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Guten Tag,

mir liegt es am Herzen, kurz und knapp mein Fall zu schildern:
Ich leide seit meinem 14. Lebensjahr verstärkt an einer Panikstörung und es war bisher immer ein Spießroutenlauf.
Alle Behandlungen (psychiatrisch- psychotherapeutisch ) waren nicht sehr nachhaltig in der Wirkung und mit vielen Rückfällen verbunden.
Seit letztem Jahr (Januar) hab ich verstärkt zunehmend das Gefühl der "unwirklichkeit", so das alles automatisch abläuft und nicht mehr so bewußt. Zwar weiß ich noch wo alles steht und erkenne alle, selbst Details bis ins Kleinste. Ich hatte zudem dieses Jahr einen schrecklichen und belastenden Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik (nie wieder!).. Dort bekam ich so Äußerungen wie: "gesetzlicher Betreuer", "ich müsse für immer in son Wohnheim", oder: "Gegen die Krankheit gibts keine Pille, sie kommt auch immer wieder". Selbst war meine Angst so groß und konnte noch niemals in den Speiseraum gehen. Hungernd stand ich verbittert aufm Zimmer, sah da ... hab diese schei. Wände angestarrt.. Handy abgeben. (Keine Möglichkeit zum ablenken) .. Ich weiß nicht wieso mir das immer passiert.
Ich wurde selbst schon neurologisch, internistisch komplett untersucht (alles in bester Ordnung) ... Jetzt habe ich so das Gefühl, alles was ich mache ist so unreal, selbst das was ich hier schreibe. Ok- wenn ich dran denke, errinere ich mich komplett an allem aber irgendwie ist alles so gleichgültig ... Muss mich mehr konzentrieren auf jegliches. Möchte gerne wissen was mit mir los ist. Kann mir jemand vielleicht mal hierzu eine Infos geben ob das normal ist?

Alles Liebe!

03.02.2014 17:01 • 17.03.2015 #1


10 Antworten ↓


Dini58091
Huhu,

nimmst du Medikamente? Ich nehme das Opipramol und vertrage das auch gut! Wo ich
aber 3 Tabletten am Tag nehmen sollte, ging es mir auch so! Ich war nicht mehr
ich selbst. Als ob alles irgendwie nur noch funktionierte. Konnte nicht mehr lachen,
hab mich nicht mehr wieder erkannt. War tot traurig deswegen!
Meine Ärztin sagte, dann wäre die Dosis wohl zu hoch für mich!
Ich sollte zwei nehmen! Hab ich getan und jetzt bin ich wieder die Alte
Naja, fast! Die bin ich erst, wenn ich keine Tabletten mehr nehmen muss,
aber hauptsache es geht einem gut!

Alles Liebe

03.02.2014 19:23 • #2



Depersonalisation (veränderte Wahrnehmung)

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Hey Dini,

ich habe eine Bedarfsmedikation in Form von Pipamperon (Dipiperon Saft) und zudem Naturheilmittel (Bachblüten)
Genau, bin auch der Meinung man muss alles ausprobieren und das richtige finden.

Wie hat sich das denn bei dir bemerkbar gemacht mit der Depersonalisation?


Alles Liebe auch

03.02.2014 20:03 • #3


Dini58091
Also bei mir ging es nur ein par Wochen so! Vielleicht liegt es bei dir auch an den Medikamenten!
Probier dann halt mal was anderes aus!

Ich habe einfach gemerkt, dass ich nicht mehr ich selbst bin. Ich konnte nicht mehr lachen. Keine Gefühle äussern.
Es war einfach unwirklich. Als ob man nicht ganz da ist. Ganz komisch! Es ging mir zwar mit den Panikattacken besser,
aber das fand ich auch nicht toll! Musste dann richtig Schauspielern für meine kleine Tochter!

03.02.2014 20:14 • #4


Hallo Alife!

Ich habe auch so ein Gefühl wie Depersonalisierung.. Ich nenne es auch Gefühl von Distanziertheit oder neben-sich-stehen. Ich kann das leider nicht richtig beschreiben aber mir geht es immer so, als wenn ich mich von drinnen sehe und als ob ich nur handle. Kann ich gar nicht beschreiben. Ich hatte so etwas noch nie! Ich habe dies erst, seitdem ich das Venlafaxin ausschleiche und jetzt im unteren Dosisbereich angekommen bin. Seitdem ich etwa 10 mg nehme (bin jetzt bei 6,0mg) habe ich das. Es kommt irgendwie immer ab dem späten nachmittag und abend. Morgens ist es dann wieder weg.
Ich glaube nicht, daß es eine neue Form von Depression oder so ist, also daß es nicht von meiner Grunderkrankung kommt. Das Venlafaxin hat mir die Hölle auf Erden gezeigt und ich schleiche das jetzt 8 Monaten aus!

Hattest Du das denn früher auch schon gehabt? Wenn nicht, dann würde ich auch daran denken, daß es wohl durch das Medikament kommt. Hast Du mal mit dem Arzt darüber gesprochen? Was sagt der denn dazu? Wobei es mich nicht wundern würde, wenn der Arzt alles von vornherein absagt. Ich habe lange dafür kämpfen müssen, daß mir einer von meinen Ärzten endlich glaubt, daß ich das Venlafaxin gar nicht vertrage.

Gute Besserung und alles Gute wünscht Dir Jess

03.02.2014 20:43 • #5


Dini58091
Ja, manche Ärzte sind da sehr verständnisvoll und andere bestehen auf ihre Ansicht.
Jeder kann irgendein Medikament nicht so vertragen!
Jess-Phillip: Dann ist das Ausschleichen ja auch die Hölle für dich!
Man kann das Medikament auch nicht einfach durch ein anderes ersetzen, oder?
Also da einfach weg und ein neues sofort nach!?
Das wäre glaube ich zu schön ne? Halte durch. Das wird wahrscheinlich nur vorrübergehend
sein. Entzug halt!
Alles Liebe

03.02.2014 20:54 • #6


Hey Jess,

du nimmst das Venlafaxin (Trevilor) in der Stärke 10 mg.? Ich glaub das gibt es nur ab 37,5 mg. aufwärts.
Mh. Ein Arzt sagte letztens, ich mache einen guten Eindruck. Ok - aber innerlich denke ich schon nach was es wohl sein könnte..
Liebe Grüße und alles Liebe !

03.02.2014 21:01 • #7


Hallo!

Ich habe am kommenden Donnerstag einen Termin bei einer neuen Ärztin und mal sehen. Ich hoffe, daß man das Venla einfach so austauschen kann, auch wenn meine alte Ärztin das immer verneint hat. Ich hoffe, daß man das Venla einfach austauschen kann...

Es ist richtig, daß es Venlafaxin (Trevilor) als kleinste Dosis in 37,5 mg Tabletten oder Kapseln gibt. Aber ich habe mir die Kapseln verschreiben lassen, wo diese zig kleinen Kügelchen drinnen sind. Da habe ich dann ausgerechnet, wie viel mg ein Kügelchen hat und so konnte ich dann in der Dosis immer langsam runtergehen.
Also Kapsel auf, kleine Kügelchen abzählen und rausnehmen, so viele wie ich sie gerade brauche. Ich nehme die Kügelchen eben ohne die Kapselhülle. Ein Kügelchen hat 0,3 mg und ich nehme seit heute 19 Kügelchen, also 5,7 mg.

Ich bin ja mal gespannt, was die neue Ärztin am Donnerstag sagt. Ich kann mir gar nicht vorstellen, daß die PA als Entzug vom Venla kommen. Dieses miese Depersonalisierungsgefühl bestimmt, aber die PA... War ja meine Grunderkrankung.

Danke für die Grüße !

Alles Gute und gute Besserung wünscht Jess

04.02.2014 20:40 • #8


Vielen Dank - Halte uns aufm Laufenden!

05.02.2014 14:38 • #9


Ich habe mal eine Frage: Ist eine sogenannte Bewußtseinsveränderung, auch Depersonalisation gut behandelbar oder heilbar?
Irgendwie ist das so bei mir momentan:
Das Gefühl das alles so unwirklich ist (beim Betrachten von Objekten).
Zwanghafte Selbstkontrolle (funktioniert dies und das noch)...
Gefühl das was ich heute gemacht habe, ist so unwahr. (als ob das schon lange zurückliege)..
Sind das typische Merkmale einer Depersonalisation und wie wird diese behandelt?

14.02.2014 12:12 • #10


Hi
Ich hatte Beschwerden die euren ähneln nach dem vierten Besuch bei einem Augenarzt wurde mir (geringe) Weitsicht diagnostiziert. Da sie schwach ausgeprägt ist habe ich sie nicht bemerkt und durch langes spielen bzw. arbeiten am PC und lesen haben sich meine Augen aufgrund der Sehschwäche zunehmend verkrampft. Ich konnte nur schwer sehen hab stark und oft geblinzelt und hab alles wie abgehackt gesehen. Nach dem ich mich im Internet informiert hatte dachte ich ich hätte ebenfalls eine psychische Störung entwickelt, weil ich zeitweise auch etwas einsam war Angst vor dem Versagen in der Schule hatte. Ich will euch nicht unterstellen das ihr wie ich zu viel in eure Probleme hereininterpretiert , aber wenn ihre ähnliche Beschwerden habt wie ich damals dann sollte ihr euren Augenarzt.mal danach fragen. Ich trage jetzt zum lesen und für die Zeit vor dem Fernseher und dem PC eine Brille und ich kann schon eine eindeutige Besserung erkennen

17.03.2015 22:21 • #11



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