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Hallo,

ich bin neu hier und habe das auch noch nie gemacht und finde es irgendwie
gerade auch etwas eigenartig, aber einen Versuch ist es ja Wert.
Ich leide seit mehren Jahren an einer Angsstörung mit Panikattacken. Zur Zeit geht es mir gerade wieder sehr schlecht. Ich fange bald mit einem neuen Job an und weiß nicht, wie ich es derzeit schaffen soll. Ich stehe unter einem totalen Druck, dass ich jetzt auch schon zu hause Angstzustände bekomme, wo ich mich sonst eigentlich immer sehr wohl gefühlt habe. Ich leide unter einer Agoraphobie und einer generalisierten Angststörung. Andauernd mache ich mir komische Gedanken, von denen ich dann Angstzustände bekomme. Ich würde dann am liebsten weglaufen aber wo soll man hinlaufen, wenn man vor der Situation oder einen Gedanken nicht weglaufen kann. Schlimm ist, dass mein Arbeitsplatz über 100 Kilometer entfernt ist und ich mit dem Auto Autobahn fahren muss. Ich habe aufgrund der Krankheit kein Selbstvertrauen zu mir und ständig Angst die Kontrolle über mich zu verlieren, was besonders beim Autobahnfahren der Fall ist, weil es dort ja auch die ganze Zeit nur geradeaus geht. Zur Zeit habe ich manchmal das Gefühl nicht richtig atmen zu können und mache mir Gedanken über Sauerstoff, den man ja auch nicht sehen kann, bei diesem Gedanken bekomme ich Panik, möchte weglaufen aber wohin, vorm Sauerstoff kann man ja nicht fliehen, ich weiß, dass meine Gedanken nicht normal sind, aber ich habe leider eine blühende Phantasie. Ich leide darunter Dinge evtl. nicht kontrollieren zu können (wie z. B. der Sauerstoff), das macht mir dann Angst. Es treten immer neue Gedanken und Phantasien auf. Zur Zeit bin ich echt ganz schön fertig, habe das Gefühl im Dauerstress zu sein. Kennt vielleicht jemand das Gefühl Angst vor Dingen zu haben, die man nicht kontrollieren kann? Ich würde mich über Antwort freuen, besonders weil es in meinem Umfeld nicht leicht ist auf Leute zu treffen, die diese Gefühle nachvollziehen können. So das musste jetzt mal sein....

10.07.2008 16:07 • 24.07.2008 #1


35 Antworten ↓


freggle
hallo kad...

ich freu mich das du mit an board bist. du findest hier sicher verständnis.
ich kann dich gut verstehen. das mit dem sauerstoff hatte ich auch. aber darüber brauchst du dir keine gedanken machen. du atmest von ganz allein ob du willst oder nicht, da kann die angst noch so groß sein.
angst ist ein schei. gefühl, ich hab es selber. und auch ich muss mich jeden tag aufs neue damit auseinandersetzten. und weißt du was mir auf dauer hilft? ich sag immer zu mir selbst: "ich lebe, ich lebe mein leben so wie ich will, und da hinderst du mich nicht dran (die angst). wenn du mit mir mitkommen willst dann tu das, ich gehe auch mit dir durch mein leben."
bist du in behandlung wegen deiner ängste?

10.07.2008 19:45 • #2



Arbeit 100km enfernt - Angst vor der lange Strecke

x 3


Hi Freggle,

erst einmal, vielen lieben Dank für Deine lieben Worte. Ja, ich bin in therapeutischer Behandlung, leider hat es mir im Moment noch nicht so viel gebracht. Ich habe noch nicht so den Draht zu meinen Therapeuten. Schlimm ist nur, dass ich außer mit meinen Therapeuten mit niemanden über meine Ängste sprechen kann, weil es keiner versteht. Sogar mein Vater, der immer hinter mir gestanden hat, versteht mich jetzt nicht mehr. Er meint, dass es nicht so schlimm sein kann mit der Angst, warum ich nicht einfach Auto fahre. Wir sind vorhin meinen Arbeitsweg noch mal gefahren und ich hatte zwischenzeitlich wieder Angst, Schlimm ist, dass bei meiner Angst Zwangsgedanken dazu kommen. Ich fühlte mich auf der Autobahn total unter Druck, wollte einfach anhalten, aber kann ja nicht, hinter mir fahren ja Autos. Mein Freund setzt mich aucht total unter Druck. Er versteht das alles eh nicht und ist der Überzeugung, dass ich mir alles nur einrede. Ich fühle mich im Moment total alleine, kann meinen Streßpegel auch irgendwie nicht abbauen. Wie bereits ja schon erwähnt, fehlt mir im wahrsten Sinne des Wortes die Luft zum Atmen. Fühle mich richtig eingesperrt. Eigentlich bin ich ein recht offener und lebenslustiger Mensch, doch im Moment hat meine Angst das Sagen. Jetzt bin ich nur ein Gefangener in seiner Angst, der keine Lebensfreude mehr hat. Ich weiß einfach nicht, wie ich aus diesem Teufelskreis rauskommen soll. Ich lese Bücher und weiß, dass alles nicht so schlimm ist, aber ich kann meine Sorgen und Gedanken nicht steuern. Nächsten Dienstag muss ich fit sein und je mehr der Tag näher kommt, desto mehr Angst habe ich. Ich hätte die Möglichkeit einer Fahrgemeinschaft, aber wie soll ich fremden Leuten (Arbeitskollegen) erzählen, dass ich unter Ängsten und Panikattacken leide, was passiert, wenn ich sie wieder während des Fahrens bekomme oder wenn ich als Beifahrer mitfahre. Ich bin total unter Druck und keiner versteht das. Ich wünschte mir manchmal, ich würde neu geboren werden....So, jetzt habe ich wieder so viel geschrieben, aber es geht mir auch so viel durch den Kopf!

11.07.2008 10:47 • #3


Fallen Angel
Hallo Kad!

Es tut mir leid, dass dich keiner in deinem Umfeld verstehen kann. War bei mir auch eine lange Zeit so. Wie soll man als Außenstehender auch so etwas verstehen können? Mei mir war es so, dass meine Mama immer sagte, stell dich nicht so an. Wenn du nicht dran denkst, wird´s besser. Dann hat sie eine Panikattacke mal live und in Farbe mitbekommen und war richtig geschockt. Bin vorher nämlich immer weggelaufen, wenn ich merkte, dass eine panikattacke kommt und jemand dabei ist.
Seitdem ist das Verhältniszwischen uns wieder besser geworden.
Aber zum Glück hast du hier viele Menschen, die dich verstehen und die dir helfen können.

Ich wünsche dir viel Kraft.

Liebe Grüße Fallen Angel

11.07.2008 11:25 • #4


freggle
@kad

ich glaube menschen, die die angst in solchen formen nicht kennen, können sie auch nicht verstehen, und sich schon gar nicht vorstellen, wie es ist damit. aber da kann man sie auch nicht für verurteilen. hätte mir damals jemand was von angst erzählt und wie es ist damit zu leben, als ich selbst noch nicht betroffen war, hätte ich es auch nicht verstanden und hätte es auch als harmlos hingestellt.
ich rate dir nicht zu einer fahrgemeinschaft, damit gibst du der angst noch mehr freiraum und lässt dich von ihr lenken. setzt dich ins auto, ich weiß wie schwer es ist mit angst etwas zu machen ich selbst muss es auch jeden tag auf neue tun, und fahr selbst. wenn die angst mit will dann nimm sie mit. setzt sie auf den beifahrersitzt. sie kann ja solange radio hören oder ein buch lesen solange du fährst. ich weiß, es hört sich total bescheuert an, aber ich mache es so und es hilft mit der zeit.

drück dich...
lg freggle

11.07.2008 12:24 • #5


Hi kad!

Kann deine Ängste gut verstehen (besonders das "nicht kontrollieren können der Atmung" etc.)
Von Zeit zu Zeit beginne ich damit, mich zu sehr auf meine Atmung zu konzentrieren, was zur Folge hat, daß die Atmung mir seltsam "schwer" erscheint, und ich den Eindruck habe, daß das Atmen mir generell Probleme bereitet. (leichte Erstickungsangst und Beklemmungsgefühl in der Brust). Das beste Mittel dagegen ist langsam und kontrolliert tief ein und aus zu atmen, so daß man sich selbst beweist, daß alles in Ordnung ist.

Bezüglich Therapeut:
Wenn du von Anfang an keinen besonders guten Draht zu deinem Therapeuten hattest, dann solltest du dir eventuell überlegen, ob du den Therapeuten nicht wechseln solltest. Der von Grund auf gute Draht zum Therapeuten ist eine der wichtigsten Grundlagen der ganzen Therapie.

11.07.2008 12:37 • #6


Hi Freggle,

vielen Dank für Deine aufmunternen Worte, das tut gut. Ich habe meine Angstzustände auch immer vor anderen versteckt. Bei einigen gelte ich als Zicke und komisch, weil ich mich manchmal etwas sonderbar verhalten, aufgrund meiner Ängste. Am Anfang hat es mich verletzt, jetzt stehe ich darüber, erzählen kann ich es eh nicht jedem. Alleine fahren, traue ich mir im Moment noch nicht so zu, obwohl ich manchmal so gar glaube, dass es mich stärker machen würde, weil ich jetzt auf mich alleine gestellt wäre. Leider ist es auch eine Kostenfrage. Alleine würde mir das zu viel an Benzin kosten, da der Benzinpreis ja im Moment auch so hoch ist. ), das fällt mir so schwer, ich fühle mich dann so verloren, alles ist komisch und fremd, niemand kann mir helfen und ich möchte am liebsten wegrennen, aber wohin, schließlich kann man vor sich und der Welt ja nicht wegrennen. Ich komme mit meinen negativen Katastrophengedanken nicht zurecht. Das ist auch der Grund, warum ich die Therapie ein wenig sinnlos finde, wir sprechen dort irgendwie nie darüber, was ich gegen meine negativen Gedanken machen soll, außer vielleicht positive erzeugen, aber wenn das so einfach ist. Ich muss mich noch mit meiner Angst anfreunden, im Moment ist sie noch mein Gegner, es ist wie Engel und Teufel. Der Teufel hat leider noch die oberste Hand. Hatte aber auch eine ätzende Zeit hinter mir, jetzt muss ich erst mal das positve wieder annehmen. Wie kommst Du mit Angstgedanken zurecht. Hast Du auch manchmal Fremdheitsgefühle?

11.07.2008 12:46 • #7


Hi Pueblo,

ich neige auch ein wenig dazu mir Dinge schnell anzueignen, gerade was Krankheiten angeht, früher waren es körperliche heute sind es etwas mehr die psychischen. Über einen Therapiewechsel habe ich auch schon mal nachgedacht, vor allem, weil ich ja jetzt eine neue Arbeitsstelle habe. Ich hatte überlegt mir evtl. dort einen Therapeuten zu suchen und ihn evtl. 1 Mal die Woche während der Mittagspause aufzusuchen oder überhaupt irgendwie ein anderen Therapeuten, ich habe bei meinem immer das Gefühl im fehlt die Praxis. Es freut mich aber sehr, dass Deine Therapie gut angkommt. Du erzähltes etwas von Zwängen. Bei mir treten neuerdings auch vermehrt Zwänge auf. Was die Atmung angeht, versuche ich nicht daran zu denken, lenke mich ab und dann sage ich mir mittlerweile siehst Du Du lebst immer noch, obwohl wenn ich liege oder im Bett liege, verfalle ich wieder in Luftnot bzw. konzentriere mich wieder zu doll. Wie gehst Du mit Deinen Ängsten um, was hast Du für eine Angst? Liebe Grüße Kad

11.07.2008 13:07 • #8


Hi Kad!

Zu den Zwängen:
Ich war schon seit dem frühen Kindesalter ein sehr neurotischer Mensch. Schon damals habe ich sehr viele Ticks und Zwänge entwickelt - doch der immer vorrangigste Zwang war ein stark ausgeprägter Kontrollzwang (deshalb wurde ich bei deiner Angst, die KONTROLLE über die Atmung zu verlieren hellhörig. Das Wort "Kontrolle" sticht mir einfach ins Auge)
Die Angst vor dem Kontrollverlust hat schon früh dafür gesorgt, daß ich mir alle möglichen "körperlichen Leiden" eingebildet habe. Es hat schon im frühen Grundschulalter angefangen, als ich plötzlich eine panische Angst davor, "nicht mehr Schlucken zu können" entwickelte. Das Schlucken fiel mir damals wahnsinnig schwer, ich konzentrierte mich ständig darauf, hatte immer das Gefühl "nicht genug Speichel im Mund zu haben", und ich hatte ständig Angst davor, die Kontrolle über das Schlucken an sich zu verlieren. Der Teufelskreis war allerdings der: Je mehr ich mich darauf konzentrierte, um so schwerer fiel es mir, und um so schwerer es mir fiel, um so mehr konzentrierte ich mich drauf.
Im Laufe der Zeit hat sich herausgestellt, daß so ziemlich alles, was in meinem Körper passiert, sich aber meiner Kontrolle entzieht, mir Angst macht. Den "Höhepunkt" habe ich vor ungefähr einem Jahr mit dem Aufkommen meiner Herzphobie erreicht.

Ein deutlicher Ausdruck meines "Kontrollzwanges" ist, daß ich - bevor ich die Wohnung verlasse - alles nach einem fixen Schema mehrmals durchkontrolliere (Geräte, Licht, Telefon,...)

Ein weiterer Ausdruck meines Kontrollzwanges ist es, daß ich Medikamente nicht einnehmen kann, ohne sofort Angstgefühle zu entwickeln, denn ich habe sofort nach der Einnahme eines Medikaments die tiefe Angst, daß ich all den Wirkstoffen auf Gedeih und Verderb ausgeliefert bin. Ergo: Panik

Hast du vielleicht ähnliche Kontrollzwänge? Gibt es Dinge im Alltag, die du wiederholt "durchkontrollierst" bevor du dich wohlfühlst?

11.07.2008 13:23 • #9


Hi Pueblo,

das mit dem ständig Kontrolliern kenne ich auch. Muss immer gucken, ob der Herd aus ist oder ob die Tür auch zu ist. Ich leide ja unter einer Agoraphobie, habe jetzt erfahren, das ich ein totaler Sicherheitstyp bin und ebenfalls Angst habe die Kontrolle über mich zu verlieren. Mir gehts es derzeit z. B. auf der Autobahn so, dass in mir ein Gedanke hochkommt einfach anzuhalten oder zu bremesen oder in eine Leitplanke zu fahren oder das Lenkrad loszulassen, solche Gedanken belasten mich. Ich habe aber auch Zwangsgedanken in der Form wie in etwa immer an etwas schlechtes zu denken, obwohl es mir nicht gut tut. Kennst Du vielleicht den Gedanken jemanden etwas anzutun, ohne dass Du das willst? Ich habe mal in einer Forensik gearbeitet, danach hatte ich ganz viele solcher Gedanken. Mein Therapeut mein, dass es aus Angst vor dem eigenene Kontrollverlust kommen würde, da man ja Angst hat die Kontrolle zu verlieren. Ich habe auch irgendwie 0 Vertrauen zu mir. O.K. irgendwie schon, aber zweifle derzeit stark daran. Mich belastet das sehr, vor allem weil ich nächste Woche nach langer Arbeitslosigkeit wieder anfange zu arbeiten und gerne perfekt sein möchte, obwohl ich mich im Moment ganz schwach finde. Ich hatte mir z. B. Gedanken über einen Tinnitus gemacht. Kurze Zeit später hatte ich ein Piepen auf dem rechten Ohr. Ich habe aber festgestellt, dass man es wirklich überhören kann, wenn man sich einfach nicht mehr darauf konzentriert. Aber da Du das mit Deinen Krankheiten im Griff hast, weißt Du das ja bestimmt auch. Tröste DIch ich bin auch Stammgast bei meiner Hausärztin, die weiß aber über meine Krankheit Bescheid. Mich würde nur mal interessieren, wie man mit solchen Gedanken klar kommen soll. Lg Kad

11.07.2008 13:38 • #10


Hi Kad!

Kann sehr gut verstehen was du meinst.

Diese "bösen Gedanken" (die man ja eigentlich nicht als "böse" sondern eher wie einen Zwang empfindet) kenne ich ebenso wie den Zwang Herd / Türe zu kontrollieren, genau wie den Zwang aus dem Kontrollzwang auszubrechen, indem man einfach und so spontan wie möglich etwas "total unberechenbares" macht (siehe Leitplanke).

Im Zuge meiner Therapie wurde mir nach den ersten Stunden von der üblichen Kontrollzwang-Bekämpfung nach dem Schema: "Kontrollzwang Stück für Stück abbauen" strikt abgeraten, und stattdessen nach der URSACHE dieses Zwanges zu suchen. Frei nach dem Motto: Nicht die Neurose selbst (das "Kontrollieren wollen") bekämpfen, sondern ihren Auslöser finden.

Wie geht dein Therapeut damit um, wenn ich fragen darf?

11.07.2008 13:58 • #11


freggle
@kad

auch ich gelte bei vielen als zicke und viele verstehen mein verhalten nicht. viele denken immer, ich wäre eine eingebildete tussi, die den ganzen tag nur vorm spiegel steht. aber in wirklichkeit hab ich dazu überhaupt keine zeit und schon gar kein kopf. es gibt nur wenige menschen, die um mich bescheid wissen. es sind eigentlich genau zwei.
aber wie schon gesagt, man kann es dennen nicht verübeln, die nicht wissen wie es ist.

wegziehen finde ich auch keine gute idee. also ich persönlích könnte es nicht, weil dann ist man ja erst recht allein. freunde braucht man ob es einem gut oder schlecht geht.

mich stören auch weniger die körperlichen beschwerden, bei mir sind es auch die gedanken. ich unterbreche sie mit sätzen wie:
"ich vertraue mir voll und ganz"
"ich schaffe das, auch mit der angst"
"ich liebe mich so wie ich bin"

das sind sätze, die ich mir immer und immer wieder sage, und sie helfen mir auf dauer.
hast du schon mal was von der klopftherapie gehört?

drück dich...
lg freggle

11.07.2008 14:11 • #12


Fallen Angel
Hi!

Ich dagegen werde nicht als Zicke, sondern als Langweilerin und Mauerblümchen abgestempelt, weil ich aufgrund meiner Klaustrophobie nicht mit in die Disco oder auf irgendwelche Feste kann, wo sich möglichst viele Menschen auf einem Haufen tummeln.

Liebe GRüße Fallen Angel

11.07.2008 14:18 • #13


Hi pueblo,

das ist es ja, was mich stört, er gibt mir irgendwie nie Ratschläge, sondern hört mir nur zu, manchmal habe ich sogar das Gefühl, dass er am Einschlafen ist
Ich würde gerne wissen, wie man sich bei einem Zwangsgedanken verhält. Ich trage in dem Moment (z. B. auf der Autobahn) schließlich nicht nur die Verantwortung für mich sondern auch für meine Mitmenschen. Wenn es nichts bringt sie zu bekämpfen, was soll man dann tun? Ich weiß die Ursache nicht. Mein Freund meint eben zu mir, warum ich so komisch geworden wäre, früher war ich auch nicht so. Tja, das frage ich mich auch jeden Tag. Was machst Du in dem Moment, wo so ein Gedanken aufkommt? Einfach versuchen an etwas anderes zu denken?

11.07.2008 14:34 • #14


Hi freggle,

gehört habe ich schon mal davon, ich glaube ich könnte so etwas zur Zeit gut gebrauchen. Ich bin derzeit so angespannt, dass ich keine Ruhe finde. Im Moment habe ich auch wieder Herzstolpern. Ich muss aber auch sagen, dass ich nicht viel geschlafen habe. Ich komme jetzt leider nicht zu Ruhe. Ich hoffe, dass man es irgendwann schafft sich nicht mehr so verrückt zu machen und eher positiv in die Zukunft schaut. Vor ein paar Wochen hatte ich auch schon mal so eine schlimme Zeit, dazu kam dann allerdings noch eine depressive Verstimmung, was sehr schlimm war. Es ging aber auch wieder weg, so hoffe ich derzeit auch darauf. Ich finde es super, dass Du das irgendwie so schaffst, ich befinde mich im Moment leider noch nicht in so einem Zustand! Schlimm sind im Moment wieder diese Fremdheitsgefühle.

11.07.2008 14:39 • #15


Hallo Fallen Angel,

das kenne ich. Eine Zeit ging es mir nicht gut und hatte einfach keine Lust auf Weggehen. Da war ich auch gleich ein Langweiler. Mittlerweile wissen aber zwei Freundinnen von mir Bescheid. Sie wollen nächste Woche auch weggehen. Sie wissen aber, wenn es zu voll wird, dass ich dann gehe. Wie ist es bei Dir mit Panikattacken. Kommen die nur, wenn Du in der jeweiligen Situation bist oder auch zu hause? Früher war es bei mir so, dass sie nur in bestimmten Situationen kamen, mittlerweile habe ich sie aber auch zu hause. Was nervt, weil das immer mein Ruhe-Ort war.
Was mich allerdings manchmal etwas beruhigt ist meine Katze. Sie ist eine ganz Süße. Kommt morgens immer aufs Bett und leckt dir dann die ganze Zeit die Hände, als wenn sie sagen würde, Du schaffst das.

11.07.2008 14:44 • #16


hi Kad!

Wenn du den Eindruck hast, daß dein Therapeut am "Einschlafen" ist, wenn du ihm deine Probleme schilderst, ist er auf jeden Fall ein Fehlgriff.
An deiner Stelle würde ich mich so bald wie möglich nach einem neuen Therapeuten umsehen. Führe mit einem neuen Therapeuten vorerst mal ein "ERstgespräch" um zu sehen was für einen Bezug du zum ihm oder ihr aufbauen kannst.

Gegen die "bösen Gedanken" kann man nur mit dem Willen ankämpfen. Sag dir einfach wie "unsinnig" diese Gedanken sind, und kämpfe gegen Sie an, Den wirklichen Auslöser / die letztendliche Bekämpfungsmethode ist eie sehr indivuelle Sache, und die kann nur ein qualifizierter Therapeut ausfindig machen. Da will ich keine Tips geben (zumal falsche Tips in so einer Sache sehr viel Schaden anrichten können)

Bezüglich deinem Freund: Weiß er von deiner Angst / Panik? Wenn nicht, solltest du ihm schleunigst davon erzählen! Es hat keinen Sinn Angst und Panik zu verstecken. Damit würdest du es nur schlimmer für dich selbst machen!

11.07.2008 19:40 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

freggle
@kad

ich hab ein buch von der klopftherapie (M.E.T.). ISBN 3-920788-59-1
Ritter Verlag

"Klopfen sie sich frei!" von Dipl.-Psychologe Rainer Franke , Ingrid Schlieske

Es ist super. Ich komm gut damit zu recht und das wichtigste: es hilft!

Wenn du magst, schreib ich dir auch ein paar ausschnitte per email. so für den schnellen notfall jetzt.

lg freggle

11.07.2008 21:04 • #18


Hi Freggle,

das wäre lieb, bin nämlich immer noch sehr angespannt. Es ist wohl auch die innerliche Aufgregung wegen nächsten Dienstag. Evtl. muss ich jetzt die Strecke alleine fahren, mit diesem Gedanken kann ich mich überhaupt nicht anfreunden. Bin seit langer Zeit die Autobahn eh erst zweimal gefahren und fühle mich noch nicht in der Lage sie ganz alleine zu fahren. Die eine Autobahn macht mir echt Angst. Es geht nur geradeaus und die Abfahrten haben teilweise eine Entfernung von 10 Kilometern. Bei mir sind es zum einen meine Zwangsgedanken, die mir Angst machen und dieses ewige geradeaus fahren. Irgendwie, so doof es sich anhört, mag ich lieber Autobahnen, wo mehr los ist. Ich fühle mich dann so gefangen und kann nicht weg, Anhalten mal eben geht ja auch nicht, weil hinter Dir Autos fahren. Es ist echt ätzend. Vor allem ist eine sehr lange Strecke, wenn Du die Autobahn geschafft hast, mußt Du noch über Land fahren, dazu kommt das frühe Aufstehen und dann 8 Stunden arbeiten. Führ Leute ohne Angsterkrankung und mehr Selbstvertrauen ist das sicher kein Problem, aber für Leute, wie mich, ja. Ich ärgere mich über mich, dass ich mir immer solche Gedanken und Sorgen mache. Hast Du schon mal Medikamente ausprobiert? Mein Therapeut hält nicht ganz so viel davon, meinte aber, dass es die erste Zeit hilfreich sein könnte. Ich bin am überlegen, ob ich mir etwas pflanzliches hole. Liebe Grüße Kad

12.07.2008 09:40 • #19


freggle
hi kad,

das problem autobahn kenne ich, aber es gibt für notfälle immer noch den standstreifen, dass sag ich mir immer. hast du vielleicht entspannungs cds die du beim autofahren hören kannst? ich finde das immer sehr hilfreich oder auch ganz viele kaubonbons....
also von medis halte ich selber auch nicht so viel. viele machen ja auch abhängig und die nebenwirkungen sind echt hart. was pflanzliches hab ich auch, so zu beruhigung. geh doch mal in die apotheke und frag einfach mal nach.

drück dich...
lg freggle

12.07.2008 09:52 • #20



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