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Hallo,
mein Name ist Nick und ich komme aus Konz, das ist eine kleine Stadt in der Nähe von Trier.
Seitdem ich 16 bin leide ich an Angst-und Panikattacken. Eigentlich habe ich bisher alles in meinem Leben irgendwie durchgestanden. Führerschein, Abitur, Ausbildung, Studium und auch einen Job habe ich gefunden. Seit ca. 7 Jahren habe ich eine Freundin. Eigentlich könnte alles super sein, dennoch weiß ich nicht was ich in meinem Leben will. Ich bin extrem unglücklich, auch mit meiner Beziehung. Ich kann meine Freundin aber nicht verlassen, da ich Angst habe dies würde mein ganzes Leben auf den Kopf stellen und die Panikattacken, die ich auch mit Hilfe von Tabletten ganz gut im Griff habe, wiederkommen. Ich habe nicht viele Freunde, auch geschuldet durch die PA, weshalb ich riesen Angst habe zu vereinsamen. Ich gehe langsam auf die 30 zu und bin einfach nur unglücklich. Alles in meinem Leben ist ein Kompromiss, ich kann nicht das arbeiten was ich möchte, ich kann nicht meinen eigentlichen Interessen nachgehen, kann nur bedingt reisen und auch meine Beziehung ist ein reiner Kompromiss. Ich weiß einfach nicht wie ich aus diesem Teufelskreislauf heraus komme. Ich möchte mein Leben nicht mehr nach der Angst richten.
Kann einer mich verstehen?
Viele Grüße
Nick

01.10.2015 21:07 • 03.10.2015 #1


9 Antworten ↓


Hey Nick,
hast du mal Dro. konsumiert? Wenn ja, welche.
Du hast riesen Angst zu vereinsamen ich kenne das. Ich bin 23! Ich könnte so viel tun.. Ich könnte so viel mehr sein
Angst kam bei mir ich weiß es nicht mehr genau, vor 5-6 Jahren oder so. Seitdem ist nichts mehr wie vorher. Wobei es auch vorher nicht gut war. Ich hab das Gefühl ich werde nie wieder Sinn im Leben finden. Ich hab einen Freund, vielleicht kann man die ganze Beziehung auch nen Kompromiss nennen... Ich geh kaputt an der Beziehung... Aber ich kann nicht gehen, weil da nichts ist wohin ich gehen könnte...

mein Name is Anja

01.10.2015 21:30 • #2



Fast 30 und das Leben nicht im Griff / Panikattacken

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Icefalki
Hallo ihr beiden. Wie sieht es mit einer Therapie aus?

01.10.2015 21:51 • #3


Zitat:
Alles in meinem Leben ist ein Kompromiss...
Wenn du andere danach fragen würdest, würdest du feststellen, daß das bei jedem Menschen mehr oder weniger so ist. Niemand kann sich vom ersten Lebenstag an aussuchen, ob er das überhaupt alles will. Es ergibt sich einfach. Manche Menschen versuchen Lebensabschnitte mit Planung und eigenem festen Willen für sich so zu gestalten, wie sie es sich vorstellen. Aber es geht im Leben nicht, wie man will und selbst wenn ein Mensch dann so sagt: Na ich wollte das ja so oder so und ich bin damit ganz glücklich, weiß man, daß das nur die halbe Wahrheit ist, denn alles was wir tun oder lassen, wird von außen von anderen Menschen mitgeprägt und ist nicht steuerbar.
Eine Psychotherapie könnte dir helfen, eine andere Sicht auf dein Leben zu bekommen. Ist das Glas halb leer oder halb voll? Für die einen Menschen ist es halb voll und für andere ist es wieder halb leer und wieder für andere ist es einfach ein Glas, egal was drin ist und wieviel und wieder für einige ist es völlig egal, ob es ein Glas ist, der Inhalt zählt.
So vielfältig können die unterschiedlichen Betrachtungsweisen auf das eigene Leben sein. Finde doch erst mal heraus, wie du die Dinge siehst und was daran für dich Druck verursacht.

Grüße

02.10.2015 06:25 • #4


Hallo Leute,

vielen dank schonmal für Eure Antworten.
Ich hatte mit Anfang zwanzig eine Verhaltenstherapie, diese hat aber nur kurzzeitig „Linderung“ gebracht.
Ich habe die meisten Dinge die ich angefangen habe auch zu Ende gebracht, allerdings war das anfangen gewisser Dinge schon ein
Kompromiss, weil andere Dinge wegen der PA nicht gingen.
Ich nehme seit ca. 1 Jahr Escitalopran, damit geht es einigermaßen. Ich bin bei Psychologen auf der Warteliste für eine
weitere Therapie. Leider kann ich aber erst Anfang Februar mit einem freien Platz rechnen.

Viele Grüße

Nick

02.10.2015 10:24 • #5


Icefalki
Lieber Nick, naja, ist schon eine Sache mit den Kompromissen und der Angst. Wenn deine Beziehung auch nur ein Kompromiss darstellt, ist das echt Mist.


Könntest du dich nur mal gedanklich verändern. Alles durchdenken? Und hast du gezielt vor etwas Angst?

02.10.2015 14:39 • #6


Klar, die Angst besteht halt darin alleine zu sein. Ich weiß auch einfach nicht was ich möchte. Finde ich nochmal eine Freundin die mich über alles liebt. Ich möchte einfach nicht vorschnell eine Entscheidung treffen die ich dann im Nachhinein bereue,...aber innerlich weiß ich auch, dass ich selber wohl niemals eine Entscheidung treffen werde:-(

02.10.2015 15:01 • #7


Icefalki
Ja und ohne eigene Entscheidung lebst du weiter im was wäre wenn.

Ich würde dir raten, als erste Entscheidung nochmals eine Therapie zu machen. Und dann kannst du an dir arbeiten.

Oder du bist nur mit dir selbst unzufrieden, weil deine Angst dir keinen vernünftigen Freiraum lässt?

Oder sind es deine medis, die dich zwar abschirmen gegen die Angst, aber auch gegen die Gefühle insgesamt?

02.10.2015 17:20 • #8


Ja das hast du Recht. Das ist aber alles so leicht gesagt mit den Entscheidungen treffen.
Die Therapie ist ja in Arbeit, dauert halt noch ein paar Monate:-(.
Ich glaube nicht das die Medikamente mich abschirmen ich würde gerne weniger fühlen,...

02.10.2015 18:50 • #9


Hotin
Hallo chrisbop86,
Zitat:
Ich bin extrem unglücklich, auch mit meiner Beziehung.


Das ist schade, das Du Dein Leben nicht so annehmen kannst und wo es
nötig ist, steuern kannst.

Zitat:
Alles in meinem Leben ist ein Kompromiss


Das ist immer so. Mein Leben ist daher auch ein lebenslanger Kompromiss
zwischen meinen Wünschen und dem, was ich derzeit erreichen kann.

Zitat:
Ich weiß einfach nicht wie ich aus diesem Teufelskreislauf heraus komme. Ich möchte mein Leben nicht
mehr nach der Angst richten.


In dem Du Dich mehr mit Deiner Angst und ihrer Steuerung auseinandersetzt.
Fast jeder Mensch richtet sein Leben nach seinen Ängsten aus.
Du kannst aber mit entscheiden, wovor Du viel und wovor Du weniger Angst hast.

Deine Schwierigkeiten scheinen eventuell darin zu liegen, das Du Probleme damit hast, Entscheidungen
zu treffen und diese dann auch für Dich zu akzeptieren.
Mit häufigeren Entscheidungen solltest Du also Deinen Teufelskreis verlassen zu können.

Zitat:
aber innerlich weiß ich auch, dass ich selber wohl niemals eine Entscheidung treffen werde


Dann musst Du Deine Angststörung behalten.

Viele Grüße

Hotin

03.10.2015 00:50 • #10



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