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Hallo liebe Angsthasen im Forum,

Sorry, wird etwas länger der Beitrag:

Keine Ahnung warum, aber bei mir geht es gravierend bergab. Hatte ich früher gelegentlich Vermeidungsprobleme und Panikattacken, haben sich die Probleme seit einigen Monaten potenziert.
Probleme mit Brücken, Ärzten, öffentlichen Veranstaltungen waren ja normal. Seit 5 Monaten komme ich kaum mehr 2 Km weit ohne extreme Panikattacken zu bekommen. Auffällig ist, dass ich …trommewirbel… seit neustem auch noch depersonalisiert wirke, stehe also den ganzen Tag irgendwie neben mir. Der Zustand alleine sorgt ständig für Verweigerungen, Unsicherheit und Paniknachschub. So arg, dass ich nun auch schon auf dem Weg zur Arbeit Wahninns-Attacken bekomme. Das empfinde ich als ganz böse.

Zu Hause alles Top, kaum komme ich vor die Türe, werde ich von diesem miesen Gefühl verhaftet.

Wenn ich dann vom Rad absteige pocht mein Herz, logo, irgendwie spüre ich dann seit neuem einen leichten Schwankschwindel. Also nicht wirklich der Kreislauf, eher Gangunsicher. Das hatte ich früher nie, legt sich aber nach einigen Minuten. Panik Ahoi, schon geht es ab.

Ich muss mich wirklich überwinden die Arbeit zu betreten, weil mein Kopf komplett verweigert. Bleibe auf jeder Etage stehen und will am liebsten sofort zurück. Ich prügle mich innerlich weiter und irgendwann geht es dann besser. Bis dahin ist aber wirklich ein megaschlimmes Feeling. „Nur weg hier…“ Ihr kennt das ja. Nun ist es momentan auch noch stockdunkel und ruhig wenn ich morgens die Flure entlang laufe, was die Panik steigert.

Ich konnte zuletzt nicht mal meine Frau im KH länger besuchen, weil ich komplett leer und verunsichert angekommen bin. Mit Schweiß auf der Stirn und zittrig in den Beinen hat sie mich wieder zurückgeschickt. Schlimmer geht es kaum. Wie kommt man sich da als Partner vor? Meine Frau steht allerdings zu 100 Prozent hinter mir. Der Rest der Familie (Mutter) weniger.

Nehme aktuell eine Halbe 2,5er Bisoprolol. Blutdruck selbst bei Belastung normal (max. 138/90 im Normalzustand 111/70) Ruhepuls 51-54 wg der Bisoprolol. Bei Panikattacken ist der Blutdruck komischerweise auch im Normalbereich. Zwischendurch mal Herzstolpern. (auf dem Rad, je nachdem wie ich atme) Im EKG war übrigens nichts zu finden. Aorta letztes Jahr ohne Befund, keine Verkalkung sichtbar.

Meine Hausärztin hat mir eine Therapie verordnet, weil sie keine Antidepressiva verschreiben darf. Die Therapie habe ich dann auch beim Psychiater angetreten und nach 22 Sitzungen abgebrochen. Nur reden hatte zumindest bei mir nicht den Erfolg gebracht, obwohl ich alles dafür getan habe. Verschreiben wollte auch er nichts. Aber es wird schlimmer. Und irgendetwas muss ich doch tun können.

Dieses Gefühl depersonalisiert wie in einer Matrix zu existieren und nicht am echten Leben teilnehmen zu können, frisst einen auf. Ein merkwürdiges Phänomen, das man nicht mal einem Arzt sachlich erklären kann, sofern er es nicht selber schon erlebt hat. Ich möchte mich jetzt nicht krankschreiben lassen, weil ich vermute dann ganz aufzugeben, und den Anschluss komplett zu verpassen.

Ganz wichtig: Die Störung habe ich eigentlich seit ich 7 Jahre bin. Damals wurde ich mit 12 in ein Heim geschoben und salopp ausgedrückt für schwer erziehbar erklärt. Lange Zeit war alles doch weg. Nun kommt es wieder, stärker denn je… Habt ihr einen Tipp? Ärzte schön und gut, aber mittlerweile betrachte ich das als vertane Zeit. So viele gute Heiler gibt es augenscheinlich nicht. Gehe übrigens jedes WE 2x joggen, dabei nur ganz selten Panik. Wenn ich mit meiner Frau gehe , dafür immer. Stress auf der Arbeit , klar, aber wer hat das nicht. Arbeite im IT-Bereich.

Wie schaffe ich es, nicht noch mehr abzudriften und dieses Gefühl zu akzeptieren? Ich muss meine Frau in drei Wochen dringend begleiten. Aber ich weiß jetzt schon, was auf mich zurollt, auch wenn ich meine Chuck Norris-Hose anziehe. Warum nur immer wenn ich raus muss?

Wer hat ähnliche Erfahrungen gemacht?

Danke für Eure Aufmerksamkeit. Bin für jede Zeile dankbar.
LG
Katjes

07.01.2015 10:19 • 07.01.2015 #1


3 Antworten ↓


anna24
Hallo,

Hast du dir mal aufgeschrieben was genau in die vorgeht wenn du so starke angst hast? (gleich in dem Moment)
Das verschafft mir etwas Klarheit.
Was auch gut ist wäre progressive muskelentspannung oder achtsamkeitsübungen.
Und hast du es vl mal mit was homöopathischen versucht wie passedan tropfen oder baldrian?

Lg anna

07.01.2015 10:56 • #2



Depersonalisation, wird schlimmer

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Hallo Anna,

Danke für Dein Feedback.
Die Attacken treten bei insbesondere bei Aufregung, Anstrengung und immer in Situationen auf, aus denen ich mich nicht zurückziehen kann, denen ich sozusagen ausgeliefert bin. (Aufzug, Arzt, Termine) Dieses doofe Gefühl neben mir zu stehen, habe ich derzeit ständig, was die Attacken natürlich bedient (außer zu Hause)
Was darf ich unter Achtsamkeitsübungen verstehen? Klingt interessant.
Homöopathische Mittel habe ich ehrlich gesagt nie versucht. Passedan Tropfen werde ich mal testen. Danke für den Tipp. Hast Du die Tropfen in dem Zusammenhang schon mal verwendet wenn ich fragen darf?

LG
Katjes

07.01.2015 11:22 • #3


anna24
Natürlich darfst du fragen

Also wegen den achtsamkeitsübungen müsstest du googeln.
Ja das mit dem rausgehen kenne ich zurzeit schlafe ich schon schlecht wenn ich am nächsten tag einen Termin habe wo ich hin muss.
Und die tropfen habe ich schon selber genommen, meine Freundin hat die auch in der Klinik gekriegt bevor sie die Tabletten haben nehmen müssen. Ich nehme sie derzeit nicht da ich am Mittag adjuvin nehme und nachts trittico.

Lg anna

07.01.2015 13:19 • #4




Dr. Reinhard Pichler