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Hallo zusammen,

ich bräuchte einen Rat, da ich zur Zeit nicht mehr so richtig weiß, wie es weitergehen soll...

Zur Situation hatte ich in letzter Zeit bereits ab und an etwas ins Forum geschrieben, ich versuche das noch einmal kurz zusammen zu fassen.

Der, meiner Meinung nach, konkrete Auslöser für die eigentlichen PAs war der gleichzeitige berufliche Stress plus die fast gleichzeitige Krebserkrankung beider Eltern.
Was meine Eltern angeht ist mittlerweile wieder alles "in Ordnung", wenn man das so sagen kann. Soll heißen sie (vor allem mein Vater) haben eine gute Portion Glück gehabt. Sind jetzt in Reha und die Nach-Maßnahmen/-Untersuchungen kommen noch, aber das gröbste ist vorbei.
Auf der Arbeit sieht es allerdings nach wie vor besch...eiden aus.
Ich stehe als Qualitätsingenieur zwischen dem Kunden und den internen Bereichen.
Dazu kommt eine Arbeitsstruktur, welche aufgrund von mehreren Strukturänderungen mittlerweile eigentlich nicht mehr als solche bezeichnet werden kann.

Das Einzige, was mich noch ein wenig aufrecht hält, sind die Kollegen in der eigenen Abteilung/Gruppe.

Ich "rette" mich nur noch von Woche zu Woche und habe teils mehr oder weniger schlimme psychosomatische Symptome. Mal erst nach der Arbeit, wenn man zur Ruhe kommt, mal direkt morgens bevor es losgeht.


Mein Hauptproblem zur Zeit ist aus meiner Sicht ist, dass ich eigentlich gewillt bin möglichst schnell die Arbeit zu wechseln.
Aufgrund der mittlerweile ausgebreiteten Angst traue ich mir allerdings Vorstellungsgespräche nicht so richtig zu.
Als wäre man in einem Teufelskreis...

Aus einem Gespräch mit einem Arbeitskollegen, der bereits länger mit der Diagnose Burnout krank geschrieben war und seit einiger Zeit wieder zurück ist, sowie diversen "Tests" im Internet und Beschreibungen im Forum stellt sich für mich aktuell die Frage:
Zu welchem Arzt sollte man konkret gehen und direkt das Thema Burnout von mir aus ansprechen, um ggf. doch auch mal eine längere Auszeit zu nehmen um den Umgang mit dem Stressfaktoren und mir selbst (wieder) zu lernen?

Mir kommt es zur Zeit sowohl beim meiner Hausärztin, als auch bei der Psychologin so vor, als würden eher die Auswirkungen zu "bekämpfen" und teils auch noch das organische auszuschließen (habe noch Termine für Kopf-MRT und beim Kardiologen).
Allerdings bin ich auch eher der ruhige Typ, welcher von sich aus nicht unbedingt direkt so ein Thema anspricht.

Es ist nicht so, dass ich nicht gerne arbeite... im Gegenteil, auch die jetzige Stelle hat mir früher auch aufgrund ihrer Vielfältigkeit sehr gefallen.
Leider hat sich das mittlerweile, auch aufgrund der allgemeinen Lage und des "schlechten" Jahres 2009 geändert (quasi seit die gleiche Arbeit mit 250 Leuten weniger gemacht werden muss) und ich teils das Gefühl habe kurz vorm Zusammenbrechen zu stehen.

Hat von euch jemand Tipps, wie ich da vorgehen kann?

Gruß
OneOfMany

25.05.2011 08:08 • 25.05.2011 #1


2 Antworten ↓


Oh je, wie ich das alles kenne!!
Ich habe da schon viel erlebt. Ich bin zwar nicht im Angestelltenverhältnis, aber es ist eigentlich dasselbe. Ich werde immer damit konfrontiert mein Unternehmen endlich aufzugeben, da das alles zu stressig wäre und und....
Ich glaube, es kann Dir da niemand helfen und genau das ist das Problem. Du mußt für Dich eine Entscheidung fällen, und genau das kann einem fertig machen. Hör mal tief in dich rein. Mach mal zwei Spalten, schreibe Vor und Nachteile auf. Schaue, vor was du Angst hast, schaue was schlimmstenfalls passieren kann und dann fälle eine Entscheidung und stehe darüber, denn dahinter ist das Licht.
Was die Vorstellungsgespräche betrifft, ich hab da ein kurzfristiges Notfallmedikament genommen, bin dann hingegangen. Vorallem fühlst du dich danach total super, ob die dich dann nehmen oder nicht, du bist dann erst einfach mal stolz, das du es geschafft hast.
Hoffe konnte dir etwas helfen

25.05.2011 08:23 • #2


Hallo und danke für die Antwort

Dass ich ohne Wechsel zu einem anderen Job nicht aus der Situation heraus komme steht für mich ja bereits fest.

Als "Notfallmedikament" hätte ich auch Tavor 0,5 hier. Allerdings bisher nicht genommen, bzw. auf Rat meiner Hausärztin teste ich das in Kürze mal um die Wirkung zu erleben und im Fall der Fälle keine Angst vor der Tablette zu haben.

Was ich mich momentan allerdings frage ist, ob eine Auszeit nicht doch sinnvoll wäre, zumal ich mich währenddessen auch in Ruhe nach einem neuen Job umschauen könnte und für Vorstellungsgespräche evtl. gar nicht erst ein Notfallmedikament brauche (wie früher halt).
Habe teils das Gefühl, dass ich eine Art Allergie auf meine jetzige Stelle habe.

Ich bin mir nur nicht sicher ob die Hausärztin oder die Psychologin dafür "die richtige Adresse" ist, sprich wenn es um Burnout geht.


Andererseits denke ich mir auch, dass ein "leerer Fleck" im Lebenslauf natürlich nicht so schön ist. Oder muss man solche Zeiten nicht angeben?


Grüße
OneOfMany

25.05.2011 13:18 • #3




Dr. Hans Morschitzky