Phobie76

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Hallo

Also ich leide ja schon seit Jahren unter einer generalisierten Angststörung und PA. Ungefähr vor 6 Jahren war ich mal bei einer Psychologin. Damals fing ich mit Insidon an. Morgens und Abends je eine Tablette. Als ich dann Ende 2005 stationär aufgenommen wurde wurde die Dosis erhöht mit Morgens und Abends je 2 Tabletten. In der Klinik ging es mir auch recht gut, wobei ich das eigentlich nicht den Tabletten verdanke, ich denke einfach dass es die Therapie war. Danach hab ich 2 Jahre lang abgebaut. Bis ich heute Insidon nur noch als Bedarf nehme. Also wenn ich weiss, dass z.b. ein Termin ansteht dann nehm ich morgens eine (wahrscheinlich bei der geringen Dosis eher der Plazeboeffekt). Manchmal nehm ich wochenlang gar nix. Darauf bin ich ja doch auch relativ stolz weil ich sehr streng mit mir bin was Medis angeht. Nun ja, es kam jetzt halt wieder ne schlechte Phase wo ich ständig mit Angst gekämpft hab. Momentan gehts wieder den Berg etwas hoch ich merk das richtig. Die Psychologin meinte jetzt zu mir, ob wir mal ein Medis probieren sollen, damit ich mal stabil werde. Ich bin mir ja nicht so schlüssig ob ich mich wieder den Medis "hingeben" soll. Vor mir liegt ne Schachtel Cipralex. Die Packungsbeilage les ich gar nicht, weil ich weiss, dann nehm ich sie nicht weil ich mir dann eh alle möglichen Nebenwirkungen einbilde. Ich hab gesagt, ok ich versuche es, aber nur mit dem Minimum. Sie sagt ich soll einmal am Tag 5 mg nehmen. Also eine halbe Tablette. Es gäbe solche die werden davon total träge und müde und falls das bei mir so sein sollte, soll ich sie abends nehmen. Sie merkte noch an, dass ich einfach mal ne Woche "durchhalten" soll mit dem Cipralex weil sich die meisten erst ab dann besser fühlen. Was kommt da auf mich zu? Wenn ich das schon höre...
Wer hat Erfahrungen mit Cipralex? Wieviel nehmt ihr? Morgens oder Abends? Gabs Nebenwirkungen am Anfang? Welche? Bitte schreibt mir mal ein wenig darüber, damit ich abwägen kann ob ichs nehmen soll.

Vielen lieben Dank.

23.04.2008 13:31 • 24.04.2008 #1


8 Antworten ↓


Christina

Christina


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Hallo,

ich habe mal Cipralex genommen, leider warte ich heute noch auf die Hauptwirkung... Aber es ist einfach unterschiedlich, auf welches Medikament man letzten Endes anspricht.

Nebenwirkungen und Einschleichwirkungen hatte ich allerdings schon ein bisschen, vielleicht kann ich Dir damit ja weiterhelfen. Ich habe auch mit 5 mg angefangen, das ist die halbe Standarddosis. Ab dem ersten Einnahmetag war Cipralex ein Libidokiller. Das hat sich nach dem Absetzen schnell wieder normalisiert, ist aber blöd, wenn man das Zeug dauerhaft nimmt und in einer Beziehung ist. Ein paar Tage lang war ich ein bisschen magenempfindlich, Übelkeit konnte man das aber noch nicht nennen. Bei Citalopram (fast dasselbe wie Cipralex, nur mit mehr Nebenwirkungen) hatte ich früher mal bei der ersten Einnahme Angst bekommen. Mit anfänglich zunehmender Angst und mit Magen-Darm-Beschwerden muss man eigentlich bei jedem SSRI rechnen, ich hatte daher für alle Fälle Domperidon für den Magen und etwas zur Beruhigung bereit liegen. Bei Cipralex habe ich beides nicht gebraucht, das ist aber individuell verschieden. Mich hat es tatsächlich müde gemacht, daher habe ich es abends genommen. Auch dann noch, als auf die Standarddosis von 10 mg aufdosiert war. BTW: Das "Minimum" sind auf Dauer 10 mg, sonst brauchst Du eigentlich mit keiner Wirkung zu rechnen. Und die Wirkung tritt erst nach einiger Zeit ein, anders als bei Insidon, das man auch im Bedarfsfall nehmen kann. Die volle Wirkung wirst Du voraussichtlich erst nach einigen Wochen haben.

Liebe Grüße
Christina

23.04.2008 13:51 • #2


Phobie76


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Danke schonmal für Deine Antwort. Also mit Unannehmlichkeiten im Magen-Darm-Trakt kann ich gar nicht umgehen (Emetophobie). Vielversprechend hört sich das Ganze ja noch nicht an. Macht Cipralex eigentlich abhängig? Wäre es schwer wieder davon los zu kommen?

23.04.2008 14:13 • #3


Christina

Christina


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Nein, es macht nicht abhängig im Sinne einer substanzgebundenen Sucht. Aber: Man muss es ausschleichen, d.h. zum Ende der Behandlung die Dosis wieder langsam verringern. Das habe ich über ca. eine Woche wieder mit 5 mg getan und dann war's gut. Es kann aber bei allen SSRI Absetzsyndrome geben, und man weiß leider nicht, ob und wie stark die beim Einzelnen auftreten. Das können die gleichen Beschwerden sein wie beim Einschleichen, aber auch Unruhe, Schlafprobleme und sog. "Zaps" (stromschlagähnliche Empfindungen im Kopf). Das ist nicht gefährlich, aber unangenehm.

Zur Übelkeit: Wie gesagt, die ist bei mir nicht aufgetreten. Aber man kann vorbeugen.

Liebe Grüße
Christina

23.04.2008 14:39 • #4


Freakazoid

Freakazoid


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Hallo Phobie76,

ich bin 17 Jahre alt und nehme nun seit knappen 3 Monaten Cipralex 10mg ein. Mein Neurologe hat die Cipralex bei mir nicht eingeschlichen sondern gleich 10mg verabreicht. Im nachhinein hätte ich es lieber eingeschlichen aber naja was soll's.

Also in der ersten Woche hatte ich mit Nebenwirkungen zu kämpfen. Wie du aber siehst ich lebe noch. Ich hatte erstmal zunehmend mit Angst zu tun, Benommenheit sowie Schlafstörungen waren auch im Programm. Ansich nichts schlimmes aber es nervt doch. Nach der ersten Tablette war ich schon davor keine weitere mehr einzunehmen...
Naja auf die Finger beißen und durchalten habe ich mir gesagt weil noch schlimmer werden als es schon ist kann es nicht und sterben werde ich davon sicherlich auch nicht. Gesagt getan. Die Nebenwirkungen verschwanden nach gut einer Woche einnahme komplett.

Jetzt nach guten 3 Monaten bin ich sehr froh Cipralex genommen zu haben. Weiterhin bis auf die Nebenwirkungen eben hatte ich keine Probleme mehr. Es ist das erste Medikament was ich gegen meine Angst nehme aber es hilft. Zeitdem ich Cipralex nehme gehe ich wieder arbeiten und ich traue mich mehr aus dem Haus ohne andauern 'vorauszudenken'.
Ganz alleine auf die Cipralex stütze ich mich aber nicht. Du musst natürlich auch mithelfen damit es klappt. Panikattacken habe ich trotzdem noch wobei diese sehr selten geworden sind. (Ich glaube zeit der ersten Einnahme waren es 2 Stück.)

Gut die Symptome der Angst wie leichte Benommenheit, Atemnot etc. bestehen teilweise immernoch aber lange nicht mehr so oft und heftig wie vorher. Heilen tut Cipralex nicht aber es hilft.
Ich versuche aber allerdings nebenbei noch eine Therapie zu machen sofern ich einen Platz bekomme. Wenn die Therapie anschlägt und hilft will ich versuchen die Cipralex wieder auszuschleichen. Ausschleichen sollte man damit sich der Körper wieder umstellen kann. Abhängig macht es aber nicht!

Die mindest Dosis zur Wirkung sind 10mg. Ich glaube höchstens sollte man bis 20-30mg gehen. Ich bin auf den 10mg aber sehr stabil was mich auch freut weil allzulange möchte ich das meinem Körper trotzdem auch wenn es hilft nicht antun. Chemie bleibt eben Chemie.

LG Jan

23.04.2008 20:10 • #5


choice


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Ich nehme seit 3 Jahren Cipralex, und ich muss gleich sagen ich bin ein Pillenmuffel. Wenn es mir gut geht dann vergesse ich die Einnahme oder denke mir: Na läßt du halt einen Tag aus, die bauen eh einen Spiegel auf.

Ich nehme sie meist so im Spätherbst bis in den Frühsommer. Ohne das großartig mit dem Arzt abzusprächen. Das liegt erstens daran das ich sie jetzt schon seit etwa 7 Jahren nehme (vorher Seropram, welches von der Wirkung gleich ist) und mich damit mittlerweile ganz auskenne und ich zweitens keinen guten Arzt habe.

Eigentlich gewöhne ich mich immer sehr schnell daran, ich nehme 10mg und zwar 1x in der Früh ohne einschleichen. Sie wirken dann etwa nach 10-14 Tagen und die Nebenwirkungen wie Übelkeit und Durchfall hab ich nur 3-4 Tage.

VORBEUGEN kann ich den Magenbeschwerden indem ich die Tablette ca. um 4 Uhr früh nehme, dann geh ich nochmal schlafen. Dadurch verschlafe ich die Übelkeit, der Durchfall bleibt leider. Aber sie wirken dann auch schon ein bisschen wenn ich aufstehe.

23.04.2008 22:34 • #6


schicksal


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Hallo, bei mir ist es schon etwas länger her..
aber mir hat cipralex sehr geholfen, als es mir schlechter ging.
es ging zwar eine zeit bis es gewirkt hat..aber dann gings mir echt wieder gut!
da es mir dazumals wirklich viel besser ging, war ich auch nicht mehr in behandlung..und habe das medikament selber abgesetzt.
da ging es mir etwa eine woche ganz schlecht, habe viel geweint..und mir hat es das bild immer vor den augen verschoben. hatte richtige sehstörungen. das ging aber vorbei.
habe immer gesagt, dass ich es ohne medis schaffen will. als ich jedoch einmal einen "rückfall" hatte..hab ich wieder mit cipralex begonnen und war echt zufrieden! hat dann auch besser geklappt mit dem absetzten.

24.04.2008 04:49 • #7


Phobie76


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Also den Beipackzettel hab ich nun doch gelesen und nen halben Schock bekommen. Das Problem ist, ich hab 2 Kinder (7 und5). Die sind auf mich angewiesen, ich geh von einem Termin zum nächsten und hab da echt keine Lust drauf, dass es mir auch noch schlecht geht. Also ich denke, ich werde die Tabletten mal zur Seite schieben für wirklich schlimme Phasen. Sooooo übel gehts mir ja nicht. Hab vielleicht 2 Mal im Monat ne PA, komm eigentlich auch sonst gut durch den Tag und kann meine Angst gut wegatmen bzw. ignorieren. Da brauch ich mich doch jetzt nicht der Medizin hingeben wenn ich es mit meinem Geist schaffe. Weil ich bin sehr realistisch und weiss dass ich dagegen ankämpfen kann wenn ich will und lasse es einfach nicht zu. Und nur weil mir dann mal 2 Wochen nicht so gut geht soll ich dann wirklich mich an die Tabletten hängen?

24.04.2008 09:33 • #8


schicksal


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das "problem" bei cipralex ist halt..einfach auf die seite schieben und dann mal eine nehmen und hoffen es geht gleich besser; funktioniert nicht.
die müssen zuerst einen spiegel im körper aufbauen und das dauert seine zeit..bis sie wirklich wirken!

probier sie doch aus..und wenn du dann merkst, es geht dir schlecht..langsam wieder absetzen!

in allen beipackzetteln stehen schockierende sachen. wenn ich die immer alle genau lesen würde, würde ich wahrscheinlich kein medikament mehr nehmen!

24.04.2008 13:39 • #9



Dr. Hans Morschitzky


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