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Hallo ihr Lieben,
wie gehts euch heute? Ich wollte mal fragen, woran ich erkenne ob ich einen guten Therapeuten hab? Ich denke ich habe jemanden gutes gefunden, war aber auch erst einmal da
Grüße an euch

23.02.2009 17:49 • 25.02.2009 #1


10 Antworten ↓


wichtig ist erst mal, das du dich bei deinem therapeuten sicher fühlst und verstanden. einen guten therapeuten an sich gibt es nicht. denn wichtig ist, das die beziehung zwischen klient und therapeut auf vertrauen und respekt beruht, es muss passen zwischen euch. und dann muss er deine grenzen akzeptieren und respektieren. er muss dich fordern aber nicht überfordern. die zeit wird es zeigen, ob du dich so öffnen kannst, das die therapie dich auch weiter bringt. erst mal ist wichtig das du dich sicher und wohl in der thera fühlst, alles weiter zeigt sich. und ein kriterium ist natürlich die kassenzulassung. wenn ein therapeut die nicht hat und du alles privat bezahlen musst, dann ist das schon bedenklich

23.02.2009 18:34 • #2



Guter therapheut?

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Hi, danke für deine Antwort. Ja, also bezahlen tut es die Krankenkasse, privat zahle ich da nichts. Ich denke es wird sich mit der Zeit zeigen, ob ich der Therapeutin vertrauen kann. Aber momentan habe ich ein gutes Gefühl:)
Hast du auch eine Therapie gemacht Prinzessin?
Liebe Grüße
lauren

23.02.2009 18:40 • #3


ja, ich habe 3 jahre analyse gemacht, daher kann ich dir über die inhalte der verhaltenstherapie nichts sagen. aber vielleicht melden sich da noch andere

23.02.2009 18:43 • #4


ok, danke dir trotzdem
liebe grüße
lauren

23.02.2009 18:49 • #5


Hallo lauren,

ich versuche mal was zu Deiner Frage nach einer Verhaltenstherapie zu erzählen. Da Du hier im Agoraphobie- und Panikattackenforum schreibst, gehe ich davon aus, dass Du deshalb in Therapie gehst. War bei mir auch so.
Verhaltenstherapien gehen davon aus, dass sich Deine Gefühle durch Dein Verhalten verändern. Also wenn Du in einer Paniksituation Ruhe bewahrst, normal weiter läufst und Dich entspannst (Verhalten), ändern sich auch Deine Gefühle (keine Angst). Kognitive Verhaltenstherapeuten gehen zusätzlich davon aus, dass Du Deine Gefühle durch bestimmte Gedanken (= Kognitionen) beeinflussen kannst. Leitsätze bei Panik sind hier z.B. Ich bin ganz ruhig. Ich bin in Sicherheit. etc. (wird ja meist auf Dich speziell zugeschnitten). Wichtig sind hier Positivformulierungen, also anstatt Ich habe keine Angst (was bleibt hängen? ANGST) lieber Ich bin ganz ruhig (was bleibt hängen? RUHE). Klingt banal, wirkt aber Wunder.

Es gibt 2 besondere Schwerpunkte in VTs (Abk. für Verhaltenstherapie): 1. Entspannungsübungen und 2. die systematische Desensibilisierung.
Zu 1. Da wird Dir Dein/e Therapeut/in bestimmt was beibringen, das Du auch im Alltag, also in Deinen Paniksituationen, anwenden kannst. Beliebt sind Autogenes Training und Progressive Muskelentspannung. Das erleichtert Dir die Entspannung und die Panik verschwindet schneller.
Zu 2. Das bedeutet einfach die schrittweise Annäherung an die Situationen, in denen Du Panik hast (oder die Du aufgrund der Panik vermeidest). Dabei erstellst Du meist eine Hierarchie und dann gehst Du (gedanklich, mit Therapeut/in, alleine) in die Situationen (erst in die, die nur wenig Angst bereitet; später in die, die am schlimmsten für Dich sind). Bei diesen Konfrontationen wendest Du Deine Entspannungstechniken an. So bleibst Du möglichst ruhig und lernst, dass die Situation doch nicht so bedrohlich war, wie Du immer dachtest. Es gibt auch den Knaller, bei dem Du gleich in die bedrohlichste Situation gehst. Halte ich nicht viel von, muss aber Jede/r selbst wissen.

Beantwortet das Deine Frage?

Ich denke auch, dass die Chemie zwischen Dir und Deiner/Deinem Therapeutin/en stimmen muss. Dazu gibt es ja diese 5 Stunden, die von der Kasse bezahlt werden und in denen Ihr Euch kennen lernen könnt. Wenn Ihr nicht zusammen passt, hast Du auch bei anderen Therapeut/innen die 5 Kennenlernstunden, so lange, bis Du jemanden gefunden hast, mit der/dem Du arbeiten kannst.

Klar sollte ein VTler über Kasse abrechnen können. Grundsätzlich lehne ich persönlich aber keine Therapeut/innen ab, die privat abrechnen. Ich halte sehr viel von der systemischen Therapie, die nicht kassenzugelassen ist. Muss man sich aber natürlich leisten können...

Viel Erfolg!

24.02.2009 18:15 • #6


Hallo
Vielen Dank für deine Antwort. Das hilft mir weiter.Ich habe halt extreme Angst mich in die Situationen begeben zu müssen, denn da krieg ich ja immer Panik. Momentan ist allerdings mein größtes Problem, dass es mir so unangenehm ist über die ganzen Sachen zu reden, das ist mir halt immer so peinlich
Bist du denn fertig mit deiner Therapie? Und gehts dir jetzt wieder gut?
Liebste Grüße
Lauren

25.02.2009 09:48 • #7


Was mir geholfen hat darüber zu reden ist die Erkenntnis, dass psychische Erkrankungen eben genau das sind: Krankheiten. Dafür kann niemand was. Die wenigsten Menschen schämen sich für einen Husten oder einen eingewachsenen Zehennagel. Und es gibt Hilfe, für Husten ebenso wie für Angsterkrankungen. Ich wünsche Dir, dass Du Dich gut auf die Therapie einlassen kannst.
Das sagt sich so leicht, aber hab erst mal keine Angst, Dich in die Situationen zu begeben. Das kommt ja erst später. Im besten Fall machst Du das erst mal in Gedanken und hast Deine/n Therapeutin/en dabei! Schritt für Schritt, ganz langsam.

Meine Therapie ist fertig, seit etwa 2 Jahren. Ich hatte halt die 50 Stunden Langzeittherapie durch (etwa 3 Jahre), und mir ging es soweit gut, dass ich keine Sonderverlängerung brauchte. Mir ging es gut zwischenzeitlich, klar gab es immer noch Sachen, die nicht gingen, aber ich konnte einkaufen, unter bestimmten Voraussetzungen sogar auf Konzerte usw. Das letzte dreiviertel Jahr habe ich meine Diplomarbeit geschrieben und einfach nicht genug auf mich geachtet. Nun geht es mir wieder viel schlechter. So ist das!

Mir hat damals auch einfach der Schritt geholfen, überhaupt in Therapie zu gehen und mir Hilfe zu holen. Allein dadurch wurde einiges leichter.

Alles Liebe!

25.02.2009 10:14 • #8


hallo
ok, ich werde es auf jeden fall versuchen. Willst du denn jetzt wieder eine Therapie anfangen weil es dir wieder schlechter geht? Wow, auf nen Konzert gehen... das hört sich für mich unvorstellbar an. Das liegt von mir soweit entfernt... Ich wäre schon froh, wenn ich es mal wieder alleine in einen Supermarkt schaffe, ohne Angst zu haben.
Wie alt bist du eigentlich? Diplomarbeit.... naja das ist bestimmt ne Menge Stress, kann ich mir vorstellen.
Freu mich auf deine Antwort
Grüße

25.02.2009 12:18 • #9


Hey lauren,

ich bin 25. Im Moment will ich keine neue Therapie anfangen. Ich bin seit einem dreiviertel Jahr etwa in systemischer Beratung, in der es u.a. auch um meine Angst geht. Außerdem ziehe ich demnächst um, so dass ich mich hier nicht auf eine neue Therapie einlassen will.
Ich konnte zum Glück meinen Stress etwas entzerren (Abschlussprüfungen nicht sofort nach der Diplomarbeit, sondern erst in vier Monaten). Da habe ich noch schöne Dinge vor und hoffe, dass sich mit sinkendem Stress auch die Angst wieder relativiert. In systemischer Behandlung möchte ich bleiben, wenn ich es mir leisten kann. Wenn es mir weiterhin so schlecht geht, will ich mal in ne Klinik, jetzt, wo ich noch Zeit hab vorm Berufsleben.

Ja, das Konzert war auch nur möglich durch: meinen Freund (sicherheitsgebende Person), Open air!, Sitzplätze am Aufgang, viel Geld für viel Wasser kaufen etc.

Ich wollt Dich auch noch mal beglückwünschen zu Deinem Therapieplatz, das dauert ja meist 4-6 Monate, bis man einen Termin bekommt... Hast Du eigentlich ne TherapeutIN oder n TherapeutEN und hat das für Dich eine Rolle gespielt bei der Suche?

Grüße! =)

25.02.2009 17:30 • #10


hey minze
hab dir ne private nachricht geschickt, is die angekommen??
liebste grüße
lauren

25.02.2009 22:17 • #11



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