschaltet um überleben zu sichern. dieses mantra würde ich solange vor mich hin denken, bis es als 6-spurige strasse in meinem hirn manifestiert ist.
andere paniktrigger denke ich, sind ähnlich wegzuarbeiten. helfen müsste euch die erkenntnis, das es möglich ist, mit der eigenen veränderten persönlichkeit umzugehen : zz ist ein beispiel dafür, ich bin seit monaten panikfrei, weihnachten seid ihr von panik befreit!

01.08.2008 14:15 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Christina
Zitat von Leaina:
wenn unser ansatz so falsch ist, versucht uns doch etwas genauer zu erklären, welcher ansatz richtig wäre.
Hm, erstmal weiß ich nicht, ob es so ganz richtig ist, die "Ansätze", Ideen oder Ansichten von no fear und mir zusammenzufassen... Und dann "falsch", "richtig", "Euer Ansatz" oder "unser Ansatz" - wer kann das schon so genau sagen? Eine Methode, die nicht funktioniert, ist offensichtlich (für die betreffende Person) falsch oder wird zumindest fehlerhaft angewendet. Oder sie ist im Moment nicht angebracht.

Zitat von Leaina:
man soll sich nicht beruhigen? nun, eigentlich dachte ich, man solle sich ein positives gedankenmuster aufbauen und dadurch den ängstlichen gedanken ein kontra bieten.
Man soll - laut VT - den Katastrophengedanken realistische Gedanken entgegensetzen, sich also nicht noch mehr Angst machen. Soweit sind sich alle einig. Dann aber scheiden sich die therapeutischen Geister und empfehlen zum Teil Entspannungstechniken u.ä., um sich zu beruhigen. Morschitzky (den ich zitiert habe) empfiehlt das auch - bedingt. Nämlich nur für die akute, schwere Panikattacke, ausdrücklich nicht für Konfrontationsübungen. Genauso geht übrigens die Christoph-Dornier-Stiftung vor. Da lautet die Übungsanweisung "Konzentrieren Sie sich auf Ihre Angst!"

Zitat von Leaina:
was genau versteht ihr unter konfrontation? okay.. man sucht die angst (ohne fluchtplan) und dann... was heisst zulassen? ich persönlich kann in einer heftigen panik durchaus eine halbe stunde zitternd, heulend, nach luft japsend, mit todesanst in der wohnung rumsitzen - genauso gut kann ich das draussen machen. bis jetzt hat das aber nicht viel gebracht. was genau meint ihr mit zulassen?
Ich bin mir fast sicher, dass diese heftigen Panikattacken nicht das Ergebnis des Angst Suchens waren, sondern durch das verzweifelte Bekämpfen der Angst zustande kamen. Deswegen: Frag' Dich, wie es genau war. Was hast du gedacht - vorher, zwischendrin, nachher? Wie hast Du es bewertet? "Gerade nochmal davongekommen, hoffentlich muss ich sowas nie, nie wieder erleben" oder "Ich hab's geschafft." Ich kann die Seite von Morschitzky wirklich nur empfehlen. Da sind Auszüge aus seinem Buch (das man dann schon nicht mehr kaufen muss), die für alle möglichen Angststörungen auch die Therapieprobleme behandeln. Lies unter Agoraphobie dort mal weiter, da werden sehr sinnvolle Fragen zur Konfrontationstherapie gestellt.

Zitat von Leaina:
im weiteren, was mache ich, wenn die angst mich tagelang im griff hat? also keine pa wird, aber latent immer da ist?
Was soll ich sagen? Als es mir wochenlang so ging, habe ich es erst in akuteren Fällen mit einem Benzodiazepin, dann mit Opipramol und letzten Endes mit Trevilor versucht, das ich immer noch nehme. Leider habe ich keine wirkliche Lösung für Angststörungen, gehe außerdem demnächst in eine Klinik, weil ich selbst ja auch nicht klar komme. Aber ich kenne die Tücken und Fehlerquellen der Konfrontation. Fehler habe ich selbst reichlich gemacht, und ich habe es andererseits erlebt, wie durchschlagend und stabil der Erfolg sein kann, wenn es richtig läuft. Trotzdem ist Konfrontation nicht das einzige und v.a. kein Allheilmittel. Und so eine Dauerangst ist nicht unbedingt das Hauptanwendungsgebiet von Konfrontationsübungen.

Zitat von Leaina:
was machst du, wenn dein gehirn 20 jahre auf angstmuster eingefahren ist, und ein umdenken auch nur eine langsame mit rückschlägen verbundene arbeit ist?
Was bei mir mit meiner 18-jährigen Angstgeschichte entscheidend ist und jedes Konfrontieren und Umdenken zunichte machen würde, dürfte mein erheblicher Krankheitsgewinn sein. Klingt viel positiver als es ist, aber ich habe mir eingestehen müssen, dass ich vor der Freiheit und Verantwortung des Gesundseins reichlich Angst habe. Außerdem weiß ich, dass ich mit meinem angeschlagenen Selbstwertgefühl allzu leicht wieder in ungesunde Muster verfalle, die den nächsten Rückfall vorprogrammieren. Damit habe ich gute Gründe, wirklichen Therapieerfolg mindestens noch ein wenig aufzuschieben... Klar, dass ich daran arbeite, mir Perspektiven schaffen muss etc. Ich brauche eine positive Motivation, gesund zu sein, statt der nur negativen, die Angst möge verschwinden. Und es mag offensichtlich und selbstverständlich sein, dass man nach der Angst nicht mehr so wird wie vor der Angst - aber wie ist es für das Selbstbild (v.a. der "Angsthasen", die sich für andere aufgeopfert haben, deren Fels in der Brandung waren etc.)? Ist die Schwäche wirklich okay (für einen selbst), oder hieße angststörungsgeheilt nur, umso besser funktionieren zu müssen - um letzten Endes doch stark zu sein, um der Familie ihre Mühe und Opfer zu danken, um den Kindern doch noch gerecht zu werden usw.?

Liebe Grüße
Christina

01.08.2008 14:24 • #18


mh, ich hab mich also hingelegt und mir- wie so oft- gesagt, es ist ungefährlich , nur ein Symptom. Aber wenn du, mein Lieber Hals meinst, du müsstest dich jetzt total zu machen, dann mach das doch. Die Luftröhre besteht aus Knorpelringen, sie kann nicht zugehen. Ja, ich kann immer noch atmen, auch wenn es sich wie zugeschnürt anfühlt. Ja ihr Stresshormone, überflutet mich wie eine Welle, ich schwimme ne Runde mit.
Das ganze seit 08:00h in unerschiedlicher Intensität. Erfolg:
Mehr als gering Ich glaube Leaina und ich denken und fühlen recht ähnlich.
Und ich bin schon soooooo müde und es geht nicht weg...

P.S.Es ist nicht erträgich

01.08.2008 14:26 • #19


danke für eure erklärungen!

ist nur so, dass ich gerade heulen könnte. emetophobie, teils soziale phobie (diese nur in angstzuständen) und agoraphobie.. das alles mit einem reizmagen, der mich immer wieder von vorne anfangen lässt.

wenn es "nur" (nicht abwertend gemeint) die agoraphobie wäre, hätte ich die schon bedeutend besser im griff. mit der emo und der sozialen angst in diesem momenten komme ich einfach nicht klar.

es ging mir eine woche supergut! und seid gestern abend zickt mein magen - und ich krieg nichts mehr auf die reihe. alles wie die gehabt - nichts gelernt!

aber sorry, ich wollte nicht powerladyiris thread zweckeentfremden, um hier rumzujammern. ich bin einfach nur hoffnungslos überfordert, die theorie nur ansatzweise in die praxis umzusetzen - und dementsprechen schnell verwirrt und enttäuscht.

ich wünsche allerseit noch einen schönen tag

leaina

01.08.2008 14:30 • #20



x 4


Pfeil rechts



Dr. Hans Morschitzky