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Hallo Psychic Forum,

dachte eben, ich sollte mich vielleicht mal anmelden und mit Menschen reden, die vielleicht auch Ängste dieser Form mitmachen.

Bei mir wurde vor über einem Jahr Krebs diagnostiziert. Ich wurde operiert und momentan geht es mir gut, allerdings merke ich seit der Operation, dass ich nicht mehr wirklich tief einatmen kann, bzw. das nur noch funktioniert, wenn ich versuche zu gähnen, mich seitlich hinlege oder meinen Körper im Stehen leicht nach vorne beuge. Zudem spüre ich auch eine Art Druck im Brustbeinbereich.

Wenn ich versuche, tief Luft zu holen und nicht locker lasse, spüre ich auch ein Herzstolpern. Das Herzstolpern nehme ich auch teilweise im Liegen wahr.

Manchmal bemerke ich auch ein Kribbeln im Gesicht. Es gibt keine besonderen Situationen, in denen sich das Kribbeln bemerkbar macht. Passiert einfach hin und wieder.

Da ich aufgrund meiner Erkrankung häufig beim Arzt bin, spreche ich das Thema auch dementsprechend an. Es wird regelmäßig Blut abgenommen, aber bis auf eine Blutarmut ist zur Zeit alles eher unauffällig. Als ich das mit dem Druck in der Brust und dem Einatmen erwähnte, wurde ein EKG durchgeführt, bei dem alles in Ordnung war.

Die Ärzte nehmen mich nicht mehr ernst. Es wird ewig auf die Psyche geschoben. Habe schon einen Termin beim Kardiologen vereinbart, aber der ist erst im Mai. Früher bekomme ich einfach keinen Termin. Es wird einfach geblockt mit der Begründung, es handele sich ja nicht um einen Notfall. Gut, kann das verstehen, aber dennoch ist es eine Qual.

Das Herzstolpern habe ich früher immer mal wieder gehabt, nur die erschwerte Atmung eben seit meiner OP.

Ich bin regelrecht verzweifelt, weil die Symptomatik meiner Krebserkrankung damals auch nicht wirklich ernst genommen wurde. Das macht mir Angst.

Tut mir leid, dass der Text nun doch länger geworden ist. Ich werde mich bemühen, hier aktiv zu sein und anderen Menschen vielleicht die Angst ein wenig nehmen zu können. Ich weiß sehr gut, wie ihr euch fühlt. Ich hoffe ich kann helfen.

Lieben Gruß

Galimuna

03.02.2021 15:41 • 04.02.2021 #1


10 Antworten ↓


-IchBins-
Hallo und Willkommen. Die Angst kann viele Symptome auslösen, das ist dir sicher bekannt. Es wird eine Spirale, wenn man nicht aufpasst oder rechtzeitig handelt. Das Angstmodell kennst du bestimmt auch. Da du bereits geschrieben hast, dass dir das Angst macht, ist das Problem schon da.
Wenn dir das große Sorgen bereitet, könntest du vielleicht bei einem anderen Kardiologen um einen Termin bitten. Vielleicht beschreibst du nur die Symptome und nicht, dass du Angst hast und kommst dann schneller an einen Termin.
Leider geben sich viele Ärzte kaum noch die Mühe, wenn sie von vornherein wissen, dass man Angst hat, das ist meine Erfahrung gewesen. Ich wünsch dir viel Erfolg.

03.02.2021 16:49 • #2



Einatmen fällt schwer, Herzstolpern, Schwindel

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squashplayer
Ärzte schieben sehr gern was auf die Psyche. Meistens haben sie auch recht, denn die meisten Menschen sind gestresst und fast jeder hat irgendwas psychosomatisches. Und es ist für die Ärzte ja auch die einfachste Methode, den Aufwand zu begrenzen.

Ich würde auch sagen, lass es nochmal einen anderen Arzt untersuchen und wenn der nichts findet, kannst beruhigt sein

03.02.2021 19:13 • #3


flow87
Zitat von Galimuna:
Hallo Psychic Forum, dachte eben, ich sollte mich vielleicht mal anmelden und mit Menschen reden, die vielleicht auch Ängste dieser Form mitmachen. Bei mir wurde vor über einem Jahr Krebs diagnostiziert. Ich wurde operiert und momentan geht es mir gut, allerdings merke ich seit der Operation, dass ich ...


Hallo, willkommen hier bei uns und schön das du den Krebs besiegt hast.
Ich hatte kein Krebs und auch keine sonstige OP aber habe das Gleiche Problem wie du. Ich muss sehr oft tief einatmen und Gähnen. Das gibt mir dann eine gewisse Erleichterung. Ich war schon beim Kardiologen, Pneumologen, Hormonspezialist und hatte eigentlich schon das Blut von A bis Z durchchecken lassen. Alles ohne Befund. Wir bei mir auch immer auf die Psyche geschoben. Es gibt Tage an denen ich sicher 1000mal Gähnen muss. Der Blutsauerstoff ist aber immer normal bis eher hoch. Ein Sauerstoffmangel kann es bei mir nicht sein.

03.02.2021 20:17 • #4


-IchBins-
Zitat von squashplayer:
Ärzte schieben sehr gern was auf die Psyche. Meistens haben sie auch recht, denn die meisten Menschen sind gestresst und fast jeder hat irgendwas psychosomatisches. Und es ist für die Ärzte ja auch die einfachste Methode, den Aufwand zu begrenzen. Ich würde auch sagen, lass es ...


Einerseits stimmt das, aber wenn etwas Ernstes organisches oder körperliches übersehen wird, wird's schwierig. Deshalb sollte man den Patienten schon ernst nehmen.

Beispiel: Ich hatte andauernde Rückenschmerzen mit nächtlichem Aufwachen und Husten. Bis endlich mal geröntgt wurde und Ausbuchtungen in der rechten Bronchie festgestellt wurden sowie Asthma (seit Kindheit schon Bronchitis), verging fast ein halbes Jahr. Selbst mein Hausarzt fragte mich, warum die Untersuchung beim Facharzt so lange hingehalten würde und ich nun dann doch endlich eine CT bekam, um Weiteres auszuschließen.

03.02.2021 22:45 • #5


Zitat von -IchBins-:
Hallo und Willkommen. Die Angst kann viele Symptome auslösen, das ist dir sicher bekannt. Es wird eine Spirale, wenn man nicht aufpasst oder rechtzeitig handelt. Das Angstmodell kennst du bestimmt auch. Da du bereits geschrieben hast, dass dir das Angst macht, ist das Problem schon da. Wenn ...


Hallo,

vielen Dank für Deine Antwort. Was mir Angst macht, ist die Tatsache, dass die Ärzte damals Krebs ausgeschlossen hatten, sich dann aber doch Krebs herausgestellt hatte.

Nun habe ich seit der Operation die oben genannten Symptome und erneut wird es auf die Psyche geschoben. Dafür muss ich den Ärzten nicht einmal mitteilen, dass ich Angst habe. Sie gehen geradewegs selbst davon aus, die Psyche wäre das Problem.

Ich habe oft das Gefühl, die Psyche wird herangezogen, um es sich einfacher zu machen. Natürlich möchte ich nicht jeden Arzt beschuldigen, aber es ist schon bezeichnend, wie oft Ärzte mit dieser Begründung ankommen, wenn sie ratlos sind.

04.02.2021 02:13 • x 1 #6


Zitat von flow87:
Hallo, willkommen hier bei uns und schön das du den Krebs besiegt hast. Ich hatte kein Krebs und auch keine sonstige OP aber habe das Gleiche Problem wie du. Ich muss sehr oft tief einatmen und Gähnen. Das gibt mir dann eine gewisse Erleichterung. Ich war ...


Hi, danke für Deine Antwort.

Womit misst Du Deinen Blutsauerstoff? Mit einem Pulsoxymeter oder dem Smartphone?

Löst sich das Problem bei Dir teilweise auch, wenn Du Deinen Körper nach vorne beugst? Zumindest so, dass Du kurz danach durchatmen kannst? Und wie ist es, wenn Du seitlich schläfst?

04.02.2021 02:20 • #7


guteFee
Zitat von Galimuna:
Hallo Psychic Forum, dachte eben, ich sollte mich vielleicht mal anmelden und mit Menschen reden, die vielleicht auch Ängste dieser Form mitmachen. Bei mir wurde vor über einem Jahr Krebs diagnostiziert. Ich wurde operiert und momentan geht es mir gut, allerdings merke ich seit der Operation, dass ich ...


Es sind "nur" Panikattacken.
Glaube mir, ich hätte sie nicht besser beschreiben können!

Alles eine ganz normale Reaktion des Körpers, wenn man tief (zu viel Sauerstoff) einatmen.

Die Angst die Kontrolle oder Sicherheit über den eigenen Körper zu verlieren.
Man fängt an, die Atmung zu kontrollieren, was Atemzwang führt.
Das wiederum löst dann dieses Kribbeln in den Gliedmaßen aus. Taubheitsgefühl und Panik. Herzrasen, Todesangst.

Ich weiß nicht wie da rausgekommen bin..Habe einfach irgendwie alles lockerer gesehen.

Man kann das Leben und die Gesundheit nicht mit Kontrollzwang beeinflussen, höchstens vernichten!

Nachdem Ärzte nicht mal ansatzweise verstanden haben was ich meinte, habe ich es einfach gelassen...Das kontrollieren meiner Atmung.
Ich habe Es nicht mehr "in den Mittelpunkt "gestellt.

Irgendwann viel mir auf, dass es weg war...Einfach so...Ich bete zu Gott, dass es auch weg bleibt. Nur noch eine gesunde Portion Angst.

Ich weiß nicht ob es tatsächlich bei dir auch der Fall ist. Aber ich kann mir das gut vorstellen. Deiner Beschreibung nach.
Je mehr man verkrampft auf den Körper (Atmung) achtet, des so großer die Wahrnehmung der eigentlich ganz normalen Reaktion des Körpers.

Ich kann deine Angst nach einer solchen Erkrankung voll nachvollziehen.
Aber Du kannst und darfst dich entspannen und das Leben genießen.

Es wäre schade, wenn wir am Ende irgendwann sagen, ach hatte ich die Angst nicht gehabt dann hätte ich die ganze Zeit genießen können!

Alles ist gut!

04.02.2021 03:20 • x 1 #8


Hallo2020
Zitat von Galimuna:
Hallo, vielen Dank für Deine Antwort. Was mir Angst macht, ist die Tatsache, dass die Ärzte damals Krebs ausgeschlossen hatten, sich dann aber doch Krebs herausgestellt hatte. Nun habe ich seit der Operation die oben genannten Symptome und erneut wird es auf die Psyche geschoben. Dafür ...

Du bist doch aber sicherlich beim Onkologen zwecks Kontrolltermine oder? Nimmt er deine Beschwerden und Ängste auch nicht ernst?

04.02.2021 07:13 • #9


flow87
Zitat von Galimuna:
Hi, danke für Deine Antwort. Womit misst Du Deinen Blutsauerstoff? Mit einem Pulsoxymeter oder dem Smartphone? Löst sich das Problem bei Dir teilweise auch, wenn Du Deinen Körper nach vorne beugst? Zumindest so, dass Du kurz danach durchatmen kannst? Und wie ist es, wenn Du ...


Ja mit einem Pulsoxymeter, genau. Hatte auch auch schon Blutgasanalyse die unauffällig war.Im Schlafen merke ich das weniger. Muss auch oft Gähnen aber habe weniger das Gefühl tief einatmen zu müssen.
Ich habe auch das Gefühl, dass bei mir alles verspannt.

04.02.2021 08:10 • #10


-IchBins-
Zitat von Galimuna:
Hallo, vielen Dank für Deine Antwort. Was mir Angst macht, ist die Tatsache, dass die Ärzte damals Krebs ausgeschlossen hatten, sich dann aber doch Krebs herausgestellt hatte. Nun habe ich seit der Operation die oben genannten Symptome und erneut wird es auf die Psyche geschoben. Dafür ...


Ich bin deiner Meinung. Deshalb solltest du darauf beharren oder den Arzt wechseln. Was habe ich lange geklagt wegen meiner Beschwerden, bis dann ein halbes Jahr später mal geröntgt wurde und wieder fast ein halbes Jahr später eine CT angeordnet wurde. Manchmal muss man hartnäckig sein, auch, wenn es für einen selbst unangenehm ist.

04.02.2021 08:13 • #11



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